Beobachtungen zum Klimawandel: Deutschlandwetter im November 2023

Milder und trüber November mit sehr ergiebigen Niederschlägen

Offenbach, 29. November 2023 – Überwiegend westliche Winde, zeitweilig auch in Sturmstärke wehend, brachten nicht nur milde, sondern auch sehr feuchte Luftmassen nach Deutschland. Der November 2023 fiel damit praktisch ins Wasser. Mit der letzten Monatsdekade wurde dann der Winter eingeläutet. Fröste mit gebietsweisen Schneefällen bis ins Flachland standen fortan auf dem Programm. Währenddessen hielt sich die „Novembersonne“ mit Ausnahme des Südostens und Ostens der Republik auffällig im Hintergrund, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen mitteilte.

Die zunächst sehr milde Novemberwitterung endete mit Schnee und Frost
Der Temperaturdurchschnitt lag im November 2023 mit 5,5 Grad Celsius (°C) um 1,5 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 (4,0 °C). Im Vergleich zur aktuellen und wärmeren Vergleichsperiode 1991 bis 2020 (4,8 °C) betrug die Abweichung +0,7 Grad. In den ersten beiden Monatsdekaden bewegten sich die Temperaturen im deutlich milden Bereich. Siegsdorf-Höll, unmittelbar an den Chiemgauer Alpen, stach am 2. dank vorübergehender Föhnunterstützung mit 19,5 °C als bundesweiter Spitzenreiter hervor. In der finalen Dekade zeigte der November seine winterliche Seite, insbesondere im Bergland. Strenge Fröste in den östlichen Mittelgebirgen kennzeichneten die tiefsten Werte des Monats.

Einer der niederschlagsreichsten Novembermonate mit finalen Schneefällen
Im November fielen mit rund 126 Litern pro Quadratmeter (l/m²) knapp 90 Prozent mehr Niederschlag, als in der Referenzperiode 1961 bis 1990 (66 l/m²). Im Vergleich zu 1991 bis 2020 (63 l/m²) erreichten die Mengen das Doppelte des Solls. Höhere Werte wurden zuletzt im November 1944 beobachtet. Im Südwesten des Landes fiel im letzten Monat sogar deutlich mehr als das Doppelte der zu erwartenden Mengen. Im Schwarzwald wurden örtliche Spitzenwerte von über 500 l/m² gemessen. Sankt Blasien-Menzenschwand hatte dabei am 13. mit 83,3 auch den bundesweit höchsten Tagesniederschlag. Im Verlauf der letzten Monatsdekade verwandelte sich der Niederschlag landesweit zeit- und gebietsweise in Schnee. Vor allem am 27. sorgte ein Schneetief in den mittleren Landesteilen für chaotische Straßenverhältnisse. Mit Berglandwinter schloss der November sein Wetterkapitel.

November mit einem Viertel weniger Sonnenschein; Mittelgebirgsregion besonders trüb
Mit 42 Stunden lag die Sonnenscheindauer im November etwa 20 Prozent unter dem Soll von 53 Stunden (Periode 1961 bis 1990). Im Vergleich zu 1991 bis 2020 (55 Stunden) betrug die die negative Abweichung fast 25 Prozent. In den Mittelgebirgen herrschte im November mit gebietsweise unter 25 Stunden eine regelrechte Sonnenflaute. Viele Lichtblicke gab es dagegen mit 70 Stunden in Nieder- und Oberbayern.

Das Wetter in den Bundesländern im November 2023
(In Klammern finden Sie die vieljährigen Mittelwerte der internationalen Referenzperiode 1961-1990. Der Vergleich aktueller mit diesen vieljährigen Werten ermöglicht eine Einschätzung des längerfristigen Klimawandels)

Baden-Württemberg: Im Südwesten präsentierte sich der November mit 5,7 °C (3,5 °C) milder als üblich. Für Aufsehen sorgte aber vor allem die Niederschlagsbilanz. Mit rund 180 l/m² fiel nicht nur mehr als das Doppelte der üblichen Menge von 82 l/m², sondern auch nach letzten Vorhersagen das dritthöchste Novembervolumen seit Aufzeichnungsbeginn. Im Schwarzwald fielen punktuell sogar über 500 l/m². Ab der zweiten Monatsdekade verwandelte sich der Niederschlag in den höchsten Lagen auch in Schnee, zum Monatsende wurde es auch in tieferen Lagen zeit- und gebietsweise weiß. Baden-Württemberg platzierte sich als zweitnassesten Bundesland im November. Folglich ließ sich die Sonne mit lediglich rund 40 Stunden (62 Stunden) ein gutes Drittel seltener blicken.

