Der Juli war deutschlandweit wesentlich nasser (+ 147%) und dennoch deutlich wärmer (+ 1,5°C) als die in der international festgelegten Referenzperiode ermittelten Messwerte. Scheinbar ein Widerspruch?
Massive Gewitterwolken erreichen nicht selten den Rand der Troposphäre in Höhen von 10 – 15 km.
Bei der Beantwortung dieser Frage hilft die Beschäftigung mit der Thermodynamik: Luft ist in der Lage, Wasser (flüssig) in Form von Wasserdampf (gasförmig) aufzunehmen. Dabei gibt es eine Höchstgrenze der Wasseraufnahme, die bei 100% Luftfeuchte erreicht wird. Ist das der Fall, kann die Luft kein weiteres Wasser mehr aufnehmen: Mit der Folge, dass z.B. nasse Wiesen oder Kleidung usw. nicht trocknen können, obwohl hohe Lufttemperaturen vorherrschen. Es entsteht in diesem Klima auch keine Verdunstungskälte. Schwitzen ist zwecklos. Genau dieses subtropische Klima herrscht in der Regenzeit in Asien.
Der aktuelle Wasserdampfgehalt der Luft, also die aktuelle Luftfeuchte, wird meist mit einem Haar- Hygrometer oder einem mehrheitlich von Wissenschaftlern und Technikern eingesetztem, exakter arbeitenden Spirometer ermittelt. Jetzt kommt aber ein ganz wichtiger Zusatz: Die Masse der maximalen Wasserdampfspeicherung (g/m3) der Luft ist von der Temperatur abhängig. Kurz gesagt, je wärmer die Luft, desto höher die Fähigkeit zur Wasserdampfspeicherung. Dabei verhält sich die Steigerung des maximal möglichen Wasserdampfgehaltes der Luft in Abhängigkeit der Temperatur nicht linear, sondern exponentiell, wie in der Tabelle aufgeführt:
Temperatur T(°C)
maximaler Wasserdampfgehalt m (g/m3) = absolute Feuchte = 100% Luftfeuchtigkeit
-20°
0,900
-10°
2,150
0°
4,840
5°
6,825
10°
9,400
15°
12,850
20°
17,300
21°
18,350
22°
19,400
23°
20,550
24°
21,800
25°
23,050
30°
30,350
35°
39,600
…
Es gibt also nicht DIE eine Luftfeuchtigkeit, sondern nur die Luftfeuchtigkeit bei der Temperatur x. Deshalb wird die Luftfeuchtigkeit (auch Luftfeuchte genannt) immer nur korrekt als relative Luftfeuchtigkeit (% r.L.) bezeichnet.
Beispiel: Bei 20°C Lufttemperatur kann in einem Kubikmeter Luft maximal 17,300 g Wasser in Form von Wasserdampf gespeichert werden. Zeigt ein Hygrometer z.B. 65% relative Luftfeuchtigkeit an, enthält ein Kubikmeter Luft mit einer Temperatur von 20°C exakt 11,245 g Wasser in Form von Wasserdampf. Steigt diese Luft nach oben in höhere Luftschichten, wird sie meist kälter. Große Gewitterzellen steigen bis zum Rande der Troposphäre. Dort in 10 – 15 km Höhe kann schon bis zu -50°C° recht kalt werden. Schon bei -20°C sinkt die maximal mögliche Wasserdampfaufnahme drastisch auf 0,900 g/m3. Ganze 10,345g/m3 können nicht mehr im gasförmigen Zustand in der Luft gehalten werden, sie wechseln den Aggregatzustand von gasförmig zu flüssig: Es regnet bzw. es hagelt. Ob der Hagel oben in der Wolke eisförmig die Erde wieder erreicht hängt von der jeweiligen Wettersituation ab. Während die Eiskörner mit großer Geschwindigkeit aus Höhen von 10 -15 km Höhe stürzen, entsteht durch Reibung Energie. Sichtbar wird die Energie an Blitzen, die sich entladen. Nun kann man/frau denken, das sind ja nur ein paar Gramm, dann muss bedacht werden, dass alleine in der Troposphäre (Bereich 0 – 15 km) auf einen Kubikmeter Luft auf dem Boden 14.999 Kubikmeter Luft stehen. In diesen 15.000 Kubikmetern würden also in unserem Beispiel 155,175 kg Wasser frei werden. Auf einem Hektar Wiese (10.000 m2) wären das dann 1.551.750 kg Wasser, also 1.500.750 l Wasser!
Jetzt zu der derzeitigen Wettersituation im Juli 2025: Obwohl der Juli sich deutlich zu nass in Deutschland präsentierte, ist er dennoch mit 1,5°C erheblich wärmer als in der internationalen Referenzperiode 1961 – 1990.
Der jetzt vergangene Juli 2025 war deutschlandweit trotz „Schietwetter“ immerhin noch durchschnittlich 1,5°C wärmer.
Bundesland
Temperatur-Abweichung von der internationalen Referenzperiode
Berlin
+ 1,1
Brandenburg
+1,1
Bremen
+1,9
Hamburg
+1,7
Hessen
+1,5
Mecklenburg- Vorpommern
+1,8
Niedersachsen
+1,7
Nordrhein- Westfalen
+1,5
Rheinland- Pfalz
+1,4
Saarland
+1,3
Sachsen
+0,8
Sachsen- Anhalt
+1,2
Schleswig- Holstein
+2
Thüringen
+1,7
Es lässt sich nicht leugnen, die Temperatur war im Juli 2025 in den Bundesländern durchschnittlich 1° bis 2° wärmer als in der Referenzperiode. Das bedeutet natürlich auch, dass die Luft mehr Wasser in Form von Wasserdampf speichern konnte.
Beispiel:
Bei einer früher üblichen Durchschnittstemperatur von 20°C und einer jetzigen durchschnittlichen Temperaturerhöhungvon +1°C kann die Luft maximal 1,05 g Wasser/m3 mehr speichern und abregnen lassen. Natürlich ist auch die Bewölkung stärker. Bei einer Erhöhung der Durchschnittstemperatur um +2°C in unserem Beispiel, kann die Luft die maximale Wasserdampfspeicherung um 2,1 g Wasser/m3 erhöhen und natürlich auch mehr Wasser abregnen. Und da sind wir beim Schietwetter: wolkiger, trüber, regnerischer, vermehrte Gewitterneigung mit Unwetterpotential. Die Wahrscheinlichkeit von Gewittern steigt auch deshalb, weil weil sich durch die höhere Feuchtigkeit in der Luft auch mehr Energie anreichern kann.
Quizzfrage:
1. An einem Wintertag (5°C, 30% r.L.) sowie einem Sommertag (30°C, 70% r.F.) haben die Pferde Auslauf. An welchem Tag (Sommer- oder Wintertag) trocknet ein nassgeschwitztes Pferd auf dem Außenpaddock schneller ab?
2. Wann trocknet die Haut schneller aus: Im Sommer oder im Winter?
Fazit: Das nassfeuchte Wetter ist neben anderen Faktoren, wie z.B. das sog. Standwetter, ganz wesentlich durch die weiter steigenden Durchschnittstemperaturen infolge des Klimawandels zu erklären.
Noch ein Tipp für Regentage: Wer ein wenig mehr wissen möchte über die relative Luftfeuchtigkeit, besonders im Pferdestall, der kann sich einmal mit diesem Buch beschäftigen. Eine gute Möglichkeit dämpfige Pferde zu vermeiden, denn zu feuchte Luft ist eine der Hauptgründe für Atemwegserkrankungen beim Pferd.
Der Juli 2025 hatte einiges zu bieten, sodass die Meteorologen tief in die Warnkiste greifen mussten. Ihr Repertoire reichte von Hitzewarnungen und Warnungen vor schweren Gewittern über Dauerregen- und Starkregenwarnungen bis hin zu Sturm- und Schneefallwarnungen. Das zeigte, wie abwechslungsreich sich der zweite Sommermonat des Jahres präsentierte. Nachdem die heftige Hitzewelle zu Beginn des Monats durch teilweise unwetterartige Gewitter beendet wurde, stellte sich in der Folge sehr unbeständiges und zu Schauern und teilweise unwetterartigen Gewittern neigendes Wetter ein. Daran änderte sich bis Monatsende auch nicht mehr viel, sodass es insgesamt seit Monaten erstmals wieder zu nass war. Zudem bewegten sich die Temperaturen meist nur auf einem mäßig warmen bis warmen Niveau. Eine kurze hochsommerliche Phase gab es noch am Ende der zweiten Dekade. Dennoch fiel der Juli am Ende zu warm aus. Die Sonne fand in der oftmals dichten Wolkendecke unterdurchschnittlich wenige Lücken. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.
Auf Hitze am Anfang folgt jäher Absturz Stark gestartet, aber auch stark nachgelassen. So könnte man den Temperaturverlauf für den vergangenen Juli 2025 kurz und knapp zusammenfassen. Das Temperaturmittel betrug 18,4 Grad Celsius (°C). Der Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 wurde um 1,5 Grad überschritten (16,9 °C). Ein Vergleich mit der aktuellen und wärmeren Periode 1991 bis 2020 (18,3 °C) zeigt, dass der Juli 2025 diesbezüglich einen absolut durchschnittlichen Wert lieferte. Das Temperaturmittel spiegelte jedoch keineswegs den abwechslungsreichen zweiten Sommermonat wider. Auf einen furiosen Start mit dem deutschlandweiten Maximum von 39,3 °C, das am 2. in Andernach (Rheinland-Pfalz) gemessen wurde, folgte ein jäher Absturz, der darin gipfelte, dass zum Ende der ersten Dekade deutschlandweit kein Sommertag mehr registriert wurde. Besonders kalt war es am 10. in Meßstetten (Baden-Württemberg) mit 3,5 °C, was dem bundesweiten Tiefstwert entsprach. In der Folge gab es zwar schwerpunktmäßig in der Südhälfte vermehrt Sommertage, eine neuerliche Hitzewelle konnte sich jedoch nicht etablieren. Ganz im Gegenteil, zum Monatsende hin sorgte eine nordwestliche Anströmung für wenig sommerliche Gefühle im Land, sodass eher die leichte Jacke als die Badehose zur Auswahl stand.
Ferienmonat fiel buchstäblich ins Wasser 114 Liter pro Quadratmeter (l/m²) landeten im zurückliegenden Juli in den Messtöpfen. Das war seit Januar der erste Monat in dem flächendeckend mehr Niederschlag fiel, als in der jeweiligen Vergleichsperiode. Gegenüber der Referenzperiode 1961 bis 1990 (78 l/m²) gab es einen Überschuss von 47 Prozent (%). Auch im Vergleich mit der aktuelleren und feuchteren Referenzperiode 1991 bis 2020 (87 l/m²) wurde das Soll um mehr als 30 % überschritten. Besonders nass präsentierten sich der Norden und Nordosten Deutschlands. Verbreitet fielen dort 100 bis 150, örtlich um 200 l/m². Maßgeblich daran beteiligt, war das Tiefdruckgebiet Isaac, das zu Beginn der dritten Dekade über Nordostdeutschland zog. Aber auch am Alpenrand gab es im Laufe der dritten Dekade anhaltenden und schauerartig verstärkten Regen Daran gekoppelt war die höchste Tagesniederschlagssumme, denn am 28. prasselten 99 l/m² in Aschau-Stein (Bayern) vom Himmel. Am Alpenrand landeten über den ganzen Monat hinweg 300 bis 400 und lokal über 450 l/m² in den Messtöpfen. Die fast landesweit hohen Niederschlagsmengen waren der Wetterlage Trog Mitteleuropa geschuldet, die an fast der Hälfte des Monats klassifiziert wurde und immer wieder für schauerartig verstärkte, teils unwetterartige Regenfälle sorgte. Etwas weniger nass mit in der Fläche 80 bis 100 l/m², war es im Westen und in Teilen der Mitte des Landes, wenngleich auch dort der Juli feuchter als im Mittel ausfiel.
Trüber als im Durchschnitt Nachdem die Sonne in den vergangenen Monaten Sonderschichten geschoben hat, ließ sie es im vergangenen Juli ruhiger angehen und gönnte den Wolken zeitweise die Oberhand am Firmament. Am Monatsende standen 189 Sonnenstunden zu Buche und damit etwa 10 % weniger als in der Periode 1961 bis 1990 (211 Stunden). Noch deutlicher fiel das Defizit im Vergleich mit der jüngeren Referenzperiode 1991 bis 2020 aus. Hier fehlte am Ende ein Sechstel auf den Referenzwert (226 Stunden). Der letzte Juli, in dem es noch weniger Sonne gab, datiert mit 166 Stunden aus dem Jahr 2011. Interessant war in diesem Zuge, dass der diesjährige März mehr Sonnenstunden (199) hervorbrachte als der Juli. Einen besonders schweren Stand hatte die Sonne – mit Ausnahme der Ostsee, im Norden und Nordosten sowie am Alpenrand. Im Südwesten hingegen schien sie über 200 Stunden lang.
Das Wetter in den Bundesländern im Juli 2025 (In Klammern finden Sie die vieljährigen Mittelwerte der internationalen Referenzperiode 1961 bis 1990. Der Vergleich aktueller mit diesen vieljährigen Werten ermöglicht eine Einschätzung des längerfristigen Klimawandels)
Baden-Württemberg: In Baden-Württemberg fiel der Juli mit einem Temperaturmittel von 18,4 °C (17,1 °C) um 1,3 Grad zu warm aus. Nachdem der Start in den Juli mit Höchstwerten jenseits der 35-Grad-Marke sehr heiß verlaufen war, kühlte es sich in der Folge deutlich ab. Besonders kalt waren die Nächte zum Ende der ersten Dekade mit Tiefstwerten, die oftmals im einstelligen Bereich lagen. In Meßstetten wurde am Morgen des 10. mit 3,5 °C die deutschlandweite Tiefsttemperatur des Monats gemessen. Regen war im Südwesten im zweiten Sommermonat keineswegs Mangelware. Immer wieder gab es kräftige Schauer und Gewitter mit teils heftigem Starkregen. Bis zum Monatsende landeten 130 l/m² (91 l/m²) in den Messbechern. Mit 206 Sonnenstunden wurde das Klimamittel (229 Stunden) um 10 % verfehlt.
