Basics: Faustzahlen Nährstoffgehalte Organischer Dünger

MengeOrganischer DüngerN (kg)P2O5 kg)K2O (kg)MgO (kg)CaO (kg)
100 dtRindermist60 40 70 1964
100 dtSchafmist8533802035
10 dtGrünschnittkompost7,13,16,18,020,3
10 dtChampignonsubstrat6,94,110,12,416,7
10 dtStroh5,03,018,02,0
10 dtKompost5,33,17,78,0
10 m3Milchviehgülle 10% TM38155815
10 m3Rindergülle 5% TM231228413
10 m3Rindergülle 10% TM462456725
10m3Rindergülle 15% TM6936841139
1 dt = 100 kg

Hinweis: Hier handelt es sich um Faustzahlen. Zu beachten ist, dass der Organische Dünger erst durch das Bodenleben in die mineralische Form umgewandelt werden muss, damit der Nährstoff pflanzenverfügbar wird. Die Mineralisierungsgeschwindikkeit des Bodenlebens ist beschränkt: Deshalb wird im ersten Düngejahr bei organischem Dünger nur 50% der Nährstoffmenge minimalisiert, also sind auch nur 50% der Nährstoffe pflanzenverfügbar. Erst im 2. Düngejahr wird dann die volle Nährstoffmenge pflanzenverfügbar, 50% aus dem Vorjahr und 50% aus dem aktuellen Wirtschaftsjahr.

Basics: Kosten der Pflanzennährstoffe

Faustzahlen zur Kalkulation der Weidedüngung

Zu Beginn der Weidesaison 2021 können Pferdehalter mit folgenden Düngemittelkosten kalkulieren. Hierbei handelt es sich um Faustzahlen. Diese können nicht nur auf Handelsdüngemittel sondern auch auf Organische Düngemittel angewandt werden. Somit lässt sich der Wert eines organischen Düngemittels ermitteln.

PflanzennährstoffPreis
1 kg N0,90 € – 1,00 €
1 kg P2O50,60 € – 0,70 €
1 kg K2O0,50 € – 0,60 €
1 kg MgO (+ 3 kg K2O)4,00 € – (1,80) = 2,20 €
1 kg CaCO30,05 €

Beispiele:

Wenn ein Handels- Düngemittel 27% N laut Deklaration enthält, dann hat es einen ungefähren Wert von 27,00 € je dt bzw. 27,00€ je 100 kg oder 270 € je Tonne.

Rindermist enthält ca. 5 kg N/t, 3 kg P2O5/t, 10 kg K2O/t und 2 kg MgO/t. Folglich hat 1 Tonne Rindermist folgenden Wert bei der Düngung: 5,00 € + 2,10 € + 6,00 € + 4,40 € = 17,50 €

HINWEIS: Alle Werte sind Faustzahlen und geben nur einen groben Überblick bei der ersten Kalkulation bei der anstehenden Düngung.

Basics: Faustzahlen zur Pferdefütterung (Weide)

Was frisst ein Pferde auf der Weide eigentlich?
  • Wie lange braucht ein Gross-Pferd für sein Futter?

Grobfutter 1 h, Kraftfutter 10 min

  • Wieviel Gras frisst das Gross-Pferd in 1 Stunde?

4 – 5 kg Gras

  • Wieviel Gras frisst ein Grosspferd am Tag?

60 kg Gras, die wachsen auf 100m² Weide

  • Wieviele Stunden frisst ein Pferd in der Natur?

Mindestens 12 Stunden meist sogar 16 Stunden pro Tag ‚(24 Stunden)

  • Wieviel Energie verbraucht ein Pferd durch Arbeit?

2,5 kg Heu gleichen 120 min Schritt (Herzfrequenz ca. 70/min), oder 30 min Trab (Herzfrequenz ca. 150/min) oder 10 min Galopp (Herzfrequenz ca. 220/min) aus.

  • Wann hört ein Pferd auf zu fressen?

Das ist nicht sicher. Da Pferde keine Druckrezeptoren im Verdauungstrakt haben, hören Pferde nicht auf zu fressen, wenn der Magen oder der Darm voll sind. Wahrscheinlich hören Pferde erst auf zu fressen, wenn die Kaumuskulatur ermüdet ist.

  • Wie lang sind Fresspausen beim Pferd?

2 – maximal 4 Stunden. Sind Fresspausen länger als 4 Stunden, wird das Grundbedürfnis Fressen beim Pferd nicht erfüllt, es bekommt Stress, wird futterneidisch und leidet letztlich an Magengeschwüren. Gestresste Pferde lassen sich wesentlich schlechter trainieren, sie wehren sich und arbeiten nicht mit: Der Reiter*in kämpft auf dem Pferd.

  • Was ist nachhaltig?

Minimum 12 Stunden Fresszeit und maximal 4 stündige Fresspausen am Tag (24h).

  • Wieviel Grundfutter benötigt ein ausgewachsenes Warmblutpferd am Tag (24h)?

