Beobachtungen zum Klimawandel: Deutschlandwetter im Oktober 2021

Ein sonnenscheinreicher, im Süden zu trockener und im Norden zu milder Oktober

Offenbach, 29. Oktober 2021 – Im Vergleich zum nassen und unbeständigen Vorjahresmonat dominierten im Oktober 2021 vielfach ruhige Hochdruckwetterlagen mit teils sehr milden Luftmassen. Im Süden des Landes war es zu Monatsbeginn sogar nochmals sommerlich. Dichter Morgennebel, frostige Frühtemperaturen und der eine oder andere Regen, der aber in hohen Mengen vor allem im Nordseeumfeld gegen die Fensterscheiben peitschte, gehörten genauso zur Wetterchronologie, wie der erste schwere Herbststurm „Hendrik“. Dieser sorgte am 21. für teils erhebliche Schäden und forderte leider auch ein Todesopfer. Am Ende verließ der Oktober die Wetterbühne leicht zu warm, zu trocken und überdurchschnittlich sonnig. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen. 

Sehr zögerlicher Temperaturrückgang auf Herbstniveau
Die Durchschnittstemperatur lag im Oktober 2021 mit 9,6 Grad Celsius (°C) um 0,6 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Vergleich zur aktuellen und wärmeren Periode 1991 bis 2020 betrug die Abweichung 0,2 Grad. Von wenigen kühlen Phasen und vom Nebel verhüllten Regionen abgesehen, waren vor allem milde bis sehr milde Temperaturen tonangebend. Am Tag der Deutschen Einheit wurde mit Föhnunterstützung im Alpenvorland sogar nochmal ein Sommertag erreicht. In München kletterte das Quecksilber mit 27,5 °Cbundesweit am höchsten. Der Oktobertiefstwert stammt mit -4,9 °Caus Oberstdorf im Allgäu und wurde am 24. festgehalten.

Sehr trockene Lausitz und nasse Nordseeküsten, unterm Strich aber niederschlagsarm
Im Oktober fielen rund 45 Liter pro Quadratmeter (l/m²) und damit knapp 20 Prozent weniger Niederschlag als im Mittel der Referenzperiode 1961 bis 1990 (56 l/m²). Verglichen mit der Periode 1991 bis 2020 lag das Minus bei fast 30 Prozent. Anders als in den Vormonaten, in denen die Alpen als nasseste Region eruiert wurden, brachten Tiefdruckgebiete nun dem Nordseeumfeld reichlich Nass. Der höchste Tagesniederschlag stammt von List auf Sylt. 39,3 l/m² wurden hier am 20. gemessen. Wrixum, in Nordfriesland, meldete mit 150 l/m² den meisten Monatsniederschlag. Sehr trocken blieb es dagegen mit Mengen um 10 l/m² in der Lausitz. 

Viel Sonne und goldener Oktober vor allem im Süden und Osten des Landes
Mit 130 Stunden übertraf die Sonnenscheindauer ihr Oktober-Soll von 109 Stunden (Periode 1961 bis 1990) um rund 20 Prozent. Im Vergleich zu 1991 bis 2020 betrug die positive Abweichung ebenfalls 20 Prozent. Damit zeigte sich die Sonne, obwohl die Tageslänge im Monatsverlauf bereits um 1,5 Stunden abgenommen hat, noch ziemlich oft. Den allermeisten Sonnenschein registrierte der DWD mit stellenweise 180 Stunden im Süden des Landes. 

Das Wetter in den Bundesländern im Oktober 2021
(In Klammern finden Sie die vieljährigen Mittelwerte der internationalen Referenzperiode 1961-1990. Der Vergleich aktueller mit diesen vieljährigen Werten ermöglicht eine Einschätzung des längerfristigen Klimawandels)

Baden-Württemberg: Mit 9,0 °C (8,7 °C) war der Südwesten des Landes eine verhältnismäßig kühle Region. 50 l/m² (68 l/m²) sammelten die Niederschlagstöpfe im Schnitt ein und nahezu 145 Stunden (117 Stunden) präsentierte sich die Sonne. Baden-Württemberg gehörte damit zu den sonnigsten Regionen in Deutschland. 

Bayern: Als kühlste Region erreichte der Freistaat im Oktober 8,2 °C (8,1 °C). Dank Föhnunterstützung wurde es am Tag der Deutschen Einheit im Alpenvorland sogar nochmal sommerlich warm. Die bayerische Landeshauptstadt meldete mit 27,5 °C die bundesweit höchste Temperatur. Am 24. folgte Oberstdorf mit dem tiefsten Wert. Frostige -4,9 °C wurden gemessen. Die Niederschlagsmenge erreichte im Flächenmittel trockene 35 l/m²(61 l/m²) und die Sonnenscheindauer gut 145 Stunden (118 Stunden). Bayern zählte damit zu den sonnigsten Regionen. 

Berlin: Hier brachte der Oktober eine Mitteltemperatur von 10,7 °C(9,6 °C) zu Stande. Bei aufgerundet sonnigen 145 Stunden (109 Stunden) fielen 20 l/m² (35 l/m²). Der DWD kategorisierte am Monatsende die Hauptstadt als niederschlagsärmstes Gebiet. 

Brandenburg: Gemittelte 10,2 °C (9,3 °C) und abgerundet 25 l/m²(37 l/m²) Niederschlag wurden bis Ende Oktober konstatiert. Die Sonne schien dazu 140 Stunden (110 Stunden). Sturm „Hendrik“ führte am 21. in der Uckermark zu einem tödlichen Unfall, als ein Lokführer durch einen umstürzenden Baum erschlagen wurde. 

Bremen: Mit 11,5 °C (9,8 °C) war Bremen im Oktober das wärmste Bundesland. Ferner fielen rund 65 l/m² (58 l/m²) in der Hansestadt. Trotz der leicht überdurchschnittlichen Sonnenscheindauer von 105 Stunden (98 Stunden) war es die sonnenscheinärmste Region. 

Hamburg: In der Hafenmetropole erwärmte sich die Oktoberluft im Flächenmittel auf 11,3 °C (9,8 °C). Daneben brachte der zweite Herbstmonat gut 70 l/m² (60 l/m²) und 110 Stunden Sonnenschein (97 Stunden). Hamburg war in der Bilanz die zweitwärmste und mit dem Saarland die zweitnasseste Region. 

Hessen: In Hessen wurde im Oktober ein Temperaturmittel von 9,1 °C (8,9 °C) und gut 45 l/m² (59 l/m²) Niederschlag festgestellt. Mit Tief „Hendrik“ rauschte am 21. ein schweres Sturmfeld über das mitteldeutsche Bundesland hinweg. Auf der Wasserkuppe tobten Böen bis 130 km/h. Der Flughafen Frankfurt am Main meldete 105,5 km/h. Die Sonne zeigte sich in der zweitsonnenscheinärmsten Region insgesamt rund 105 Stunden (100 Stunden). 

Mecklenburg-Vorpommern: Hier bestimmten die Meteorologen eine Temperatur von 10,8 °C (9,3 °C), rund 60 l/m² (42 l/m²) Niederschlag und 120 Stunden (105 Stunden) Sonnenschein. 

Niedersachsen: Niedersachsen erhob im Oktober 10,9 °C (9,6 °C), 60 l/m² (56 l/m²) Niederschlag und 105 Stunden (99 Stunden) Sonnenschein. Die Region war damit eine sonnenscheinarme Region.

Nordrhein-Westfalen: NRW erzielte 10,7 °C (9,8 °C), 55 l/m² (62 l/m) Niederschlag und 110 Sonnenstunden (107 Stunden). 

