Beobachtungen zum Klimawandel: Deutschlandwetter im Februar 2026

Nasser und sonnenscheinarmer Februar 2026 mit frühlingshaftem Ausklang

Im insgesamt sehr milden Februar 2026 hielt sich der Winter nur im Norden und Nordosten bis weit in den Monat, ehe eine landesweite Milderung das Februarende eher an die zweite Aprilhälfte erinnern ließ. Zugleich fiel im Gebietsmittel erheblich mehr Niederschlag als üblich, während sich die Sonne vielerorts rar machte. Das meldete der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach vorläufigen Auswertungen der rund 2 000 Messstationen.

Winterlich im Norden und Nordosten – zum Februarfinale landesweit frühlingshaft
Das Temperaturmittel lag im Februar 2026 mit 2,9 Grad Celsius (°C) um 2,5 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 (0,4 °C). Im Vergleich zur aktuellen und wärmeren Vergleichsperiode 1991 bis 2020 (1,5 °C) betrug die Abweichung 1,4 Grad. Während winterliche Bedingungen vor allem im Norden und Nordosten bis zum Ende der zweiten Februardekade das Wettergeschehen prägten und es an der Ostsee sogar zu einer großflächigen Eisbildung kam, setzte sich in den übrigen Landesteilen zunehmend mildere Luft durch. Die tiefste Februartemperatur wurde am 19. in Dörnick (Schleswig-Holstein) mit -16,6 °C gemessen. Mit Beginn der letzten Monatsdekade kippte die Witterung dann bundesweit deutlich ins Milde. Das Temperaturniveau schnellte auf Werte, die klimatologisch eher der zweiten Aprilhälfte zuzuordnen sind.

Nach trockenen Vormonaten endete der Februar 2026 mit deutlichem Niederschlagsplus
Im Februar fielen mit knapp 73 Litern pro Quadratmeter (l/m²) etwa 149 Prozent des Niederschlags der Referenzperiode 1961 bis 1990 (49 l/m²). Gegenüber der Vergleichsperiode 1991 bis 2020 (53 l/m²) entsprach dies rund 138 Prozent des Solls. Besonders niederschlagsreich präsentierten sich der Süden und Westen, wobei in Staulagen der Alpen und des Schwarzwaldes in der Spitze Summen von über 300 l/m² zusammenkamen. Die im Schwarzwald gelegene Station Baiersbronn-Mitteltal meldete am 12. mit 74,7 l/m² die bundesweit höchste Tagessumme. Die hohen Niederschlagsmengen in Kombination mit der einsetzenden Schneeschmelze infolge der sehr milden Witterung zum Monatsende führten vor allem in Bayern zu einer Hochwasserlage. Im vergleichsweise trockenen Nordosten wurden gebietsweise nur um 30 l/m² registriert.

Verbreitet sonnenscheinarmer Februar – nur an den Alpen längere Zeit freundlich
Mit rund 57 Stunden erreichte die Sonnenscheindauer im Februar lediglich etwa 79 Prozent des klimatologischen Mittels von 72 Stunden (Periode 1961 bis 1990). Gegenüber der Referenzperiode 1991 bis 2020 (76 Stunden) entsprach dies sogar nur 75 Prozent. Die vielfach trübe Witterung wurde erst zum Monatsende im Zuge der kräftigen Milderung aufgebrochen. Die meisten Sonnenstunden waren dem Alpenrand vorbehalten, wo gebietsweise über 80 Stunden registriert wurden.

Das Wetter in den Bundesländern im Februar 2026
(In Klammern finden Sie die vieljährigen Mittelwerte der internationalen Referenzperiode 1961-1990. Der Vergleich aktueller mit diesen vieljährigen Werten ermöglicht eine Einschätzung des längerfristigen Klimawandels)

Baden-Württemberg: In Baden-Württemberg verlief der Februar 2026 mit einer Mitteltemperatur von 4,7 °C (0,5 °C) um rund 4,2 Grad zu mild. Zum Monatsende wurde es vorfrühlingshaft warm mit einem Temperaturniveau, das einem typischen späten April entsprach. In dieser Phase wurde am 27. am Oberrhein mit um 20 °Cder Höchstwert des Monats prognostiziert. Zuvor wurde am 18. in Meßstetten mit -11,6 °C das Monatsminimum markiert. Insgesamt fielen rund 100 l/m² und damit etwa 47 Prozent mehr als im Mittel (68 l/m²). Im Schwarzwald wurden lokal über 300 l/m² gemessen. Die Sonnenscheindauer blieb mit rund 55 Stunden um 28 Prozent unter dem Mittel (76 Stunden).

Bayern: Der Freistaat erlebte einen deutlich überdurchschnittlich temperierten Februar 2026. Mit einer Mitteltemperatur von 3,2 °C lag er um rund 3,9 Grad über dem klimatologischen Referenzwert (-0,6 °C). Im Zuge einer Kältephase um die Monatsmitte wurde am 20. in Ostheim vor der Rhön mit -9,7 °C das bayernweite Minimum registriert. Anschließend drehte die Witterung ins Mildere und zum Monatsende wurden verbreitet frühlingshafte Temperaturen erreicht; der Höchstwert des Monats wird voraussichtlich am 27. mit etwa 19 °C in Unterfranken und im Alpenvorland erreicht. Auch beim Niederschlag zeigte sich ein deutliches Plus: Rund 90 l/m² (58 l/m²) entsprachen einem Überschuss von etwa 55 Prozent. Der Niederschlagsreichtum führte im Zusammenspiel mit Tauwetter zum Monatsende vor allem an der Donau sowie nördlich davon zu deutlich steigenden Pegelständen. Die Sonnenscheindauer blieb mit 60 Stunden hingegen um rund 23 Prozent unter dem klimatologischen Mittel (78 Stunden), lag aber dennoch im oberen Bereich des Bundeslandvergleichs.

Berlin: In der Bundeshauptstadt brachte der Februar 2026 eine Mitteltemperatur von 0,9 °C (0,6 °C). Der Monat begann mit einer Frostphase; am 2. wurde in Berlin-Buch mit -10,7 °C das Minimum registriert. Nach einer kurzen Zwischenmilderung stellte sich um die Monatsmitte erneut eine Kälteperiode ein, bevor in in der letzten Monatsdekade eine kräftige Milderung folgte – mit Höchstwerten um 18 °C zum Monatsende. Der Niederschlag erreichte rund 40 l/m² (35 l/m²). Die Sonnenscheindauer blieb mit 60 Stunden um rund 15 Prozent unter dem Mittel (71 Stunden). Dennoch reihte sich Berlin unter die sonnenscheinreichen Regionen ein.

Brandenburg: Mit einer Mitteltemperatur von 0,6 °C lag der Februar 2026 in Brandenburg um 0,5 Grad über dem klimatologischen Mittelwert (0,1 °C). Der Monat begann unterdurchschnittlich temperiert, und auch um die Monatsmitte stellte sich nochmals eine ausgeprägte Kältephase ein. In diesem Zusammenhang wurde am 20. in Baruth mit -15,9 °C das Minimum des Monats registriert. Nur wenige Tage später folgte ein markanter thermischer Richtungswechsel. Durch eine kräftige Milderung in der letzten Monatsdekade dürfte der Februar mit frühlingshaften Höchstwerten um 18 °C enden. Der Niederschlag summierte sich auf rund 40 l/m²(33 l/m²) und lag damit um etwa 21 Prozent über dem Soll. Die Sonnenscheindauer blieb mit rund 60 Stunden (70 Stunden) um etwa 14 Prozent unter dem klimatologischen Mittel. Brandenburg zählte zu den sonnigsten Bundesländern.

Bremen: Mit einer Mitteltemperatur von 2,0 °C (1,4 °C) zeigte der Februar 2026 in der Freien Hansestadt Bremen einen überwiegend winterlichen Verlauf mit einer Kältephase zu Monatsbeginn und einer weiteren um die Monatsmitte. Am 15. wurde dabei mit -9,5 °C das Minimum des Monats gemessen. In der letzten Monatsdekade setzte sich schließlich eine deutliche Milderung durch, die am 26. mit 16,0 °C ihren Höhepunkt erreichte. Die Niederschlagsmenge belief sich auf rund 50 l/m² und lag damit um etwa 25 Prozent über dem Soll von 40 l/m². Die Sonnenscheindauer erreichte nur rund 40 Stunden und blieb somit um etwa 41 Prozent unter dem klimatologischen Mittel (68 Stunden).