Mindestens 2 , besser 2,5kg Grobfutter je 100 kg Lebendmasse

  • Futtervergleich bei unterschiedlichem Wassergehalt

1 kg Grobfutter = 1,4 kg Heulage = 2,2 kg Silage = 7 kg junges Gras = 5 kg blühendes Gras = 4 kg Gras nach Blüte

  • Wie kann der Futtervergleich genau ermittelt werden?

Grobfutter (Heu, Stroh ist nur lagerfähig, wenn max. 14 % Wasser enthalten sind. Folglich enthält nicht schimmeliges Heu oder Stroh 860 g Trockenmasse. Bestimmen Pferdehalter*innen die Trockenmasse ihres Grünlandes, können sie punktgenau zu einem bestimmten Zeitpunkt in Abhängigkeit des Klimas, der Jahreszeit und der Vegetation die Trockenmasse des Grases bestimmen. Wie das im Backofen geht, findet Ihr hier. Da Heu/Stroh mindestens 860 g Trockenmasse enthält, muss diese durch die Trockenmasse des Grases geteilt werden. Beispiel: Heu 860g Trockenmasse ./. 120 g Trockenmasse Gras = 7,16667. Ergebnis: Um 1 kg Heu zu ersetzen, muss die 7,2fache Menge Gras (TM 120g) gefüttert werden.

Basics: Zeigerpflanzen des Grünlandes

Bestimmte Pflanzen verraten die Bodenbeschaffenheit. Da unter den Pflanzen im Laufe der Evolution sich zahlreiche Spezialisten entwickelt haben, die an eine ganz bestimmte Bodenbeschaffenheit angepasst sind, werden sich diese Pflanzen auch an genau diesen Böden wiederfinden. Pflanzen sind für den Pferdehalter*in Bioindikatoren des Dauergrünlandes. Mit ein wenig Übung und Erfahrung können Pferdehalter*innen mittels der Grünlandvegetation relativ sicher einschätzen, ob die Wiese oder Weide eher nährstoffreich, trocken, verdichtet oder eher nass ist. Nur wer seinen Boden kennt, kann auch seine Eigenschaften prognostizieren und beeinflussen oder erhalten.

Weißklee hat sich als Leguminose, die sich selber vom Luftstickstoff ernähren kann, gegenüber dem vom Bodenstickstoff abhängigen Gräsern durchgesetzt. Weißkleeflächen auf einer Pferdeweide zeigen also einen deutlichen Stickstoffmangel für Gräser an.

Diese Bioindikatoren können Euch bei der Beurteilung Eurer Weide helfen:

Der Boden ist …Pflanze als Bodenindikator (Feldmethode)
…nährstoffreich:Brennnessel, Taubnessel, Ampfer, Vogelmiere, Kreuzkraut, Knaulgras; Quecke; Kammgras; Klettenlabkraut; Wiesenlabkraut; Kleine Brunelle; Roßminze; Gundelrebe; Krauser Ampfer; Wiesenpippau; Gänseblümchen; Vogelknöterich; Beinwell; Wiesenstorchenschnabel; Zaunwicke; Schafgarbe; Wiesenkümmel; Wiesenkerbel;
…nährstoffarm:Weißklee; Straußgras; Rotschwingel; Zittergras; Wiesenmargarite, Borstgras; Schafschwingel; Dreahtschmiele, Pfeifengras; Ruchgras; Weiches Honiggras; Fiederzwenke; Geflecktes Johanniskraut; Augentrost, Klappertopf; Heilziest; kriechender Günsel; Grüner Pippau; Habichtskraut; Feldklee,
…verdichtet:Moose; kriechender Hahnenfuss; Binse; Rohrschwingel; Krauser Ampfer;
…schattig:Giersch;
…nass:Hahnenfuß, Wiesenschaumkraut, Binse, Simse, Rohrschwingel; Ackerschachtelhalm, Moorlabkraut; Roßminze; Wiesenknöterich; Sumpfdotterblume; Huflattich;
…sauer:Sauergras; dunkelgrüne Blätter, wie Eibe, Rhododendron, Tanne, Fichte, Ilex, usw.; Sauerampfer; Hundskamille; Weiches Honiggras; Borstgras; Drahtschmiele; Moorlabkraut; Kleiner Ampfer; Blutwurz;
…trocken:Schafschwingel; Fiederzwenke, Leimkraut; Wiesen- Thymian, Wiesen- Salbei; Kratzdistel (besonders auf nicht gestriegelten Weiden); Wundklee;
…sandig:Heide; Königskerze; Segne; Weiches Honiggras;
…kalkreich:Taubnessel, Klatschmohn, Große Brunelle;
…wechselfeucht:Rohrglanzgras; Heiziest; Silage;
Als Hilfe findet Ihr unter Medien einen Grünlandbestimmungsschlüssel

Basics: Der Klimawandel und die Hufrehe

Wer über den Klimawandel und die Hufrehe schreibt, kann nicht vermeiden, sich mit dem Energiehaushalt der Pflanze zu beschäftigen.

Hufrehe beim Pferd. Das Hufbein hat sich von der Hufkapsel gelöst und drückt gegen die Huflederhaut und Hufsohle.

Die grünen Blätter der Pflanze sind „Solarzellen“: Energiereiches Sonnenlicht wird in den Blättern in Traubenzucker (Fachsprache: kurzzeitige Kohlenhydrate, sog. Monosacharide) umgewandelt.