Bayern: Der Freistaat behauptete sich mit 4,9 °C (2,8 °C) als zweitkühlstes Bundesland. Siegsdorf-Höll, unmittelbar an den Chiemgauer Alpen, meldete dank vorübergehender Föhnunterstützung am 2. mit 19,5 °C den bundesweiten Höchstwert. Diesem Spitzenreiter zum Trotz gehörten die Schlagzeilen aber dem enormen Novemberniederschlag. Mit rund 155 l/m² (70 l/m²) war es nach vorläufigen Berechnungen der niederschlagsreichste seit Messbeginn. An den Alpen wurden lokal über 400 l/m² beobachtet, der in den höheren Lagen auch öfter als Schnee fiel. Zum Monatswechsel wurden auch die tieferen Lagen hier und da beschneit. Trotz der rekordverdächtigen Niederschlagszahlen blieb die Sonne mit fast 55 Stunden (57 Stunden) standhaft. In Ober- und Niederbayern konnte man sich sogar über rund 70 Stunden freuen. Fazit: Bayern strahlte als sonnigstes Bundesland im November 2023.

Berlin: Die Bundeshauptstadt meldete im November ein Mittel von 5,9 °C (4,7 °C) und nasse 75 l/m² (48 l/m²), die zum Monatsende auch in die Schneephase übergingen. Die Sonnenscheindauer lag in der vergleichsweise sonnenverwöhnten Spreemetropole mit rund 50 Stunden (50 Stunden) im Normalbereich.

Brandenburg: Hier wurde eine Novembertemperatur von milden 5,6 °C (4,4 °C) gemessen. In puncto Niederschlagsausbeute waren die letzten 30 Tage mit 70 l/m²(45 l/m²) deutlich zu nass. Mit dem Monatsende mischten sich auch zunehmend Schneeflocken in den Niederschlag. Ausbalanciert war die Sonnenscheindauer von 50 Stunden (50 Stunden). Brandenburg war das niederschlagsärmste und ein sonniges Bundesland.

Bremen: Bremen verkündete als mildeste Region ein Temperaturmittel von 6,7 °C(5,2 °C). Mit 105 l/m² (66 l/m²) fiel gut 60 Prozent mehr Niederschlag in der Hansestadt. Die Sonne zeigte sich gerade mal 40 Stunden (51 Stunden) am Himmel. 
Hamburg: In Hamburg verlief der 6,2 °C (5,2 °C) temperierte Novembermonat 2023 mit 93 l/m² (67 l/m²) zu nass. Ende November verwandelte sich der ständige Regen in sanft fallende Schneeflocken. Mit 25 Sonnenstunden (49 Stunden) und einem Defizit von rund 50 Prozent war die Hansestadt das Schlusslicht im Länderranking.

Hamburg: In Hamburg verlief der 6,2 °C (5,2 °C) temperierte Novembermonat 2023 mit 93 l/m² (67 l/m²) zu nass. Ende November verwandelte sich der ständige Regen in sanft fallende Schneeflocken. Mit 25 Sonnenstunden (49 Stunden) und einem Defizit von rund 50 Prozent war die Hansestadt das Schlusslicht im Länderranking. 

Hessen: Im erstaunlich wolkenverhangenen November 2023 wurden in Hessen gerade einmal nur rund 25 Sonnenstunden (43 Stunden) beobachtet. Mit diesem Sonnenscheindefizit von 40 Prozent zählte die Region zu den trübsten Bundesländern. Dafür öffnete der Himmel häufiger seine Schleusen. Bis zum Monatsfinale wurden in der Fläche 110 l/m² (71 l/m²) verzeichnet. Am 27. kam es durch teils heftige Schneefälle und unter der Schneelast umstürzenden Bäumen verbreitet zu einem Verkehrschaos. Der letzte Herbstmonat verabschiedete sich schließlich mit Berglandwinter. Rückblickend war es voraussichtlich der nasseste November seit 1977. Das Temperaturmittel lag trotz finaler Abkühlung mit 5,6 °C(3,8 °C) im milden Bereich.