Rheinland-Pfalz: 9,7 °C (9,2 °C), 50 l/m² (64 l/m²) Niederschlag und rund 115 Sonnenstunden (105 Stunden) registrieren hier die Wetterstationen. Sturm „Hendrik“, der wie in Trier am 21. Böen bis 115 km/h verursachte, zerfetzte in Zilshausen, 30 km südwestlich von Koblenz, das Rotorblatt einer Windkraftanlage. 

Saarland: Die Saarländer beobachteten im Oktober 9,9 °C (9,4 °C) und 70 l/m² (77 l/m²) Niederschlag. Das kleinste Flächenland besetzte mit Hamburg den zweiten Platz der nassesten Regionen. Dennoch strahlte die Sonne fast 130 Stunden (106 Stunden).

Sachsen: 9,2 °C (9,0 °C) und trockene 22 l/m² (47 l/m²) vermeldete der Freistaat im Oktober 2021. Es war das zweittrockenste Bundesland, mit der größten Regenarmut in der Lausitz. Hier fielen stellenweise weniger als 20 Prozent der zu erwartenden Niederschläge. Mit rund 150 Stunden (118 Stunden) bezog Sachsen den Status der sonnigsten Region. Die Station Dresden-Klotzsche meldete am 21. Orkanböen bis 119,2 km/h und stellte damit einen eigenen neuen Monatsrekord auf.  

Sachsen-Anhalt: Die Mitteltemperatur erreichte 10,1 °C (9,4 °C). Neben rund 35 l/m² (36 l/m²) Niederschlag schien die Sonne fast 135 Stunden (104 Stunden). 

Schleswig-Holstein: Als vergleichsweise warmes Bundesland meldete Schleswig-Holstein 11,2 °C (9,5 °C). Der äußerste Norden war zudem auch die mit Abstand niederschlagsreichste Region. 85 l/m² (73 l/m²) wurden im Mittel gemessen. Am 20. gab es mit 39,3 l/m den höchsten Tagesniederschlag in List auf Sylt. Wrixum, Nordfriesland, meldete mit 150 l/m² darüber hinaus den meisten Monatsniederschlag. Nach dem Tornadoereignis vom 29.9. an der Kieler Förde wurde am 21.10. wohl auch Klausdorf bei Kiel von einem Tornado heimgesucht. Zwar ist das Phänomen noch nicht endgültig bestätigt, wird aber als plausibel erachtet. Zwischen all den regen- und windbringenden Wolken zeigte sich die Sonne mit 115 Stunden (98 Stunden) dennoch recht häufig.

Thüringen: Als zweitkühlstes Bundesland meldete Thüringen 8,8 °C (8,4 °C). Die Niederschlagsmenge erreichte neben einer Sonnenscheindauer von 130 Stunden (107 Stunden) fast 35 l/m²(48 l/m²).

Quelle:dwd

Beobachtungen zum Klimawandel: Deutschlandwetter im September 2021

Sonniger, sehr trockener und phasenweise spätsommerlich warmer September

Offenbach, 29. September 2021 – Nach den tiefdruckgeprägten Wetterlagen des Sommers übernahmen im September vor allem Hochdruckgebiete die Wetterregie. Damit ebbte auch das Waschküchenwetter mit Starkregenfällen zunehmend ab. Entsprechend war der Regenschirm nur noch ein seltener Begleiter. Vielmehr wurden bei ruhiger sowie wolkenarmer Witterung Handschuhe und Übergangsjacke im Laufe des Tages da und dort durch T-Shirts und Shorts ersetzt. Turbulenter ging es dagegen im Norden zu, als nach dem astronomischen Herbstbeginn Tief „Tim“ die Sturmsaison einläutete. Im Großen und Ganzen war der September zu warm, sehr trocken und sonnig. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.

Spätsommerliche Wärme und immer wieder Frösteln in den Morgenstunden 
Das Temperaturmittel lag im September 2021 mit 15,2 Grad Celsius (°C) um 1,9 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Vergleich zur aktuellen und wärmeren Periode 1991 bis 2020 betrug die Abweichung +1,4 Grad. Mehrheitlich spätsommerlich präsentierte sich der erste Herbstmonat. Im Südwesten wurden noch bis zu 13 Sommertage gezählt. Das Wärmemaximum erfolgte am 9.: Im Lee des Harzes gab es den letzten heißen Tag in diesem Jahr. Huy-Pabstorf meldete 30,0 °C. Manchmal lagen Schwitzen und Frösteln im Tagesgang nah beieinander. Denn in klarer und trockener Luft gingen die Frühtemperaturen in der dritten Septemberdekade verbreitet in den niedrigen einstelligen Bereich zurück. In Merklingen, Baden-Württemberg, sowie in Oberstdorf gab es am 23. mit 0,9 °C den bundesweit tiefsten Wert. In den Mittelgebirgen grüßte sogar der Bodenfrost.

Trockenster September seit 15 Jahren
Der September 2021 war mit rund 35 Litern pro Quadratmeter (l/m²) der trockenste erste Herbstmonat seit 15 Jahren – nach 2006 mit nur 30 l/m². Gemessen wurden vom DWD knapp 45 Prozent weniger Niederschlag als im Mittel der Referenzperiode 1961 bis 1990 (61 l/m²). Verglichen mit der Periode 1991 bis 2020 lag das Minus bei fast 50 Prozent. Im Zustrom tropischer Luft entluden sich in der zweiten Monatsdekade hier und da noch einmal Gewitter und Starkregen. Auch am 26. kam es zu Wolkenbrüchen zwischen Bayern und Sachsen-Anhalt. Das in den Voralpen gelegene Kreuth-Glashütte meldete dabei mit 74,9 l/m² den höchsten Tagesniederschlag. Das Voralpenland war mit einer Monatssumme von über 160 l/m² auch die niederschlagsreichste Region.

Sonniger Süden, wolkenverhangener Norden
Mit 175 Stunden übertraf die Sonnenscheindauer ihr September-Soll von 150 Stunden (Periode 1961 bis 1990) um rund 15 Prozent. Im Vergleich zu 1991 bis 2020 betrug die positive Abweichung gut 10 Prozent. Über 230 Stunden zeigte sich die Sonne im Süden und damit doppelt so lange wie im wolkenverhangenen Norden.

Das Wetter in den Bundesländern im August 2021
(In Klammern finden Sie die vieljährigen Mittelwerte der internationalen Referenzperiode 1961-1990. Der Vergleich aktueller mit diesen vieljährigen Werten ermöglicht eine Einschätzung des längerfristigen Klimawandels)

Baden-Württemberg: 15,2 °C (13,3 °C) errechnete der DWD für das südwestlichste Bundesland im September 2021. Im Rheingraben wurden nochmal bis zu 13 Sommertage gezählt. Jedoch blieb es, vom Südschwarzwald abgesehen, landesweit mit 30 l/m² (70 l/m²) ungewöhnlich trocken. Am 23. übermittelte Merklingen, 20 kmnordwestlich von Ulm, genauso wie Oberstdorf in Bayern, mit 0,9 °C die deutschlandweit tiefste Temperatur. Fast 225 Stunden (166 Stunden) strahlte die Sonne im sonnigsten Bundesland.

Bayern: Bayern erreichte 14,8 °C (12,8 °C). Am 23. meldete Oberstdorf (neben Merklingen in Baden-Württemberg) mit 0,9 °C die tiefste Temperatur in Deutschland. In der Fläche fielen 35 l/m² (72 l/m²). Starkregenfälle sorgten aber für eine unausgewogene Niederschlagsverteilung. Während in Mittel- und Unterfranken gebietsweise nur einstellige Monatssummen zustande kamen, erlebte Kreuth-Glashütte, Landkreis Miesbach, mit 74,9 l/m² am 26. den höchsten Tagesniederschlag. Hier fielen mit über 160 l/m² auch die höchsten Monatsmengen. Die Sonne schien im Freistaat 210 Stunden (160 Stunden).