Hamburg: In der Hafenmetropole Hamburg entsprach die Mitteltemperatur im Februar 2026 mit 1,3 °C dem klimatologischen Referenzwert (1,2 °C). Gleichwohl zeigte der Monat einen überwiegend winterlichen Verlauf. Sowohl zu Monatsbeginn als auch um die Monatsmitte dominierten deutlich unterdurchschnittliche Temperaturen. Am 15. wurde mit -10,5 °C das Minimum des Monats erfasst. In der letzten Monatsdekade wurde der bis dahin winterlich geprägte Witterungscharakter von einer vorfrühlingshaften Phase abgelöst. Am 25. erreichte die Temperatur mit 16,3 °C ihren Höchstwert. Der Flächenniederschlag belief sich auf rund 50 l/m² und lag damit um etwa 19 Prozent über dem Soll (42 l/m²). In der vielfach wolkenverhangenen Witterung schaute die Sonne nur rund 45 Stunden hervor und blieb somit um etwa 30 Prozent unter dem Mittel (64 Stunden).

Hessen: In Hessen lag die Mitteltemperatur im Februar 2026 bei 4,0 °C (0,6 °C) und damit um 3,4 Grad über dem Referenzwert. Der hessenweit tiefste Februarwert wurde am 20. mit -11,4 °C in Gilserberg-Moischeid im Schwalm-Eder-Kreis gemessen. In der letzten Monatsdekade setzte jedoch ein ungewöhnlich kräftiger Temperaturanstieg ein. Dabei erreichten die Tagesmitteltemperaturen ein Niveau, welches klimatologisch eher der zweiten Aprilhälfte zuzuordnen ist. In der Spitze wurden am 27. mit 18 °C frühlingshafte Höchstwerte prognostiziert. Der Flächenniederschlag erreichte rund 75 l/m² und lag damit um etwa 44 Prozent über dem Soll (52 l/m²). Die Sonnenscheindauer betrug rund 45 Stunden und blieb somit um ungewöhnliche 35 Prozent unter dem klimatologischen Mittel (69 Stunden). Es war nach bisherigem Stand der tiefste Februarwert seit 2013.

Mecklenburg-Vorpommern: Der Nordosten war im Februar 2026 mit einer Mitteltemperatur von -0,4 °C (0,0 °C) die kälteste Region in Deutschland. Bis zum Ende der zweiten Monatsdekade überwogen unterdurchschnittliche Temperaturen. Am 19. wurde in Goldberg mit -15,4 °C das Monatsminimum markiert. Begleitet wurde die Kältephase von einer großflächigen Eisbildung in Boddengewässern und geschützten Küstenabschnitten der Ostsee. Anhaltende Ostwinde führten zu Beginn des Monats zusätzlich zu außergewöhnlich niedrigen Wasserständen in der Ostsee. In der letzten Monatsdekade wurde der bis dahin winterlich geprägte Witterungscharakter abrupt abgelöst. Am 27. wurden frühlingshafte 16 °Cvorhergesagt. Der Niederschlag erreichte rund 45 l/m² und lag damit um etwa 45 Prozent über dem Soll (31 l/m²). Die Sonnenscheindauer ergab nahezu 60 Stunden (67 Stunden).

Niedersachsen: Der Februar 2026 brachte Niedersachsen eine Mitteltemperatur von 2,1 °C (1,1 °C). Zu Monatsbeginn dominierten verbreitet unterdurchschnittliche Temperaturen, und auch um die Monatsmitte stellte sich nochmals winterliche Witterung ein. Am 19. wurde in Lüchow im Wendland mit -15,0 °C das Monatsminimum registriert. Erst in der letzten Monatsdekade stiegen die Temperaturen deutlich an. Am 27. könnten im Süden des Landes mit 18 °C die Höchstwerte des Monats gemessen werden. Die Niederschlagsmenge erreichte rund 55 l/m² (44 l/m²) und lag damit um etwa 25 Prozent über dem Soll. Die Sonnenscheindauer betrug rund 50 Stunden und blieb somit um etwa 24 Prozent unter dem klimatologischen Mittel (66 Stunden).

Nordrhein-Westfalen: Nordrhein-Westfalen erlebte im Februar 2026 eine milde Witterung. Mit 5,0 °C lag das Flächenmittel um 3,2 Grad über dem Referenzwert (1,8 °C). Zwar stellte sich um die Monatsmitte nochmals ein Temperaturrückgang ein, in dessen Folge am 20. in Bad Berleburg-Stünzel im Rothaargebirge -8,3 °Cgemessen wurden. Doch in der letzten Monatsdekade setzte eine kräftige Erwärmung ein. Am 25. wurde in Aachen ein Höchstwert von 18,9 °C registriert. Der Niederschlag erreichte rund 75 l/m² und lag damit um etwa 29 Prozent über dem Soll (58 l/m²). Die Sonnenscheindauer betrug rund 65 Stunden (72 Stunden).

Rheinland-Pfalz: Auch in Rheinland-Pfalz war der Februar 2026 ungewöhnlich mild. So stieg die Mitteltemperatur auf 4,9 °C und lag um 3,8 Grad über dem Referenzwert (1,1 °C). Allerdings traten sowohl zu Monatsbeginn als auch um die Monatsmitte nochmals winterliche Abschnitte auf. Am 15. wurde an der Station Schneifelforsthaus in der Eifel mit -7,0 °C das Minimum des Monats gemessen. In der letzten Monatsdekade wurde der Spätwinter von einer sehr milden Phase abgelöst. Am 27. könnte die Temperatur auf Höchstwerte um 18 °C steigen. Der Niederschlag erreichte rund 90 l/m² und lag damit um etwa 58 Prozent über dem Soll (57 l/m²). Die Sonnenscheindauer betrug rund 45 Stunden und blieb somit um etwa 38 Prozent unter dem Mittel (73 Stunden).

Saarland: Im kleinsten Flächenland Deutschlands setzte der Februar 2026 ein deutliches meteorologisches Ausrufezeichen. Mit einer Mitteltemperatur von ungewöhnlich milden 5,6 °C lag das Saarland um 4,0 Grad über dem Klimamittel (1,6 °C) und nahm damit im Ländervergleich die Spitzenposition ein. Strenge Winterwitterung spielte keine Rolle mehr. Selbst das Monatsminimum fiel mit -3,4 °Cam 18. in Perl-Nennig moderat aus. Zum Monatsende beschleunigte sich die Erwärmung nochmals deutlich. Am 27. dürften bis zu 18 °C gemessen werden. Parallel dazu zeigte sich das Saarland sehr nass. Mit rund 130 l/m² wurde das Soll (72 l/m²) um etwa 80 Prozent überschritten, womit die Region zugleich das niederschlagsreichste Bundesland war. Die Sonnenscheindauer blieb mit rund 40 Stunden (76 Stunden) deutlich unter dem Mittel und fiel im Ländervergleich am geringsten aus.

Sachsen: In Sachsen erreichte der Februar 2026 mildere 1,9 °C (-0,3 °C). Dennoch dominierten zu Monatsbeginn sowie nochmals um die Monatsmitte verbreitet winterliche Bedingungen. Am 20. wurde in Dippoldiswalde-Reinberg im Osterzgebirge mit -15,0 °C das Monatsminimum gemessen. In der letzten Monatsdekade setzte eine markante Erwärmung ein. Am 27. könnte die Temperatur auf bis zu 19 °C steigen. Der Niederschlag summierte sich auf rund 50 l/m² (43 l/m²) und die Sonne zeigte sich nahezu 60 Stunden (70 Stunden).

Sachsen-Anhalt: In Sachsen-Anhalt prägten winterliche Witterungsbedingungen den Februar über einen längeren Zeitraum, bevor sie sich zum Monatsende deutlich abschwächten. Am 20. wurde in Genthin im Jerichower Land mit -14,3 °C das Minimum registriert. In der letzten Februardekade stellte sich eine deutlich mildere Witterung ein. Am 27. könnten örtlich bis zu 19 °C gemessen werden. Das Gebietsmittel erreichte final 1,8 °C (0,4 °C). Mit rund 40 l/m² fiel mehr Nass als im Mittel (33 l/m²), dennoch war Sachsen-Anhalt im Vergleich das niederschlagsärmste Bundesland. Die Sonne zeigte sich mit rund 60 Stunden (68 Stunden) seltener.