Mecklenburg-Vorpommern: Dem Nordosten brachte der November milde 5,6 °C(4,5 °C). Auch hatte er nasse 75 l/m² (52 l/m²) und zum Monatsausklang zudem Schneeflocken im Gepäck. Trotz des Niederschlagsüberschusses blieb Mecklenburg-Vorpommern im elften Monat des Jahres das zweittrockenste Bundesland. Fast 40 Stunden (52 Stunden) setzte die Sonne zwischen den Wolken strahlende Akzente.

Niedersachsen: Der November 2023 war in Niedersachsen mit 6,3 °C (4,9 °C) mild, aber auch sehr niederschlagsreich. Beeindruckende 122 l/m² (66 l/m²) wurden aufgezeichnet. Wie bereits im Oktober war es auch im November allen voran das Nordseeumfeld, das beinahe täglich Niederschlag erlebte. Ende des Monats verwandelten sich die Regentropfen zunehmend in Schnee. Die Novembersonne schien im Flächenmittel nur noch magere 35 Stunden (49 Stunden).

Nordrhein-Westfalen: NRW dürfte im November mit einem Temperaturmittel von 6,5 °C (5,1 °C) Platz 2 der mildesten Regionen in Deutschland belegen. Das Niederschlagsplus betrug mit 140 l/m² (79 l/m²) rund 75 Prozent. Was zunächst flüssig fiel, blieb in den letzten Monatstagen vor allem im Bergland als Schnee liegen. Nach vorläufigen Berechnungen erfuhr das Bundesland den nassesten November seit 1944. Mit 34 Sonnenstunden wurde das Klimamittel von 53 Stunden um etwa 35 Prozent verfehlt.

Rheinland-Pfalz: In Rheinland-Pfalz kam der elfte Monat des Jahres auf milde 6,1 °C (4,1 °C) und sehr nasse 125 l/m² (75 l/m²). Mit einem Plus von rund 65 Prozent war es wohl der niederschlagsreichste November seit 1952, der sich mit einem verschneiten Bergland verabschiedete. Nur 30 Stunden (53 Stunden) Sonnenschein brachten etwas Licht in den vergangenen trüben Monat.

Saarland: Das Saarland zählte im November 2023 mit 6,4 °C (4,4 °C) zu den milderen Gefilden Deutschlands. Mit extrem nassen 182 l/m² (95 l/m²) und einem entsprechenden Überschuss von fast 90 Prozent sowie finalen Schneeflocken avancierte die Region, knapp vor Baden-Württemberg, zum niederschlagsreichsten Bundesland im letzten Monat. Nachstehend blieb im nassesten November seit 1930 die Sonnenscheinausbeute mit 27 Stunden auf halber Strecke gegenüber dem Klimamittel (53 Stunden) zurück, womit das Saarland zu den sonnenscheinärmsten Gebieten zählte.

Sachsen: Sachsen eroberte mit einem Gebietsmittel von 4,8 °C (3,8 °C) den kühlsten Platz im Länderranking. Das Erzgebirge signalisierte schon zu Beginn der letzten Novemberwoche eine beginnende Einwinterung und meldete Ende des Monats nicht nur über 30 cm Schnee, sondern mit strengen Frösten von unter -10 °C auch die tiefsten Temperaturen deutschlandweit. Schnee und Regen ergossen sich in den letzten 30 Tagen mit einer Bilanz von rund 95 l/m² (52 l/m²) über den Freistaat. Nur 35 Stunden (54 Stunden) ließ sich die Sonne im November blicken.

Sachsen-Anhalt: In Sachsen-Anhalt ergaben die Auswertungen des DWD einen mit 5,7 °C (4,5 °C) milden November, der auch nasse 77 l/m² (43 l/m²) und finale Schneefälle brachte. Diese verzauberten vor allem den Harz in eine Winterlandschaft. Mit rund 50 Sonnenstunden (51 Stunden) war es landesweit vergleichsweise sonnig.

Schleswig-Holstein: Im äußersten Norden stieg die Novembertemperatur auf ein Mittel von 6,0 °C (5,0 °C). Niederschlagsreiche 115 l/m² (83 l/m²) wurden beobachtet, die zum Monatsende auch als Schnee zu Boden rieselten. 35 Stunden (50 Stunden) zeigte sich die Sonne im äußersten Norden.