Berlin: Die Hauptstadt war mit Bremen im September die wärmste Region. Ermittelt wurden 15,9 °C (14,1 °C). Es fielen 30 l/m² (46 l/m²), die Sonne schien 145 Stunden (156 Stunden).

Brandenburg: Brandenburg kam auf 15,5 °C (13,8 °C) und war mit knapp 25 l/m²(45 l/m²) das trockenste Bundesland. Der DWD maß 145 Stunden (156 Stunden) Sonnenschein.

Bremen: Bremen war wie Berlin mit 15,9 °C (13,7 °C) die wärmste und zugleich mit fast 60 l/m² (61 l/m²) die nasseste Region. Fast 130 Stunden (136 Stunden) schien die Sonne.

Hamburg: Die Hansestadt erzielte 15,7 °C (13,7 °C) und rund 55 l/m² (68 l/m²). Mit etwa 120 Stunden (139 Stunden) war es die sonnenscheinärmste Region.

Hessen: In Hessen endete der September im Mittel mit 15,1 °C (13,2 °C) und sehr trockenen gut 25 l/m² (57 l/m²). Der Sonnenschein summierte sich auf 185 Stunden (142 Stunden).

Mecklenburg-Vorpommern: Der Nordosten Deutschlands erlebte 15,4 °C (13,3 °C), 45 l/m² (51 l/m²) und 130 Stunden (154 Stunden) Sonnenschein. Am 23. fegten schwere Sturm- und einzelne orkanartige Böen über die Küsten hinweg.

Niedersachsen: Niedersachsen kam auf 15,4 °C (13,5 °C), 40 l/m² (60 l/m²) und 140 Sonnenstunden (135 Stunden).

Nordrhein-Westfalen: Für NRW berechneten die MeteorologInnen im September eine Durchschnittstemperatur von 15,4 °C (13,6 °C). Es war mit 30 l/m (67 l/m) deutlich zu trocken. Die Sonne schien 170 Stunden (135 Stunden).

Rheinland-Pfalz: Hier wurden eine Septembertemperatur von 15,5 °C (13,5 °C) und im Flächenmittel deutlich zu trockene 30 l/m (60 l/m²) gemessen. Die Sonne präsentierte sich 200 Stunden (151 Stunden) lang.

Saarland: Das Saarland meldete 15,8 °C (13,7 °C). Dazu wurden etwa 25 l/m² (70 l/m²) Niederschlag neben 215 Sonnenstunden (158 Stunden) erfasst. Die DWD-Experten ordneten das kleinste Flächenland als zweitwärmste, zweittrockenste und zweitsonnigste Region ein.

Sachsen: Hier stieg die Mitteltemperatur auf 14,9 °C (13,4 °C). Dazu gab es magere 30 l/m² (55 l/m²) Niederschlag. 155 Sonnenstunden (148 Stunden) wurden gezählt.

Sachsen-Anhalt: Sachsen-Anhalt erreichte 15,5 °C (13,7 °C), rund 155 Sonnenstunden (144 Stunden) und etwa 30 l/m² (42 l/m²) Niederschlag. Im Lee des Harzes registrierte der DWD am 9. den deutschlandweit letzten heißen Tag des Jahres: In Huy-Pabstorf, 25 km nordöstlich von Wernigerode, kletterte das Quecksilber auf exakt 30,0 °C. Starkregenfälle beendeten am 26. die zuvor noch sehr trockenen Wochen.

Schleswig-Holstein: Im nördlichsten Bundesland wurden 15,4 °C (13,2 °C) gemessen. Das Land war mit 55 l/m² (75 l/m²) Niederschlag und fast 125 Stunden (143 Stunden) Sonnenschein das zweitnassestes sowie zweitsonnenscheinärmstes Gebiet. Am 23. tobten teils schwere Sturm- und orkanartige Böen an den Küsten.

Thüringen: Thüringen war mit 14,7 °C (12,8 °C) das kühlste Bundesland. Das zunächst wochenlang andauernde Niederschlagsdefizit wurde mit Starkregenfällen am 26. beendet. Südlich von Jena fielen teilweise über 50 l/m² innerhalb eines Tages. Als Folge blockierte dort ein Erdrutsch stundenlang die Autobahn A4. Im Flächenmittel summierte sich der Niederschlag jedoch nur auf trockene 30 l/m² (51 l/m²). 165 Stunden (143 Stunden) schien die Sonne.

Quelle: DWD

Beobachtungen zum Klimawandel: Deutschlandwetter Januar 2021

Ein grauer und nasser Januar mit Dauerwinter in den Bergen

Januar in Bremen: Der wärmste und sonnigste Ort Deutschlands!

Offenbach, 29. Januar 2021 – Im Januar 2021 karrten Tiefdruckgebiete immer wieder Niederschläge, vorübergehend ungewöhnlich milde Luft und phasenweise kräftigen Wind über das Land hinweg. Am 21. tobte ein Sturmfeld von „Goran“ über der Nordwesthälfte Deutschlands. Vor allem in den Bergen herrschte meist Winterwetter wie aus dem Bilderbuch. Davon konnte der Wintertourismus leider nicht profitieren – die Corona-Pandemie sorgte oft für gesperrte Pisten und einsame Wanderwege. Auch abseits der Bergregionen lösten im Flachland kurze Schnee-Episoden hin und wieder Winterfreude aus. Der Januar endete schließlich mit Tauwetter im Süden und einem gleichzeitigen Frostluftvorstoß im Norden. Unter dem Strich war der Monat zu warm, niederschlagsreich und sehr sonnenscheinarm. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.

Oft mäßig kalt, kurz ungewöhnlich mild und ein Luftmassenduell zum Monatsende
Der Temperaturdurchschnitt lag im Januar 2021 mit 0,6 Grad Celsius (°C) um 1,1 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Vergleich zur aktuellen und wärmeren Vergleichsperiode 1991 bis 2020 betrug die Abweichung -0,3 Grad. Mäßig kalte Witterungsphasen prägten mit frostigen Nächten die erste Monatshälfte. Dabei wurde am 11. in Oberstdorf mit -19,5 °C der tiefste Wert gemessen. Zu Beginn der zweiten Monatsdekade erfolgte kurzzeitig eine ungewöhnliche Milderung. Mit stürmischen Winden kletterten die Höchstwerte teils über 15 °C. Die höchste Temperatur meldete am 22. Emmendingen-Mundingen, nördlich von Freiburg im Breisgau mit 15,6 °C. Letztlich erfolgte zum Monatsende ein Kräftemessen zwischen milderer Luft im Süden und Frösten im Norden, die allmählich landesweit zum Monatswechsel die Vorherrschaft übernahmen.

Viel Niederschlag mit schneereichem Süden und finalem Tauwetter im Südwesten
Im Januar 2021 fiel mit 75 Litern pro Quadratmeter (l/m²) knapp 25 Prozent mehr Niederschlag als im Mittel der Referenzperiode 1961 bis 1990 mit 61 l/m². Verglichen mit der Periode 1991 bis 2020 lag das Plus bei 10 l/m². Viele Wolken brachten schon fast turnusmäßig Niederschläge. Während es im Flachland dabei nur kurz weiß wurde, gab es in den Bergen durchweg Schnee. Im Schwarzwald sowie im Allgäu türmte sich die Schneedecke auf über 100 cm auf. Todtmoos im Südschwarzwald meldete am 28. mit 86,6 l/m² den höchsten Tagesniederschlag. Mit einer Gesamtmenge von über 300 l/m² war der Schwarzwald im Januar zugleich die niederschlagsreichste Region Deutschlands. Zum Monatsausklang verursachten kräftigere Regenfälle und einsetzendes Tauwetter Hochwasser im Westen und Süden. Parallel dazu gab es im Norden Schneefälle.