Bayern: Der Freistaat Bayern gehörte zusammen mit Sachsen im vergangenen Juli zu den kühlsten Bundesländern. Die Mitteltemperatur lag mit 18,0 °C jedoch immer noch 1,4 Grad über dem vieljährigen Mittel (16,6 °C). Der Niederschlag kam im Süden Deutschlands nicht zu kurz und die Monatsniederschlagssumme belief sich auf 131 l/m². Das waren fast 30 % mehr als im Referenzzeitraum (101 l/m²). Im Bayerischen Wald und am Alpenrand gab es bis zu 25 Regentage und in Aschau-Stein schüttete es am 28. besonders heftig. Dort wurde mit knapp 99 l/m² die deutschlandweite höchste Tagesniederschlagssumme gemessen. Während am Alpenrand 300 bis 450 l/m² fielen, kamen in Unterfranken gebietsweise nur 30 bis 50 l/m² zusammen. Die Sonne schien mit 183 Stunden etwa ein Sechstel weniger als in der Vergleichsperiode (221 Stunden).
Berlin: In der Bundeshauptstadt war es im Juli nicht nur am wärmsten, sondern es fiel auch deutschlandweit nach Hamburg am zweitmeisten Niederschlag. Es wurde in Berlin eine Monatsmitteltemperatur von 19,4 °C (18,3 °C) gemessen. Die Niederschlagsmenge belief sich auf 145 l/m². Das entsprach mehr als dem Zweieinhalbfachen dessen, was man sonst im zweiten Sommermonat erwarten würde (54 l/m²). Die Sonne hingegen hatte einen schweren Stand und schien mit 182 Stunden fast ein Fünftel weniger als im Klimamittel (223 Stunden).
Brandenburg: Nach monatelanger Trockenheit gab es im Juli in Brandenburg endlich wieder reichlich Niederschlag. Dadurch konnten die Waldbrände, die zum Monatsbeginn vor allem im Süden des Bundeslandes loderten, gelöscht werden. Mit einer Monatsniederschlagssumme von 135 l/m² wurde der Sollwert (54 l/m²) pulverisiert. Mit diesem Wert reihte man sich in der Messhistorie unter den Top Ten ein. In den letzten 20 Jahren fielen nur der Juli 2011 und der Juli 2005 nasser aus. Trotz des vielen Regens war es im Nordosten nicht kalt, denn mit einem Temperaturmittel von 19,0 °C, lag man 1,1 Grad über dem Referenzwert (17,9 °C). Im Ländervergleich bedeutete dies den zweiten Platz. Die Sonne konnte ihr Soll (223 Stunden) bei weitem nicht erfüllen und schien lediglich 186 Stunden lang.
Bremen: Im kleinsten aller Bundesländer lag die Mitteltemperatur im Juli bei 18,7 °C. Die positive Abweichung gegenüber dem vieljährigen Mittel (16,8 °C) betrug 1,9 Grad. Es fiel in der Hansestadt Bremen mit 102 l/m² über ein Drittel mehr Regen, als im Klimamittel (75 l/m²). Die Kehrseite der Medaille war, dass sich die Sonne häufig schwer tat, sich gegen die Regenwolken durchzusetzen. Am Monatsende belief sich die Sonnenscheindauer auf 168 Stunden (192 Stunden).
Hamburg: In Hamburg wurde im Juli ein Temperaturmittel von 18,7 °C registriert. Das langjährige Mittel (17,0 °C) wurde um 1,7 Grad überschritten. Ein Monatsniederschlag von 155 l/m² bedeutete im Ländervergleich die Meisterschaft. Es fiel damit doppelt so viel Niederschlag wie im langjährigen Mittel (77 l/m²). Die Sonne hatte im Juli in der Hafenmetropole einen besonders schweren Stand. Sie konnte sich nur unterdurchschnittlich oft und lange durch die Wolken kämpfen, sodass am Monatsende lediglich 157 Sonnenstunden (201 Stunden) auf dem Tableau standen. Damit war Hamburg die trübste Region Deutschlands.
Hessen: Die Mitteltemperatur lag im Juli in Hessen bei 18,4 °C. Gegenüber dem Referenzwert (16,9 °C) ergab sich eine positive Abweichung von 1,5 Grad. Besonders heiß war es an den ersten Julitagen mit Höchstwerten jenseits der 35-Grad-Marke. Insgesamt gab es an Rhein und Main 5 Tage mit einer Höchsttemperatur über 30 °C. Mit einer Niederschlagsmenge von 97 l/m² ergab sich ein Niederschlagsplus von einem Drittel gegenüber dem Klimamittel (73 l/m²). Die Sonnenscheindauer erreichte mit 196 Stunden (204 Stunden) einen nahezu durchschnittlichen Wert.
Mecklenburg-Vorpommern: Mit 125 l/m² Monatsniederschlag war der diesjährige Juli in Mecklenburg-Vorpommern ungewöhnlich nass. Der Vergleich mit dem Klimamittel (66 l/m²) zeigte dies recht eindrucksvoll, denn der Überschuss betrug 90 %. In den letzten 30 Jahren wurde dieser Wert lediglich 2017 mit 125 l/m² und 2011 mit 223 l/m² erreicht bzw. überboten. Besonders viel Niederschlag trat im Zusammenhang mit dem Tiefdruckgebiet Isaac auf, das sich zu Beginn der dritten Dekade von Nordostdeutschland über die Ostsee nach Dänemark verlagerte. In Verbindung mit diesem Tiefdruckgebiet gab es am 21. regional 60 bis 90 l/m² Regen. Im äußersten Nordosten wurde eine Mitteltemperatur von 18,6 °C (16,8 °C) erreicht. Die Sonne hatte im Juli im Nordosten einen schweren Stand und kam daher nur an 190 Stunden zum Zuge. Das waren 15 % weniger als normalerweise (223 Stunden).
Niedersachsen: Kurz und knapp lässt sich zusammenfassen, dass der Juli in Niedersachsen zu warm, zu nass und zu trüb ausgefallen ist. Im Mittel betrug die Temperatur 18,4 °C. Das waren 1,7 Grad mehr als im Klimamittel (16,7 °C). Die Niederschlagssumme lag bei 93 l/m². Das war über ein Viertel mehr als im vieljährigen Mittel (73 l/m²). Besonders nass war es vom Emsland bis zur Elbmündung und in Richtung Harz, denn dort kamen 100 bis 130 l/m² vom Himmel. Die Sonne hatte es häufig schwer sich gegen die kompakten Wolkenfelder, die vom Atlantik und der Nordsee herangeführt wurden, durchzusetzen. Dadurch kamen bis Monatsende unterdurchschnittliche 167 Sonnenstunden (191 Stunden) zusammen und nur in Hamburg war es im Juli noch trüber.
Nordrhein-Westfalen: Das Temperaturmittel lag im Juli bei 18,4 °C und überschritt den Referenzwert (16,9 °C) somit um 1,5 Grad. Nachdem der Start in den Monat sehr heiß verlaufen war, kühlte es in der Folge deutlich ab. Entlang des Rheins standen am Monatsende aber immerhin noch etwa 14 bis 18 Sommertage in den Büchern. Die Sonne schien mit 197 Stunden (187 Stunden) leicht überdurchschnittlich lang, wobei es das Zentralgestirn nur in den ersten Tagen schaffte, zweistellige Tageswerte zu erreichen. Die Monatsniederschlagssumme belief sich auf leicht überdurchschnittliche 87 l/m² (82 l/m²). Im Länderranking bedeutete dies den vorletzten Platz. Die Niederschläge waren sehr inhomogen verteilt. Während in Teilen des Ruhrgebiets und in der Zülpicher Börde nur 30 bis 60 l/m² fielen, waren es in den anderen Regionen meist 60 bis 100 l/m².
Rheinland-Pfalz: In Rheinland-Pfalz wurde im Juli eine Mitteltemperatur von 18,5 °C gemessen. Der Klimareferenzwert (17,1 °C) wurde um 1,4 Grad überboten. Besonders heiß war es zu Beginn des Monats als die 35-Grad-Marke verbreitet geknackt wurde und am 2. in Andernach mit 39,3 °C der deutschlandweite Julihöchstwert und nach aktuellem Stand auch der Jahreshöchstwert registriert wurde. Mit 222Sonnenstunden war Rheinland-Pfalz nach dem Saarland das zweitsonnigste Bundesland und erreichte sogar einen leicht überdurchschnittlichen Wert (210 Stunden). An Wasser mangelte es in Rheinland-Pfalz nicht, was der Monatsniederschlag von 95 l/m² unter Beweis stellte. Das Klimasoll (72 l/m²) wurde um fast ein Drittel überschritten.
Saarland: Das Saarland war das sonnenscheinreichste Bundesland im Juli. 226 Stunden schien die Sonne und das entsprach genau dem Sollwert (226 Stunden). Besonders lang zeigte sich die Sonne in den ersten Julitagen und zum Ende der ersten bzw. zu Beginn der zweiten Dekade. In diesem Zeitraum profitierte der Südwesten von Hochdruckgebieten über dem nahen Atlantik und Westeuropa. Das Temperaturmittel lag bei 18,8 °C (17,5 °C). Niederschlag fiel an 12 bis 17 Tagen und am Monatsende wurde eine Niederschlagsmenge von 104 l/m² erreicht. Der vieljährige Mittelwert (72 l/m²) wurde somit um über 40 % überboten. Maßgeblichen Anteil daran hatte der Zeitraum vom 19. bis zum Monatsende. Immer wieder zogen schauerartige, teils gewittrige Regenfälle vorüber und sorgten für über zwei Drittel der Gesamtniederschlagsmenge.
Sachsen: Zwar fiel der Juli auch in Sachsen etwas zu warm aus, aber mit einer Mitteltemperatur von 18,0 °C (17,2 °C) landete der Freistaat im Ländervergleich zusammen mit Bayern auf dem letzten Platz. Besonders kühl war es beispielsweise am 12., als landesweit die 20-Grad-Marke nicht geknackt werden konnte. Viele Wolken prägten nicht nur an diesem Tag das Himmelsbild, sondern auch sonst oftmals im zweiten Sommermonat des Jahres. Da verwunderte es wenig, dass am Ende lediglich 179 Sonnenstunden zu Buche standen und damit ein Siebtel weniger als im vieljährigen Mittel (210 Stunden). Garniert wurde dieser teilweise trübe Eindruck durch immer wiederkehrende und mitunter kräftige Regenfälle. An 15 bis 20 Tagen fiel Regen und die Waldbrände, die beispielsweise zum Monatsbeginn in der Gohrischheide loderten, waren glücklicherweise schnell unter Kontrolle. Die Monatsniederschlagssumme belief sich auf 117 l/m², was einem Überschuss von 70 % gegenüber dem Klimamittel (69 l/m²) entsprach.
Sachsen-Anhalt: In Sachsen-Anhalt gab es im Juli 81 l/m² Niederschlag, was den letzten Platz im Länderranking einbrachte. Dennoch wurde das Soll (52 l/m²) um mehr als 50 % überboten. Dies war der erste Monat seit Januar, der zu nass ausfiel, wodurch die Trockenheit etwas gelindert werden konnte. Auch den Waldbränden, die zu Beginn des Monats noch regional loderten, wurde man Herr. Das Temperaturmittel betrug 18,8 °C. Somit war der Monat vor allem aufgrund des sehr warmen Beginns 1,2 Grad wärmer als im vieljährigen Mittel (17,6 °C). Die Sonne schien mit 189 Stunden etwas weniger als in der Vergleichsperiode (207 Stunden).
Schleswig-Holstein: Im äußersten Norden des Landes machte sich die Sonne im Juli ziemlich rar. Sie schien lediglich 167 Stunden (210 Stunden) was im Ländervergleich gemeinsam mit Niedersachsen den vorletzten Platz bedeutete. Die oftmals dichte Bewölkung brachte einiges an Niederschlag mit sich, sodass insgesamt 138 l/m² Niederschlag in Schleswig-Holstein fielen. Der Referenzwert (80 l/m²) wurde dabei um 72 % überboten. Besonders viel Regen fiel im Zusammenhang mit den Tiefs Isaac und Karlheinz, die zu Beginn und Ende der dritten Dekade gebietsweise für 40 bis 60, lokal für mehr als 70 l/m² in 24 bis 36 Stunden sorgten. Die Monatsmitteltemperatur lag bei 18,3 °C, was eine positive Abweichung von 2,0 Grad gegenüber dem Klimamittel (16,3 °C) ergab.
Thüringen: Im Freistaat Thüringen lag die Mitteltemperatur im Juli bei 18,1 °C. Damit war es 1,7 Grad wärmer als normal (16,4 °C). Im Bundesländervergleich landete man mit diesem Wert aber weit hinten und nur in Bayern und Sachsen war es kühler. Die Niederschlagsmenge belief sich auf 93 l/m². Das Soll (63 l/m²) wurde um fast 50 % überschritten. Die Waldbrände, wie beispielsweise auf der Saalfelder Höhe zu Beginn des Monats, konnten unter anderem mithilfe des Niederschlags gelöscht werden. Verantwortlich für die positive Niederschlagsbilanz waren Tiefdruckgebiete, die sich längere Zeit über Mitteleuropa einnisteten. Dabei fiel an 15 bis 20 Tagen Regen. Kein Wunder also, dass es die Sonne schwer hatte, sich gegen die kompakten Wolken durchzusetzen. Am Monatsende schien sie daher mit 179 (205 Stunden) unterdurchschnittlich lang.