Der Energieaufbau der Pflanze: Photosynthese (Assimilation):

6 CO2 +6 H20+Sonnenlicht=C6H12O2+6O2
Kohlendioxid aus der Luft+Wasser+Sonnenlicht=Traubenzucker+Sauerstoff in die Luft

Die aufgebaute Energie wird verbrannt (= Oxidation) und in Arbeit (Wachstum, Blüte, Samenbildung, Bewegung, Wassertransport) umgewandelt:

Der Energieabbau der Pflanze: Abbau durch Atmung (Dissimilation):

C6H12O2+6O2=Arbeit+6CO2+6H20
Traubenzucker+Sauerstoff aus der Luft=Arbeit+Kohlendioxid in die Luft+Wasser

Normalerweise besteht ein Gleichgewicht zwischen Energieaufnahme aus dem Sonnenlicht und der Umwandlung in Arbeit. Beim Auto würde man/frau sagen, dass tagsüber getankt und nachts gefahren wird. Am nächsten Morgen ist der Tank dann leer und es muss wieder getankt werden. Wenn aber nachts nicht gefahren wird, bleibt der Tank voll. Trotzdem kann die Pflanze nicht verhindern, dass am Tage „getankt“ wird. Der Tank würde überlaufen und die gerade getankte Energie für die Pflanze verloren gehen. Damit das nicht passiert, kann die Pflanze die aus der Photosynthese gewonnene Energie (Traubenzucker) in langkettigen Zucker (Stärke) umwandeln und in ihrem Stengel speichern. Damit ist die überschüssige Energie für den späteren Verbrauch gerettet.

Merke: Überschüssiger Traubenzucker (kurzkettige Kohlenhydrate), der nicht in Arbeit umgewandelt werden kann, wird in langkettigen Zucker umgewandelt und im Pflanzenstengel gelagert. Dieser „Lagerzucker“ (langkettige Kohlenhydrate) wird bei den Pflanzen Fruktan genannt.

Die clevere Energiespeichung der Pflanze hat allerdings einen Nachteil für unsere Pferde: Gut genährte Wohlstandspferde sind mit fruktanreichem Gras überversorgt und es droht nicht selten Hufrehe. Erhöhte Fruktangehalte sind nicht die einzige, aber eine sehr wichtige und oft diagnostizierte Ursache der Hufrehe.

Was sind die Gründe für eine erhöhten Fruktaneinlagerung in der Pflanze?

Wenn die Tage lang und hell sind, wird entsprechend viel Energie in den Blättern produziert. Die Pflanze wächst üppig und verbraucht die großen Energiemengen. Aber nur, wenn die Wachstumsbedingungen (Wachstumsfaktoren) es zulassen.

Zu wenig Wasser, zu hohe oder zu niedrige Temperaturen sowie Nährstoffimbalancen einzeln oder kombiniert verhindern den Energieabbau. Die Pflanze lässt die unverbrauchte Energie nicht nutzlos entweichen, sondern speichert sie als Fruktan in den Pflanzenstengeln.

Da bei zunehmendem Klimawandel unsere heimischen Pflanzen, die eigentlich an ein gemäßigtes Klima angepasst sind, immer öfter gestresst werden durch Hitze und/oder Wassermangel, die Sonne aber für hohe Photosyntheseraten (Energieaufbau) sorgt, ist der Klimawandel für die erhöhte Fruktaneinlagerung in unseren Gräsern verantwortlich. Kurz gesagt: Die Gefahr für unsere Pferde, eine Hufrehe zu erleiden steigt deutlich.

Merke:

Photosynthesemangelnder WachstumsfaktorEnergieform
lange Sonnenlichtstunden+ TrockenstressFruktaneinlagerung
lange Sonnenlichtstunden+ HitzestressFruktaneinlagerung
lange Sonnenlichtstunden+ kalte NachtFruktaneinlagerung
lange Sonnenlichtstunden+ NährstoffmangelFruktaneinlagerung
lange Sonnenlichttage+ kalter BodenFruktananreicherung
Hohe Photosyntheserate zusammen mit einem mangelhaften Wachstumsfaktor sorgt für eine Fruktanspeicherung im Halm und erhöht die Rehegefahr deutlich.

Basics: Vom Metall zum Pflanzennährstoff

Kreidefelsen in der Altmark, Sachsen- Anhalt

Ein Pfanzennährstoff und gleichzeitig ein Bodenhilfsstoff ist Kalzium Ca. Aber Kalzium trifft man/frau nicht im Boden. Wie passt das alles zusammen?