Schleswig-Holstein: Im äußersten Norden der Republik dominierte der Februarwinter bis zum Ende der zweiten Monatsdekade. Am 19. wurde in Dörnick im Kreis Plön mit -16,6 °C das bundesweite Monatsminimum gemessen. Erst in der letzten Februardekade endeten die bis dahin überwiegend winterlichen Witterungsbedingungen. Innerhalb weniger Tage stiegen die Temperaturen kräftig an und dürften bis zum Monatsende bis zu 16 °C erreichen. Mit einer bilanzierten Mitteltemperatur von 0,5 °C lag der Februar 2026 am Ende nahe seinem klimatologischen Referenzwert (0,7 °C). Auch der Niederschlag lag mit rund 40 l/m²(42 l/m²) im Rahmen. Die Sonne zeigte sich nur rund 45 Stunden, ein Abschlag von etwa 30 Prozent gegenüber dem Mittel von 65 Stunden.

Thüringen: Obwohl der Februar zu Monatsbeginn und nochmals um die Monatsmitte winterlich in Erscheinung trat, prägte in der Gesamtbilanz die milde Witterung das Bild. So lag die Februartemperatur am Ende mit 2,5 °C um 2,9 Grad über dem klimatologischen Referenzwert (-0,4 °C). Am 20. wurde in Bad Berka mit -9,5 °C das Minimum gemessen. In der letzten Monatsdekade folgten mit dem markanten Temperaturanstieg am 27. Prognostizierte Höchstwerte um 19 °C. Der Niederschlag summierte sich auf rund 45 l/m² (44 l/m²) und die Sonnenscheindauer lag mit rund 60 Stunden unter dem Zielwert (69 Stunden).

Text: Deutscher Wetterdienst DWD

Fotos: privat

Erdüberlastungstag 2025: Ab heute leben wir auf pump

Heute, am 24.07.2025, haben wir weltweit die natürlichen Ressourcen der Erde für dieses Jahr aufgebraucht. Ab sofort treiben wir in diesem Jahr mit jedem Tag Raubbau an unserer Erde. Nachhaltiges Handeln ist in diesem Jahr nicht mehr möglich, denn wir verlassen ab sofort bis Silvester die Erde nicht mehr in dem Zustand, wie wir sie Anfang des Jahres vorgefunden haben. Unsere Fussabdrücke haben und werden die Welt dauerhaft verändern. Wir verbrauchen mehr Wälder, mehr Grünland, mehr Ackerflächen und Rohstoffe, als uns zur Verfügung stehen. Und obendrein reichern wir immer noch mit mehr klimaschädigenden Treibhausgasen die Atmosphäre an, weil Wälder, Dauergrünland, Moore und Ozeane die großen CO2– Mengen nicht speichern können. Diese Entwicklung kann nur durch konsequent nachhaltiges Handeln gestoppt werden.

Wie stark unsere Fussabdrücke die Welt bereits dauerhaft verändert hat, beweist der mit Macht eingesetzte Klimawandel mit seinen lebensfeindlichen Auswirkungen.

Unsere Ressourcen für 2025 sind ab sofort aufgebraucht!

Der globale Erdüberlastungstag kommt nach wie vor immer früher. Die Weltbevölkerung handelt nach wie vor nicht nachhaltig genug. Die letzten 50 Jahre zeigen, wie masslos wir Menschen mit unseren Ressourcen umgehen:

JahrErdüberlastungstag
197029.12.
198016.11.
199018.01.
200017.09.
201010.08.
202016.08.
202103.08.
202201.08.
202302.08.
202401.08.
202524.07.
2026?
Entwicklung der globalen Erüberlastungstage seit 1970. Merke: Je früher, desto schlechter

Ein ganz wenig stolz dürfen wir sein, denn wenn alle so leben würden wie wir hier in Deutschland, dann wäre der Erdüberlastungstag weltweit am 3. Mai. Kein Grund überheblich zu werden, denn das sind immerhin noch 7 Monate, die wir hier in Deutschland unseren eigenen Lebensraum weiter zerstören.

Wer genau wissen möchte, wie der Erdüberlastungstag berechnet wird, der hat dazu die Chance auf der Webseite des Global Footprint Network genau nachzusehen.

Erdüberlastungstag 2025: Ab heute (3.5.25) leben wir in Deutschland für den Rest des Jahres über unsere Verhältnisse

Wenn alle Menschen auf der Welt so üppig leben würden, wie wir hier in Deutschland, dann bräuchten wir fast drei Erden. Die haben wir aber nicht und deshalb leben wir ab Anfang Mai , also nach nur 4 Monaten, über unsere Verhältnisse zu lasten unserer künftigen Generationen und der weniger wohlhabenderen Länder.

Obwohl wir alle glauben uns anzustrengen, unsere Lebensweise nachhaltiger zu gestalten, sind die Erfolge marginal. Gegenüber 2024 ist der Erdüberlastungstag einen Tag später, vom 2. auf den 3.Mai. Stolz müssen wir nicht sein.

Unsere Lebensweise ist eindeutig mitverantwortlich für den Klimawandel, Naturverbrauch, Artensterben.

Durch Vergleiche der Zeitpunkte des Erdüberlastungstages in den Ländern der Welt wird deutlich, dass die reichen Länder auf Kosten der armen Regionen leben. Wer reich ist auf dieser Welt hinterlässt wesentlich tiefere, zerstörerische Fussabdrücke bei der Nutzung der natürlichen Ressourcen.

Hier einige Beispiele: Die USA bräuchte 5 Erden, Australien 4,7, Deutschland 3, China 2,5 und Indien 0,7.

Weltweit bräuchten wir derzeit 1,75 Erden, allerdings haben wir nur 1,0. Während der Erdüberlastungstag in den 1970iger Jahren noch im Dezember lag, befindet sich der globale Earth Overschoot Day heute (2025) am 2. August.

Hier könnt Ihr selber sehen, welche Länder über und unter dem globalen Erdüberlastungstag 2. August 2025 liegen und somit die Hauptverantwortlichen der Erdausbeutung sind.

Warnung vor Dürrejahr

Die Trockenheit in Osteuropa ist dramatisch und kann große Auswirkungen auf den globalen Getreidemarkt haben

Durch die starke Anomalie bei der Bodenfeuchte ist in 2025 die Getreideproduktion gefährdet

Wie der Deutsche Wetterdienst DWD am 02.04.25 mitteilte, berichtet der Klimadienst Clim4Cast von einer starken Anomalie der Bodenfeuchte in Osteuropa. Die Forschenden des Leibniz- Zentrums für Agrarlandsforschung ZALF warnen deshalb: Ein extrem trockener Winter hat die im Sommer 2024 ausgetrockneten Böden in Osteuropa nicht regenerieren können. Deshalb ist die Wahrscheinlichkeit eines Dürrejahres in Osteuropa besonders hoch! Das Leibnizzentrum rät allen Akteuren der Landwirtschaft diese besorgniserregend Entwicklung genau im Auge zu behalten.

Obwohl die Lage in Deutschland derzeit zwar ungewöhnlich aber akut noch nicht besorgniserregend ist, muss uns die Situation in Osteuropa Sorgen bereiten, denn wir hier in Deutschland sind auf dem Getreidemarkt nicht isoliert. Osteuropa wird nicht ohne Grund als die Kornkammer der Welt bezeichnet. Kommt es hier zu dürrebedingten Ernteausfällen, ist davon der globale Getreidemarkt betroffen.

Mit diesen Bulk Carrier wird Getreide auch aus der Ukraine z.B. in Brake/ Unterweser angelandet und an die Futtermittelindustrie im Raum Vechta und Cloppenburg geliefert.

Aber auch in Deutschland muss die derzeitige Trockenheit weiter beobachtet werden. In Nord- und Ostdeutschland hat es wesentlich weniger als in den Vorjahren geregnet, auch hier sind die Böden, besonders betroffen sind die leichten Böden in Ostdeutschland, deutlich zu trocken. So trocken wie bisher noch nie seit der Wetteraufzeichnungen. Bereits im März und April stieg z.B. die Waldbrandgefahr stark an. In einigen Regionen ist auch das Abbrennen von Osterfeuern wegen der extremen Feuchtigkeit in Gefahr und muss eventuell sogar behördlich untersagt werden.

