
Rekordtemperaturen der Meere
Noch nie waren die Meere so warm in einem Frühsommer wie in diesem Jahr 2026. Bereits im Juni wurden Wassertemperaturen im Mittelmeer gemessen, wie sie üblicherweise erst zum Ende des Sommers vorherrschen.
Die globalen Meerestemperaturen erreichten im Juni 2026 laut EU- Klimaprogramm Copernikus Rekordtemperaturen von fast 21°C. Damit wurden die bisherigen Rekordtemperaturen von 2023 und 2024 überschritten. Dokumentiert werden die Daten bereits seit 1880.
Warum ist die Beachtung der Meerwassertemperaturen für alle Menschen von entscheidender Bedeutung?
Die Temperatur der Meere, ganz korrekt als Meeresoberflächentemperatur (SST) bezeichnet, ist eine der wichtigsten Klimavariablen (ECVs) des Globalen Klimabeobachtungssystems (GCOS) und Klimaindikator der Weltorganisation für Meteorologie (WMO).
Ozeane nehmen Wärme aus der Atmosphäre auf und speichern sie. Anders ausgedrückt: Die Ozeane nehmen einen Teil der Energie der Atmosphäre auf und speichern sie. Je wärmer das Meerwasser desto energiereicher ist es. Mehr Energie bedeutet vermehrte und stärkere Extremwetterereignisse. Die Wärme in den Meeren ist die Energiequelle für Stürme, Hurrikane, Taifune, Starkregenereignisse und schwere Gewittern.
Trotz dieser Extremwetterereignissen sind die zunehmenden Temperatursteigerungen durch den Klimawandel für langanhaltende Trockenzeiten verantwortlich. Fazit: Uns erwarten vermehrte und immer stärker werdende Hitzeperioden mit Trockenzeiten, Wassermangel und Niedrigwasser bei gleichzeitigen Extremwetterereignissen, wie z.B. Starkregenereignissen.
Sorgen müssen wir uns alle machen, weil die Meeresoberflächentemperaturen (SST) in den letzten 30 Jahren stark gestiegen sind. Basis bilden die Aufzeichnungen seit 1880. Die regelmäßigen Messungen haben auch ergeben, dass sich der globale Ozean erwärmt. Spitzenreiter und Ausreißer sind das schneller aufheizende Mittelmeer, die Ostsee und das Schwarze Meer. Besonders das Mittelmeer (Wassertemperatur im August 2026 heiße 28° – 30°C !) mit seinem teilweise um +6°C aufgeheizten Wassermassen ist für unser Klima besonders dominant. Gerade deshalb müssen wir in Mitteleuropa durch die großen, gespeicherten Energiegehalte des Mittelmeeres mit immer stärkeren und häufiger auftretenden maritimen Hitzewellen rechnen. Maritime Hitzewellen heißt kurz zusammengefasst: Hitze – Energie (Sturmintensität) – Feuchtigkeit (Starkregen).

Damit ist es mit den Problemen der Meerwassertemperaturerhöhung nicht getan: Veränderte Meereszirkulationen, Anstieg des Meeresspiegels, veränderte maritime Nahrungsmittelsysteme, drastische Verringerung der maritimen Artenvielfalt, veränderte Ökosysteme, reduzierter Fischfang mit Verlust der Ernährungsgrundlage, lebensbedrohende Entwicklung von Krankheitskeimen wie Vibrationen, … . So steigt z.B. die Gefahr von Vibrio- Infektionen beim Baden in der Ostsee, wenn sich das Wasser auf 20°C und höher erwärmt. Vibrio- Infektionen (Vireninfektionen) führen z.B. zu Magen- Darm- Infektionen oder Wundinfektionen schlimmstenfalls bis zur lebensbedrohenden Sepsis. Todesfälle durch Vibrationen sind beim Menschen bereits dokumentiert, auch im Sommer 2026. Anfang August 2026 hat das Wasser der Ostsee im Bereich Fehmarn, Boltenhagen, Danzig, Usedom und Riga die kritische Temperaturgrenze von 20°C erreicht.
Da sich Meereswassertemperaturen nur sehr langsam erhöhen, kühlen sie sich auch sehr langsam wieder ab. Ein träges System. Deshalb gehen die Forscher vom Copernicus Marine Service davon aus, dass wir uns auf kommende und wahrscheinlich immer stärker werdende Extremwetterlagen einstellen müssen, selbst wenn wir alle klimaneutral ab sofort handeln würden.
Resillienz gegenüber Starkregen, Stürme und Hitzewellen, Dürreperioden und Ernteeinbußen ist das Gebot der Stunde.
Ein Resllienzplan zum bereits in großer Wucht zu beobachtenden Folgen des Klimawandels ist Aufgabe jedes einzelnen Betriebes und sollte möglichst rasch sehr sorgfältig aufgestellt und regelmäßig evaluiert und angepasst werden.
Mehr Meer: https://marine.copernicus.eu/de/