Grundsätzlich kommen alle Nährstoffe im Boden, sofern nicht gedüngt wird, aus dem Ausgangsgestein des Bodens. Und in diesem Gestein kann Kalzium Ca enthalten sein. Wenn der Stein „zerbröselt“, die Bodenkundler sagen verwittern, dann wird das reine Kalzium, ein silberweißes Metall frei und macht folgenden Weg im Boden:

FormelNameErklärungen
CaReinnährstoff CalciumDas Metall Kalzium wird frei aus den verwitterten Steinen
CaOBranntkalkCa kommt im Boden mit Sauerstoff in Kontakt und oxidiert. Chemisch gesehen ist eine Oxidation eine Verbrennung. Deshalb heißt die Verbindung Branntkalk:
Ca + O = CaO
Ca(OH)2LöschkalkNatürlich kann der Branntkalk CaO nicht mit dem Wasser im Boden in Kontakt zu kommen. Der Branntkalk verbindet sich mit Wasser und wird dann Löschkalk genannt:
CaO + H2O = Ca(OH)2
CaCO3Kohlensaurer Kalk, Calciumcarbonat, Kreide, Muschelkalk,
Kalkstein, Marmor
Der Löschkalt kommt nicht zur Ruhe, er hat Kontakt mit der Ausatemluft CO2 des Bodenlebens. Das ausgeatmete CO2 der Bodenlebewesen reagiert* in der wässrigen Löschkalklösung zu Kohlensaurem Kalk: CO2 + Ca(OH)2 = CaCO3 + H2O

* Kohlendioxid CO2 + Wasser (H2O) = Kohlensäure H2CO3

Jetzt müsste klar sein, dass wir zwar immer vom Pflanzennährstoff Kalzium Ca reden, es den aber so nicht im Boden nicht gibt. Da grundsätzlich in einem belebten Boden Sauerstoff O, Wasser H2O und Kohlendioxid CO2 vorhanden ist, reagiert Ca immer zu CaCO3.

Wenn Kalzium mit Sauerstoff reagiert steht in der Formel Ca + O = CaO. Folglich ist CaO schwerer geworden und besteht dann nicht mehr aus 100% Ca. Genau so geht es mit dem Wasser und dem Kohlendioxid. Das Ergebnis ist Kohlensaurer Kalk eine Mischung aus Ca, O, H2O, Kohlensäure, usw.. Folglich enthält Kohlensaurer Kalk nicht 100% den Reinnährstoff Ca. Gleichzeitig ist der Kohlensaure Kalk auch noch durch andere Stoffe verunreinigt, wie Sand, Salz, usw. . Der genaue Gehalt steht immer auf dem Deklarationszettel bzw. Lieferschein und wird generell in CaO genannt.

Merke: Gehalt an CaCO3 x 0,56 = Gehalt an CaO.

Erklärung: Die Masse eines Moleküls Ca0 entspricht 56 g, das Molekül CaCO3 hat die Masse von 100g.

Dieses Nährstoffbeispiel soll exemplarisch zeigen, dass die chemische Form der Nährstoffe eine wesentliche Bedeutung hat und Anwender nur korrekt handeln, wenn sie genau Unterscheiden, ob es sich um den Reinnährstoff z.B. Ca, K, Mg, usw, oder die Oxidform z.B. CaO, K2O, MgO handelt. Nicht gleiche chemische Formen dürfen nicht miteinander verglichen werden!

Hilfreich kann folgende Tabelle sein (Dieses ist ein Link auf meine Seite für Pferdewirtschaftsmeister)

Basics: Bodenreaktion

Kalkabbau (Muschelkalk, Kohlensaurer Kalk) an der Dänischen Ostseeküste.

Die Bodenreaktion ist die Wirkung der Säure bez. der Base (Lauge) auf den Boden. Fachlich ausgedrückt: Die Wirkung der Azidität bzw. Alkalität (Basizität) auf den Boden. Ausgedrückt wird die Azidität bzw. Alkalität mit dem pH- Wert.

Der pH- Wert hat große Auswirkungen auf den Boden, besonders auf das Bodenleben, denn Säure dezimiert das Bodenleben, es wirkt desinfizierend und reduziert die im Boden lebenden wertvollen Bodenbakterien, Viren und Pilze. Je saurer ein Boden, desto geringer die Bodenaktivität. Bodensäure neutralisiert Kalk und behindert dadurch die Fähigkeit des Bodens stabile Krümel (Bodenkolloide) zu bilden.

Saure Böden sind in aller Regel weniger belüftet, weniger wasserdurchlässiger und -aufnahmefähig, besitzen ein reduziertes Bodenleben mit geringerer Umwandlung von organischen Materialien in pflanzenverfügbaren mineralischen Boden.

Generell kann gesagt werden, dass die Pflanzenverfügbarkeit von Mikronährstoffen und auch Schwermetallen deutlich zunimmt. Damit enthält auch das Futter höhere Schwermetallgehalte. Das gilt auch für das für Planzen sehr toxisch wirkende Aluminium. Ebenfalls gilt die vermehrte Wurzelaufnahme bei sauren Böden auch für Eisen. Das ist übrigens der Grund, warum Pflanzen, die an saure Standorte angepasst sind, in aller Regel dunkelgrüne Blattfarbe haben, wie z.B. Rhododendron, Eibe, Ilex, Sauergräser (das sind die runden, schaumgefüllten, dunkelgrünen Gräser), usw., weil Eisen die Produktion des grünen Blattfarbstoffes (Chlorophyll) steigert. Das ist übrigens der Grund, warum Rasen durch die Düngung mit Eisen-II-Sulfat satter grün wird.