Heute, am 24.07.2025, haben wir weltweit die natürlichen Ressourcen der Erde für dieses Jahr aufgebraucht. Ab sofort treiben wir in diesem Jahr mit jedem Tag Raubbau an unserer Erde. Nachhaltiges Handeln ist in diesem Jahr nicht mehr möglich, denn wir verlassen ab sofort bis Silvester die Erde nicht mehr in dem Zustand, wie wir sie Anfang des Jahres vorgefunden haben. Unsere Fussabdrücke haben und werden die Welt dauerhaft verändern. Wir verbrauchen mehr Wälder, mehr Grünland, mehr Ackerflächen und Rohstoffe, als uns zur Verfügung stehen. Und obendrein reichern wir immer noch mit mehr klimaschädigenden Treibhausgasen die Atmosphäre an, weil Wälder, Dauergrünland, Moore und Ozeane die großen CO2– Mengen nicht speichern können. Diese Entwicklung kann nur durch konsequent nachhaltiges Handeln gestoppt werden.
Wie stark unsere Fussabdrücke die Welt bereits dauerhaft verändert hat, beweist der mit Macht eingesetzte Klimawandel mit seinen lebensfeindlichen Auswirkungen.
Unsere Ressourcen für 2025 sind ab sofort aufgebraucht!
Der globale Erdüberlastungstag kommt nach wie vor immer früher. Die Weltbevölkerung handelt nach wie vor nicht nachhaltig genug. Die letzten 50 Jahre zeigen, wie masslos wir Menschen mit unseren Ressourcen umgehen:
Jahr
Erdüberlastungstag
1970
29.12.
1980
16.11.
1990
18.01.
2000
17.09.
2010
10.08.
2020
16.08.
2021
03.08.
2022
01.08.
2023
02.08.
2024
01.08.
2025
24.07.
2026
?
Entwicklung der globalen Erüberlastungstage seit 1970. Merke: Je früher, desto schlechter
Ein ganz wenig stolz dürfen wir sein, denn wenn alle so leben würden wie wir hier in Deutschland, dann wäre der Erdüberlastungstag weltweit am 3. Mai. Kein Grund überheblich zu werden, denn das sind immerhin noch 7 Monate, die wir hier in Deutschland unseren eigenen Lebensraum weiter zerstören.
Wer genau wissen möchte, wie der Erdüberlastungstag berechnet wird, der hat dazu die Chance auf der Webseite des Global Footprint Network genau nachzusehen.
In Deutschland war seit dem Jahr 2010 jeder Juni zu warm
Der Juni 2025 war in Deutschland außergewöhnlich warm, viel zu trocken und üppig sonnig. Seit 2010 war jeder Juni hierzulande zu warm. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen. Der erste meteorologische Sommermonat startete mit Pauken und Trompeten. Nahezu deutschlandweit gab es kräftige Schauer und Gewitter samt Starkregen, Sturmböen und Hagel. Das sollte der Fahrplan für den gesamten Juni bleiben. Dennoch war es am Ende aufgrund von hochdruckgeprägten Phasen mit viel Sonnenschein verbreitet zu trocken. Zudem gab es immer wieder kürzere Hitzewellen.
Immer wieder kurze Hitzewellen vor allem im Südwesten Das Temperaturmittel lag im vergangenen Juni bei 18,5 Grad Celsius (°C) und damit um 3,1 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 (15,4 °C). Selbst im Vergleich mit der aktuellen und wärmeren Periode 1991 bis 2020 (16,4 °C) ergab sich noch ein deutliches Plus von 2,1 Grad. Insbesondere der Südwesten kristallisierte sich hierbei als Wärmehotspot heraus, da sich dort wiederholt warme Luftmassen aus Süden und Südwesten durchsetzen konnten. Das Plus gegenüber dem Klimamittel lag dort teils über 4 Grad. Am Oberrhein gab es über zehn heiße Tage über 30°C.
Trockenheit fand ihre Fortsetzung Mit gerade 61 Liter pro Quadratmeter (l/m²) war der zurückliegende Juni erneut viel zu trocken. Damit war es seit Februar der fünfte Monat in Folge, der weniger Niederschlag brachte als im klimatologischen Mittel. Im Vergleich zur Referenzperiode 1961 bis 1990 (85 l/m²) betrug das Defizit fast ein Drittel. Vergleichen mit der aktuelleren Referenzperiode 1991 bis 2020 (76 l/m²) wurde das Soll um ein Fünftel unterschritten. Auch ein Blick auf das erste Halbjahr 2025 bestätigt die starke Trockenheit: Von Januar bis Juni fielen deutschlandweit etwa 260 l/m². Das langjährige Mittel liegt bei rund 380 l/m² (Referenzperiode 1961 bis 1990) oder 366 l/m² (Vergleichsperiode 1991 bis 2020). Besonders niederschlagsarm war es im Juni 2025 in der östlichen Mitte und Teilen des Ostens, wo gebietsweise nur 10 bis 25 l/m² Niederschlag vom Himmel kamen. Lokal gab es aber dort ebenfalls heftige Gewitter, die beispielsweise am 15. in Aue (Sachsen) mit 96 l/m² die deutschlandweit höchste Tagesniederschlagsmenge brachten. Ergiebiger fielen die Niederschläge im Süden aus. Im Schwarzwald, des Bayerischen Wald und am Alpenrand fielen zwischen 100 und 150, lokal um 180 l/m².
Sonne leistete erneut Überstunden Der vergangene Juni brachte mit etwa 277 Stunden Sonne satt. Das Soll (203 Stunden) wurde um etwas mehr als ein Drittel überschritten (Periode 1961 bis 1990). Im Vergleich zur Referenzperiode 1991 bis 2020 (216 Stunden) ergab sich eine positive Abweichung von 28 Prozent. Besonders sonnenscheinreich war die zweite Junidekade, die allein für über 120 Sonnenstunden sorgte. An einigen Tagen wurde dabei die maximale astronomisch mögliche Sonnenscheindauer von circa 16 Stunden erreicht. Auch am Monatsende zeigte sich die Sonne nochmals sehr häufig. Besonders viel Vitamin D konnte man im Südwesten tanken. Fast 300 Sonnenstunden standen dort in den Büchern.
Das Wetter in den Bundesländern im Juni 2025 (In Klammern finden Sie die vieljährigen Mittelwerte der internationalen Referenzperiode 1961 bis 1990. Der Vergleich aktueller mit diesen vieljährigen Werten ermöglicht eine Einschätzung des längerfristigen Klimawandels)
Baden-Württemberg: Rekordverdächtig warm präsentierte sich der Juni 2025 im Südwesten. Die Mitteltemperatur lag bei 19,8 °C und so reihte sich der erste meteorologische Sommermonat in der Messhistorie dort auf dem zweiten Platz ein. Nur im Jahr 2003 war es noch wärmer. Deutschlandweit bedeutete dieser Wert zusammen mit dem Saarland die Spitzenposition. Die Abweichung gegenüber dem vieljährigen Mittel betrug außergewöhnliche 4,7 Grad (15,1 °C). Besonders ab der Monatsmitte gab es immer wieder Hitzewellen mit Höchstwerten über 30 °C. Auch beim Niederschlag und der Sonnenscheindauer lag Baden-Württemberg auf dem ersten Platz . Mit 77 l/m² wurde der Sollwert (107 l/m²) jedoch trotzdem um ein Viertel unterschritten. Rund 298 Sonnenstunden entsprachen einem Überschuss von nahezu 50 Prozent gegenüber dem vieljährigen Mittel (202 Stunden).
Bayern: Der Freistaat Bayern verzeichnete im Juni ein Temperaturmittel von 19,1 °C. Das langjährige Mittel (14,9 °C) wurde damit um 4,2 Grad überschritten. Die Niederschlagsmenge belief sich auf 68 l/m². Damit fielen lediglich etwas mehr als 60 Prozent dessen, was man normalerweise zu dieser Jahreszeit erwarten kann (112 l/m²). Allerdings war die Verteilung der Niederschläge sehr inhomogen. Während am Alpenrand und im Bayerischen Wald zwischen 100 und 150 l/m² fielen, waren es in Unterfranken lediglich 20 bis 40 l/m². Die Sonne schien mit 293 Stunden (200 Stunden) überdurchschnittlich oft.
Berlin: Die Bundeshauptstadt war im Juni mit 19,3 °C nach Baden-Württemberg und dem Saarland das drittwärmste Bundesland. Die Abweichung gegenüber dem vieljährigen Mittel (17,1 °C) lag bei 2,2 Grad. Es fielen lediglich 30 l/m² Regen und damit nur 43 Prozent des Solls (70 l/m²). Daran konnten auch die heftigen Gewitter, die in Verbindung mit Tief Ziros vor allem mit schadensträchtigen Böen am Abend des 22. über Berlin zogen, nichts ändern. Die Sonne schien mit 268 Stunden mehr als üblich (226 Stunden).
Brandenburg: Mit einer Mitteltemperatur von 18,7 °C wurde das langjährige Mittel (16,5 °C) in Brandenburg um 2,2 Grad überschritten. Vor allem die teilweise kühlen Nächte mit einstelligen Tiefstwerten sorgten dafür, dass der Temperaturüberschuss nicht noch deutlicher ausfiel. Mit gerade einmal 38 l/m² (64 l/m²) Niederschlag gehörte das Bundesland zu den trockensten Regionen in Deutschland. Auch dadurch stieg zum Monatsende der Waldbrandgefahrenindex wieder auf Stufe 4 von 5. 269 Sonnenstunden (225 Stunden) trugen ebenfalls dazu bei, dass der Boden durch intensive Verdunstung austrocknen konnte.
Bremen: Auch in der Hansestadt Bremen fiel der Juni mit einem Temperaturmittel von 17,3 °C (15,5 °C) zu warm aus. Abkühlung gab es insbesondere zum Ende der ersten Dekade und Mitte der dritten Dekade, als atlantische Tiefausläufer auf den Nordwesten übergriffen und für wolkenreiches sowie windiges Westwindwetter sorgten. Trotzdem schaffte es die Sonne an 235 Stunden sich gegen die Wolken durchzusetzen. Das war etwa ein Siebtel mehr als üblich (204 Stunden). Im Ländervergleich bedeutete dieser Wert jedoch die rote Laterne. Bis zum Monatsende landeten unterdurchschnittliche 63 l/m² (73 l/m²) in den DWD-Messbechern.
Hamburg: In Hamburg wurde vom DWD im Juni eine Mitteltemperatur von 17,4 °Cgemessen. Im Vergleich mit dem vieljährigen Mittel (15,7 °C) war es 1,7 Grad zu warm. 68 l/m² Niederschlag entsprachen etwa dem, was man sonst im Juni in Hamburg erwarten kann (70 l/m²). Ein Großteil des Niederschlags fiel in der ersten Dekade und zu Beginn der dritten Dekade. Die Sonne schien 246 Stunden (216 Stunden).
Hessen: Im Mittel betrug die Temperatur im Juni in Hessen 18,7 °C (15,2 °C). Dabei wurde ein deutlicher Nord-Süd-Kontrast sichtbar: Während es im Süden des Bundeslandes rund 18 Sommertage und acht heiße Tage gab, lag die Anzahl an Sommertagen im Norden bei etwa zehn und die 30-Gradmarke wurde „nur“ dreimal geknackt. Mit 57 l/m² fiel fast 30 Prozent weniger Niederschlag als typisch sind (80 l/m²). Die Sonnenscheindauer lag bei 285 Stunden (192 Stunden), wovon zwei Drittel aus der zweiten Monatshälfte stammten.
Mecklenburg-Vorpommern: Mecklenburg-Vorpommern war im Juni mit einer Mitteltemperatur von 16,9 °C ein sehr kühles Bundesland. Dennoch war es 1,5 Grad wärmer als im vieljährigen Mittel (15,4 °C). Die Anzahl an Sommertagen lag in den südlichen Landesteilen bei etwa 10, während an der Küste lediglich zwei bis fünf verbucht wurden. Absolut durchschnittlich zeigte sich die Monatsniederschlagssumme mit 61 l/m2 (63 l/m²). Am meisten regnete es in der ersten Dekade sowie zwischen dem 22. und 26. Die Sonne lachte 264 Stunden (236 Stunden) am Himmel. Insbesondere vom 12. bis zum 14. und zu Beginn der dritten Dekade wurde teilweise die maximale Sonnenausbeute von 16 Stunden erreicht.
Niedersachsen: In Niedersachsen war es zum Ende der ersten Junidekade und Mitte der dritten Dekade durch atlantische Tiefausläufer recht wolkenreich und auch verhältnismäßig kühl. Dennoch lag die Mitteltemperatur mit 17,5 °C gut 2 Grad über dem Referenzwert (15,4 °C). Während des Durchzugs der Tiefdruckwetter fiel auch ein Großteil des Niederschlags von 62 l/m (76 l/m²). Der Juni war laut DWD der fünfte zu trockene Monat seit Februar. Mit 241 Sonnenstunden überschritt man das Soll (200 Stunden) um ein Fünftel.