Ein äußert sonnenscheinarmer Januar
Mit 30 Stunden verfehlte die Sonnenscheindauer im Januar ihr Soll von 44 Stunden (Periode 1961 bis 1990) deutlich. Im Vergleich zur Periode 1991 bis 2020 betrug die negative Abweichung sogar 22 Stunden. Am häufigsten schien die Sonne mit über 40 Stunden im Süden. Besonders in der Mitte des Landes blieb sie dagegen mit rund 10 Stunden äußerst rar.

Das Wetter in den Bundesländern im Januar 2021
(In Klammern finden Sie die vieljährigen Mittelwerte der internationalen Referenzperiode 1961-1990. Der Vergleich aktueller mit diesen vieljährigen Werten ermöglicht eine Einschätzung des längerfristigen Klimawandels)

Baden-Württemberg: Hier erreichte die Januartemperatur 0,4 °C (-0,7 °C). Am 22. übermittelte Emmendingen-Mundingen, nördlich von Freiburg, mit 15,6 °C den deutschlandweit höchsten Wert. Mit 105 l/m² (75 l/m²) war Baden-Württemberg das zweitniederschlagsreichste Bundesland. Todtmoos im Südschwarzwald meldete am 28. mit 86,6 l/m² die höchste Tagesmenge. Insgesamt fielen im ganzen Monat in der Schwarzwaldregion teils über 300 l/m². Oberhalb etwa 500 Metern gab es nahezu durchgehend Schnee. Ab 900 m wuchs die Schneedecke sogar auf über 100 cm an. Ab dem 28. setzte jedoch starkes Tauwetter ein. Die erreichten Abflussmengen von bis zu 160 l/m² ließen die Hochwassergefahr deutlich steigen. Im Ländervergleich war Baden-Württemberg mit rund 40 Stunden (49 Stunden) eine sonnige Region.

Bayern: Der Freistaat war mit -0,6 °C (-1,9 °C) das kälteste Bundesland. Am 11. meldete Oberstdorf -19,5 °C – bundesweit der tiefste Wert im Januar. Rund 80 l/m² (66 l/m²) fielen vom Himmel – überwiegend als Schnee. So dominierte nahezu überall eine winterliche Witterung. Am Alpenrand gab es zeitweise über 100 cm Schnee. Starke Pappschneefälle führten am 24. besonders im Spessart zu Schneebruch. Ab dem 28. ging es dann mit einsetzendem Tauwetter der weißen Pracht an den Kragen. Die Sonne schien aufgerundet 40 Stunden (50 Stunden).

Berlin: Die Hauptstadt kam auf 1,2 °C (-0,4 °C). Der DWD registrierte dort neben 50 l/m² (42 l/m²) Niederschlag gut 20 Sonnenstunden (43 Stunden).

Brandenburg: Für Brandenburg erfasste der DWD 0,7 °C (-0,8 °C), rund 50 l/m² (40 l/m²) und nahezu rund 25 Stunden (44 Stunden) Sonnenschein.

Bremen: Bremen war mit 2,2 °C (0,9 °C) die wärmste Region. Neben rund 50 l/m² (59 l/m²) Niederschlag strahlte die Sonne im sonnigsten Bundesland gut 40 Stunden (39 Stunden).

Hamburg: Die Hansestadt meldete 2,0 °C (0,5 °C) und war damit die zweitwärmste Region. Neben 70 l/m² (61 l/m²) Niederschlag schien die Sonne rund 30 Stunden (39 Stunden).

Hessen: Hessen erreichte eine Temperatur von 0,9 °C (-0,4 °C) und rund 80 l/m² (63 l/m²) Niederschlag. Neben vielen Wolken schien die Sonne knapp 20 Stunden (36 Stunden). Damit war Hessen die sonnenscheinärmste Region. Gießen meldete gerade einmal 10 Stunden Sonnenschein. Auf glatten Straßen kam es am 13. in vielen Gebieten zu zahlreichen Unfällen.

Mecklenburg-Vorpommern: Im nordöstlichsten Bundesland betrug die Temperatur 1,3 °C (-0,6 °C), die Niederschlagsmenge rund 55 l/m² (45 l/m²). Mit 25 Stunden (41 Stunden) schien die Sonne nicht allzu oft.

Niedersachsen: In Niedersachen wurden 1,7 °C (0,6 °C), rund 70 l/m² (62 l/m²) und fast 30 Stunden Sonnenschein (38 Stunden) gemessen. Am 21. erreichten die Winde im Sturmfeld des Tiefs „Goran“ an der Nordsee Orkanstärke. Die stärkste Bö trat dabei am Leuchtturm Alte Weser mit 127 km/h auf. Entlang einer scharfen Luftmassengrenze setzten am 29. verbreitet starke Schneefälle ein.

Nordrhein-Westfalen: NRW war mit einer Mitteltemperatur von 1,9 °C (1,1°C) und einer Niederschlagsmenge von rund 95 l/m² (77 l/m²) ein warmes und niederschlagsreiches Bundesland. Die Sonne zeigte sich mit abgerundet 20 Stunden (42 Stunden) und im Vergleich anderen Bundesländern sehr selten. Stürmischer Wind löste am 21. zahlreiche Feuerwehreinsätze aus. Vielerorts warfen Böen zwischen 8 und 10 Beaufort Bäume um und machten herabfallende Dachziegel zu einer Gefahr.

Rheinland-Pfalz: Der Januar brachte Rheinland-Pfalz eine Temperatur von 1,1 °C (0,3 °C) und nasse 80 l/m² (69 l/m²). Die Sonne schien abgerundet 30 Stunden (40 Stunden).

Saarland: Das kleinste Flächenland verbuchte 1,3 °C (0,5 °C). Mit einer Niederschlagsbilanz von rund 110 l/m² (86 l/m²) und einer Sonnenscheindauer von aufgerundet 40 Stunden (40 Stunden) war das Saarland das niederschlagsreichste und ein sonniges Bundesland.

Sachsen: Sachsen war mit -0,3 °C (-1,2 °C) wie Thüringen das zweitkälteste Bundesland. Es fielen 75 l/m² (49 l/m²) Niederschlag und die Sonne schien gut 30 Stunden (50 Stunden). Immer wieder lösten Schneefälle Winterspaß, aber auch gleichzeitig widerwillige Rutschpartien aus. Das Erzgebirge befand sich dabei mit teils über 50 cm Schnee im Dauerwintermodus.

Sachsen-Anhalt: Sachsen-Anhalt meldete 0,6 °C (-0,3 °C). Mit fast 50 l/m² (39 l/m²) war es mit Berlin das trockenste Bundesland. Rund 30 Stunden (43 Stunden) zeigte sich die Sonne. Entlang einer Luftmassengrenze setzten am 29. verbreitet starke Schneefälle ein.

Schleswig-Holstein: Schleswig-Holstein erlebte im Januar 1,9 °C (0,3 °C) sowie rund 70 l/m²(64 l/m²) Niederschlag. Etwa 35 Stunden (39 Stunden) lachte die Sonne. Am 21. gab es im sturmerprobten Norden teilweise Orkanböen. Am Leuchtturm Kiel konnten sogar 125 km/hfestgehalten werden.

Thüringen: Thüringen erfassten die Experten -0,3 °C (-1,3 °C), 65 l/m² (51 l/m²) Niederschlag und 20 Stunden (43 Stunden) Sonnenschein. Damit war es im Januar ein vergleichsweise kaltes und sonnenscheinarmes Bundesland. Am 26. beeinträchtigten Schnee und glatte Straßen den Verkehr besonders in Ost- und Nordthüringen. So standen Lastwagen auf der A38 quer, aber auch die A4 war im gesamten Verlauf durch Thüringen witterungsbedingt betroffen.