Thüringen: Thüringen war im November mit 4,9 °C (3,3 °C) ein kühles Bundesland. Mit 90 l/m² (56 l/m²) fiel fast 60 Prozent mehr Niederschlag. Im Thüringer Wald gingen über 200 l/m² nieder. Mit Frost und Schnee, welcher sich im höheren Bergland auf über 30 cm auftürmte, machte der mit nur 35 Sonnenstunden (49 Stunden) ausgestattete November ein Ende.

Quelle: Deutscher Wetterdienst DWD, Fotos: Dietbert Arnold

Beobachtungen zum Klimawandel: Deutschlandwetter im Herbst 2023

Zweitwärmster Herbst und sehr nasser Herbst in Deutschland

Offenbach, 29. November 2023 – Der Herbst 2023 ist nach Berechnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Deutschland der Zweitwärmste seit Messbeginn 1881. Auch der Zeitraum Januar bis November 2023 liegt mit einem Mittel von 11,2 °C hierzulande auf dem zweiten Platz. Uwe Kirsche, Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD): „Wir müssen den Dezember noch abwarten, aber auch 2023 dürfte wieder eines der wärmsten Jahre in Deutschland werden.“ Zum Vergleich: 2023 wird weltweit nach Einschätzung des EU-Klimawandeldienstes Copernicus das wärmste je gemessene Jahr. Wider Erwarten konnte trotz des Niederschlagsreichtums noch ein gutes Sonnenplus in der Herbstbilanz verbucht werden. Das meldet der DWD nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen.

Temperaturplus von 2,7 Grad
Das Temperaturmittel lag im zweitwärmsten Herbst mit 11,5 Grad Celsius (°C) um 2,7 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 (8,8 °C) – der 13. zu warme Herbst in Folge. Wärmer war nur der Herbst 2006 mit 12,0 °C. Im Vergleich zur aktuellen und wärmeren Periode 1991 bis 2020 (9,3 °C) betrug die Abweichung +2,2 Grad. In Süddeutschland war es sogar der wärmste Herbst seit Messbeginn. Die höchste Temperatur im Herbst wurde in Waghäusel-Kirrlach am 12.9. mit 33,3 °C gemessen. Auch danach blieb es mild und selbst der Temperatursturz Mitte Oktober sowie der Kälteeinbruch in der letzten Novemberdekade konnten die positive Temperaturanomalie nicht entscheidend dämpfen. Strenge Fröste mit -10 °C in den östlichen Mittelgebirgen formten das winterliche Herbstfinale.

Niederschlagsreichster Herbst seit 2002 mit ungewöhnlich nassem November
Im Herbst fielen mit rund 257 Litern pro Quadratmeter (l/m²) etwa 40 Prozent mehr Niederschlag als in der Referenzperiode 1961 bis 1990 (183 l/m²). Im Vergleich zu 1991 bis 2020 (190 l/m²) erreichte das Plus rund 35 Prozent des Solls. Der September eröffnete die Jahreszeit als erstaunlich trockener Monat, jedoch mit regionalem Starkregen im Westen. Dabei wurde in Beckum-Vellern, südöstliches Münsterland, am 12.9. mit 102,6 l/m² der höchste Tagesniederschlag für den Herbst 2023 erfasst. Der Oktober und allen voran der extrem nasse November sorgten dann landesweit für Niederschlag im Überfluss. Besonders betroffen waren der Westen/Nordwesten sowie die Staulagen. Bis zum Herbstfinale registrierte der DWDin diesen Regionen über 300 l/m² Flächenniederschlag. Schwarzwald und Alpen meldeten teilweise über 600 l/m². Eine Ausnahme war das Thüringer Becken mit etwa 150 l/m².

Reichlich Sonnenschein
Mit 392 Stunden überragte die Sonnenscheindauer im Herbst ihr Soll von 311 Stunden (Periode 1961 bis 1990) um gut ein Viertel. Im Vergleich zu 1991 bis 2020 (319 Stunden) betrug die positive Abweichung rund 22 Prozent. Besonders sonnenverwöhnt war der Osten und Süden mit Werten, die die 500-Stunden-Marke in Ober- und Niederbayern knackten. Hingegen mussten sich die Mittelgebirge und der Nordwesten Deutschlands mit bescheideneren 300 Sonnenstunden begnügen.