Nordrhein-Westfalen: Im Westen lag das Temperaturmittel im Juni bei deutlich zu warmen 18,3 °C. Der vieljährige Mittelwert (15,4 °C) wurde um beinahe 3 Grad überschritten. Nachdem die erste Dekade in Nordrhein-Westfalen meist nur mäßig warm war, steigerte sich fortan die Wärme und es gab wiederholt kurze Phasen mit Höchstwerten um oder über 30 °C. Das Niederschlagssoll von 84 l/m² wurde mit 59 l/m² bei weitem nicht erreicht und am Monatsende lag das Defizit bei etwa 30 Prozent. Mächtig ins Zeug legte sich die Sonne. 267 Stunden strahlte sie über dem bevölkerungsreichsten Bundesland und damit 45 Prozent mehr als im Referenzzeitraum (184 Stunden). Seit Jahresbeginn war jeder Monat zu sonnig.
Rheinland-Pfalz: Sehr sonnig fiel der vergangene Juni in Rheinland-Pfalz aus. Dies belegten 291 Stunden mehr als eindrucksvoll. Der Referenzwert (192 Stunden) wurde um über die Hälfte überschritten. Die Sonne schaffte es auch die Temperaturen ordentlich nach oben zu schrauben: So betrug die Mitteltemperatur 19,2 °C. Im Vergleich zum Klimamittel (15,3 °C) ergab sich eine positive Abweichung von knapp 4 Grad. Niederschlag fiel besonders in der ersten Dekade, zur Monatsmitte und Mitte der dritten Dekade – oftmals in Form von teils kräftigen Schauern und Gewittern. Dennoch reichte die Niederschlagsmenge von 59 l/m²nicht, um den vieljährigen Mittelwert von 76 l/m² zu erreichen.
Saarland: Ein Wärmehotspot war der Juni im Saarland. Mit einer Mitteltemperatur von 19,8 °C (15,6 °C) war das Saarland zusammen mit Baden-Württemberg das wärmste Bundesland. Beim Sonnenschein landete man im Länderranking weit vorne: 297 Sonnenstunden standen am Monatsende in den Büchern. Nur in Baden-Württemberg schien die Sonne noch geringfügig länger. Das Klimamittel von 204 Stunden wurde bei weitem übertroffen. Der Niederschlag hingegen war unterdurchschnittlich. Lediglich 61 l/m² kamen vom Himmel (80 l/m²).
Sachsen: Der Juni fiel in Sachsen viel zu warm aus. Am Monatsende lag das Temperaturmittel bei 18,1 °C (15,6 °C). Kühle Nächte mit Tiefstwerten im einstelligen Bereich sorgten zum Ende der ersten und in der zweiten Dekade für eine nicht noch höhere Mitteltemperatur. Am Morgen des 12. war es besonders frisch und in Deutschneudorf-Brüderwiese wurde mit 1,1 °C der deutschlandweite Tiefstwert im Juni registriert. Niederschlag war in Sachsen in der Fläche Mangelware. Mit 52 l/m²fehlte rund ein Drittel zum Klimamittel (76 l/m²). Lokal gab es jedoch heftige Schauer und Gewitter. So auch am 15. als in Aue eine Tagesniederschlagsmenge von 96 l/m²gemessen wurde. Dies war die höchste Tagessumme in Deutschland im vergangenen Juni. Die Sonne schien 278 Stunden (201 Stunden).
Sachsen-Anhalt: Sachsen-Anhalt gehörte zu den trockensten Regionen. Mit einer Niederschlagsmenge von 36 l/m² (63 l/m²) war es ein sehr trockenes Bundesland. Die Monatsmitteltemperatur betrug 18,4 °C. Gegenüber dem Klimamittel (16,1 °C) ergab sich damit eine Abweichung von +2,3 Grad. Die Sonne schien 275 Stunden. Der Referenzwert von 205 Stunden wurde um ein Drittel übertroffen.
Schleswig-Holstein: In Schleswig-Holstein lag die Mitteltemperatur bei 16,2 °C(15,1 °C). Zu den etwas kühleren Temperaturen gesellten sich insbesondere in der ersten Dekade und zu Beginn der dritten Dekade immer wieder Niederschläge, wodurch sich am Monatsende die Niederschlagsmenge 73 l/m² (69 l/m²) erreichte. Schleswig-Holstein war damit das einzige Bundesland, das im Juni beim Niederschlag den Sollwert überschritt. 248 Sonnenstunden waren 23 Stunden mehr als im langjährigen Vergleich (225 Stunden).
Thüringen: Der Freistaat Thüringen wartete im Juni mit einem Temperaturmittel von 18,1 °C auf. Die Abweichung gegenüber dem vieljährigen Mittelwert (14,9 °C) fiel durchaus signifikant aus. Mit einer Niederschlagsmenge von 45 l/m² war seit Februar der fünften Monat in Folge zu trocken. Das Soll (78 l/m²) wurde deutlich verfehlt. Die Sonne lachte 282 Stunden (194 Stunden). Ein Großteil davon entfiel auf die zweite Dekade.
Quelle: Text Deutscher Wetterdienst DWD, Fotos: privat
Frühjahr 2025: Deutlich zu warm, extrem trocken und außergewöhnlich sonnig
Das Frühjahr 2025 war nicht nur deutlich zu warm, sondern auch eines der trockensten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Während erste Sommertage bereits Mitte April registriert wurden, fiel das Thermometer im Mai regional nochmals unter den Gefrierpunkt. Dazu schien die Sonne nahezu ungebremst und näherte sich den Rekordwerten aus den Jahren 2020 und 2011, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen meldete.
Starke Temperaturschwankungen mit frühen Sommertagen und spätem Frost Das Frühjahr 2025 erreichte eine Mitteltemperatur von 9,8 Grad Celsius (°C) und lag damit um 2,1 Grad über dem Mittelwert der international gültigen Referenzperiode 1961–1990 (7,7 °C). Gegenüber der aktuellen Vergleichsperiode 1991–2020 (8,9 °C) ergab sich eine Abweichung von +0,9 Grad. Damit setzte sich der langfristige Erwärmungstrend auch im Frühjahr fort. Der April endete als siebtwärmster und brachte ungewöhnlich frühe Sommerwärme. Der erste Sommertag des Jahres (mindestens 25,0 °C) wurde bereits am 12.4. am Oberrhein, in Rheinland-Pfalz und im Saarland registriert. Der erste heiße Tag (mindestens 30,0 °C) folgte am 2.5. mit 30,4 °C in Waghäusel-Kirrlach im Oberrheingraben, wo voraussichtlich am 31.5. mit um die 31 °C auch die bundesweit höchsten Werte des Frühjahrs erreicht werden. Das Minimum meldete Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge mit –11,2 °C am 18.3. – dort, in den östlichen Mittelgebirgen sowie im Nordosten trat auch im Mai wiederholt Frost auf.
Frühjahr 2025 war mit 96 l/m² eines der drei trockensten seit Messbeginn Im Frühjahr 2025 fielen bundesweit rund 96 Liter pro Quadratmeter (l/m²) und damit etwa 48 % weniger als im langjährigen Mittel der Referenzperiode 1961–1990 (186 l/m²). Gegenüber der neueren Vergleichsperiode 1991–2020 (171 l/m²) ergab sich ein Defizit von rund 44 %. Damit zählt 2025 zu den drei trockensten Frühjahren seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 – gemeinsam mit 1893 (85,3 l/m²) und 2011 (89,5 l/m²). Besonders markant fiel das Niederschlagsdefizit im Nordosten aus, wo vielerorts nur um 40 l/m² registriert wurden. Im Gegensatz dazu erreichte das Alpenvorland örtlich über 300 l/m². Wilhelmsfeld, im Rhein-Neckar-Kreis, verzeichnete am 28.5. mit 86 l/m² die bundesweit höchste Tagesmenge.
2025 mit drittsonnigstem Frühjahr seit 1951 und neuen Rekordwerten im Norden Mit rund 695 Stunden lag die Frühjahrsbilanz rund 49 Prozent über dem Soll von 467 Stunden (Periode 1961–1990). Selbst gegenüber dem Vergleichszeitraum 1991–2020 (522 Stunden) wurde ein Plus von rund 33 Prozent erreicht. Besonders sonnig präsentierte sich das Nordseeumfeld mit Spitzenwerten bis zu 775 Stunden – ein außergewöhnlicher Wert. Weit weniger Licht fiel hingegen am Alpenrand: Hier wurden teils nur rund 500 Stunden verzeichnet.
Das Wetter in den Bundesländern im Frühjahr 2025 (In Klammern finden Sie die vieljährigen Mittelwerte der internationalen Referenzperiode 1961-1990. Der Vergleich aktueller mit diesen vieljährigen Werten ermöglicht eine Einschätzung des längerfristigen Klimawandels)
Baden-Württemberg: Mit 10,1 °C war das Frühjahr 2025 im Südwesten 2,5 K wärmer als im Klimamittel (7,6 °C). Bereits am 12.4. wurde in der Oberrheinebene der erste meteorologische Sommertag des Jahres gemessen. Am 2.5. folgte in Waghäusel-Kirrlach mit 30,4 °C der erste heiße Tag. Die bundesweit höchste Frühjahrstemperatur von 31 °C wird Prognosen zufolge am 31.5. erreicht und liegt ebenfalls im Oberrheingraben. In den letzten drei Frühlingsmonaten fielen in Summe nur gut 112 l/m² (243 l/m²), womit sich 2025 unter die fünf trockensten Frühjahre seit 1881 einreihte. Während einer Starkregenlage verzeichnete Wilhelmsfeld, im Rhein-Neckar-Kreis, am 28.5. mit 86 l/m² die bundesweit höchste Tagesmenge. Mit 665 Stunden (457 Stunden) zeigte sich die Sonne über Baden-Württemberg außergewöhnlich oft.
Bayern: In Bayern verlief das Frühjahr 2025 mit warmen 9,5 °C (7,2 °C) und außergewöhnlich geringen 110 l/m² Niederschlag (223 l/m²) deutlich zu trocken. Nach aktuellen Berechnungen könnte es als zweittrockenstes Frühjahr in die Messgeschichte eingehen. Auch die Sonnenscheindauer erreichte mit 660 Stunden (466 Stunden) einen ungewöhnlichen Wert. In den letzten drei Monaten trat besonders der April hervor – als siebtwärmster, vierttrockenster und fünftsonnigster seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.
Berlin: Berlin präsentierte sich im Frühjahr 2025 mit einer Mitteltemperatur von 10,7 °C (8,7 °C) als eine warme Region in Deutschland. Im außergewöhnlich warmen April setzten die sommerlichen Temperaturen vom 16. und 17. neue Maßstäbe für die Jahreszeit – in Marzahn wurden 27,4 °C erreicht. Das Niederschlagsdefizit markierte mit nur 57 l/m² (132 l/m²) einen extremen Tiefstwert. Die Sonne näherte sich mit 700 Stunden (507 Stunden) dagegen den klimatologischen Höchstständen.
Brandenburg: In Brandenburg erreichte das Frühjahr 2025 eine mittlere Temperatur von 9,9 °C (8,1 °C). Mitte April kam es zu ungewöhnlich frühen sommerlichen Spitzenwerten: Am 17.4. wurden in Coschen und Cottbus jeweils 28,4 °C gemessen. Im Mai folgten nochmals Spätfröste. Der Frühling verlief insgesamt ausgesprochen trocken – mit nur 62 l/m² fiel nicht einmal die Hälfte des klimatologischen Solls (131 l/m²). Die Sonnenscheindauer erreichte mit 700 Stunden (507 Stunden) ein außergewöhnlich hohes Niveau.
Bremen: Mit 10,2 °C lag die Mitteltemperatur in Bremen um 2,2 K über dem Klimamittel (8,0 °C). Und während am 1.5. mit 27,0 °C kurz der Sommer grüßte, war Trockenheit dauerpräsent. Mit nur 68 l/m² fiel weniger als die Hälfte des langjährigen Durchschnitts (159 l/m²). Der Großteil der geringen Mengen fiel erst in der letzten Maidekade. Besonders markant war auch die Sonnenscheindauer: Mit rund 740 (462 Stunden) positionierte sich das Frühjahr 2025 voraussichtlich als das Sonnigste seit 1951.
Hamburg: Das Frühjahr 2025 verlief in Hamburg deutlich wärmer, sehr trocken und historisch sonnig. Mit 10,0 °C lag die Mitteltemperatur 2,0 K über dem Klimawert (8,0 °C). Der höchste Tageswert wurde am 1.5. mit 27,3 °C erreicht. Ein extrem trockener März leitete ein insgesamt niederschlagsarmes Quartal ein: Statt der üblichen 163 l/m² fielen nur 93 l/m² – ein Defizit von rund 45 %. Die Sonne zeigte sich dagegen außerordentlich häufig: Mit 705 Stunden wurde das Klimamittel von 470 Stunden um gut 235 Stunden überschritten – nach vorläufigen Berechnungen ein neuer Frühjahrsrekord.
Hessen: In Hessen lag die Frühjahrstemperatur 2025 bei 10,0 °C – das entspricht einer positiven Abweichung von 2,2 K gegenüber dem langjährigen Mittel (7,8 °C). Dominiert wurde die Witterung von länger anhaltender Trockenheit. Bis zum Monatsende werden im Flächenmittel nur rund 93 l/m² erwartet – das entspricht knapp der Hälfte des Solls (191 l/m²). Damit zählt das Frühjahr zu den zehn niederschlagsärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen. Auch die Sonne zeigte sich überdurchschnittlich häufig: Mit rund 710 Stunden (452 Stunden) wird sich 2025 sogar den dritthöchsten Frühjahrswert seit 1951 sichern.