Quelle: DWD

Beobachtungen zum Klimawandel: Deutschlandwetter im Herbst 2020

Einer der wärmsten, ein zu trockener und sonnenreicher Herbst

Offenbach, 30. November 2020 – Im Herbst 2020 führten reichlich Hochdruckgebiete oft milde oder mäßig warme Luftmassen nach Deutschland. Nur im Oktober zeigte sich das Wetter unbeständig. Tiefdruckgebiete brachten wenig Sonnenschein, viele Niederschläge sowie abwechselnd milde und kühle Witterung. Erst Ende November läuteten dann Temperaturen um den Gefrierpunkt und verbreitet Nachtfrost den nahenden Winter ein. Unter dem Strich war der Herbst 2020 in Deutschland mit 10,3 Grad Celsius (°C) im Mittel der viertwärmste seit 1881 – hinter 2006 (12,0°C), 2012 (11,1 °C) und 1982 (10,4 °C). Die Jahreszeit war zudem zu trocken und recht sonnig. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen. 

Warm bis in den November, erst zum Ende dieses Monats kühler
Mit 10,3 Grad Celsius (°C) lag im Herbst der Temperaturdurchschnitt um 1,5 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Vergleich zur wärmeren Periode 1981 bis 2010 betrug das Plus 1,3 Grad. Die erste Septemberhälfte fiel meist spätsommerlich warm aus, zur Monatsmitte gab es noch einmal Höchstwerte von deutlich über 30 °C. Trier-Petrisberg meldete am 15. September hochsommerliche 34,8 °C. Erst zur zweiten Monatsdekade stellte sich im Oktober ein recht kühler Witterungsabschnitt mit örtlich leichten Nachtfrösten ein. Der Beginn des Novembers brachte besonders im Südwesten ungewöhnlich hohe Tages- und Nachtwerte. Im letzten Novemberdrittel sorgte Ex-Hurrikan „Eta“ für ein Ende der zu milden Temperaturen. Den bundesweit tiefsten Herbstwert registrierte Bad Königshofen am 30. mit -9,5 °C. 

Meist deutlich zu trocken, nur im Oktober überdurchschnittlich nass
Mit rund 150 Litern pro Quadratmeter (l/m²) unterschritt der Herbst seinen Klimawert von 183 l/m² mit nur 82 Prozent recht deutlich. Nachdem es im September unter Hochdruckeinfluss meist trocken blieb, brachten Tiefdruckgebiete zum Monatsende flächendeckende Niederschläge, die in den Mittelgebirgen für die erste Schneedecke sorgten. Die größte Tagessumme meldete Baiersbronn-Ruhestein, nordwestlich von Freudenstadt, am 26. September mit 107,0 l/m². Die Ausläufer von Tief „Gisela“ sorgten Mitte Oktober auch in den östlichen Landesteilen für die lang ersehnten kräftigen Niederschläge. Anhaltender Hochdruckeinfluss führte zum fünfttrockensten November seit Messbeginn 1881. Der meiste Niederschlag im gesamten Herbst mit bis zu 480 l/m² fiel im Schwarzwald sowie am unmittelbaren Alpenrand. Die Gebiete mit dem geringsten Niederschlag lagen in der Mitte Deutschlands.

Viel Sonnenschein, vor allem im November
Im Herbst lag die Sonnenscheindauer mit rund 365 Stunden um 15 Prozent über ihrem Soll von 311 Stunden. Am längsten zeigte sich die Sonne im äußersten Süden sowie in der Leipziger Tieflandbucht mit örtlich über 450 Stunden. Relativ wenig Sonnenschein erhielt der äußerste Norden Deutschlands mit teils unter 270 Stunden.

Das Wetter in den Bundesländern im Herbst 2020
(In Klammern stehen jeweils die vieljährigen Mittelwerte der intern. Referenzperiode) 

Schleswig-Holstein und Hamburg: Im Herbst 2020 registrierte der DWD für Schleswig-Holstein 10,9 °C (9,2 °C), gut 150 l/m² (232 l/m²) und knapp 345 Sonnenstunden (292 Stunden). Am 19. November sorgte Ex-Hurrikan „Eta“ in List auf Sylt für orkanartige Böen bis zu 114 km/h. Im Ländervergleich zählte Hamburg mit knapp 11,3 °C (9,6 °C) zu den wärmsten Bundesländern. Der Niederschlag akkumulierte sich auf rund 135 l/m² (195 l/m²). Mit annähernd 330 Stunden lag der Stadtstaat deutlich über seinem Klimawert (285 Stunden). Dennoch war es die sonnenscheinärmste Region.

Niedersachsen und Bremen: Für Niedersachsen errechneten die Klimaexperten 10,9 °C (9,3 °C) und nahezu 145 l/m² (182 l/m²). Das nordwestlichste Bundesland zählte mit knapp 335 Sonnenstunden (284 Stunden) zu den sonnenscheinarmen Gebieten. Sturmtief „Roswitha“ führte am 15. November in Bremerhaven zu Orkanböen mit bis zu 122 km/h. Mit 11,3 °C (9,6 °C) war Bremen im Herbst 2020 die zweitwärmste und mit knapp 120 l/m² (186 l/m²) die niederschlagsärmste Region. Diese Niederschlagssumme entsprach nur 64 Prozent des dortigen Solls. In dem Staat an der Weser schien die Sonne gut 340 Stunden (282 Stunden). 

Mecklenburg-Vorpommern: Mecklenburg-Vorpommern erreichte eine Durchschnittstemperatur von 11,0 °C (9,0 °C). Mit einer Niederschlagsmenge von aufgerundet 125 l/m² (145 l/m²) war es das zweittrockenste und mit über 330 Sonnenstunden (312 Stunden) auch das zweitsonnenscheinärmste Bundesland.

Brandenburg und Berlin: Der DWD errechnete für Brandenburg durchschnittlich 11,1 °C (9,2 °C), abgerundet 135 l/m² (127 l/m²) und beinahe 360 Sonnenstunden (316 Stunden). Berlin war im Herbst 2020 vor Bremen und Hamburg mit einer Mitteltemperatur von 11,5 °C (9,5 °C) die wärmste Region Deutschlands. In der Hauptstadt fielen rund 140 l/m² (128 l/m²) und die Sonne schien annähernd 355 Stunden (315 Stunden). Die Ausläufer von Tiefdruckgebiet „Xyla“ brachten am 26. nach monatelanger Trockenheit mit überregionalen 15 bis 40 l/m² den lang erwarteten Landregen.

Sachsen-Anhalt: In Sachsen-Anhalt lag die Mitteltemperatur bei 11,1 °C (9,2 °C). Der Niederschlag lag mit knapp 130 l/m² (120 l/m²) leicht über seinem Klimawert. Mit abgerundet 370 Stunden (299 Stunden) gab es ein Sonnenscheinplus von 24 Prozent.

Sachsen: Sachsen präsentierte sich im Ranking der Bundesländer mit beinahe 395 Stunden (319 Stunden) als das sonnenscheinreichste Gebiet Deutschlands. Hier lag die durchschnittliche Temperatur bei 10,3 °C (8,8 °C) und die Niederschlagssumme bei aufgerundet 165 l/m² (155 l/m²).

Thüringen: Thüringen präsentierte sich im Herbst 2020 mit knapp 10,0 °C und einer Abweichung von 1,8 Grad gegenüber dem 30-jährigen Mittel (8,2 °C) als das zweitkühlste Bundesland. Die Niederschlagsmenge summierte sich auf rund 140 l/m² (155 l/m²) und die Sonnenscheindauer auf gut 365 Stunden (299 Stunden). 

Nordrhein-Westfalen: Im Herbst 2020 gehörte Nordrhein-Westfalen mit 165 l/m²(208 l/m²) zu den niederschlagsreichen Bundesländern. Die DWD-Klimaexperten errechneten eine Durchschnittstemperatur von 11,1 °C (9,5 °C) und eine Sonnenscheindauer von beinahe 350 Stunden (294 Stunden).