Sauerer Boden macht Eisen pflanzenverfügbar und das färbt die Blätter dunkelgrün. Sauergräser sind deshalb immer auch Zeigerpflanzen für saure Standorte.

Das Pferdegrünland ist in Mitteleuropa in aller Regel menschenbeeinflusstes Kulturland, also anthropogen beeinflusst. Ohne Bewirtschaftung würde bei uns immer Wald entstehen.

Weil in Mitteleuropa die Böden von Wiesen und Weiden grundsätzlich immer saurer werden, muss der Boden in regelmäßigen Abständen abgepuffert werden, also die Säure reduziert werden.

Gründe für die normale Bodenversäurung sind:

  • Wurzelsäureausscheidung. Diese entsteht bei der Nährstoffaufnahme und der Energieumwandlung (Dissimilation). Die ausgeschiedene Säure hilft der Pflanze im übrigen bei der Verwitterung von Steinen und Nutzung der dann freiwerdenden Nährstoffe.
  • Wiesen und Weiden haben die größte Pflanzendichte aller Kulturen und somit die mengenmäßig größte Wurzelsäureausscheidung.
  • Verlust von Kalzium wegen zunehmender Bodenversäurung
  • Saurer Regen
  • Säureeintrag durch Mineralisierung und Nitrifikation
  • Schädigende Stickstoffeinträge (Wachstumsdünger). Derartige Anreicherungen (Eutrophierungen) mit Stickoxiden (NOx) stammen aus Abgasen, die bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe, wie Kohle oder Öl (z.B. Autoverkehr) entstehen. Die Wirkung der „Düngung“ bewirkt vermehrtes Wachstum des Grünlandes und somit vermehrte Wurzelsäureausscheidung

Wie stark die Versäurung des Bodens ist, beantwortet die Messung des pH- Wertes. Die LUFA misst nicht nur den pH- Wert, sondern ermittelt einen Zielwert, der abhängig ist von der Lage, der Bodenart, dem Humusgehalt, dem Ertrag, der Nutzung, dem Bewuchs. Zielwerte können zwischen pH 4 – 7 liegen.

Merke: Wegen der unvermeidlichen Bodenversäurung des Dauergrünlandes ist eine Abpufferung der Bodensäure, in aller Regel mit Kalk, regelmäßig notwendig. Die zielgenaue Kalkung sorgt auch dafür, dass die Pflanzen Dürrezeiten wesentlich besser überstehen können und obendrein das Futter für die Pferde genügend Kalzium für harte Knochen enthält, besonders für trächtige, taktierende und wachsende Tiere.

Basics: pH- Wert

Der pH- Wert ist ein wichtiger Indikator bei der Beurteilung der Bodeneigenschaften

Die Anzahl der freien, also im Bodenwasser gelösten Wasserstoffionen H+ ist ein wesentlich verantwortlich für die Bodenqualität (Bodenreaktion) . Deshalb wird der Gehalt an freien H+-Ionen bei einer Bodenprobe gemessen und der sog. pH- Wert bestimmt.

Merke: pH ist die Abkürzung für pondus (Gewicht) Hydrogenium (Wasserstoff)

1 Liter neutral reagierendes Wasser, also weder Säure (sauer) noch Lauge (alkalisch) ist, enthält genau 0,000 000 1 g freie Wasserstoffionen H+. Weil das sehr unhandlich zu lesen und zu schreiben ist, wird es 1 durch 107 benannt. Und auch das ist ein Dilemma auch hier bei mir, ich kann in einer Zeile nicht einen Bruch schreiben. Folglich hat man sich vereinbart 10-7 einzutippen. Genau, wie früher im Matheunterricht. Und weil das immer noch zu unbequem beim Eintippen millionenfacher Untersuchungsergebnisse ist, hat man sich weltweit vereinbart stattdessen nur pH 7 zu schreiben.

Und jetzt kommt die weitverbreitete Falle: pH 6 bedeutet, 1 Liter Wasser enthält 0,00 001 g freie H+– Ionen, also also 10 mal mehr Wasserstoffionen als pH 7. Entsprechend pH 8, da sind es 10 mal weniger Wasserstoffionen.

Merke: Wasser, welches mehr als 10-7 g lösliche Wasserstoffionen je Liter hat, reagiert sauer und ist für einen sauren Boden verantwortlich. Wasser, welches weniger als 10-7 g lösliche Wasserstoffionen hat, reagiert alkalisch (= Lauge) und ist für einen alkalischen Boden verantwortlich.

Der Messbereich bei der pH- Bestimmung geht von 1 bis 14. Dabei ist pH 1 eine 99%ige Säure (wirkt sauer) und pH 14 eine 99%ige Lauge (wirkt alkalisch). pH 7 ist neutral, weder Lauge (alkalisch) noch Säure (sauer).