Mecklenburg-Vorpommern: Der Nordosten Deutschlands meldete im Frühjahr 2025 mit 9,2 °C eine zu warme Witterung. Die Abweichung erreichte +2,1 K gegenüber dem Klimamittel (7,1 °C). Besonders hervor stach der April als fünftwärmster seit Beginn der Messungen. Am 17.4. wurde in Ueckermünde mit 27,9 °C nicht nur ein selten früher Sommertag, sondern auch ein Extremwert für Mitte April registriert. Im Mai folgten kühlere Phasen mit regionalem Spätfrost. Die Niederschlagsbilanz verzeichnete einen historischen Tiefstand: Mit nur rund 57 l/m² (134 l/m²) war es eines der trockensten Frühjahre seit 1881. Auch die Sonne zeigte sich in Rekordlaune: Mit rund 720 Stunden (516 Stunden) wurde im Nordosten ein neuer Höchstwert seit 1951 erreicht.
Niedersachsen: Mit 9,9 °C war der meteorologische Frühling 2025 in Niedersachsen gegenüber dem Klimamittel (7,9 °C) 2,0 K zu warm. Bereits am 15.4. meldeten Rotenburg (Wümme) mit 25,4 °C und Worpswede-Hüttenbusch mit 25,3 °C den ersten Sommertag. Solche Werte sind in der ersten Aprilhälfte sehr selten. Zuvor war Niedersachsen vom trockensten März seit Beginn der Wetteraufzeichnungen betroffen. Zwar nahm die Niederschlagsaktivität im April und Mai leicht zu, dennoch blieb für das Frühjahr ein extremes Defizit bestehen: Statt der üblichen 168 l/m² fielen nur rund 81 l/m² – ein Minus von rund 50 Prozent. Mit 730 Stunden (455 Stunden) verzeichnete Niedersachsen das sonnigste Frühjahr seit Messbeginn.
Nordrhein-Westfalen: In NRW erreichte die Frühjahrswitterung mit 10,5 °C eine deutliche positive Abweichung von 2,2 K (8,3 °C). Der März 2025 setzte mit nur 9,5 l/m² einen Extremwert und platzierte sich als zweittrockensten seit Beginn der Aufzeichnungen. April und Mai sorgten zwar für einen gewissen Ausgleich, dennoch war das Frühjahr 2025 mit 114 l/m² (205 l/m²) ungewöhnlich trocken. Mit rund 715 Sonnenstunden und einer Abweichung von plus 60 % gegenüber dem Klimamittel (441 Stunden) wurde der zweithöchste Wert seit 1951 registriert.
Rheinland-Pfalz: In Rheinland-Pfalz lag die Tagesmitteltemperatur im Frühjahr 2025 bei 10,6 °C und damit 2,5 K über dem langjährigen Mittel von 8,1 °C. Ungewöhnlich früh machte sich die sommerliche Wärme bemerkbar: Bereits am 12.4. wurde in Trier-Zewen mit 25,5 °C ein Sommertag registriert. Deutlich zurückhaltender zeigte sich der Niederschlag. Über die gesamten drei Frühlingsmonate hinweg fielen lediglich 90 l/m² – bei einem Klimawert von 191 l/m² entsprach das einem drastischen Defizit von rund 50 %. Umso ausgeprägter präsentierte sich die Sonne: Mit rund 710 Stunden (453 Stunden) wurde ein Niveau nahe den klimatologischen Spitzenwerten erreicht.
Saarland: Das kleinste Flächenland meldete im Frühjahr 2025 eine außergewöhnlich hohe Mitteltemperatur von 11,0 °C und lag damit deutlich über dem Klimawert von 8,4 °C. Kein anderes Bundesland war wärmer. Bemerkenswert früh zeigte sich auch die erste sommerliche Spitze: Am 12.4. wurden in Saarbrücken-Burbach 25,0 °C und in Neunkirchen-Wellesweiler 25,4 °C gemessen. Auffällig war zudem die extreme Trockenheit: Mit nur 89 l/m² fiel nicht einmal die Hälfte des langjährigen Solls (222 l/m²). Umso ausgeprägter zeigte sich die Sonne: Über 730 Stunden (468 Stunden) markierten einen der höchsten klimatologischen Werte.
Sachsen: In Sachsen erreichte das Frühjahr 2025 eine Mitteltemperatur von 9,0 °C und lag damit um 1,4 K über dem klimatologischen Vergleichswert von 7,6 °C. Bereits am 16.4. wurde verbreitet der erste meteorologische Sommertag des Jahres registriert. Kontrastreich präsentierte sich jedoch der Mai: Besonders in der ersten und zweiten Monatswoche wurden wiederholt Tiefstwerte unter dem Gefrierpunkt gemessen. Das bundesweit tiefste Frühjahrsminimum verzeichnete Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge mit –11,2 °C – bereits am 18. März. Insgesamt fiel der Frühling deutlich zu trocken aus: Mit nur 110 l/m² (171 l/m²) war es in der Fläche deutlich zu trocken. Dafür präsentierte sich die Sonne mit rund 650 Stunden (460 Stunden) ungewöhnlich ausdauernd.
Sachsen-Anhalt: In Sachsen-Anhalt lag die mittlere Frühjahrstemperatur 2025 bei 9,8 °C und damit deutlich über dem langjährigen Klimawert von 8,1 °C. Der warme April brachte am 16. mit Höchstwerten über 25 °C bereits den ersten Sommertag des Jahres. Das Frühjahr war jedoch auch durch ausgeprägte Trockenheit gekennzeichnet – insbesondere im März und in der ersten Aprilhälfte blieb nennenswerter Niederschlag weitgehend aus. Bis zum Saisonende werden lediglich rund 86 l/m² erwartet, was nur knapp zwei Dritteln des klimatologischen Solls von 135 l/m² entsprach. Zugleich scheint sich über der östlichen Mitte nach letzten Berechnungen mit rund 720 Stunden (468 Stunden) ein neuer Rekord bei der Sonnenscheindauer abzuzeichnen.
Schleswig-Holstein: In Schleswig-Holstein erreichte das Frühjahr 2025 eine ungewöhnlich hohe Mitteltemperatur von 9,2 °C und lag damit 2,1 K über dem langjährigen Klimawert (7,1 °C). Deutlich zurückhaltender zeigte sich dagegen der Niederschlag: Mit nur 84 l/m² wurden statt der üblichen 155 l/m² nur rund 54 % des Solls erreicht. Der März war dabei der trockenste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Auch die Sonne zeigte sich außergewöhnlich häufig – mit 710 Stunden (492 Stunden) wurde voraussichtlich sogar ein neuer Rekordwert erreicht.
Thüringen: Im Frühjahr 2025 war Thüringen mit einer Mitteltemperatur von 9,1 °C (7,1 °C) die kühlste Region Deutschlands. Einen ersten Vorgeschmack auf den Sommer bot dennoch der 16.4, als die Höchstwerte örtlich über 25 °C kletterten. Über weite Strecken prägten Trockenphasen das Witterungsgeschehen. Erst in der zweiten Hälfte der Jahreszeit setzte häufiger Niederschlag ein und ließ die Frühjahressumme auf rund 110 l/m² ansteigen, was nur etwa 63 % des Mittels (176 l/m²) entsprach. Die extreme Sonnenscheindauer von 690 Stunden (448 Stunden) näherte sich dem bisherigen Frühjahrsrekord von 706 Stunden aus dem Jahr 2011.
Wonnemonat Mai auch mit vermehrtem Niederschlag zu trocken
Der Mai 2025 balancierte zwischen sommerlicher Wärme mit einzelnen Hitzespitzen, kühlen Winden und nächtlichen Frösten. Die anfangs schwache Niederschlagsaktivität nahm vor allem in der letzten Monatsdekade spürbar zu, während sich die Sonne zuvor über weite Strecken ausgesprochen ausdauernd zeigte, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Daten seiner rund 2 000 Messstationen meldete.
Sommerliche Wärme mit lokaler Hitze stand kühlen Phasen mit Frost gegenüber Mit einer Mitteltemperatur von 12,7 °C lag der Mai 2025 um 0,6 Grad über dem Wert der Referenzperiode 1961–1990 (12,1 °C), jedoch um −0,4 Grad unter dem Vergleichswert der jüngeren Periode 1991–2020 (13,1 °C). Damit lag der letzte Frühjahrsmonat innerhalb der klimatologisch als normal geltenden Schwankungsbreite. Dabei gab es innerhalb des Monats markante thermische Unterschiede: Bereits am 2. wurde in Waghäusel-Kirrlach (Baden-Württemberg) mit 30,4 °C der erste heiße Tag des Jahres verzeichnet. Noch höhere Werte – teils bis 31 °C – werden für den letzten Maitag in der Oberrheinebene erwartet. Besonders viele Sommertage (≥ 25 °C) traten mit 5 bis 9 Tagen am Oberrhein, den Flusstälern von Rheinland-Pfalz und dem Saarland sowie am Niederrhein auf. Dem gegenüber standen spätwinterliche Kälterückfälle: Im Osten Deutschlands wurden bis zu sieben Frosttage, in den östlichen Mittelgebirgen sogar bis zu zwölf gezählt. Das bundesweite Minimum meldete am 9. die Station Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge mit −3,7 °C.
Mai 2025 insgesamt erheblich zu trocken – trotz lokaler Starkregenfälle Im Mai fielen mit rund 48 Litern pro Quadratmeter (l/m²) lediglich rund 68 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge der Referenzperiode 1961–1990 (71 l/m²). Auch im Vergleich zur moderneren Periode 1991–2020 (70 l/m²) entsprach dies nur gut 68 Prozent. Ein Großteil der ohnehin geringen Monatsmenge fiel in der ersten Woche sowie in der zweiten Monatshälfte. Schauer und Gewitter führten dabei zu lokalen Starkregenfällen. Die höchsten Monatssummen wurden mit stellenweise über 200 l/m² an den Alpen registriert. Im norddeutschen Tiefland brachte der Mai gebietsweise kaum mehr als 25 l/m².
Sehr sonniger Mai – Spitzenwerte vor allem auf den Nordseeinseln Mit fast 252 Stunden übertraf die Sonnenscheindauer im Mai ihr Klimasoll von 202 Stunden (Referenzperiode 1961–1990) um gut 25 Prozent. Auch im Vergleich zur jüngeren Periode 1991–2020 (213 Stunden) ergab sich eine positive Abweichung von etwa 18 Prozent. Besonders sonnig war es im Nordwesten, insbesondere auf den Nordseeinseln: Dort wurden lokal über 300 Stunden registriert – an den Alpen dagegen teils nur halb so viel.
Das Wetter in den Bundesländern im Mai 2025 (In Klammern finden Sie die vieljährigen Mittelwerte der internationalen Referenzperiode 1961-1990. Der Vergleich aktueller mit diesen vieljährigen Werten ermöglicht eine Einschätzung des längerfristigen Klimawandels)
Baden-Württemberg: Die Maitemperatur lag im Südwesten mit einem Mittel von 13,3 °C über dem klimatologischen Vergleichswert von 11,9 °C. Bereits am 2. wurde in Waghäusel-Kirrlach mit 30,4 °C die deutschlandweit erste Hitzemarke des Jahres erreicht. Dort, in der Oberrheinischen Tiefebene, traten mit neun Tagen auch die meisten Sommertage auf. Phasenweise kühlte es jedoch spürbar ab, bevor im Oberrheingraben noch einmal Temperaturen bis zu 31 °C in der Prognose standen. Vor allem in der letzten Monatsdekade häuften sich die Niederschläge, ein Defizit blieb jedoch bestehen: Nach letzten Berechnungen des DWD fielen in der im deutschlandweiten Vergleich nassesten Region nur 55 l/m² (96 l/m²). Wilhelmsfeld, im Rhein-Neckar-Kreis, meldete am 28. mit 86 l/m² die höchste Tagesmenge. Die Sonne dominierte insbesondere die erste Monatshälfte und schien bis Monatsende über 245 Stunden (189 Stunden).
Bayern: In Bayern erreichte der Mai 2025 eine Durchschnittstemperatur von 12,4 °C und lag damit leicht über dem klimatologischen Vergleichswert von 11,7 °C. Über weite Strecken dominierten jedoch kühle Witterungsphasen, teilweise begleitet von Frosttagen. In den Mittelgebirgslagen, wie in Bad Königshofen am südlichen Rand der Rhön, wurden örtlich bis zu neun Tage mit Tiefstwerten unter 0 °C registriert. Mit lediglich 53 l/m² fiel nur rund die Hälfte des üblichen Monatsniederschlags (90 l/m²). Die höchsten Monatsmengen meldeten einzelne Alpenstationen mit über 200 l/m² – dort wurde mit rund 150 Stunden zugleich die geringste Sonnenscheindauer beobachtet. Bayernweit erreichte die Sonnenscheindauer rund 230 Stunden und lag damit deutlich über dem vieljährigen Mittel von 194 Stunden. Der Freistaat war der sonnenscheinärmste Vertreter unter allen Bundesländern.
Berlin: In der Bundeshauptstadt bot der Mai 2025 nach einem sommerlich warmen Auftakt eine auf lange Strecke überwiegend kühle und trockene Witterung. Am Ende lag die Durchschnittstemperatur bei 13,4 °C (13,6 °C). Die Niederschläge beschränkten sich auf wenige Tage, mit einer Häufung in der zweiten Monatshälfte. Insgesamt fielen nur 34 l/m² (54 l/m²). Über 245 Stunden (226 Stunden) schien die Sonne.