Hessen: Hier lag die Mitteltemperatur im Herbst bei 10,3 °C (8,6 °C). Mit fast 125 l/m², dies waren 67 Prozent des Solls (188 l/m²), zählte Hessen zu den niederschlagsarmen Regionen. Die Sonne schien rund 345 Stunden (285 Stunden).

Rheinland-Pfalz: Für Rheinland-Pfalz registrierte der DWD durchschnittlich 10,8 °C(8,9 °C), gut 140 l/m² (199 l/m²) und gut 350 Sonnenstunden (308 Stunden). Die bundesweit höchste Temperatur im Herbst registrierte Trier-Petrisberg am 15. September mit hochsommerlichen 34,8 °C.

Saarland: Im Ländervergleich war das Saarland mit nahezu 220 l/m² (241 l/m²) und damit deutlichem Abstand zu Baden-Württemberg das niederschlagsreichste Bundesland. Hier lag die Mitteltemperatur bei 10,8 °C (9,2 °C) und die Sonnenscheindauer summierte sich auf über 345 Stunden (317 Stunden).

Baden-Württemberg: Baden-Württemberg präsentierte sich mit 10,0 °C (8,5 °C) als ein kühles und mit gut 390 Stunden (344 Stunden) als das zweitsonnenscheinreichste Bundesland. Der Niederschlag erreichte rund 160 l/m²(220 l/m²). Die deutschlandweit größte 24-stündige Niederschlagsmenge im Herbst fiel am 26. September mit 107,0 l/m² in Baiersbronn-Ruhestein, nordwestlich von Freudenstadt. Der Schwarzwald gehörte mit gebietsweise bis zu 480 l/m² zu den niederschlagsreichsten Regionen. 

Bayern: Der Freistaat war im Herbst 2020 mit 9,2 °C (7,9 °C) die kühlste Region Deutschlands. Am kühlsten war es bundesweit am Morgen des 30. November in Bad Königshofen, nordwestlich von Bamberg, mit -9,5 °C. Bayern war mit gut 165 l/m² (204 l/m²) die zweitniederschlagsreichste Region. Mit einer Sonnenscheindauer von beinahe 380 Stunden (335 Stunden) gehörte es zu den sonnenreichen Bundesländern. Der Alpenrand zählte mit örtlich bis zu 480 l/m² zu den niederschlagsreichsten Gebieten. (Quelle: DWD)

Beobachtungen zum Klimawandel: Deutschlandwetter November 2020

Drittsonnigster November seit 1951

Offenbach, 30. November 2020 – Anhaltender Hochdruckeinfluss über Südosteuropa hielt Tiefdruckgebiete weitgehend von Mitteleuropa fern und sorgte so mit gut 85 Stunden Sonnenschein für den drittsonnigsten November in Deutschland seit Messbeginn im Jahr 1951. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen. Da tiefer Luftdruck über den britischen Inseln immer wieder milde Luftmassen aus Südwesten nach Deutschland brachte, war der Monat auch deutlich zu warm. Zugleich fiel er viel zu trocken aus.

Überwiegend milde Temperaturen, erst zum Monatsende kühler
Mit 6,0 Grad Celsius (°C) lag im November der Temperaturdurchschnitt um 2,0 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Vergleich zur wärmeren Periode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung +1,6 Grad. Zum Monatsbeginn zeigte das Quecksilber besonders im Südwesten ungewöhnlich hohe Tages- und Nachtwerte. In der Nacht auf den 2. sanken das Thermometer verbreitet nicht unter 15 °C. Tagsüber wurden zahlreiche Temperaturrekorde übertroffen: Spitzenreiter war Bad Dürkheim, am Rande des Pfälzerwaldes, wo am 2. mit 24,0°C der bundesweit höchste Wert verzeichnet wurde. Hoher Luftdruck sorgte besonders in den Flusstälern für zähen Nebel oder Hochnebel und führte im Vergleich zu anderen sonnigen Regionen zu großen Temperaturkontrasten. Zu Beginn der letzten Monatsdekade sorgte Ex-Hurrikan „Eta“ zu einer Umstellung der Großwetterlage und dem Ende der seit Wochen zu milden Temperaturen. Bad Königshofen, nordwestlich von Bamberg, registrierte am 30. mit frostigen -9,5 °Cden deutschlandweit tiefsten Novemberwert.

Landesweit viel zu trocken, im Norden und Westen kurzzeitig stürmisch
Bereits zum dritten Mal in Folge konnte der November seinen Klimawert von 66 Litern pro Quadratmeter (l/m²) Niederschlag nicht erfüllen: Mit knapp 20 l/m²erreichte er 2020 nur 32 Prozent des Solls. Somit zählte der Monat zu den niederschlagsärmsten Novembern seit Messbeginn 1881. Im Thüringer Becken, dem Lee des Harzes sowie der Nieder- und der Oberlausitz fielen örtlich weniger als 5 l/m². Zur Monatsmitte brachten das Sturmtief „Roswitha“ und der Ex-Hurrikan „Eta“ dem Norden und Westen Deutschlands schwere Sturm-, vereinzelt auch Orkanböen. Zu Beginn der letzten Monatsdekade reichte es kurzzeitig bis ins Alpenvorland für eine dünne Schneedecke. Den insgesamt meisten Niederschlag erhielt der Schwarzwald mit örtlich bis zu 80 l/m². Dort wurde mit 37,1 l/m² am 1. in Baiersbronn-Mitteltal vom DWD auch die bundesweit größte Tagesmenge verzeichnet.

Drittsonnenscheinreichster November seit 1951
Der November lag mit gut 85 Stunden um 57 Prozent über seinem Soll von 54 Stunden und war 
damit nach 1989 (100) und 2011 (99) der drittsonnigste seit Messbeginn 1951. Am längsten zeigte sich die Sonne im Allgäu sowie im Südschwarzwald mit örtlich rund 140 Stunden. Vorpommern verzeichnete dagegen teils nur knapp 45 Sonnenstunden.

Das Wetter in den Bundesländern im November 2020
(In Klammern stehen jeweils die vieljährigen Mittelwerte der intern. Referenzperiode)

Schleswig-Holstein und Hamburg: In Schleswig-Holstein betrug die Mitteltemperatur 7,5 °C (5,0 °C). Mit aufgerundet 35 l/m² (83 l/m²) präsentierte es sich als die zweitniederschlagsreichste Region. Das nördlichste Bundesland zählte mit rund 65 Stunden (50 Stunden) zu den sonnenscheinarmen Gebieten. Hamburg war mit 7,8 °C (5,2 °C) das wärmste und mit nahezu 65 Stunden (49 Stunden) das zweitsonnenscheinärmste Bundesland. Es fielen nur knapp 20 l/m² (67 l/m²) Regen. 

Niedersachsen und Bremen: Der November kam in Niedersachsen auf 7,4 °C (4,9 °C), rund 25 l/m² (66 l/m²) und gut 70 Sonnenstunden (49 Stunden). Das Sturmtief „Roswitha“ führte am 15. in Bremerhaven zu Orkanböen bis zu 122 km/h. Bremen war mit 7,7 °C (5,2 °C) die zweitwärmste Region Deutschlands. Die Klimaexperten errechneten abgerundet 25 l/m² (66 l/m²) und beinahe 75 Sonnenstunden (51 Stunden).

Mecklenburg-Vorpommern: Mecklenburg-Vorpommern war im November 2020 mit nahezu 55 Stunden das sonnenscheinärmste Bundesland und lag trotzdem noch knapp über seinem Monatssoll (52 Stunden). In Vorpommern zeigte sich die Sonne mit teils nur annähernd 45 Stunden bundesweit am wenigsten. Die Durchschnittstemperatur betrug 7,2 °C (4,5 °C). Es fielen annähernd 15 l/m² (52 l/m²) Regen. 