Folgende pH- Werte geben Euch eine erste Einordnung:

StoffpH- Wert (Mittelwert)
Zitronensaft2 – 3
Essig2 – 3
Silage3 – 4
Blut Pferd 7,3 – 7,5
Kernseife10 – 11
Magensaft Pferd2,5
Blinddarm Pferd7
Speichel Pferd7,31 -7,80
Haut Pferd4,5 – 6,5
Haut Mensch4,7 -5,7
Pferdeäpfel6,5 – 7,5
BodenreaktionpH- Wert
extrem alkalisch> 10,0
sehr stark alkalisch10,1 -11,0
stark alkalisch9,1 – 10,0
mäßig alkalisch8,1 – 9,0
schwach alkalisch7,1 – 8,0
neutral7
schwach sauer6,9 – 6,0
mäßig sauer5,9 – 5,0
stark sauer4,9 -4,0
sehr stark sauer3,9 – 3,0
extrem sauer< 3,0

Wie kann der pH- Wert beeinflusst, eingestellt werden? Ganz einfach, denn Lauge + Säure = neutral. Also, wenn die selbe Menge Lauge und Säure und die auch noch in der selben Konzentration (pH- Wert) vermengt wird, entsteht eine neutrale Flüssigkeit. So könnt Ihr mit Kalk (alkalisch) einen sauren Boden abpuffern. Wie stark, hängt von dem pH- Wert des Bodens und pH- Wert des Zuschlagstoffes sowie deren Mengen ab und kann berechnet werden. Dabei ist es nicht immer das Ziel, einen Boden mit dem pH- Wert 7 anzustreben. Keine Angst diese Berechnungen führt die LUFA für Euch durch.

pH- wert des Bodens selber messen?

Möglich ist es, den pH- Wert selber zu bestimmen. Drei Methoden sind üblich:

  • Elektronisches pH- Meter
  • Indikatorpapiere
  • Indikatorlösungen

Um es gleich vorweg zu sagen: Elektronische pH- Meter sind nur für Profis geeignet, da sie sehr pflegeintensiv sind und der Boden in 0,01 M CaCl2– oder 0,1 M KCl- Lösungen gelöst wird. Entsprechen aufwändig müssen die Elektroden gelagert und die Bodenlösungen behandelt werden, die dürfen sich im Gebrauch nicht in ihrer Konzentration verändern.

Indikatorpapiere bzw. Indikatorsticks zeigen durch ihre Verfärbung den ungefähren pH- Wert an. Gelöst wird der Boden in destilliertem Wasser. Indikatorpapiere und Indikatorsticks sind preiswert, lagerfähig und ausreichend genau (1/2 pH- Wert). Beim Kauf auf den Messbereich achten, ideal ca. 4 – 8. Je größer der Messbereich, desto ungenauer die Messung.

Indikatorflüssigkeiten sind gebrauchsfertig. Wenige Tropfen benetzen den z.B. mit einem Teelöffel gewonnen Boden und weisen durch die Verfärbung auf den pH- Wert.

Messungen mit Indikatorpapieren, -stäbchen oder -flüssigkeiten sind immer sog. Feldmethoden. Die Genauigkeit ist nie höher als 0,5 pH. Für eine generelle Einschätzung des Bodens durchaus ausreichend. Größere Investitionen finanzieller und zeitlicher Art sind lehrreich, können Hobby werden, aber nicht nötig, da die LUFA diese Arbeit extrem genau und preiswert vornimmt und gleichzeitig den Handlungsbedarf vorschlägt.

Basics: Bodenart bestimmen

Die Bodenart ist abhängig von der Zusammensetzung der drei wichtigsten Bodenfraktionen:

BodenfraktionAbkürzungKorngröße
Sand S2 mm – 63 ym
Schluff U63 ym – 2 ym
Ton T< 2 ym
Alle Teilchen größer 2 mm sind Kies und werden bei der landwirtschaftlichen Bodenprobe nicht betrachtet.

Im Labor werden die Bodenfraktionen aufwändig durch Siebung, Sedimentation und Zentrifugieren bestimmt. Dieses relativ teure Verfahren ergibt eine exakte Analyse der Anteile von Sand, Schluff und Ton eines Bodens.

Mit Hilfe des Bodenartendreiecks wird entsprechend des jeweiligen Anteils von Sand, Schluff und Ton die Bodenart festgelegt:

Beispiel: Ein Boden mit 30% Ton und 25% Schluff sowie (Differenz zu 100%) 45% Sand nennt man/frau tonig, sandiger Lehm. Der Großbuchstabe ist die Hauptname, die Kleinbuchstaben beschreiben näher. T ist immer ein Tonboden, entweder komplett Ton Tt, sandiger Ton Ts, lehmiger Ton Ts oder schliffiger Ton Ts. Merke: Ein Lehmboden besteht überwiegend aus dem harmonischen 1/3- Verhältnis von Sand, Ton und Schluff und vereint bzw. kompensiert alle Vorteile/ Nachteile der Eigenschaften der einzelnen Bodenfraktionen.

Mehr zu den Eigenschaften der Bodenfraktionen findet Ihr hier.

Die Zusammensetzung der drei Bodenfraktionen Sand, Schluff und Ton bestimmt maßgeblich die Bodeneigenschaft und damit auch die Düngeempfehlung.

Ohne Kenntnis der Bodenart ist eine zielgerichtete Düngeempfehlung nicht möglich. Weil aber die LUFA bei der Grunduntersuchung keine Bodenartbestimmung vornimmt, ist die Angabe der Bodenart auf der Bodenprobe von zentraler Bedeutung. Für die Angabe auf der Bodenprobe genügt eine einfache, auch von Euch zu handhabende Methode, die sog. Fingerprobe.