Brandenburg: Die Maimitteltemperatur lag in Brandenburg bei 12,7 °C (13,1 °C) und damit leicht unter dem langjährigen Durchschnitt. Sommerlich präsentierte sich lediglich der Monatsauftakt und das Maifinale – dazwischen dominierten kühle Witterungsphasen. Besonders auffällig war dabei die Zahl an Frosttagen: Baruth beispielsweise meldete sechs eisige Frühstarts. Der Flächenniederschlag summierten sich auf rund 34 l/m² (54 l/m²) und blieb damit deutlich unter dem klimatologischen Mittel. Rund 245 Stunden (224 Stunden) zeigte sich die Sonne.
Bremen: Die Monatsmitteltemperatur für den Mai 2025 betrug in Bremen 13,3 °C(12,4 °C). Das sommerliche Aufbäumen zu Monatsbeginn mündete rasch in einer phasenweise unterkühlten und mehrheitlich auch trockenen Witterung. Niederschläge häuften sich vor allem in der letzten Monatsdekade und bis zum Maifinale wurden 48 l/m² gemessen (60 l/m²). Die Sonnenscheindauer erreichte 280 Stunden (205 Stunden) – ein Plus von rund 36 Prozent. Bremen war damit eine sonnenscheinreiche Region.
Hamburg: Der Mai 2025 verlief in der Hansestadt nach einem sommerlichen Start phasenweise kühl, über weite Strecken sehr trocken und auch sonnig. Eine Niederschlagshäufung erfolgte im 13,1 °C (12,4 °C) temperierten Wonnemonat erst in den letzten Monatstagen. Mit 47 l/m² (58 l/m²) blieb es aber trocken. Die Sonne schien mit rund 260 Stunden (213 Stunden) überdurchschnittlich oft.
Hessen: In Hessen startete der Mai 2025 mit sommerlichen Temperaturen, kühlte anschließend mehrfach spürbar ab, ehe ein warmer Ausklang für eine Mitteltemperatur von voraussichtlich 13,2 °C (12,1 °C) sorgte. Markant war dabei die thermische Spannweite im Land: Während in Mittel- und Osthessen bis zu 6 Frosttage, wie in Gilserberg-Moischeid, registriert wurden – meldete das Rhein-Main-Gebiet bis zu sieben Sommertage. Die Niederschläge blieben deutlich unter dem Soll: Im Landesmittel fielen nur 42 l/m² (71 l/m²). Die wenigen nennenswerten Mengen konzentrierten sich auf einzelne Tage in der zweiten Monatshälfte. Dagegen zeigte sich die Sonne mit gut 260 Stunden (194 Stunden) überaus großzügig.
Mecklenburg-Vorpommern: Mecklenburg-Vorpommern erlebte im Mai 2025 mit einer Mitteltemperatur von 12,1 °C (11,9 °C) einen nahezu thermisch ausgeglichenen Frühlingsmonat. Nur zu Monatsbeginn wurde mit Höchstwerten über 25 °C ein einzelner Sommertag erreicht. Danach wirkten nord-nordöstliche Winde temperaturdämpfend. Bemerkenswert war die Frosttagedichte in der zweiten Monatswoche: In Barth (7) und Tribsees (6) wurden die meisten Frühfröste registriert. Die Niederschlagsbilanz fällt deutlich unterdurchschnittlich aus: Bis Monatsende werden voraussichtlich nur rund 39 l/m² erreicht (51 l/m²). Die Sonne zeigte sich überaus häufig: Mit rund 255 Sonnenstunden wurde das Soll (236 Stunden) überschritten.
Niedersachsen: In Niedersachsen wird die Mitteltemperatur Mai 2025 bei voraussichtlich 12,9 °C und damit 0,6 Grad über dem Klimawert (12,3 °C) liegen. Der Monat startete sommerlich, verlor in der Folge jedoch an Temperaturniveau. Die Niederschläge blieben zunächst rar, häuften sich aber in der letzten Monatsdekade merklich. Mit einer erwarteten Gesamtsumme von rund 44 l/m² (61 l/m²) blieb der Mai jedoch deutlich zu trocken. Die Sonnenscheindauer war markant überdurchschnittlich: Bis Ablauf des Monats wurden rund 265 Sonnenstunden registriert (202 Stunden). Über den Nordseeinseln zeigte sich die Sonne sogar über 300 Stunden.
Nordrhein-Westfalen: Nordrhein-Westfalen erlebte im Mai 2025 eine sonnige und weitgehend niederschlagsarme Witterung. Die Mitteltemperatur lag bei 13,5 °C und damit etwa 1,1 K über dem langjährigen Durchschnitt (12,4 °C). Den deutlich wärmsten Eindruck hinterließ der Monatsauftakt, ehe kühlere Phasen folgten. Im niederrheinischen Tönisvorst wurden sechs Sommertage registriert – mehr als in vielen anderen Regionen des Landes. Im sauerländischen Eslohe standen diesen dagegen vier Frosttage gegenüber. Die Niederschlagsbilanz fiel deutlich zu gering aus: Mit nur etwa 45 l/m² (72 l/m²) blieb der Mai erheblich zu trocken. Niederschläge konzentrierten sich auf die letzte Monatsdekade. Bis dahin zeigte der Mai eine herausragende Sonnenscheindauer. Bis Ende des Monats werden 255 Stunden erwartet (190 Stunden) – ein Plus von rund 35 Prozent.
Rheinland-Pfalz: Rheinland-Pfalz war im Mai mit 13,8 °C (12,2 °C) eine im Ländervergleich warme Region. Besonders im Nahe- und Moseltal – etwa in Bad Kreuznach und Trier-Zewen – traten im Mai mit acht die meisten Sommertage auf. Auch der letzte Frühjahrmonat verlief über weite Phasen trocken. In der finalen Dekade nahm die Niederschlagsneigung zwar zu, mit 40 l/m² (70 l/m²) blieb das Defizit aber erheblich. Ein deutliches Plus von rund 40 Prozent erzielte hingegen die Sonnenscheindauer mit gut 265 Stunden (191 Stunden).
Saarland: Das Saarland präsentiert sich im Mai 2025 mit 14,2 °C (12,5 °C) als wärmstes Flächenland. Dabei fuhr die Temperatur regelrecht Achterbahn: Schwankungen von bis zu 10 Kelvin im Mittel innerhalb weniger Tage prägten das Witterungsbild. In der Spitze kletterten die Höchstwerte auf sommerliches Niveau mit fast 30 °C am Monatsende, während in den kühleren Phasen die morgendlichen Tiefstwerte in die Nähe des Gefrierpunkts sanken. Nach fast drei Wochen Trockenheit brachte die letzte Monatsdekade wieder messbaren Regen – insgesamt blieb der Mai aber mit 35 l/m² (79 l/m²) deutlich zu trocken. Mehr als großzügig schien die Sonne und bescherte dem Saarland mit rund 285 Stunden ein Plus von rund 45 Prozent (199 Stunden). Es war der höchste Wert im Ländervergleich.
Sachsen: In Sachsen dominierte im Mai 2025 eine kühle Witterung. Insbesondere in der ersten und zweiten Woche wurden wiederholt Tiefstwerte unter dem Gefrierpunkt gemessen. Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge meldete neben 12 Frosttagen am 9., mit einem Tiefstwert von -3,7 °C, sogar das bundesweite Minimum. Mit einem Temperaturdurchschnitt von 11,7 °C endete der letzte Frühlingsmonat -0,6 °C kühler als im Schnitt (12,3 °C). Im deutschlandweiten Vergleich erwies sich Sachsen als die kühlste Region. Der Flächenniederschlag summierte sich auf 56 l/m² (67 l/m²). Dabei schien die Sonne 237 Stunden (201 Stunden).
Sachsen-Anhalt: In Sachsen-Anhalt erreichte die Maimitteltemperatur 2025 trotz eines sprunghaften und uneinheitlichen Temperaturverlaufs mit 12,8 °C ihren klimatologischen Sollwert (12,8 °C). Der sommerliche Maiauftakt entpuppte sich nur als Stippvisite: Nach einem markanten Temperatursturz wurden im Harz nochmals bis zu sieben Frosttage registriert. Mit 47 l/m² (52 l/m²) stand eine leicht unterdurchschnittliche Niederschlagsbilanz zu Buche. Die Sonne schien rund 255 Stunden (206 Stunden).
Schleswig-Holstein: Dem äußersten Norden brachte der Mai 2025 ein Mittel von 12,3 °C (11,5 °C). Sein Debüt feierte der letzte Frühlingsmonat sogar mit Sommerwärme, anschließend dämpften nördliche Winde den Temperaturanstieg. Am 22. strichen küstennah sogar Sturmböen über das Land. Bevor die Niederschläge in der letzten Monatsdekade häufiger wurden, lieferte die Sonne eine beeindruckende Leistung ab. Insgesamt schien sie rund 277 Stunden (223 Stunden), während der Flächenniederschlag sich auf 50 l/m² (54 l/m²) summierte. Schleswig-Holstein zählte zu den sonnigsten Bundesländern.
Thüringen: In Thüringen pendelten die Temperaturen häufig im frischen Bereich. Ein leichtes Temperaturplus in der Bilanz mit 12,1 °C (11,7 °C) ist vor allem auf den sommerlichen Schub zum Monatsstart zurückzuführen. Nach dem anschließenden Temperatursturz folgten in Bad Lobenstein und Bad Berka (Flugplatz) sieben Frosttage. Der Flächenniederschlag summierte sich auf gut 53 l/m² (66 l/m²). Die Sonne schien 255 Stunden (195 Stunden).
Die Meteorologen des Max- Planck- Instituts (MPI) für Meteorologie in Hamburg warnen vor einem wahrscheinlichen Hitzesommer 2025.
Meteorologin Lara Wallberg vom MPI begründet die Warnung vor einer kommenden Extremwetterlage: Im Jahr 2024 war die Oberflächentemperatur im Nordatlantik auf Rekordniveau. Dieser Wärmestau ist ein wichtiger Hinweis auf einen im nächsten Jahr folgenden extrem warme Sommer in Europa. So war es auch 2003, 2018 und 2022. Die Einschätzung des MPI wird auch durch die Meteorologen des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersagen bestätigt.
Wie könntet Ihr auf diese nicht unbegründete Warnung reagieren?
Obwohl das Frühjahr 2025 in weiten Teilen Deutschlands extrem trocken ist, ist der erste Grünlandschnitt durchaus noch zufriedenstellend. Mit dem Fortschreiten der Trockenphase trocknet der Oberboden immer weiter. Für den zweiten Schnitt ist zu befürchten, dass das Bodenwasser für den Aufwuchs nicht mehr ausreicht. Besonders kritisch ist die Situation für die Flächen, die sehr tief geschnitten wurden oder noch geschnitten werden sollen. Auf diesen Flächen gibt es keinerlei Verdunstungsschutz des Bodens durch Schatten und der Wind kann zusätzlich ungebremst den Boden weiter austrocknen. Die Folge sind nicht nachwachsende, gelbe Grünlandflächen. Ein zweiter Schnitt kann nicht eingefahren werden! Ich rate deshalb dringend das Mähwerk beim ersten Schnitt nicht tiefer als 8 cm über dem Grünlandbodenhorizont einzustellen. Somit bleiben die Vegetationsknoten aktiv und die belassene Grashöhe von mindestens 8 cm schützt vor übermäßiger Bodenaustrocknung. Natürlich ist der Ertrag des ersten Schnittes dann geringer, stellt aber die einzig mögliche Investition in einen zweiten Schnitt dar.
Mähwerke auf mindestens 8 cm Höhe einstellen!
Wird das Grünland beweidet, unbedingt die Flächen vor radikalem Verbiss der Pferde schützen. Auch hier bei einer Grashöhe von etwa 8 cm umweiden oder die Tiere auf den Paddock holen. Anderenfalls droht der Verlust des nachwachsenden Futters und die Gefahr, dass die Pferde beim Herausreißen der Wurzel gefährlich viel Sand/ Erde aufnehmen. Sandkoliken können tödlich enden.
Schon jetzt überlegen, wie bei einer Futtermittelknappheit strategisch vorgegangen wird. Auch rechtzeitig möglichst viel Grobfutter einlagern und überlegen, wie fehlendes Heu durch Stroh ersetzt werden kann. Fauswert: Nach Eingewöhnung kann das Grobfutter aus 50% Stroh bestehen. Bereits jetzt kann mit heu- und strohproduzierenden Betrieben eine Liefermenge vertraglich festgelegt werden. Dabei sollte vereinbart werden, dass die dann üblichen Preise (s. Preisspiegel von Landwirtschaftskammern und Landwirtschaftsämtern) bezahlt werden.
Lieferkontingente für Heu und Stroh bereits jetzt mit Lieferbetrieben vereinbaren
Wenn alle Menschen auf der Welt so üppig leben würden, wie wir hier in Deutschland, dann bräuchten wir fast drei Erden. Die haben wir aber nicht und deshalb leben wir ab Anfang Mai , also nach nur 4 Monaten, über unsere Verhältnisse zu lasten unserer künftigen Generationen und der weniger wohlhabenderen Länder.
Obwohl wir alle glauben uns anzustrengen, unsere Lebensweise nachhaltiger zu gestalten, sind die Erfolge marginal. Gegenüber 2024 ist der Erdüberlastungstag einen Tag später, vom 2. auf den 3.Mai. Stolz müssen wir nicht sein.
Unsere Lebensweise ist eindeutig mitverantwortlich für den Klimawandel, Naturverbrauch, Artensterben.
Durch Vergleiche der Zeitpunkte des Erdüberlastungstages in den Ländern der Welt wird deutlich, dass die reichen Länder auf Kosten der armen Regionen leben. Wer reich ist auf dieser Welt hinterlässt wesentlich tiefere, zerstörerische Fussabdrücke bei der Nutzung der natürlichen Ressourcen.