Brandenburg und Berlin: Laut DWD zählte Brandenburg mit etwa 10 l/m² (45 l/m²) zu den niederschlagarmen Regionen. Die Mitteltemperatur betrug 6,8 °C (4,4 °C) und die Sonne schien gut 70 Stunden (50 Stunden). Für Berlin verbuchten die Meteorologen durchschnittlich 7,1 °C (4,7 °C), eine Niederschlagsmenge von aufgerundet 20 l/m² (48 l/m²) und eine Sonnenscheindauer von annähernd 70 Stunden (50 Stunden).

Sachsen-Anhalt: Bei einer Durchschnittstemperatur von 6,9 °C (4,5 °C) meldete Sachsen-Anhalt im November eine Sonnenscheindauer von beinahe 80 Stunden (51 Stunden). Mit einer Niederschlagssumme von knapp 10 l/m² (43 l/m²) war es das zweitniederschlagärmste Bundesland.

Sachsen: Für Sachsen ermittelten die Wetterfachleute des DWD eine Mitteltemperatur von 5,6 °C (3,8 °C) und eine Sonnenscheindauer von nahezu 100 Stunden (54 Stunden). Der Freistaat zeigte sich mit aufgerundet 10 l/m² (52 l/m²) als das niederschlagsärmste Bundesland. Das waren nur 17 Prozent seines Monatssolls. 

Thüringen: Thüringen präsentierte sich mit einer mittleren Temperatur von 5,4 °C(3,3 °C) als eine vergleichsweise kühle Region. Der Niederschlag akkumulierte sich auf aufgerundet 15 l/m² (56 l/m²), was nur 22 Prozent des Monatssolls entsprach. Deshalb gehörte der November 2020 auch in Thüringen zu den trockensten seit Messbeginn 1881. Die Sonne schien über 90 Stunden (49 Stunden). Das war dort nach 2011 und 1989 der drittsonnigste November seit Aufzeichnungsbeginn 1951.

Nordrhein-Westfalen: Nordrhein-Westfalen zeigte sich im November 2020 mit 7,6 °C (5,1 °C) als ein warmes und mit rund 30 l/m² (78 l/m²) als ein niederschlagsreiches Bundesland. Mit über 100 Stunden und fast der doppelten Summe seines Klimawertes (53 Stunden) war es das zweitsonnigste Gebiet Deutschlands.

Hessen: Im Ländervergleich verbuchten die Klimaexperten für Hessen eine Durchschnittstemperatur von 5,7 °C (3,8 °C), eine Niederschlagssumme von knapp 20 l/m² (71 l/m²) sowie eine Sonnenscheindauer von über 75 Stunden (43 Stunden). 

Rheinland-Pfalz: Für Rheinland-Pfalz notierten die Meteorologen 6,3 °C (4,1 °C), nur knapp 25 l/m² (75 l/m²) und gut 95 Sonnenstunden (53 Stunden). Zu Beginn des Monats sorgte eine südwestliche Strömung besonders im Südwesten für spätsommerliche Wärme: Bad Dürkheim, am Rande des Pfälzerwaldes, registrierte am 2. mit 24,0°C den bundesweit höchste Novemberwert. An einigen DWD-Station wurden hierbei neue Temperaturrekorde für den November verzeichnet. Nach 1989 war der Monat der zweitsonnigste seit Messbeginn 1951.

Saarland: Im Saarland lag die mittlere Temperatur im November 2020 bei 6,4°C (4,3 °C). Mit über 35 l/m² (95 l/m²), die nur 37 Prozent des Monatssolls entsprachen, präsentierte es sich als das niederschlagsreichste Bundesland. In der Gegenüberstellung der Länder war es mit über 100 Stunden (53 Stunden) eine sonnenscheinreiche Region. Der Monat war nach 1989 der zweitsonnigste November seit Messbeginn 1951.

Baden-Württemberg: Im November war Baden-Württemberg mit durchschnittlich 5,3 °C (3,5 °C) das zweitkühlste und mit nahezu 105 Stunden (62 Stunden) das sonnigste Bundesland. In der Nacht auf den 2. sank das Quecksilber am Oberrhein und in den mittleren Landesteilen verbreitet nicht unter 15 °C. In Müllheim, südwestlich von Freiburg, sogar nicht unter 17,7 °C. Der Monat war nach 2011 der zweitsonnigste November. Im Südschwarzwald schien die Sonne bis zu 140 Stunden mit am meisten. Es fielen etwa 25 l/m² (82 l/m²) Niederschlag. Der Schwarzwald war mit örtlich bis zu 80 l/m² die niederschlagsreichste Region Deutschlands. Hier wurde mit 37,1 l/m² am 1. in Baiersbronn-Mitteltal, auch die bundesweit größte Tagessumme verzeichnet.

Bayern: Bayern war im November deutschlandweit mit 4,3 °C (2,8 °C) das kühlste Bundesland. Am Morgen des 30. meldete Bad Königshofen, nordwestlich von Bamberg, mit -9,5 °C den bundesweiten Tiefstwert. Die Niederschlagsmenge betrug annähernd 20 l/m² (70 l/m²), die Sonnenscheindauer lag bei knapp 85 Stunden (57 Stunden). Am 21. sank die Schneefallgrenze im Alpenvorland kurzzeitig bis auf rund 700 Meter: Holzkirchen, südlich von München, meldete eine Schneehöhe von 2 cm. (Quelle: DWD)

Beobachtungen zum Klimawandel: Deutschlandwetter Oktober 2020

Ein sehr sonnenscheinarmer, niederschlagsreicher und zu warmer Oktober

Offenbach, 30.10.2020 – Im Oktober 2020 standen die Zeichen auf Unbeständigkeit. Tiefdruckgebiete mit feuchten Luftmassen brachten neben sehr vielen Wolken wiederholte, teils auch kräftige Niederschläge, mit vereinzelten Gewittern, sowie einen Wechsel zwischen kurzen kühlen und milden Witterungsabschnitten. Aber auch eine Sturmflut an der Ostsee, sowie ein Föhnsturm in den Alpen, gehörten mit zum Wetterprogramm. Im Ergebnis war der Oktober zu warm, zu nass und ungewöhnlich wolkenreich. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen. 

Oft mild, in der zweiten Monatsdekade länger kühl mit leichten Nachfrösten
Mit 10,2 Grad Celsius (°C) lag im Oktober der Temperaturdurchschnitt für Deutschland um 1,2 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Vergleich zur wärmeren Periode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung 1,0 Grad. Der Monat startete mit Werten von über 20 °C recht mild. Unter Föhneinfluss wurde am 3. aus Kiefersfelden-Gach, im Landkreis Rosenheim, mit 24,6 °C die deutschlandweit höchste Temperatur gemessen. Ab der zweiten Monatsdekade drehte sich das Blatt und es stellte sich ein kühler Witterungsabschnitt ein. Bei Höchsttemperaturen von teils unter 10 °C traten vor allem in den östlichen und südlichen Regionen leichte Nachtfröste auf. Oberstdorf meldete mit -4,4 °C am 14. den bundesweit tiefsten Wert. In der dritten Monatsdekade stieg das Quecksilber wieder an. Zeit- und gebietsweise gab es dann sogar noch einmal Höchsttemperaturen über 20 °C. 

Ein nasser Oktober mit besonders hohen Niederschlagsmengen in den Mittelgebirgen
Aufgrund wiederholtem Tiefdruckeinfluss erreichte der Oktober 2020 mit über 75 Litern pro Quadratmeter (l/m²) 139 Prozent seines Klimawerts von 56 l/m². Zu Beginn des Monats konzentrierten sich die Regenwolken vor allem auf die westlichen Landesteile. Zur Monatsmitte aber sandte das Tief GISELA von Polen und Tschechien her auch den östlichen Bereichen kräftige Niederschläge. Dabei wurde am 14. die höchste Tagessumme von 64,4 l/m² an der Station Wernigerode-Schierke, im Landkreis Harz, gemessen. Mehrere Starkregenereignisse führten in Sachsen und Sachsen-Anhalt in der Monatsbilanz zu doppelt so hohen Mengen als zu erwarten wäre. Die höchsten Summen aber prasselten im Monatsverlauf mit über 200 l/m² im Südschwarzwald und Harz vom Himmel. Andererseits gab es im Lee von Hunsrück, Eifel und Rhön, sowie an der Ostseeküste, regional nur um 30 l/m². 