Bei zunehmender Bodentrockenheit ist natürlich auch das Grünland stark betroffen. Besonders in Gefahr gerät der zweite Aufwuchs. Auch beim Grundfutter sind auch bei uns Ernteausfälle nicht auszuschließen.

Lediglich im direkten Bereich der Alpen, in Österreich und in Ungarn sind die Böden ausreichen von der Sommertrockenheit regeneriert.

Allen Landwirtinnen und Landwirten ist zu raten, die Bodenfeuchte in ihrer Region besonders zu beobachten (Tipp: Bodenfeuchteviewer) und Saat- und Pflegetermine sowie das Weidemanagement situationsgerecht zu planen. Ebenfalls ist zu überlegen, welche Futtermittel anstelle von Getreide in der Pferdefütterung alternativ produziert und eingesetzt werden können, falls der Getreidemarkt Engpässe und/oder starke Preissteigerungen zeigt. Besondere Bedeutung hat in dieser Situation natürlich die eigene Produktion von Grundfutter, wie Heu und Stroh. Kommerzielle Kraftfuttermittel sind stark vom Weltmarkt abhängig und mit erheblichen Preisaufschlägen muss schlimmstenfalls gerechnet werden. Für Pensionsbetriebe ohne eigene, an die Pferdezahl angepasste Wiesen-, Weiden und Anbauflächen, kann die Lage in diesem Sommer prekär werden. Pferdebetriebe sollten nicht unvorbereitet auf die durchaus berechtigten Dürrewarnungen der Wissenschaft in das neue Wirtschaftsjahr 2025 gehen.

Fazit: Da mit erheblichen Ernteausfällen im globalen Getreidemarkt zu rechnen ist, ist es nicht unwahrscheinlich, dass deutlich höhere Preise bei der Getreidebeschaffung aufgerufen werden oder es sogar zu Beschaffungsengpässen führen könnte. Im Nebeneffekt würden ebenfalls die Preise alternativer Pferdefuttermittel stark steigen. Können die eventuelle stark steigenden Futtermittelkosten nicht komplett an die Kunden weitergegeben werden können, ist mit einem deutlich defizitären Wirtschaftsjahr zu rechnen.

Neben dem Klimawandel ist die derzeitige politische Lage ein weiteres, nicht zu kalkulierendes Risiko

Besonders wichtig ist der Hinweis, dass der weltweit wichtigste Getreideproduzent die Ukraine ist und die fragile politische Situation durch den Angriffskrieg Russlands jederzeit zu einem kompletten Lieferstopp führen kann. Sollte das ausgerechnet in einem Dürrejahr passieren, potenzieren sich die oben beschriebenen Auswirkungen auf den globalen Getreidemarkt dramatisch. Das gilt dann nicht nur für Tiere, sondern auch für große Teile der Weltbevölkerung. Auf all diese Risiken, hinzu kommt zu allem Elend noch die unberechenbare Zollpolitik der Regierung Trump, müssen sich Pferdebetriebe möglichst frühzeitig einrichten und geschickt reagieren.

Resilienz gegenüber dem Klimawandel und der politischen Weltlage ist das Gebot der Stunde.

Vorsorge ist immer noch besser als Nachsorge.

Getreide, im Dürrejahr 2025 ein Mangelprodukt?

Nord- und Ostsee: Warm, wärmer, am wärmsten

Noch nie war die Deutsche Nordsee so warm wie 2024 – Zweitwärmstes Jahr für die Ostsee

Meere sind deutlich bessere Temperaturspeicher als das Festland. Je höher die Meerwassertemperatur, desto mehr Energie ist im Meer enthalten. Diese höheren Energiemengen werden für uns durch stärkere Stürme, Windhosen, Gewitter, Starkregenereignisse, kurz zusammengefasst Wetterextreme, nicht nur sicht- sondern auch spürbar. Mittlerweile erreichen die Extremwetterereignisse auch bei uns in Mitteleuropa durchaus lebensbedrohliche Ausmaße.

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie hat durch seine ständigen Messungen eindeutige Temperatursteigerungen auch bei uns in der Nord- und Ostsee festgestellt:

Im Jahr 2024 verzeichnete das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) die höchsten Temperaturen in der deutschen Nordsee seit Beginn der eigenen Datenreihe im Jahr 1969. Die Oberflächentemperaturen stiegen dort bis zu 1,5 Grad über das langjährige Mittel von 1997 bis 2021. Die Wassertemperatur in der nördlichen Nordsee, also zwischen Schottland und Norwegen, stiegt deutlich geringer, sodass für die gesamte Nordsee die durchschnittliche Temperatur im vergangenen Jahr 11,1 Grad betrug – etwa 0,5 Grad über dem langjährigen Mittel. Somit war 2024 das viertwärmste Jahr seit Beginn der Datenreihe. Lediglich 2014, 2022 und 2023 waren noch wärmer.

„Für die Ostsee insgesamt betrug die durchschnittliche Temperatur im vergangenen Jahr 9,6 Grad. Das ist mehr als 1 Grad über dem langjährigen Mittel,“ erklärt Dr. Tim Kruschke, Leiter des Referats Marine Klimafragen am BSH. „Damit handelt es sich um das zweitwärmste Jahr seit Beginn unserer Datenreihe. Lediglich 2020 war wärmer.“

Auch in der Ostsee lagen die Temperaturen von Februar bis Dezember über dem langjährigen Mittel. Dabei war der Juni mit mehr als 3 Grad darüber besonders auffällig. Im Mai, September und Oktober war es ebenfalls deutlich wärmer als üblich.

Während entlang der schwedischen Ostküste vergleichsweise niedrige Temperaturen auftraten, waren Richtung Baltikum teilweise sehr hohe Temperaturen zu verzeichnen. Im Finnischen Meerbusen übertraf das Jahresmittel 2024 das langjährige Mittel um bis zu 2 Grad.

Langjährige Entwicklung der Wassertemperatur in Nord- und Ostsee

Das BSH analysiert wöchentlich die Oberflächentemperaturen der Nordsee und Ostsee, indem es Satellitendaten mit Messungen von Stationen und Schiffen kombiniert. Das ist die Grundlage für derartige Langzeitvergleiche.

Die Analysen erstellt der DAS-Basisdienst „Klima und Wasser“, der vom BSH gemeinsam mit anderen Bundesbehörden im Rahmen der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS) betrieben wird.

Grafik Rang des Herbstmittels der Oberflächentemperaturen in 2024 im Vergleich zu allen Herbstmonaten seit 1997 für die Nordsee (links) und für die Ostsee (rechts)
Rang des Herbstmittels der Oberflächentemperaturen in 2024 im Vergleich zu allen Herbstmonaten seit 1997 für die Nordsee (links) und für die Ostsee (rechts)Quelle: BSH

„Unsere Daten zeigen, dass sich die Nordsee seit 1969 um fast 1,5 Grad erwärmt hat. Die Ostsee ist seit 1990 im Mittel bereits um 1,9 Grad wärmer geworden,“ betont Dr. Kerstin Jochumsen, Leiterin der Abteilung Meereskunde am BSH. „Diese Entwicklung ist eine direkte Folge des Klimawandels und verändert die Meeresumwelt zunehmend.“ 

Mehr Infos zum Anstieg der Meerwassertemperatur und die Zunahme von Extremwettersituationen findet Ihr hier auf meiner Seite

Text und Grafik aus einer Pressmitteilung des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie BSH, Foto: privat

Beobachtungen zum Klimawandel: Deutschlandwetter im Sommer 2024

Der 28. warme Sommer in Folge mit ungewöhnlich hoher Augusttemperatur

Der Sommer 2024 war in Deutschland deutlich zu warm und zeigte sich als ein Wechselspiel von anfänglicher Kühle und finaler Hitze, wobei der August mit einer ungewöhnlich hohen Temperaturabweichung endete. Die intensivste Sommerwärme erlebten der Süden und Osten. Und während lokale Extremniederschläge beobachtet wurden, die in manchen Gebieten die Regenmengen des gesamten Sommers übertrafen, blieb die Sonnenscheindauer weitgehend im erwarteten Rahmen. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.