Hier einige Beispiele: Die USA bräuchte 5 Erden, Australien 4,7, Deutschland 3, China 2,5 und Indien 0,7.
Weltweit bräuchten wir derzeit 1,75 Erden, allerdings haben wir nur 1,0. Während der Erdüberlastungstag in den 1970iger Jahren noch im Dezember lag, befindet sich der globale Earth Overschoot Day heute (2025) am 2. August.
Hier könnt Ihr selber sehen, welche Länder über und unter dem globalen Erdüberlastungstag 2. August 2025 liegen und somit die Hauptverantwortlichen der Erdausbeutung sind.
April 2025 war außergewöhnlich warm, trocken und auch sonnig
Apfel
Der April 2025 wurde von einer sehr trockenen, ungewöhnlich sonnigen und sehr warmen Witterung geprägt. Ungewöhnlich frühe Sommertage mit Temperaturen über 25 Grad unterstrichen die ausgeprägte Wärmeanomalie. Niederschläge, die in der zweiten Monatshälfte folgten, linderten die Trockenheit nur wenig. Dafür reihte sich der April unter die fünftsonnigsten Ostermonate ein. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen seiner rund 2000 Messstationen.
Der siebtwärmste April mit frühen sommerlichen Spitzen – besonders im Osten Mit einem voraussichtlichen Mittelwert von 10,5 °C erreichte der April 2025 deutschlandweit eine positive Abweichung von +3,1 Kelvin (K) gegenüber der Referenzperiode 1961–1990 (7,4 °C). Im Vergleich zur neueren Klimanorm 1991–2020 (9,0 °C) betrug das Plus +1,5 K. Der Monat reihte sich damit unter die sieben wärmsten Aprilmonate seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881 ein. Am 12. wurde am Oberrhein sowie in geschützten Tallagen und Niederungen von Rheinland-Pfalz und Saarland der erste Sommertag (Höchsttemperatur ≥ 25,0 °C) des Jahres gemessen. Am 17. meldeten die brandenburgischen Orte Coschen und Cottbus mit jeweils 28,4 °C die höchsten Temperaturen bundesweit. Ein sommerliches Ausrufezeichen setzte gebietsweise auch das Monatsfinale. Die kälteste Phase mit leichten bis mäßigen Nachfrösten trat in der ersten Monatswoche auf und erreichte am Morgen des 7. im unterfränkischen Bad Königshofen mit -8,2 °C das bundesweite Minimum im April.
Anhaltende Trockenheit trotz stärkerer Niederschläge in der zweiten Monatshälfte Im April fielen mit rund 31 Litern pro Quadratmeter (l/m²) knapp 53 Prozent des Niederschlags der Referenzperiode 1961 bis 1990 (58 l/m²). Im Vergleich zur neueren Vergleichsperiode 1991 bis 2020 erreichte die Menge rund 69 Prozent des Solls (45 l/m²). Außergewöhnlich trocken blieb es im Nordosten und in Oberbayern mit teils weniger als 10 l/m² Monatsniederschlag, während es vorzugsweise in den westlichen Mittelgebirgen stellenweise über 80 l/m² regnete. Am 24. wurde mit 52,4 l/m² in Etzleben, Thüringer Becken, die bundesweit höchste Tagessumme des Monats gemessen. Bis zum vermehrten Einsetzen der Niederschläge in der zweiten Monatshälfte verzeichnete der DWD eine außergewöhnliche Trockenheit, die sich im Zeitraum von Anfang Februar bis Mitte April als die stärkste seit Beginn der Auswertung im Jahr 1931 erwies.
April 2025: Einer der fünf sonnigsten Ostermonate mit 56 % Plus beim Sonnenschein Mit rund 240 Stunden überragte die Sonnenscheindauer im April ihr Soll von 154 Stunden (Periode 1961 bis 1990) um 56 Prozent. Im Vergleich zu 1991 bis 2020 (183 Stunden) betrug die positive Abweichung rund 31 Prozent. Im äußersten Nordosten brillierte die Aprilsonne sogar bis zu 270 Stunden. Unmittelbar am Alpenrand sowie im Erzgebirge zeigte sie sich etwa 200 Stunden.
Das Wetter in den Bundesländern im April 2025 (In Klammern finden Sie die vieljährigen Mittelwerte der internationalen Referenzperiode 1961-1990. Der Vergleich aktueller mit diesen vieljährigen Werten ermöglicht eine Einschätzung des längerfristigen Klimawandels)
Baden-Württemberg: Der April 2025 zeigte sich trotz typischer Wankelmütigkeit mit einem Monatsmittel von 10,5 °C (7,4 °C) ungewöhnlich warm. Bereits am 12. wurde in der Oberrheinebene der erste meteorologische Sommertag (Tageshöchsttemperatur ≥ 25,0 °C) registriert. Eine frühsommerliche Witterungsphase in den letzten Apriltagen verstärkte den positiven Temperaturtrend nochmals deutlich. Während die erste Aprilhälfte von anhaltender Trockenheit geprägt war, traten im zweiten Abschnitt häufiger Niederschlagsereignisse auf; mit einer Monatsmenge von nur mageren 33 l/m² gegenüber dem klimatologischen Soll von 78 l/m² setzte sich die ungewöhnliche Frühjahrstrockenheit jedoch unvermindert fort. Aufgrund der unterdurchschnittlichen Niederschläge sowie der geringen Schneeschmelze infolge des schneearmen Winters verzeichnete der Bodensee einen außergewöhnlich niedrigen Wasserstand. Auffällig war auch die Sonnenscheindauer mit über 240 Stunden in Baden-Württemberg, wobei das klimatologische Ziel (151 Stunden) bereits zur Monatsmitte erreicht wurde.
Bayern: Der Ostermonat 2025 war im Freistaat markant zu warm, niederschlagsarm und ungewöhnlich sonnenscheinreich. Mit einem voraussichtlichen Monatsmittel von etwa 10,4 °C (7,0 °C) wird der April 2025 in die Gruppe der zehn wärmsten seit Messbeginn eingehen. Die kälteste Phase des Monats mit leichten bis mäßigen Nachfrösten trat in der ersten Monatswoche auf und erreichte am Morgen des 7. im unterfränkischen Bad Königshofen mit -8,2 °C das bundesweite Aprilminimum. Nach einem sehr trockenen März setzte sich die Frühjahrstrockenheit im April unvermindert fort. Begrenzte Niederschlagsereignisse in der zweiten Aprilhälfte führten zu einer Monatssumme von nur rund 24 l/m², was etwa 34 Prozent des Solls (70 l/m²) entsprach. In Teilen Oberbayerns fielen nur 5 bis 10 l/m². Gleichzeitig übertraf die Sonnenscheindauer landesweit mit rund 240 Stunden das langjährige Mittel von 154 Stunden um knapp 56 Prozent.
Berlin: Im April 2025 war die Bundeshauptstadt die wärmste Region in Deutschland. So lag die Durchschnittstemperatur von 12,0°C erstaunliche +3,6 K über dem klimatologischen Mittel (8,4 °C). Am 16. und 17. setzten sommerliche Temperaturen neue Maßstäbe für Mitte April: In Marzahn wurden 27,4 °C gemessen. Der Monatsniederschlag blieb mit etwa 13 l/m² bei nur rund 33 % des klimatologischen Solls (40 l/m²), während die Sonnenscheindauer mit rund 245 Stunden die Zielmarke von 161 Stunden um etwa 52 % übertraf.
Brandenburg: Der April 2025 präsentierte sich in Brandenburg als außergewöhnlich warmer und strahlungsreicher Frühlingsmonat, der zugleich durch markante Trockenheit geprägt war. Mit einem voraussichtlichen Monatsmittel von 11,3 °C lag die Temperatur deutlich über dem langjährigen Vergleichswert von 7,8 °C. Besonders in der Monatsmitte wurden teils sommerliche Spitzenwerte erreicht: Am 17. verzeichneten Coschen und Cottbus mit 28,4 °C für die Jahreszeit ungewöhnlich hohe Temperaturen und zugleich die höchsten Werte deutschlandweit im abgelaufenen Monat. Der spärliche Flächenniederschlag von rund 14 l/m² (41 l/m²) fiel vor allem in der dritten Woche, während große Teile des Monats niederschlagsfrei blieben. Entsprechend hoch war die Waldbrandgefahr. Bis zum Monatsende werden über 245 Stunden Sonnenschein erreicht und das Klimamittel von 163 Stunden um rund 50 Prozent übertroffen.
Bremen: In Bremen war der April 2025 deutlich zu warm, sehr trocken und ausgesprochen sonnig. Das Monatsmittel lag bei 10,7 °C und damit rund 3,1 Kelvin über dem langjährigen Durchschnitt von 7,6 °C. Frühsommerliche Höchstwerte bis 24,0 °C am 15. trafen dabei auf frostige Nächte in der ersten Monatsdekade. Die wenigen, meist unergiebigen Niederschlagsereignisse konzentrierten sich auf die zweite Monatshälfte. Insgesamt fielen nur 15 l/m² – was rund 30 % des Klimasolls von 48 l/m² entsprach. Die Sonnenscheindauer übertraf hingegen mit rund 230 Stunden das Mittel von 155 Stunden um rund 48%.
Hamburg: Der April 2025 brachte der Hafenmetropole viel Sonne, wenig Regen und ungewöhnlich milde Temperaturen. Mit 10,7 °C lag das Monatsmittel um 3,2 K über dem Klimawert von 7,5 °C. Am 15. wurde mit 24,9 °C fast ein Sommertag erreicht – ein ungewöhnlich früher Wärmepeak. Niederschlag blieb selten: Nur rund 36 l/m² fielen gegenüber dem Sollwert von 50 l/m², das Meiste davon in der zweiten Monatsdekade. Auch die Sonne zeigte sich großzügig: 235 Stunden schien sie bis Monatsende, ein Plus von gut 50 % gegenüber dem Klimamittel von 156 Stunden.
Hessen: Mit einem prognostizierten Monatsmittel von 10,5 °C lag der April 2025 in Hessen 3,0 K über dem langjährigen Mittel von 7,5 °C. Der Monat begann kühl mit verbreiteten Frostnächten, doch bereits am 16. wurden in Osthessen erste Sommertage erreicht: 25,0 °C in Tann/Rhön und 25,3 °C in Fulda-Horas. Auch zum Monatsende stiegen die Temperaturen verbreitet mit über 25 °C auf sommerliche Werte. Der Niederschlag summierte sich auf etwa 40 l/m², blieb damit deutlich unter dem Soll von 59 l/m², wobei der Großteil der Menge zu Beginn der dritten Monatsdekade fiel. Der April war in Hessen auch sehr sonnig: Schon in der ersten Monatshälfte war das klimatische Mittel (152 Stunden) an Sonnenschein erfüllt und zum Monatsende kletterte die Gesamtzahl auf etwa 242 Stunden – ein Plus von fast 60 Prozent.
Mecklenburg-Vorpommern: Der zweite meteorologische Frühlingsmonat 2025 war im Nordosten außergewöhnlich warm. Mit einem prognostizierten Monatsmittel von 10,1 °C lag er 3,4 K über dem langjährigen Klimawert von 6,7 °C und reiht sich zu den fünftwärmsten Aprilmonaten seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881 ein. Am 17. wurde in Ueckermünde mit 27,9 °C nicht nur ein selten früher Sommertag, sondern auch ein Extremwert für die bis dahin vorangeschrittene Jahreszeit verzeichnet. Extrem war auch die Niederschlagsbilanz: Mit rund 10 l/m² wurden nur etwa 24 % des Solls von 42 l/m² erreicht. In den küstennahen Gebieten blieb es mit teils weniger als 5 l/m² noch trockener. In der 144-jährigen Messreihe gab es in Mecklenburg-Vorpommern nur vier Aprilmonate, die noch trockener waren. Der Nordosten war folglich die niederschlagsärmste Region im letzten Monat. Die Sonne erreichte rund 260 Stunden, womit das Klimamittel von 167 Stunden um etwa 55 % übertroffen wird.
Niedersachsen: In Niedersachsen war der April 2025 mit einer voraussichtlichen Gebietsmitteltemperatur von 10,5 °C ungewöhnliche 3,0 K wärmer als im langjährigen Mittel (7,5 °C). Bereits am 15. wurde im Teufelsmoor und im Elbe-Weser-Dreieck der erste Sommertag registriert: 25,4 °C meldete Rotenburg (Wümme) und 25,3 Worpswede-Hüttenbusch. Solche Werte sind in der ersten Aprilhälfte sehr selten. Beim Niederschlag blieb der Monat deutlich unter dem Soll: Mit etwa 29 l/m² wurden nur gut 55 % des klimatologischen Wertes von 52 l/m² erreicht, wobei der Großteil in der zweiten Monatshälfte fiel. Dafür strahlte die Sonne umso kräftiger: Bis Monatsende werden etwa 235 Stunden erwartet, was die Norm von 151 Stunden um rund 56 % übertraf.
Nordrhein-Westfalen: Mit 10,9 °C lag die Mitteltemperatur im April 2025 rund 3,0 K über dem langjährigen Schnitt von 7,9 °C. Mitte April wurden in weiten Teilen frühsommerliche Höchstwerte um 24 °C gemessen, Ende des Monats fiel dann auch die Sommermarke von 25 °C. Der Flächenniederschlag von 61 l/m², der vor allem in der zweiten Monatshälfte fiel, harmonierte mit dem Klimamittel von 62 l/m². NRW thronte als niederschlagsreichstes Bundesland. Im Sauerland und im Bergischen Land war es mit über 80 l/m² am nassesten. Zuvor führte die anhaltende Trockenheit zu einer ungewöhnlich frühen und markanten Niedrigwasserphase des Rheins. Zudem kam es zu mehreren Wald- und Vegetationsbränden. Die Sonnenscheindauer erreichte bereits in der ersten Aprilhälfte ihr klimatologisches Soll (148 Stunden) und summierte sich bis zum Monatsende auf über 244 Stunden.
