Basics: Trockenmasse bestimmen

Wie schon in einem anderen Beitrag beschrieben, können Futtermittel nur verglichen werden, wenn deren Trockenmasse (TM) analysiert ist. (Hinweis: Die Trockenmasse wird wurde früher auch Trockensubstanz (TS) genannt).

Die Trockenmasse eines Futters kann jeder Pferdehalter*in in der Küche selber bestimmen:

Dazu wird ein handelsüblicher Backofen auf 105 Grad Celsius gestellt und das Futtermittel bis zur Gewichtskonstanz getrocknet. Einfacher ausgedrückt: Bis es kein Wasser mehr enthält. Natürlich wird das Futtermittel dann leichter. Die Gewichtsdifferenz zwischen feuchtem und trockenem Futtermittel wird ermittelt und prozentual bestimmt. Schon steht fest, wieviel Prozent Wasser und Trockenmasse das Futter enthielt.

Die Labortemperatur beträgt 105 Grad, damit das Wasser je nach Ortshöhe und Luftdruck sicher verdampft. Pferdehalter*innen können das entspannter sehen. Es sollte um 100 Grad eingestellt werden.

Ein Beispiel:

  1. Eine hitzebeständige Schale kommt auf die Haushaltswaage. Tara drücken und die Waage zeigt 0,00 oder ohne Tarafunktion Masse notieren. Bei einer Haushaltswaage mit Kunststoffauflage einen Stoffglasuntersetzer oder Bierdeckel unter die Schale vor Tara- Bestimmung legen und die ganze Zeit auf der Waage lassen.
  2. Ca. 200 g Futtermittel in die Schale geben und die Masse (z.B. 209 g Gras) auf der Haushaltswaage notieren. Damit die Probe komplett innerhalb der Schale ist, darf das Futter vor der Massenbestimmung mit einer Schere zerstückelt werden.
  3. Schale mit der Probe in den Backofen mit 105 Grad stellen. Wenn die Temperatur nur in größeren Abständen eingestellt werde kann, dann den Ofen auf 100 Grad stellen.
  4. Nach ca. 30 min die heiße Schale mit dem getrocknetem Futter auf die Waage stellen und die Masse notieren. Jetzt wird klar, warum die Kunststoffwaage eine temperaturisolierende Unterlage benötigt.
  5. Nach weiteren 15 min im Ofen die Schale mit der Probe wieder wiegen. Besteht keine Veränderung gegenüber der vorherigen Wiegung, ist das Wasser komplett verdampft, also Gewichtskonstanz erreicht. Diese Massenfeststellung ist das zu notierende Messergebnis: (z.B. Trockenmasse der Probe beträgt 35 g ). Wurde die Waage nicht in der Tarafunktion betrieben, nicht vergessen, die Masse der Schale abzuziehen!
  6. Jetzt kommt der Dreisatz: 209 g Grasprobe – 35g TM ;

209 g Grasprobe -> 35g TM

1 g Grasprobe -> 35 g TM ./. 209 g -> 0.1674641 g TM

1.000 g Grasprobe -> (35 g TM ./. 209 g) x 1.000 = 167.46411 g TM

Ergebnis: 1 .000 g der Grasprobe enthält 167.46411 g Trockenmasse (16,746411%) und 832.53589 g Rohwasser (83.253589 %). Und jetzt dürfen alle großzügig sein: 17% TM und 83% Rohwasser.

Merke:

  • Auch komplett trockenes Futter zieht aus der Umgebungsluft wieder Feuchtigkeit. Bei üblicher Lagerung (NICHT im Stall!) enthält Trockenfutter ca. 12% Rohwasser und 88% Trockenmasse.
  • Futtermittel sind nur lagerfähig, wenn sie maximal 14% Rohwasser enthalten. Alle anderen Futtermittel schimmeln (bei Vorhandensein von Sauerstoff, Aerobic) oder Faulen (bei Abwesenheit von Sauerstoff, anaerob). Ausnahmen sind nur Futtermittel, die anderweitig sicher konserviert wurden, wie z.b. fachgerecht gelagerte Silage.

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