Das Wetter in den Bundesländern im Herbst 2023
(In Klammern finden Sie die vieljährigen Mittelwerte der internationalen Referenzperiode 1961-1990. Der Vergleich aktueller mit diesen vieljährigen Werten ermöglicht eine Einschätzung des längerfristigen Klimawandels)

Baden-Württemberg: Der zurückliegende Herbst 2023 war im Südwesten mit 11,8 °C (8,5 °C) der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Der rekordwarme September überraschte dabei mit einem markanten, teils heißen Sommernachschlag. Der deutschlandweite Höhepunkt trat am 12.9. in Waghäusel-Kirrlach mit 33,3 °C in Erscheinung. In den vergangenen drei Monaten fielen 290 l/m² (219 l/m²) in der Fläche, 600 bis 700 l/m² waren es sogar im Schwarzwald. Großzügig zeigte sich die Sonne mit 435 Stunden (344 Stunden), wobei der zweitsonnigste September dazu beindruckende 258 Stunden beisteuerte. 

Bayern: Mit 11,1 °C (7,9 °C) verbuchte der Freistaat die höchste Herbsttemperatur seit Aufzeichnungsbeginn, fiel aber dennoch als mit Thüringen vergleichsweise kühlste Region zurück. 245 l/m² (204 l/m²) Niederschlag wurden gemessen. An den Alpen prasselten sogar lokal über 500 l/m² nieder. Die Herbstsonne zeigte sich – dank des zweitsonnigsten Septembers – satte 450 Stunden (335 Stunden). Der Südosten Bayerns setzte mit über 500 Sonnenstunden ein Highlight. Insgesamt führte Bayern das Ranking der sonnigsten Bundesländer an. 

Berlin: Die Hauptstadt erlebte mit 12,1 °C (9,5 °C) einen außergewöhnlich milden Herbst. Auch lag die Niederschlagsmenge mit 195 l/m² (128 l/m²) gut 50 Prozent über dem Schnitt. Die Sonne zeigte mit 400 Stunden (315 Stunden) ebenfalls ein deutliches Plus. 

Brandenburg: Der Herbst 2023 präsentierte sich in Brandenburg mit einer erstaunlichen Durchschnittstemperatur von 11,7 °C (9,2 °C) als rekordverdächtig mild. Auch waren die letzten drei Monate mit etwa 180 l/m² (127 l/m²) gut 40 Prozent nasser als gewöhnlich. Dennoch war Brandenburg im Vergleich die trockenste Region. 390 Stunden (316 Stunden) schien die Herbstsonne. 

Bremen: In Bremen ermittelte der DWD in den vergangenen drei Monaten ein Temperaturmittel von 12,2 °C (9,6 °C). Während der September nahezu trocken verlief, brachten der Oktober und November nur wenige Niederschlagspausen. Am Ende kamen nasse 295 l/m² (185 l/m²) zusammen – ein Plus von fast 60 Prozent in der Herbstbilanz. Vergleichsweise sonnenscheinarm war die Hansestadt mit etwa 330 Stunden (284 Stunden). 

Hamburg: In der Hafenmetropole stieg die Mitteltemperatur im Herbst 2023 auf ungewöhnlich milde 11,8 °C (9,6 °C). Praktisch völlig ins Wasser fielen der Oktober und November. Der Herbst verabschiedete sich so mit 297 l/m², ein Niederschlagsplus von gut 50 Prozent gegenüber dem Klimamittel (195 l/m²). Satte 340 Stunden (285 Stunden) zeigte sich die Sonne.

Hessen: In Hessen brachte der Herbst 2023 sehr milde 11,5 °C (8,6 °C). Das wurde dort nur vom Herbst 2006 mit 12,0 °C übertroffen. Aus der Reihe tanzte auch der September 2023, der als Wärmster in die Wettergeschichte einging. Anschließend zeigte sich der Herbst als niederschlagsreicher Geselle mit einer finalen Summe von 235 l/m² (188 l/m²). Die Sonne kam dazwischen rund 370 Stunden (285 Stunden) zum Vorschein. Für das Sonnenscheinplus von 30 Prozent war vor allem der strahlende September verantwortlich, der sich den Titel „Zweitsonnigster“ in den meteorologischen Annalen sicherte.