Sommer mit viel Wärme im Süden und Osten sowie Stippvisiten an den Küsten
Das Temperaturmittel lag im Sommer 2024 mit 18,5 Grad Celsius (°C) um 2,2 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 (16,3 °C). Im Vergleich zur aktuellen und wärmeren Vergleichsperiode 1991 bis 2020 (17,6 °C) betrug die Abweichung 0,9 Grad. Nach der Schafskältemit dem bundesweiten Temperaturminimum im Sommer am 12.6. in Meßstetten auf der Schwäbischen Alb von 1,4 °C, startete der Sommer im Juliverlauf durch und erreichte im August seinen Höhepunkt. Am 13.8. wurde vom DWD in Bad Neuahr-Ahrweiler in Rheinland-Pfalz mit 36,5 °C die bundesweit höchste Sommertemperatur gemessen. In den Tieflagen und Flusstälern Süddeutschlands und Sachsens wurden die meisten Sommer- (> 60) und heißen Tage (bis 26) gezählt. Hervorzuheben sind vor allem Waghäusel-Kirrlach, nahe Karlsruhe und Dresden. Dagegen wurde auf Helgoland kein einziger Sommertag registriert und auch sonst schaute der Sommer an den Küsten nur kurzzeitig vorbei.

Ausgeglichener Niederschlag mit lokalen Extremen: Wasserarmut und Starkregen
Der Sommerniederschlag lag mit rund 240 Litern pro Quadratmeter (l/m²) nahezu auf dem Niveau der Referenzperioden 1961 bis 1990 (239 l/m²) und 1991 bis 2020 (241 l/m²). Doch diese Mittelwerte verbergen extreme regionale Unterschiede: Während in den Alpengebieten über 600 l/m² gemessen wurden, blieben vor allem Teile des Nordostens mit weniger als 150 l/m² sehr trocken. Was in den niederschlagsarmen Gebieten in drei Monaten fiel, registrierten einzelne Orte in wenigen Stunden: Am 1.8. meldete das nordhessische Trendelburg 169,8 l/m², während es am selben Tag in Nordhausen, Thüringen, 114,9 l/m² regnete. Raubling-Pfraundorf in Oberbayern verzeichnete am 3.6. extreme 137 l/m², und im sächsischen Dippoldiswalde-Reinberg wurden am 18.8. 106,7 l/m² gemessen.

Ein Plus von 15 Prozent beim Sommersonnenschein
Mit 712 Stunden überragte die Sonnenscheindauer im Sommer ihr Soll von 614 Stunden (Periode 1961 bis 1990) um fast 15 Prozent. Im Vergleich zu 1991 bis 2020 (654 Stunden) betrug die positive Abweichung rund 9 Prozent. Über 800 Stunden Sonnenschein gab es in Teilen Sachsens und Südbrandenburg, während unmittelbar an den Alpen weniger als 600 Stunden erreicht wurden.

Das Wetter in den Bundesländern im Sommer 2024
(In Klammern finden Sie die vieljährigen Mittelwerte der internationalen Referenzperiode 1961-1990. Der Vergleich aktueller mit diesen vieljährigen Werten ermöglicht eine Einschätzung des längerfristigen Klimawandels)

Baden-Württemberg: Die Sommermonate waren im Südwesten wechselhaft und mit 19,1 °C (16,2 °C) deutlich wärmer als im Mittel. Vor allem der August zeigte mit 4 Grad eine außergewöhnliche positive Abweichung. Während der Schafskälte wurde auf der Schwäbischen Alb in Meßstetten am 12.6. mit 1,4 °C der bundesweit tiefste Sommerwert gemessen. Teilweise führten Extremniederschläge zu Hochwasser und Überflutungen. Herausragend waren dabei die Fluten Anfang Juni im Allgäu und jene am 13.8. in den Gemeinden Bretten, Bruchsal und Gondelsheim. Das Allgäu war mit Mengen von über 400 l/m² die niederschlagsreichste Region im Ländle. Mit 262 l/m² (292 l/m²) blieb der baden-württembergische Flächenniederschlag in den letzten drei Monaten unter dem Schnitt. Die Sonne schien mit 720 Stunden (636 Stunden) reichlich.

Bayern: Der vergangene Sommer war in Bayern unbeständig und am Ende mit 18,9 °C (15,8 °C) einer der Wärmsten seit 1881. Der Sommerauftakt brachte der Donau sowie ihren südlichen Zuflüssen ein großes Hochwasser. Anschließend gingen in den folgenden Wochen und Monaten in teils schwül-heißer Luft immer wieder unwetterartige Gewitter nieder. Die meisten Niederschläge konzentrierten sich auf die Alpen. Dort prasselten gebietsweise über 600 l/m² nieder. Im vergleichsweise nassesten Bundesland aber blieb der Sommerniederschlag mit 303 l/m² (314 l/m²) leicht unter dem Schnitt. Die Sonne schein rund 710 Stunden (623 Stunden).

Berlin: In „Spreeathen“ zeigte der Sommer mit 19,7 °C (17,8 °C) einen warmen Verlauf. Im Ländervergleich war das der höchste Wert in den vergangenen drei Monaten. Niederschläge blieben vor allem im Juni und August eine Rarität. Dennoch lag die Ausbeute bei 185 l/m² (182 l/m²). Die Sonne schien gut 780 Stunden (664 Stunden), was Berlin den Titel „sonnigstes Bundesland“ sicherte.

Brandenburg: Hier hatte der Sommer eine Mitteltemperatur von 19,2 °C (17,3 °C) zu bieten. Damit war die Region das zweitwärmste Bundesland. Trockene Phasen im Juni und August wurden durch übermäßige Niederschläge im Juli ausgeglichen. So stand final eine Menge von 188 l/m² (177 l/m²) in der Bilanz. Die Sonnenscheindauer erzielte mit 773 Stunden (662 Stunden) ebenfalls ein Plus.

Bremen: Nachdem Anfangshürden überwunden wurden, setzte sich in Bremen eine typisch wechselhafte, aber warme Sommerwitterung durch. So erreichte die Mitteltemperatur 18,0 °C (16,6 °C) und die Niederschlagsmenge 245 l/m² (219 l/m²). Die Sonne ließ sich 675 Stunden (589 Stunden) blicken.

Hamburg: In der Hafenmetropole war der Sommer mit 18,1 °C wärmer als im Mittel (16,5 °C). Es fielen insgesamt rund 260 l/m² (218 l/m²). Dazwischen schien die Sonne 680 Stunden (618 Stunden)

Hessen: In Hessen herrschte in den letzten drei Monaten eine oftmals instabile Witterung mit zahlreichen Schauern und Gewittern vor. Am heftigsten traf es am Abend des 1.8. Nordhessen mit Wolkenbrüchen, die in etwa 8 Stunden der Station Trendelburg eine Rekordmenge von 169,8 l/m² bescherten. In der Landesfläche fielen bis zum Saisonfinale 215 l/m² (222 l/m²). Die Durchschnittstemperatur erreichte warme 18,4 °C (16,2 °C) und die Sonnenscheindauer fast 725 Stunden (586 Stunden).

Mecklenburg-Vorpommern: Im Nordosten Deutschlands erreichte die Sommertemperatur 18,0 °C (16,3 °C) und der Flächenniederschlag 180 l/m² (187 l/m²). Zum Sommerfinale, am 29.8., wurde in Anklam mit 34,5 °C der Höchstwert erreicht. Rund 735 Stunden (676 Stunden) präsentierte sich die Sonne.

Niedersachsen: Nach ersten Anlaufschwierigkeiten zeigte sich der Sommer mit im Mittel 17,9 °C (16,2 °C) von seiner wärmeren, aber weiterhin auch wechselhaften Seite. Turbulent ging es am 18.6. zu. Während einer Schwergewitterlage entstanden in Niedersachsen mehrere, aber eher schwache Tornados. Am 8.8. produzierten Regenschauer vor Borkum mehrere Wasserhosen und am 24.8. wurde es an der Küste herbstlich mit Böen bis 127 km/h. Der Flächenniederschlag lag mit 253 l/m²(219 l/m²) über dem Schnitt, was der Sonnenscheindauer aber keinen Abbruch tat. Denn es wurden 675 Stunden (583 Stunden) in den letzten drei Monaten erreicht.

Nordrhein-Westfalen: Nachdem die Schafskälte zu Beginn der zweiten Junidekade ein Durchstarten des Sommers zunächst ausbremste, konnte sich die warme Jahreszeit am Ende dann doch mit einem Mittelwert von 18,0 °C (16,3 °C) behaupten. Die Witterung war auch geprägt von wiederkehrenden, teils gewittrigen Niederschlägen. Bis zum Sommerfinale wurden in der Fläche 257 l/m² (240 l/m²) gemessen und 650 Sonnenstunden (554 Stunden) gezählt.