Wie der Name schon vermuten lässt, wird der kulturfeuchte Boden (nicht trocken, nicht nass) mit den Fingern palpiert, also tastend, fühlend untersucht. Kleiner Tipp, wenn die Feuchtebedingungen nicht zutreffen: zu nass > in der warmen Hand trocknen, zu trocken > draufspucken.

Bei der Palpation des Bodens könnt Ihr folgendes erfahren:

BodenartSichtprüfungFühlen
SandEinzelkörner erkennbar, körnig, kratzend, rauh. Beim Schmecken (sensorische Prüfung) knirscht es typisch
SchluffBoden bleibt in den Fingerrillen haften, Finger werden dreckig, nicht glänzendsamtig, nur einmalig ausrollbar, aber nicht formbar
Tonglänzendmehrfach ausrollbar, formbar zu Würfeln bis zu dünnen Würsten
Der Humusgehaltlässt sich anhand der Farbe schätzen: Je dunkler der Boden, desto höher ist der Humusanteil. Bei der Bedrohung von Dauergrünland ist regelmäßig davon auszugehen, dass der Boden Humus ist.

Je nach Dominanz der jeweiligen Bodenfraktion kommt Ihr dann zum Ergebnis. Beispiel: humoser, schluffiger Ton oder humoser Schluff. Möglich ist natürlich auch ein humoser, toniger Sandboden.

Basics: Bodenprobe ziehen

Bodenprobennahme mit Bohrstock

Selbst schon im Winter, wenn die Böden nicht gefroren sind, können bereits Bodenproben genommen, Fachleute sagen auch gezogen werden.

Die LUFAs (Landwirtschaftliche Untersuchungs- und Forschungsanstalten) haben auf ihrer Internetseite hervorragende Anleitungen, wie die Bodenproben zu nehmen sind. Dabei ist sorgfältiges Arbeiten Pflicht, denn 300 – 500 g Boden geben die Realität einer ganzen Parzelle, hier einer Weide/ Wiese wieder.

Beim Dauergrünland für Pferde ist eine Standard- Bodenprobe absolut ausreichend. Standard- Bodenprobe bedeutet immer: P (P2O5), K (K2O), Mg (MgO), pH- Wert für den Ca- Bedarf. Der Preis je Probe beträgt 15,00 – 20,00 €. Natürlich bietet die LUFA auch die Bedrohung zahlreicher weiterer Mineralien und Problemstoffen an. Die Analytik ist z.T. sehr aufwändig, eine einzige Analyse kostet dann bis zu 100,00 € zusätzlich. Die Ausweitung der Standard- Bodenprobe macht wirtschaftlich nur Sinn, wenn der begründete Verdacht einer Kontamination vorliegt.

Eine Nmin– Untersuchung (Nmin = mineralischer, also pflanzenverfügbarer Stickstoff) ist nicht notwendig. Bei der N- Düngung ist sowohl die Schonung der Umwelt, die Futtermittelqualität als auch die Ertragserwartung in eine vertretbare Balance zu bringen. Diese Abwägung ist ein typischer Prozess in der nachhaltigen Bewirtschaftung eines Betriebes. Es gilt die drei Faktoren Umwelt, Ökonomie und Soziales in Einklang zu bringen.

Als Idealdüngemenge eines Wachstumsjahres für den Pflanzennährstoff Stickstoff (N) gilt:

40 kg N/Jahr/Hektar (Hektar = ha = 10.000 m2)

Wer dennoch eine Bodenprobe auf den mineralischen Stickstoff (Nmin) untersuchen lassen will, muss wissen, dass die Probe gekühlt eingeliefert werden muss. Mit Kosten von 30,00 – 50,00 € ist zu rechnen.

Hier in der Eingangsbearbeitung landen Eure Bodenproben und werden in die Laborbehältnisse umgefüllt. Wer seine nicht lesbar und dauerhaft beschriftet hat, wird sie nie wiederfinden.

Praxistipp:

  • Hilfreich bei der Probennahme ist ein Grünland- Bohrstock, den die LUFA NRW für 45.- anbietet oder LUFA-Servicennummer 0251 / 2376 – 595 . Auch lohnt der Besuch beim Landhandel/ Genossenschaft, denn die verleihen oft Bohrstöcke. Alternative Beschaffung: Erdbohrer,
  • Die Probentiefe für Grünland ist 10 cm. Ackerflächen werden tiefer (30 cm) beprobt. Um die exakte Probentiefe einhalten zu können, Spaten bzw. Bohrstock mit einer 10 cm- Tiefenmarkierung z.B. mit Klebeband, Kabelbinder, usw. markieren. Bohrstöcke sind in aller Regel universell zu verwenden, die Probentiefe geht meist bis 50 cm. Um bei einem Bohrstock den Boden aus dem Hohlstab zu entnehmen, nicht die Finger benutzen, es besteht Gefahr von Schnittverletzungen. Mögliche Hilfsmittel sind ein Zimmermannsnagel, schmaler Spachtel oder auch Hufauskratzer, idealerweise mit einem Band bereits am Bohrstock fest verbunden.
  • Probe ohne Steine und Wurzeln gewinnen, kann auch später aussortiert werden.
  • Mindestens 30 (Stichproben unter n=30 sind statistisch nicht aussagefähig!) , besser mehr Einzelproben in einem Eimer sammeln. Besonderheiten meiden, wie Raufenfläche, Torausgänge, Bereich Tränke, Raufe, … .
  • Für die Probennahme hat sich bewährt, einer Diagonale der Fläche abzulaufen und z.B. alle 3, 5 oder 10 Schritte eine Probe zu ziehen.
  • Die Einzelproben landen alle in einem sauberen Eimer (z.B. 10 l- Wassereimer). Mit einem Spachtel oder ähnlichem Gerät vermischt Ihr die Einzelproben sehr sorgfältig, denn 300 g – 500 g beschreiben jetzt Eure Wiese/Weide.
  • Jede LUFA bietet kostenfreie Bodenprobentüten, Antragsformulare und gute Anleitungen an. z.B. LUFA Nord- West (Landwirtschaftskammer Niedersachsen) , LUFA NRW, Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft, Sachsen, LVLF Brandenburg .. . Auch der Landhandel/ Genossenschaft hält häufig Bodenprobentüten der LUFA kostenfrei bereit.
  • Die regionalen LUFAs Eures Bundeslandes findet Ihr hier: www.vdlufa.de . Auf der Seite könnt Ihr dann auch sehen, ob es Probentüten, Abholpunkte gibt oder Infomaterial heruntergeladen werden kann.
  • Generell könnt Ihr jede LUFA in Deutschland nutzen. Dennoch empfehle ich den regionalen Anbieter, weil die Düngeempfehlungen dann auch regional sind, denn zwischen einer Marsch- und einer Almweide gibt es mehr als minimale Unterschiede. Und ob sich die Niedersachsen mit Almen auskennen? Hinweis: Nicht alle LUFAs bieten einen Probenservice für Privatpersonen. Unter www.vdlufa.de nächst mögliche Untersuchungsanstalt wählen.
  • Ihr könnt die Probe (300g – 500g) in die Taschen/Tüten der jeweiligen Untersuchungsanstalt abfüllen, oder einen wiederverschließbare Plastiktasche (Zip- Allzweckbeutel, wie für das Flugzeug) nutzen. Aber: Niemals die wasserfeste und lesbare Beschriftung vergessen: Adresse, Parzellenname, Bodenart, Nutzung (Dauergrünland) und unterstrichen Pferdeweide bzw. Pferdewiese. Aus Erfahrung ist die Parzellenbezeichnung besonders sorgfältig zu wählen. Hintere oder vordere Weide ist nicht eindeutig, hängt vom Standort des Betrachters ab. Himmelsrichtungen sind eindeutig zu identifizieren. Bei mehreren Flächen sollte eine grobe Planzeichnung mit Bemaßung gefertigt werden. Nur dann lassen sich die Flächen eindeutig zuordnen. Die Parzellennamen sollten in den Jahren immer gleich sein, weil die Düngeverordnung teilweise die Dokumentation über viele Jahre vorschreiben kann und Ihr natürlich auch nur über die jähre Eure Bewirtschaftung analysieren und anpassen könnt. Schließlich wollt Ihr nachhaltig arbeiten.
  • Eine Bodenprobe (P,K,Mg,pH wegen Ca) kostet durchschnittlich zwischen 15 – 20 €.
  • Wenn Ihr Probleme mit der Probennahme habt, weil Euch die Erfahrung fehlt, dann fragt einfach mal bei einem gut arbeitenden Landwirtschaftsmeister nach. Der sagt Euch auch, um welche Bodenart es sich handelt.
  • Nicht verwirren lassen, wenn beim Untersuchungsauftrag P,K,Mg,Ca, P,K,Mg,pH oder P2O5, K2O, MgO, CaCO3 steht. Es ist der Auftrag zur Grunduntersuchung.
  • Nach etwa 14 Tagen erhaltet Ihr eine Analyse der Nährstoffe und gleichzeitig eine Düngeempfehlung. Es handelt sich um eine Nährstoffempfehlung und Ihr entscheidet, mit welchem Dünger Ihr die fehlenden Nährstoffe einbringt. Deshalb ist die Untersuchung einer Bodenprobe für konventionell und biologisch wirtschaftende Betriebe gleichermaßen geeignet. Die Nährstoffanalyse umbedingt aufbewahren, denn sie dokumentiert Euren Umgang mit Nährstoffen. Die Düngeverordnung schreibt z.T. Augbewahrungsfristen von 10 Jahren vor. Gleich, ob vorgeschrieben oder nicht, könnt Ihr aus den Nährstoffanalysen wichtige Erfahrungen für eine nachhaltige Weideführung im Zeichen des Klimawandels sammeln.
  • Für jede Parzelle (Wiese/Weide) ist eine separate Probe zu gewinnen, wenn sich die Parzellen offensichtlich unterscheiden (Bewuchs, Intensität, Lage, Klima, Belichtung, usw.).