Rheinland-Pfalz: Der zweite Frühlingsmonat 2025 verabschiedet sich in Rheinland-Pfalz mit einer Mitteltemperatur von 10,8 °C, was einer Abweichung von 3,0 K gegenüber dem langjährigen Klimawert von 7,8 °C entsprach. Am 12. erreichte Trier-Zewen mit 25,5 °C einen ungewöhnlich frühen Sommertag. Während die erste Monatshälfte von sonnigen Tagen und weitgehender Trockenheit geprägt war, fiel das Sonnenscheinsoll von 151 Stunden bereits zur Monatsmitte. Bis Monatsende summierte sich die Sonnenscheindauer auf rund 235 Stunden – ein Plus von 56% gegenüber der Norm. Niederschläge traten nur sporadisch auf und konzentrierten sich auf die zweite Monatshälfte. Insgesamt blieb es mit etwa 37 l/m² deutlich trockener als üblich (57 l/m²).
Saarland: Im kleinsten Flächenland erreichte der April eine Durchschnittstemperatur von 11,2 °C, womit das das langjährige Klimamittel (8,2 °C) um 3,0 K überschritten wurde. Am 12. registrierten Saarbrücken-Burbach und Neunkirchen-Wellesweiler mit 25,0 °C bzw. 25,4 °C den ersten Sommertag des Jahres – ein ungewöhnlich früher Termin. Sommerlich warm wurde auch das Monatsfinale. Die Sonnenscheindauer übertraf ihr Soll von 155 Stunden bereits zur Monatsmitte und stieg bis zum Monatsende auf rund 240 Stunden an, was einem Plus von rund 55 % entsprach. Gleichzeitig blieb der Ostermonat erheblich zu trocken: Statt der üblichen 64 l/m² fielen landesweit nur etwa 38 l/m². Die wenigen Niederschläge konzentrierten sich schwerpunktmäßig auf die Mitte des Monats.
Sachsen: Mit einer Mitteltemperatur von 10,1 °C (7,3 °C) war der April 2025 in Sachsen ungewöhnlich warm. Letzte winterliche Akzente wurden mit verbreitet leichten bis mäßigen Nachfrösten in der ersten Aprilwoche gesetzt. Danach leitete eine markante Erwärmung den Übergang zum Frühsommer ein und am 16. wurde verbreitet der erste meteorologische Sommertag des Jahres registriert. Niederschläge blieben rar: Mit rund 29 l/m² fiel nur etwa die Hälfte der üblichen Monatsmenge (57 l/m²). Regengüsse konzentrierten sich auf wenige Tage in der zweiten Monatshälfte. Die Sonnenscheindauer summierte sich auf großzügige 211 Stunden, was einem Plus von etwa 40 % gegenüber dem Klimawert von 150 Stunden entsprach.
Sachsen-Anhalt: Der April 2025 geht in Sachsen-Anhalt als ungewöhnlich warmer und sonniger Monat in die Statistik ein. Mit einem erwarteten Monatsmittel von 10,7 °C lag er 2,9 K über dem langjährigen Mittelwert (7,8 °C). Am 16. wurde mit Höchsttemperaturen von über 25 °C der erste Sommertag beobachtet. Besonders eindrucksvoll präsentierte sich die Sonne: Bis zum Monatsende dürften es etwa 242 Stunden werden – ein Zuwachs von knapp 59 % gegenüber dem Mittel von 152 Stunden. Der Niederschlag blieb mit insgesamt etwa 31 l/m² deutlich unter dem Soll von 43 l/m², trotz stärkerer Niederschlagsereignisse in der zweiten Monatshälfte.
Schleswig-Holstein: Der April 2025 brachte dem äußerten Norden Deutschlands eine mit 9,6 °C (6,6 °C) rund 3,0 K ungewöhnlich wärmere Witterung als im klimatologischen Mittel. Im Ländervergleich war Schleswig-Holstein aber die kühlste Region. Am 15. und 16. erreichten die Temperaturen einen frühsommerlichen Höhepunkt, jedoch wurde ein offizieller Sommertag (≥ 25 °C) nicht erreicht. Niederschläge fielen äußerst spärlich: Mit rund 26 l/m² war ein markantes Monatsdefizit gegenüber dem Soll von 49 l/m² zu beobachten. Niederschlagsschwerpunkte konzentrierten sich vor allem auf die dritte Monatswoche. Sonst dominierte die Sonne, die sich bis zum Monatsende etwa 230 Stunden zeigen wird – ein Überschuss von rund 40 % gegenüber dem klimatologischen Erwartungswert von 164 Stunden.
Thüringen: In Thüringen verlief der April 2025 sonnig, deutlich zu warm und eher trocken. Die Mitteltemperatur wird bei etwa 9,8 °C liegen und damit klar über dem klimatologischen Referenzwert von 6,8 °C. Ein erster Vorgeschmack auf den Sommer zeigte sich am 16. mit Höchsttemperaturen von über 25 °C. Niederschlag fiel schwerpunktmäßig zu Beginn der dritten Monatsdekade, als am 24. mit 52,4 l/m² in Etzleben, im Thüringer Becken, der bundesweit höchste Tagesniederschlag gemessen wurde. In der Landesfläche wurde ein Monatsniederschlag von 38 l/m²(58 l/m²) ermittelt. Mit rund 235 Sonnenstunden wurde das Klimamittel von 147 Stunden um 60 Prozent übertroffen.
Deutschlandweit war es von Anfang Februar bis Mitte April noch nie seit 1931 so trocken
In Deutschland stellt sich die Wetterlage bis Ostern allmählich um. Die extrem trockene Witterung der vergangenen rund zehn Wochen dürfte ein Ende finden. Seit Beginn der Auswertung 1931 war es in Deutschland im Zeitraum von Anfang Februar bis Mitte April noch nie so trocken wie in diesem Jahr. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach Auswertung seiner Klimadatenbank.
Im Flächenmittel von Deutschland erfasste der DWD zwischen dem 1. Februar und 13. April 2025 nur rund 40 Liter Regen pro Quadratmeter. Das entspricht einem Minus beim Niederschlag verglichen mit dem Referenzzeitraum 1991-2020 von etwa 88 Litern oder 68 Prozent. Bisher war es in diesen rund zehn Wochen im Jahr 1976 am trockensten gewesen. Damals fielen mit rund 55 Litern 43 Prozent des vieljährigen Mittels. Außergewöhnlich niederschlagsarm war es 2025 im genannten Zeitraum im Nordwesten Deutschlands. Dort wurden vom DWD verbreitet unter 35 Prozent der üblichen Niederschlagsmengen gemessen. In den südöstlichen Landesteilen waren es zumeist 50 bis 80 Prozent. Nur in wenigen einzelnen Regionen wurde das Niederschlagssoll nahezu erreicht. Bis Mitte nächster Woche kommt es in Deutschland, so die Wettervorhersage des nationalen Wetterdienstes, dann zumindest gebietsweise zu nennenswerten Niederschlägen. Die Trockenheit sollte sich damit wenigstens regional abschwächen.
Auch weite Teile Europas waren im Februar und März zu trocken Ein Blick auf die Daten des vom DWD im Auftrag der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) betriebenen Weltzentrums für Niederschlagsklimatologie zeigt: Die Monate Februar und März 2025 waren nicht nur in Deutschland, sondern in einem breiten Streifen von den Britischen Inseln über Mitteleuropa bis in das östliche Europa hinein teils deutlich zu trocken. Das Zentrum des Niederschlagsdefizits erstreckte sich dabei von den Beneluxstaaten über Norddeutschland bis zur schwedischen Ostseeküste sowie ins Baltikum. Teilweise wurden in diesem Gebiet im Februar und März unter 20 Prozent des vieljährigen Niederschlagsmittels der Referenzperiode 1951-2000 erfasst. Im südlichen Europa war es im selben Zeitraum dagegen weitgehend zu nass. So wurden in der Südhälfte Spaniens und Portugals verbreitet mehr als 165 Prozent und regional auch über 200 Prozent der dort üblichen Niederschlagsmengen gemessen.
Die Trockenheit in Osteuropa ist dramatisch und kann große Auswirkungen auf den globalen Getreidemarkt haben
Durch die starke Anomalie bei der Bodenfeuchte ist in 2025 die Getreideproduktion gefährdet
Wie der Deutsche Wetterdienst DWD am 02.04.25 mitteilte, berichtet der Klimadienst Clim4Cast von einer starken Anomalie der Bodenfeuchte in Osteuropa. Die Forschenden des Leibniz- Zentrums für Agrarlandsforschung ZALF warnen deshalb: Ein extrem trockener Winter hat die im Sommer 2024 ausgetrockneten Böden in Osteuropa nicht regenerieren können. Deshalb ist die Wahrscheinlichkeit eines Dürrejahres in Osteuropa besonders hoch! Das Leibnizzentrum rät allen Akteuren der Landwirtschaft diese besorgniserregend Entwicklung genau im Auge zu behalten.
Obwohl die Lage in Deutschland derzeit zwar ungewöhnlich aber akut noch nicht besorgniserregend ist, muss uns die Situation in Osteuropa Sorgen bereiten, denn wir hier in Deutschland sind auf dem Getreidemarkt nicht isoliert. Osteuropa wird nicht ohne Grund als die Kornkammer der Welt bezeichnet. Kommt es hier zu dürrebedingten Ernteausfällen, ist davon der globale Getreidemarkt betroffen.
Mit diesen Bulk Carrier wird Getreide auch aus der Ukraine z.B. in Brake/ Unterweser angelandet und an die Futtermittelindustrie im Raum Vechta und Cloppenburg geliefert.
Aber auch in Deutschland muss die derzeitige Trockenheit weiter beobachtet werden. In Nord- und Ostdeutschland hat es wesentlich weniger als in den Vorjahren geregnet, auch hier sind die Böden, besonders betroffen sind die leichten Böden in Ostdeutschland, deutlich zu trocken. So trocken wie bisher noch nie seit der Wetteraufzeichnungen. Bereits im März und April stieg z.B. die Waldbrandgefahr stark an. In einigen Regionen ist auch das Abbrennen von Osterfeuern wegen der extremen Feuchtigkeit in Gefahr und muss eventuell sogar behördlich untersagt werden.
Bei zunehmender Bodentrockenheit ist natürlich auch das Grünland stark betroffen. Besonders in Gefahr gerät der zweite Aufwuchs. Auch beim Grundfutter sind auch bei uns Ernteausfälle nicht auszuschließen.
Lediglich im direkten Bereich der Alpen, in Österreich und in Ungarn sind die Böden ausreichen von der Sommertrockenheit regeneriert.
Allen Landwirtinnen und Landwirten ist zu raten, die Bodenfeuchte in ihrer Region besonders zu beobachten (Tipp: Bodenfeuchteviewer) und Saat- und Pflegetermine sowie das Weidemanagement situationsgerecht zu planen. Ebenfalls ist zu überlegen, welche Futtermittel anstelle von Getreide in der Pferdefütterung alternativ produziert und eingesetzt werden können, falls der Getreidemarkt Engpässe und/oder starke Preissteigerungen zeigt. Besondere Bedeutung hat in dieser Situation natürlich die eigene Produktion von Grundfutter, wie Heu und Stroh. Kommerzielle Kraftfuttermittel sind stark vom Weltmarkt abhängig und mit erheblichen Preisaufschlägen muss schlimmstenfalls gerechnet werden. Für Pensionsbetriebe ohne eigene, an die Pferdezahl angepasste Wiesen-, Weiden und Anbauflächen, kann die Lage in diesem Sommer prekär werden. Pferdebetriebe sollten nicht unvorbereitet auf die durchaus berechtigten Dürrewarnungen der Wissenschaft in das neue Wirtschaftsjahr 2025 gehen.
Fazit: Da mit erheblichen Ernteausfällen im globalen Getreidemarkt zu rechnen ist, ist es nicht unwahrscheinlich, dass deutlich höhere Preise bei der Getreidebeschaffung aufgerufen werden oder es sogar zu Beschaffungsengpässen führen könnte. Im Nebeneffekt würden ebenfalls die Preise alternativer Pferdefuttermittel stark steigen. Können die eventuelle stark steigenden Futtermittelkosten nicht komplett an die Kunden weitergegeben werden können, ist mit einem deutlich defizitären Wirtschaftsjahr zu rechnen.
Neben dem Klimawandel ist die derzeitige politische Lage ein weiteres, nicht zu kalkulierendes Risiko
Besonders wichtig ist der Hinweis, dass der weltweit wichtigste Getreideproduzent die Ukraine ist und die fragile politische Situation durch den Angriffskrieg Russlands jederzeit zu einem kompletten Lieferstopp führen kann. Sollte das ausgerechnet in einem Dürrejahr passieren, potenzieren sich die oben beschriebenen Auswirkungen auf den globalen Getreidemarkt dramatisch. Das gilt dann nicht nur für Tiere, sondern auch für große Teile der Weltbevölkerung. Auf all diese Risiken, hinzu kommt zu allem Elend noch die unberechenbare Zollpolitik der Regierung Trump, müssen sich Pferdebetriebe möglichst frühzeitig einrichten und geschickt reagieren.
Resilienz gegenüber dem Klimawandel und der politischen Weltlage ist das Gebot der Stunde.