Ein ungewöhnlich wolkenreicher Oktober
Im Oktober lag die Sonnenscheindauer mit fast 70 Stunden deutlich unter ihrem Soll von 109 Stunden. Damit war es der fünftsonnenscheinärmste Oktober seit 1951. Besonders in den westlichen Gebieten schien die Sonne so selten wie seit 1998 nicht mehr. In den dortigen Mittelgebirgen gab es örtlich im gesamten Monat keine 40 Sonnenstunden. Aber auch sonst blieb die Sonne sehr zurückhaltend. Nur an den Küsten sowie im Alpenvorland zeigte sie sich mit rund 100 Stunden häufiger zwischen den Wolken. 

Das Wetter in den Bundesländern im Oktober 2020
(In Klammern stehen jeweils die vieljährigen Mittelwerte der intern. Referenzperiode)

Schleswig-Holstein und Hamburg: Im Oktober meldete das nördlichste Bundesland eine Temperatur von 10,9 °C (9,5 °C), eine Niederschlagsmenge von gut 80 l/m² (73 l/m²) und als sonnigstes Gebiet fast 90 Sonnenstunden (98 Stunden). Hamburg war mit 11,2 °C (9,8 °C) nach Berlin die zweitwärmste Region. Neben rund 75 l/m² (60 l/m²) Niederschlag zeigte sich in der Hansestadt die Sonne aufgerundet 70 Stunden (97 Stunden).

Niedersachsen und Bremen: Niedersachsen registrierte im Oktober 11,0 °C (9,6 °C), rund 75 l/m² (56 l/m²) und etwa 70 Sonnenstunden (99 Stunden). Bremen erreichte 11,1 °C (9,8 °C). Mit einer Niederschlagsmenge von rund 65 l/m² (58 l/m²) und einer Sonnenscheindauer von etwa 80 Stunden (98 Stunden) war die Hansestadt die zweitsonnigste Region. 

Mecklenburg-Vorpommern: In Mecklenburg-Vorpommern ermittelte der DWD eine Temperatur von 11,1 °C (9,3 °C). Mit 55 l/m² (42 l/m²) Niederschlag landete es als trockenstes Bundesland auf dem letzten Platz im Niederschlagsranking. Die Sonne zeigte sich 75 Sunden (105 Stunden). Am 14. bewirkte ein Nordoststurm mit Böen bis 100 km/h eine Sturmflut mit 5 Meter hohen Wellen. Wie in Wismar stiegen die Pegel an manchen Orten auf 1,40 Meter.

Brandenburg und Berlin: Brandenburg erreichte eine Mitteltemperatur von 11,0 °C(9,3 °C). Die Hauptstadt meldete 11,3 °C (9,6 °C) und war die wärmste Region in Deutschland. Brandenburg mit knapp 65 l/m² (37 l/m²) und Berlin mit etwa 55 l/m²(35 l/m²) erlebten 2020 einen recht nassen Oktober. Die Sonne zeigte sich sowohl in Brandenburg (110 Stunden) als auch in Berlin (109 Stunden) fast 70 Stunden.

Sachsen-Anhalt: Der Oktober 2020 erwies sich in Sachsen-Anhalt mit einer Temperatur von 11,1 °C (9,4 °C) als zu warm und mit einer Niederschlagsausbeute von etwa 75 l/m² (36 l/m²) als deutlich zu nass. Am 14. meldete Wernigerode-Schierke, im Landkreis Harz, mit 64,4 l/m² die höchste Tagessumme. Im gesamten Monat fielen dort fast 250 l/m². Der Brocken kam sogar auf über 350 l/m². Die Sonne schien in Sachsen-Anhalt rund 70 Stunden (104 Stunden).

Sachsen: Sachsen erreichte eine Durchschnittstemperatur von 10,3 °C (9,0 °C). Mitte des Monats brachte das Tief GISELA ordentlich Regen. Dabei fielen alleine am 14. verbreitet zwischen 20 und 40, örtlich sogar bis 50 l/m². Insgesamt konnten bis zum Monatsende in der Fläche fast 100 l/m² (47 l/m²) gemessen werden und damit das Doppelte der zu erwartenden Niederschlagsmenge. Sachsen war die zweitnasseste, aber mit etwa 75 Stunden (118 Stunden) auch eine der sonnigen Regionen.

Thüringen: Hier betrug die Temperatur im Oktober 9,9 °C (8,4 °C). Damit gehört Thüringen zu den kühleren Gebieten. Hinzu kamen im Flächenmittel nasse 80 l/m²(48 l/m²). Im Thüringer Wald fielen sogar über 150 l/m². Die Sonne zeigte sich rund 65 Stunden (107 Stunden). 

Nordrhein-Westfalen: Im einwohnerreichsten Bundesland ermittelte der DWD eine Durchschnittstemperatur von 10,7 °C (9,8 °C). Dazu fielen abgerundet 80 l/m² (62 l/m²) Niederschlag. Mit nur etwa 50 Stunden (107 Stunden) schien die Sonne so selten wie seit 1998 nicht mehr. 

Hessen: In Hessen betrug die Temperatur im Oktober 10,2 °C (8,9 °C) und die Niederschlagsmenge rund 70 l/m² (59 l/m²). Nach dem zweitsonnigsten September zeigte sich der Oktober mit mageren 50 Stunden (100 Stunden) ungewöhnlich sonnenscheinarm.

Rheinland-Pfalz: Hier erreichte die Oktobertemperatur im Mittel 10,1 °C (9,2 °C) und mit rund 75 l/m² (63 l/m²) war es etwas zu nass. Mit 55 Stunden (105 Stunden) wurde der sonnenscheinärmste Oktober seit 1998 registriert.

Saarland: Das kleinste Flächenland meldete im Oktober durchschnittlich 10,0 °C(9,4 °C) und etwa 125 l/m² (77 l/m²). Dazu zeigte sich die Sonne ungewöhnlich selten. Lediglich 45 Stunden (106 Stunden) wurden erreicht und damit so wenig wie seit 1998 nicht mehr. Im Ländervergleich war das Saarland so das nasseste und sonnenscheinärmste Bundesland.

Baden-Württemberg: Hier wurde eine Temperatur von 9,4 °C (8,7 °C) gemeldet. Damit war Baden-Württemberg das zweitkühlste Bundesland. Im Flächenmittel fielen rund 85 l/m² (68 l/m²) Niederschlag. Der Südschwarzwald erreichte über 200 l/m². Die Sonne schien etwa 75 Stunden (117 Stunden). Es war der sonnenscheinärmste Oktober der letzten 20 Jahre. 

Bayern: Im größten Bundesland wurde im Oktober eine Temperatur von 8,9 °C (8,1 °C) ermittelt. Somit war der Freistaat die kühlste Region in Deutschland. Ein Föhnsturm brachte am 3. sehr milde Temperaturen. Dabei erreichte Kiefersfelden-Gach, im Landkreis Rosenheim, mit 24,6 °C die bundesweit höchste Temperatur. Auch der tiefste Wert stammt aus Bayern und wurde am Morgen des 14. mit frostigen -4,4 °C in Oberstdorf gemessen. Bei einer Niederschlagsmenge von rund 80 l/m² (61 l/m²), schien die Sonne in Bayern etwa 75 Stunden (118 Stunden). Quelle: DWD