Rheinland-Pfalz: Nach einem holprigen Start kam der Sommer ab Juli auf Hochtouren. Am 13.8. verkündete Bad Neuahr-Ahrweiler mit einem Maximum von 36,5 °C sogar die bundesweit höchste Temperatur der vergangenen drei Monate. Die Sommermitteltemperatur erreichte 18,4 °C (16,3 °C). Mäßig war der Niederschlag mit185 l/m² (218 l/m²) – der vorletzte Platz im Länderranking. Dafür kam die Sonnenscheindauer in Schwung und erzielte bis Sommerende 710 Stunden (595 Stunden).

Saarland: Das Saarland erlebte 2024 eine launische Sommerwitterung, die eine Mitteltemperatur von warmen 18,7 °C (16,7 °C) und 246 l/m² (226 l/m²) mit sich brachte. In zeitweise feucht-warmer Luft tobten gebietsweise heftige Gewitter. Am 2.8 folgten nach Starkregenfällen landesweit über 700 Unwettereinsätze. Satte 735 Stunden (631 Stunden) zeigte sich die Sonne.

Sachsen: Sachsen zählte im vergangenen Sommer zu den Hotspots bei den Temperaturen. In und um Dresden sowie in der Oberlausitz stiegen die Höchstwerte an bis zu 26 Tagen auf mindestens 30,0 °C. Klitzschen bei Torgau erlebte am 29.8. mit 34,7 °C die Maximaltemperatur. Im Mittel betrug die Temperatur 18,9 °C (16,5 °C). Positiv war auch die Sonnenscheinausbeute mit 755 Stunden (609 Stunden). Obwohl sich der Niederschlag mit insgesamt 213 l/m² (222 l/m²) etwas zurückhaltender zeigte, brachte am 18.8. extrem heftiger Starkregen von Dresden bis zum Osterzgebirge über 100 l/m².

Sachsen-Anhalt: Trotz Schafskälte und einem Temperatursturz Anfang Juli war der Sommer zum Ende hin deutlich zu warm. Das Temperaturmittel erreichte 18,9 °C(16,9 °C). In den nördlichen Regionen wurden am 29.8. mit über 35 °C die Höchsttemperaturen erreicht. Während Juni und Juli noch hohe Niederschlagsmengen brachten, blieb es im August viel zu trocken. Dennoch lag die Sommerausbeute mit 177 l/m² (174 l/m²) im Rahmen. Im Ländervergleich war es der niedrigste Wert. Die Sonne schien 740 Stunden (610 Stunden).

Schleswig-Holstein: In Schleswig-Holstein, dem vergleichsweise kühlsten Bundesland, verabschiedete sich der Sommer 2024 mit 17,1 °C (15,8 °C). Der holprige Start mit kühlen Tagen wurde im Juli von einer warmen Witterung abgelöst. Es reichte aber in den letzten drei Monate landesweit für keine Handvoll heißer Tage. Die höchste Temperatur meldete Quickborn am 27.6. mit 32,5 °C. An den im Mittel 53 Niederschlagstagen fielen im Sommerverlauf 225 l/m² (222 l/m²). Ausreichend Sonne gab es mit 670 Stunden (645 Stunden) dennoch, wenngleich es die niedrigste Sonnenscheinausbeute im Länderranking war.

Thüringen: Der mit 18,4 °C (15,8 °C) ausgestatte Sommer gipfelte in einer ausgewöhnlich warmen Augustwitterung. Die Höchsttemperatur wurde dabei am 13.8. in Jena mit 35,4 °C festgehalten. Teilweise zogen heftige Gewitter über das Land. Beispielsweise traf eine Superzelle am 18.6. Südthüringen mit golfballgroßen Hagelkörnern. Aber auch Extremniederschlag war mit von der Partie, so wie an der Station Nordhausen, im südlichen Harzvorland, wo in der Nacht zu 2.8. in weniger als 12 Stunden über 100 l/m² fielen. Bis zum Sommerfinale kamen in der Fläche 210 l/m² (210 l/m²) zusammen. Die Sonne schien 735 Stunden (592 Stunden).

Quelle: DWD Deutscher Wetterdienst

Fotos: privat

Über 50% klimaneutraler Strom

Die Umstellung zum klimaneutralen Strom gelingt besser als gefühlt

Im gesamten Jahr 2023 wurde durchschnittlich genau 52% des Stromverbrauches in Deutschland klimaneutral erzeugt. Eine Steigerung von 5%- Punkten gegenüber dem Vorjahr.

Die Daten stammen vom Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW).

IMG_2118.heic

Kommentar zum Jahresbeginn: Nur Pferde pflegen reicht nicht!

Die trockenen und heißen Jahre ab 2018 zeigen, dass bereits jetzt mit gravierenden, negativen Effekten durch den Klimawandel auch bei uns in Deutschland gerechnet werden muss. Die hintereinander gereihten Dürrejahre sollten jedem Pferdehalter*in verdeutlichen, wie wichtig es ist, Strategien zur Bewältigung der Folgen des Klimawandels entwickelt zu haben, zu verwirklichen und zusätzlich möglichst rasch auf klimaneutrales Wirtschaften umzustellen.

So darf Grünland nicht aussehen!

Keine Zeit zum Abwarten

Nach Prognosen aller seriösen Klimawissenschaftler*innen werden wir zukünftig anstelle eines gemäßigten, humiden Klimas in Deutschland, das derzeit noch klassische italienische Klima bekommen. Unser gewohntes, gemäßigte (humide) Klima verlässt uns und rückt in den hohen Norden. Bei den Italienern rückt dafür das Sahara- Klima nach. Dabei sollten sich Pferdehalter nicht viel Zeit lassen, sich auf die Folgen des Klimawandels einzustellen, denn im Gegensatz zum globalen Temperaturanstieg von 1,2°C, ist der Anstieg in Deutschland deutlich dynamischer und liegt bereits bei 1,6°C bis 1,8°C. Letzterer Anstieg übrigens wurde in Niedersachsen ermittelt. Also, keine Zeit zum Abwarten: Bereits jetzt, etwa ab dem Jahr 2000, haben wir im Sommer vielerorts ein arides Steppenklima. Arid bedeutet: Die Verdunstung ist höher als die Niederschläge. Der Klimawandel ist längst in Deutschland angekommen, das ganzjährig gemäßigte Wetter hat sich schon verändert in eine Sommerdürre mit Steppenklima und milde Winter mit zunehmend hohen Niederschlägen.

Der Doppelschlag muss gelingen

Deshalb muss jetzt ein Doppelschlag in der Pferdehaltung gelingen. Das Ziel muss es sein, die Futterproduktion in Zeiten des Klimawandels zu sichern und gleichzeitig durch nachhaltiges Handeln zum Klimaschutz beizutragen. Wenn diese Kernaufgaben nicht gelingen, steht die Pferdehaltung in Deutschland zur Disposition. 

Die Haltung von Pferden ist (noch) gesellschaftlich akzeptiert, immer mehr Menschen zog es in den letzten 50 Jahren in den Bann der Pferde. So besitzen 2020 bereits 1 Million Menschen in Deutschland persönlich mindestens ein Pferd. Einzige Gefahr, die gesellschaftliche Akzeptanz verlieren zu können, war bisher das Kriterium „tiergerechte Haltung“. Diese Beurteilung wird sich mit den immer massiver auftretenden Folgen des Klimawandels verändern, denn die gesellschaftliche Akzeptanz zur Pferdehaltung wird neben dem bisher schon vorhandenen Beurteilungskriterium „tiergerechten Haltung“ immer mehr auch vom Kriterium „Nachhaltigkeit“ und „Klimaneutralität“ abhängen. Gelingt der Wandel in der Pferdehaltung zu Tiergerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Klimaschutz nicht, wird die Pferdehaltung mitsamt dem Pferdesport diese so wichtige gesellschaftliche Akzeptanz verlieren und sich zu einer Randerscheinung bei uns in Deutschland entwickeln.

Ohne Wandel in der Pferdehaltung zu Tiergerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Klimaschutz wird die gesellschaftliche Akzeptanz verloren gehen.

