Pflanzen beschreiben den Jahreslauf. Die Beobachtung und Dokumentation der Pflanzen gibt Forschern wichtige Hinweise, wann z.B. das Frühjahr beginn. Vergleicht man die aktuell beobachteten Daten mit langfristigen Mittelwerten, lässt sich sagen, ob sich das Klima ändert.
Selbst der Deutsche Wetterdienst beobachtet und dokumentiert die Pflanzenentwicklung im Jahreslauf. Dadurch entsteht der sog. phonologische Kalender, der den Wissenschaftlern wertvolle Hinweise auf die Folgen des Klimawandels gibt.
Und natürlich könnt auch Ihr durch eigene Beobachtungen das regionale Klima für Eure Region „lesen“.
Eine der „Klimazeigerpflanzen“ ist die Forsythie. Wenn sie blüht, dann beginnt der Erstfrühling. Im langjährigen Mittel ist das in Deutschland der 26.März.

Die phänologischen Jahreszeiten, die sog. Phonologische Uhr, wird vom Deutschen Wetterdienst deutschlandweit und regional für jedes Bundesland geführt.

Ihr könnt selber eine solche Uhr führen und so Euren Standort, der durchaus noch einmal vom gesamten Bundesland abweichen kann, zu beschreiben und daraus einzelne Schritte im Grünlandmanagement zeitgerecht zu planen.
Die Phänologische Uhr des Deutschen Wetterdienstes, sie wird ständig aktualisiert und im Vergleich mit den langjährigen Mittelwerten dargestellt, könnt Ihr jederzeit hier nachschlagen.
Wer seine Klimakenntnisse perfektionieren möchte, sollte sich im Bereich des Grünlandes dafür sorgen, dass Hasel, Forsythie, Apfel, Holunder, Sommerlinde und Stileiche wächst. Das sind die offiziellen Klima- Zeigerpflanzen im Jahreslauf, die Euch wertvolle Hinweise für das Grünlandmanagement liefern. Perfekt arbeiten diejenigen unter Euch, die sich auf der Phänologischen Uhr die dazu gemachten Grünlandarbeiten, wie z.B. Wachstumsbeginn, Reparatursaat, Wiederbeginn, usw. notieren. Stück für Stück lernt Ihr so, die Pflanzen als wichtige Zeigerpflanzen für das Grünlandmanagement klimaangepasst zu nutzen.
Ein phänogischer Kalender dokumentiert Klimaveränderungen und ist ein zuverlässiger Berater für pflanzenbauliche Planungen.

Praxistipps:
- Unter Downloads könnt Ihr eine Phänologische Jahresuhr als interaktive Grafik herunterladen. Bitte lest auch die Hinweise auf der zweiten Seite.
- Alternativ kann auch in Tabellenform ein Phänologischer Kalender mit Möglichkeit zum Notieren von eigenen Beobachtungen heruntergeladen werden.
- Projekt PhänoNetz: Im Rahmen des Projektes PhänoNetz kooperiert der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit der Pflanzenbestimmungsapp Flora Incognita, um die Erfassung phänologischer Daten in Deutschland gezielt zu erweitern. Ziel der Zusammenarbeit ist es, die räumliche und zeitliche Dichte phänologischer Beobachtungen zu erhöhen und bestehende Datenlücken zu schließen. Flora Incognita ist eine weit verbreitete App zur automatischen Pflanzenbestimmung, entwickelt von der Technischen Universität Ilmenau und des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie. Mithilfe künstlicher Intelligenz können Pflanzen anhand von Smartphone-Fotos zuverlässig erkannt werden. Ab sofort lassen sich über die Flora Incognita App auch ausgewählte phänologische Entwicklungsphasen von Pflanzen aus dem Beobachtungsprogramm des DWD melden. Mitmachen und Pflanzenentwicklung über Flora Incognita App melden
Die Teilnahme am Projekt PhänoNetz ist unkompliziert: In der Flora Incognita-App kann das Projekt über die Projektansicht aktiviert werden. Anschließend werden relevante Pflanzenbestimmungen automatisch dem Projekt zugeordnet. Wird eine Pflanze erkannt, die Teil des Beobachtungsprogrammes ist, erscheint ein kurzer Fragebogen zur Erfassung der aktuellen Entwicklungsphase. Nutzerinnen und Nutzer können so gezielt Beobachtungen melden – aktuell beispielsweise den Blühbeginn von Apfelbäumen. Wichtig ist, dass Pflanzen in klar definierten Entwicklungsstadien fotografiert werden. Welche Arten und Phasen gemeldet werden können sowie eine detaillierte Anleitung finden sich unter: www.dwd.de/phaenonetz (Text: DWD) - Anleitung Phänonetz und Flora Incognita App