Mecklenburg-Vorpommern: Im Nordosten der Republik lag das Temperaturmittel bei 11,5 °C (9,0 °C). Der zurückliegende September war dort sogar der Wärmste. In der Niederschlagsbilanz standen für die vergangenen drei Monate 200 l/m² (145 l/m²). 355 Stunden (312 Stunden) schien die Sonne. Den größten Beitrag erbrachte der zweitsonnigste September mit 241 Stunden. 

Niedersachsen: Rekordverdächtig war der Herbst mit einem Mittel von 11,9 °C (9,3 °C) auch in Niedersachsen. Schlagzeilen machten aber auch die Niederschläge. So folgte auf den zweitnassesten Oktober auch ein ungewöhnlich niederschlagsreicher November. Am Ende setzte der Herbst 2023 mit 306 l/m² (182 l/m²) als Zweitnassester in der Geschichte ein deutliches Ausrufezeichen. Trotz des Niederschlagsplus von knapp 70 Prozent schien die Sonne noch überdurchschnittliche 335 Stunden (282 Stunden). 

Nordrhein-Westfalen: Die größtenteils zu milde Herbstwitterung 2023, angeführt vom wärmsten September und viertwärmsten Oktober, ließ das Temperaturmittel dort auf 12,4 °C (9,5 °C) steigen. NRW war im Herbst 2023 damit das wärmste Bundesland. Der Niederschlag summierte sich in den drei Monaten auf ungewöhnlich nasse 325 l/m² (208 l/m²). Beckum-Vellern, südöstliches Münsterland, meldete am 12.9. mit 102,6 l/m² den höchsten Tagesniederschlag. Trotz der reichlichen Niederschläge zeigte sich die Sonne 360 Stunden (294 Stunden), was vor allem dem zweitsonnigsten September zu verdanken war. 

Rheinland-Pfalz: Hier sorgte das Temperaturmittel von 12,0 °C (8,9 °C) für den zweitwärmsten Herbst seit 1881. Der erste meteorologische Herbstmonat September war sogar der Wärmste und darüber hinaus der Zweitsonnigste, was dazu führte, dass bis zum Herbstfinale volle 400 Sonnenstunden (308 Stunden) verbucht werden konnten. Nach einem Niederschlagsdefizit im September waren der Oktober und November deutlich zu nass. So wurden 265 l/m² (199 l/m²) Niederschlag ermittelt.

Saarland: Der zweitwärmste Herbst seit Messbeginn ließ die Temperatur im kleinsten Flächenland auf 12,2 °C (9,2 °C) klettern. Auftrumpfen konnte das Saarland auch mit einem Flächenniederschlag von 365 l/m² (241 l/m²) und sicherte sich den Titel „niederschlagsreichste Region in Deutschlands“. Obwohl rund 50 Prozent mehr Niederschlag als gewöhnlich fiel, zeigte sich die die Sonne mit 405 Stunden (317 Stunden) sehr großzügig. Es war jedoch der zweitsonnigste September, der maßgeblich zu dieser strahlenden Bilanz beitrug.

Sachsen: Auch Sachsen erlebte mit 11,3 °C (8,7 °C) den zweitwärmsten Herbst. Zum Herbstfinale meldete das Erzgebirge strenge Frösten von unter –10°C. In der Niederschlagsbilanz standen 210 l/m² (155 l/m²). Den größten Anteil steuerten die nassen Monate Oktober und November bei. Überdurchschnittliche 395 Stunden (319 Stunden) schien die Herbstsonne.

Sachsen-Anhalt: Für Sachsen-Anhalt ermittelte der DWD mit 11,8 °C (9,2 °C) den zweitwärmsten Herbst. Als vergleichsweise trockene Region meldete das Bundesland mit 190 l/m² fast 60 Prozent mehr Niederschlag als im Klimamittel (120 l/m²). Ein deutliches Plus wurde mit 385 Stunden (299 Stunden) auch bei der Sonnenscheindauer erfasst – dank des zweitsonnigsten Septembers.