Wie anspruchsvoll eine tiergerechte, nachhaltige und klimaneutrale Pferdehaltung ist und welche tiefgreifende Veränderungen es bedarf, wird exemplarisch an nur einem Detail deutlich:

Um Großpferde mit ausreichend Saft- und Raufutter versorgen zu können, wurde bis zur Jahrtausendwende, je nach Witterung und Bodenqualität, nach guter fachlicher Praxis eine erforderliche Dauergrünlandfläche von 0,5 – 1 Hektar (5.000m2 – 10.000m2) angesehen. Dieser hohe, vierfach auch bei Pferdehaltern*innen unterschätzte Flächenbedarf ist notwendig, weil tiergerecht gefütterte Pferde mindestens 2 kg Heu bzw. 8 kg Gras je 100 kg Lebendmasse an jeden Tag benötigen. Das entspricht etwa dem Bedarf von 100 m2 Grünland mit einer Graslänge von ca. 20 cm an jedem Tag. Unter dem Einfluss des Klimawandels mit seinen Ertragseinbußen muss in den nächsten Jahren mit einem Dauergrünlandbedarf von mindestens 1 – 1,5 Hektar/Großpferd kalkuliert werden.

Unter dem Einfluss des Klimawandels mit seinen Ertragseinbußen muss in den nächsten Jahren mit einem Dauergrünlandbedarf von mindestens 1 – 1,5 Hektar/Großpferd kalkuliert werden.

Um den Grünlandbedarf für die tiergerechte Pferdehaltung der schätzungsweise 1,25 bis 1,5 Millionen in Deutschland gehaltenen Pferde zur Verfügung zu stellen, müssten alle im Jahr 2020 existierenden Dauergrünlandflächen in Norddeutschland (Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg- Vorpommern) ausnahmslos für die in Deutschland gehaltenen Pferde genutzt werden. Selbst die Dauergrünlandflächen der norddeutschen Bundesländer werden bald nicht mehr ausreichen, da Jahr für Jahr immer mehr Dauergrünlandflächen umgebrochen und als Ackerland umgenutzt werden. In ganz Deutschland wird schützenswertes, wertvolles Dauergrünland für Straßenbau, Industriebau und Wohnbebauung aufgegeben.

In den letzten 40 Jahren ist 40% des Dauergrünlandes verloren gegangen und gleichzeitig der Pferdebestand um 400% gestiegen.

Eine Zahl macht die Entwicklung von Tierzahl und Grünlandfläche deutlich: Seit 1979 ist der Pferdebestand um 400% gestiegen und gleichzeitig 40% des Dauergrünlandes aufgegeben worden. Stehen die notwendigen Dauergrünlandflächen nicht zur Verfügung und der Pferdebesatz ist höher als 1 Tier je Hektar, kommt es zu einer Entkopplung von Tier und Fläche, also zu einer Übernutzung. Neben der tiergerechten Haltung der Pferde ist das Dauergrünland aus einem weiteren Grund besonders schützenswert:

Deutschlands Pferde benötigen die Fläche der gesamten norddeutschen Bundesländer für sich alleine um satt zu werden.

Obwohl Pferdeleute bei Befragungen immer wieder angeben, dass sie sich mit ihrem Pferd und der Natur verbunden fühlen, ist Überweidung sowie vernachlässigte oder fehlerhafte Grünlandpflege alltägliche Praxis in der Pferdehaltung: Bodenverdichtung mit wechselfeuchten Bedingungen (matschig/steinhart), Narbenlücken, Ausbreitung unerwünschter, teils giftiger Pflanzen, Artensterben von Flora und Fauna, mangelndes Pflanzenwachstum, geringere Wurzelbildung, deutlich reduziertes Bodenleben, geringere CO2– Fixierung, geringere Wasserhaltekapazität, geringere Durchleitung der Niederschläge in tiefere Bodenschichten und in das Grundwasser, deutlich reduzierte Grünlanderträge, Freisetzen von klimaschädigenden Gasen z.B. durch Umbruch, usw.

Verdichtete Böden sind nach Niederschlägen schlammig und bei Sonnenwetter steinhart

Vernachlässigtes Pferdegrünland ist leider Alltag in der Pferdehaltung

Es passiert also genau dasselbe, wie bei der von den meisten Pferdehaltern kritisierten Massentierhaltung, die Tiere werden auf der zur Verfügung stehenden Fläche nicht satt. Die Folge ist eine deutliche Intensivierung der Grünlandbewirtschaftung mit den typischen, negativen Auswirkungen auf die Diversität von Pflanzen und Tieren, Boden- und Grundwasserhaushalt, Bodenleben und Klimaneutralität.

Massentierhaltung in der Pferdehaltung?

Da selbst die intensivierte Grünlandwirtschaft nicht ausreicht, die mehr als 1 Million Pferde in Deutschland tiergerecht mit ausreichend Saft- und Raufutter zu ernähren, wird auf vermehrten Kraftfuttereinsatz zurückgegriffen und werden zunehmend Futtermittel aus nicht so wohlhabenden und/oder weitentfernten Ländern importiert. Alleine durch den aufwendigen Transport wird die Atmosphäre durch vermeidbares, klimaschädliches Gas belastet.

Wir haben die Verpflichtung, mit Roh- und Grundstoffen liefernden Ländern fair umzugehen, damit sie eine resiliente Wirtschaftsweise erreichen und sich so von einer dauerhafter Abhängigkeit befreien können.

Neben der Klimaschädigung werden den Anbauländern Roh- und Grundstoffe entzogen und sie an einer eigenständigen Nutzung und Wertschöpfung gehindert. Anders ausgedrückt: Wir beuten Drittländer für unseren Luxus aus, verhindern deren eigene Entwicklung zu einer resilienten Wirtschaftsweise und belasten zusätzlich durch unser luxuriöses Verhalten das globale Klima, also auch deren Klima. Das erinnert ein wenig an Kolonialismus, von dem wir glaubten, den überwunden zu haben. 

Nachhaltigkeit ist gleichzeitiges sozialverantwortliches, umweltschonendes und ökonomisches Handeln

Nur eine einzige Facette der Betrachtung macht die Komplexität einer tiergerechten, nachhaltigen und klimaneutralen Pferdehaltung sichtbar.

Weitere Facetten in der Pferdehaltung sind die Bodenverdichtung durch immer schwerere Traktoren und Anbaugeräte, zu tiefe Schnitte, mangelnde Narbendichte, Narbenschäden durch Beweidung zu nasser Weiden, nicht angepasste Nährstoffversorgung, mangelnde Weidehygiene, uvm. Nicht ohne Grund sprechen Fachleute nicht ohne Grund von Grünlandmanagement.

Narbenschäden durch Befahren zu nasser Böden und zu schwerer Fahrzeuge

Deutlich wird, dass Nachhaltigkeit, also sozialverantwortliches, umweltgerechtes und somit klimaneutrales und ökonomisches Handeln, der einzig erfolgversprechende Weg für Pferdhalter*innen sein kann. Alle Pferdehalter*innen müssen sich der Verantwortung bewusst sein, dass ihre Pferde auf Grünland stehen, dass besonders wertvoll und deshalb schützenswert ist. 

Pferdehalter*innen haben die Verantwortung nicht nur für ihre Tiere, sondern auch für ihr wertvolles und schützenswertes Dauergrünland übernommen.

Die Begrenzung des Klimawandels gelingt Pferdehaltern*innen nur, wenn sie die Anzahl ihrer Pferde an die vorhandene Grünlandflächen koppeln und gleichzeitig einen umfassenden Dauergrünlandschutz betreiben. Dann, nur dann, ist Pferdehaltung nachhaltig: tiergerecht, klimaneutral, sozial und ökologisch verantwortbar.

Diese Beiträge helfen Dir weiter:

Quellen:

Die verwendetenZahlen stammen vom Statistischen Bundesamt.

  • Deutschland besitzt 180.000 km2 landwirtschaftliche Fläche (gerundet), davon sind 28,5% Dauergrünland.
  • Die landwirtschaftliche Fläche der Bundesländer: BW 16.000 km2, Bay 32.000 km2, Bra 14.000 km2, Hes 9.000 km2, Mek 14.000 km2, Nid 27.000 km2, NRW 15.000 km2, RPf 8.000 km2, (Zahlen gerundet)
  • Die Dauergrünlandfläche wird für die Überschlagsrechnung mit dem Faktor 0,3 x landwirtschaftliche Fläche (gerundet) ermittelt.
  • Die Bundesländer Saar, HH, HB wurden nicht ermittelt.
  • 1 Mio besitzen persönlich mindestens 1 Pferd, die reale Pferdeanzahl wird offiziell auf 1,25 bis 1,5 Mio Pferde in D geschätzt

Mein Lesetipp in Coronazeiten

Der Lockdown wird uns noch länger erhalten bleiben. Na und? Jetzt bietet sich die Chance, einmal ganz gemütlich bei einem leckeren Getränk und einem Stück Schokolade ein Buch zu lesen. Raus aus dem Tagesgeschäft und eintauchen in die spannende Lebensgeschichte des Hippologen Dr. Rudolf Lessing. Ich wette, das Buch legt Ihr halb gelesen nicht mehr aus der Hand. Danach werden einige der heutigen Probleme zu Problemchen. Vieles relativiert sich und ich weiß ganz genau, was Dr. Lessing zu Trump gesagt hätte … .

Das Buch gibt es überall im lokalen Buchhandel, im Online- Buchhandel sowie portofrei beim Verlag BOD.

Folgen des Klimawandels

Diese Grafik des Umweltbundministeriums und des Umweltbundesamtes erschien am 26.11.2019 anläßlich des Zweiten Monitoringberichtes der Bundesregierung. Die Situation 2020 ist hier noch nicht eingearbeitet.

Die Folgen der globalen Erderwärmung werden in Deutschland spürbarer und lassen sich immer besser belegen.

Das zeigt der zweite Monitoringbericht der Bundesregierung, der heute vom Bundesumweltministerium (BMU) und dem Umweltbundesamt (UBA) in Berlin vorgelegt wurde. Demnach hat sich die mittlere Lufttemperatur in Deutschland von 1881 bis 2018 um 1,5 Grad erhöht. Allein in den letzten fünf Jahren stieg diese um 0,3 Grad an. Dadurch kommt es unter anderem zu mehr Gesundheitsrisiken durch die Hitzebelastung, einem Anstieg der mittleren Oberflächentemperatur der Nordsee sowie zu stärkeren Ertragsschwankungen in der Landwirtschaft.

„Die Botschaft des Monitoringberichts lautet: Die Zukunft hat uns bereits erreicht. Deutschland steckt mittendrin in der Erderhitzung, mit weitreichenden Folgen für Umwelt, Gesellschaft und Gesundheit. Es muss dringend vorgesorgt werden, um diesen Folgen zu begegnen. Das Monitoring muss weiter verbessert werden und Klimawandelfolgen auf der einen und staatliche Investitionen auf der anderen Seite komplett erfassen. Denkbar ist hier zum Beispiel ein von Bund und Ländern getragenes und finanziertes Sonderprogramm Klimavorsorge“, sagt Umweltbundesamt-Präsidentin Maria Krautzberger.

Die Erhöhung der mittleren Temperatur ist auch mit einer höheren Anzahl „Heißer Tage“ verbunden – dies sind Tage, an denen die Temperaturen über 30°C steigen. Diese ist seit 1951 von etwa drei auf derzeit etwa 20 Tage pro Jahr gestiegen. Das setzt auch den Menschen zu, vor allem in den Städten. Erstmals enthält der Monitoringbericht 2019 bundesweite Aussagen zu hitzebedingten Todesfällen: Demnach sind im Jahr 2003 7.500 Menschen mehr gestorben als ohne Hitzeperiode zu erwarten gewesen wäre. In den Jahren 2006 und 2015 gab es jeweils 6.000 zusätzliche Todesfälle.

Stichwort Wasserverfügbarkeit: In den letzten zehn Jahren gab es immer häufiger niedrige Grundwasserstände, die in einigen Gemeinden bereits zu Problemen mit der Trinkwasserversorgung führten. Zunehmende Trockenheit und häufiger werdende Niedrigwasserstände in Flüssen beeinträchtigen die Ökosysteme, führen zu eingeschränkter Schifffahrt und gefährden die Versorgung von Kraftwerken und Industrie mit Kühlwasser.

Auch Land- und Fortwirtschaft sind betroffen: So hat in den letzten 50 Jahren das verfügbare Wasser in landwirtschaftlich genutzten Böden deutlich abgenommen. Im Jahr 2018 verursachten Hitze und Trockenheit in der Landwirtschaft Schäden in Höhe von 700 Millionen Euro. Jahres- und Vegetationszeiten verschieben sich – so stieg die Dauer der Vegetationsperiode von 222 Tagen (1951-1981) auf 232 Tage (1988-2017). Tier- und Pflanzenarten aus wärmeren Erdregionen breiten sich aus, darunter zum Beispiel die Sardine oder die Sardelle in der Nordsee oder die Asiatische Tigermücke an Land. Diese kann bislang in Deutschland nicht auftretende Krankheiten wie Chikungaya- oder Dengue-Fieber verbreiten.

Die Folgen der Erderwärmung treffen auch die Wirtschaft, denn diese ist abhängig von funktionierenden Straßen, Häfen oder Wasserwegen. Diese Infrastrukturen werden vor allem durch extreme Wetterereignisse wie Stürme und Starkregen geschädigt. Im Jahr 2018 entstanden so zum Beispiel an Häusern, Kraftfahrzeugen, Hausrat, Gewerbe, Industrie und Landwirtschaft Versicherungsschäden in Höhe von etwa 3,1 Milliarden Euro. Laut Versicherungswirtschaft gehörte 2018 zu den vier schwersten Sturmjahren der letzten 20 Jahre.

(Text: Umweltbundesamt zum Zweiten Monitoringbericht November 2019)

Standwetter

In einem Gespräch in der Sendung Markus Lanz am 19.08.2020 nimmt der Meteorologe Sven Plöger Stellung zum derzeitigen Dürresommer. Bemerkenswerte Aussagen, die es lohnen, von mir aufgeschrieben zu werden:

Das Gespräch mit Markus Lanz wurde von mir zusammengefasst und die mir wichtig erscheinenden Stellen in meinen Worten wiedergegeben.

Beginnend mit 2018 ist es die größte Dürreperiode seit 254 Jahren.

Seit Januar 2018 bis August 2020 hat es zwar 9 Monate gegeben die zu nass waren, wie z.B. der Februar 2020, aber 23 Monate, in denen viel zu wenig Niederschlag gemessen wurde. Die Gesamtbilanz der vergangenen 32 Monate: historische Trockenheit.

In den tieferen Bodenschichten fehlen, je nach Region, 300 l bis 500 l/m2 Wasser. Es fehlt praktisch ein ganzes Jahr mit durchschnittlichem Niederschlag.

Warum ist die Dürre klimabedingt?

Erklärt werden kann das durch den Strahlstrom, oder auch Jetstream genannt. Normalerweise ist es am Äquator heiß und am Nordpol kalt: Eine große Temperaturdifferenz. Je größer diese Temperaturdifferenz, desto größer ist das Bestreben, diese auszugleichen. Aus diesem Grund war bisher der Strahlstrom bei uns in Deutschland für häufige Wechsel zwischen Hoch- und Tiefdruckgebieten verantwortlich. Das Wetter war dadurch gekennzeichnet durch rasche Wetterwechsel. Hitze und Kälte, Trockenheit und Niederschläge im dauernden Wechsel. Wirkliche Dürreperioden waren sehr selten.

Sven Plöger erklärt das „Standwetter“ in der Sendung Markus Lanz am 19.08.2020

Jetzt aber wird es durch den menschengemachten Klimawandel am Nordpol deutlich wärmer. Folglich nimmt die Temperaturdifferenz zwischen Pol und Äquator ab, der Jetstream (Strahlstrom) wird geringer, das Wettersystem mit seinen rasch wechselnden Wetterlagen wird träger: Das Ergebnis ist, so nennt es Plöger, „Standwetter“. Hochs und Tiefs bleiben lange bestehen. Und wenn so ein Frühjahrs- und Sommerhoch nicht nur tage- sondern wochenlang bei uns bleibt, dann dominiert Dürre. Und wenn es einmal ein anhängliches Tiefdruckgebiet ist, so wie im Februar 2020, dann regnet es ohne Ende. Das Entscheidende ist, dass diese Regenperioden die Sommerdürre nicht kompensieren können.

Und genau das sehen wir jetzt, im Sommer 2020.

Derartige Dürren am Stück werden durchaus normal sein.

Tipp: Die gesamte Sendung kann in der ZDF Mediathek angesehen werden