Schleswig-Holstein: Schleswig-Holstein erlebte mit 11,5 °C (9,2 °C) den wohl drittwärmsten und mit 315 l/m² (232 l/m²) einen niederschlagsreichen Herbst. Der Oktober war sogar der Zweitnasseste seit Messbeginn. 315 Stunden (292 Stunden) schien die Herbstsonne. 218 Stunden trug der zweitsonnigste September dazu bei. Der äußerste Norden war im Länderranking die sonnenscheinärmste Region. 

Thüringen: Thüringen meldete mit 11,1 °C (8,2 °C) den zweitwärmsten Herbst. Den höchsten Wert brachte bisher 2006 mit 11,5 °C. Trotz Rekordkurs war die Region mit Bayern im Vergleich die kühlste Region in den letzten drei Monaten. 190 l/m² (155 l/m²) wurden aufgezeichnet. 375 Stunden (299 Stunden) schien die Sonne. Auffällig war dabei der September, der mit 246 Stunden als Zweitsonnigster in die Geschichte einging.

Quelle: Deutscher Wetterdienst DWD, Fotos Dietbert Arnold

Beobachtungen zum Klimawandel: Deutschlandwetter im Oktober 2023

In Deutschland regenreichster Oktober seit 2002

Offenbach, 30. Oktober 2023 – Statt herkömmlichem Herbstwetter brachte der Oktober 2023 sehr viel Regen und eine äußerst milde Witterung mit sommerlichen Nuancen. Die Vegetation kleidete sich nur zögerlich herbstlich. Der Temperatursturz zur Monatsmitte mit leichten Frösten fiel dabei kaum ins Gewicht. Prägend waren die ungewöhnlichen Niederschlagsmengen im Nordwesten und im äußersten Norden sowie die extreme Sturmflut an der Ostsee. Im Süden strahlte hingegen lange die Sonne. Das teilt der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen mit.

Überwiegend deutlich zu milde Witterung mit kurzem „Kälteschock“
Das Temperaturmittel lag im Oktober 2023 mit 11,9 Grad Celsius (°C) um 2,9 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Vergleich zur aktuellen und wärmeren Vergleichsperiode 1991 bis 2020 betrug die Abweichung +2,5 Grad. Der Monat gehört damit zu den fünf wärmsten Oktober seit 1881. Die erste Monatshälfte verlief noch weitgehend spätsommerlich. Die höchsten Werte meldeten am Freitag den 13. Rheinfelden und Müllheim im Oberrheingraben mit 30,1 °C. In den Nächten vom 11. bis 13. gab es im Westen und in der Mitte mit Tiefsttemperaturen von 15 bis 18 °C Werte, die nicht nur örtlich neue Rekorde markierten, sondern sonst nur im Sommerhalbjahr zu beobachten sind. Der anschließende Temperatursturz von im Mittel etwa 15 Grad brachte leichte Nachtfröste, die am 18. in Oberharz am Brocken-Stiege bei -4,9 °C ihren bundesweiten Tiefpunkt fanden. Im Zustrom milder Atlantikluft wurde es dann wieder überdurchschnittlich mild. 

Im Norden und Nordwesten sogar rekordverdächtig feucht
Im Oktober fielen mit rund 100 Litern pro Quadratmeter (l/m²) knapp 80 Prozent mehr Niederschlag als in der Referenzperiode 1961 bis 1990 (56 l/m²). Im Vergleich zu 1991 bis 2020 erreichte die Menge ein Plus von fast 60 Prozent des Solls (63 l/m²). Zunächst wurde der Norden und Nordwesten von häufigeren und stärkeren Niederschlägen heimgesucht. Im Nordseeumfeld traten an fast allen Oktobertagen Niederschläge auf. Mit Monatsmengen von örtlich über 200 l/m² war es dort sogar rekordverdächtig nass. Dornum, Ostfriesland, meldete am 11. mit 50,7 l/m² die höchste Tagessumme. Ab der Monatsmitte griffen Niederschläge auch vermehrt auf die mittleren und südlichen Regionen aus. Davon ausgespart blieben meist Nieder- und Oberbayern mit Mengen um 40 l/m². 

Grauer Norden, sonniger Süden – leicht unterdurchschnittliche Sonnenscheinausbeute 
Mit etwa 100 Stunden blieb die Sonnenscheindauer im Oktober leicht unter dem Sollwert von 109 Stunden (Periode 1961 bis 1990). Im Vergleich zu 1991 bis 2020 war die negative Abweichung vergleichbar. Im verregneten Norden, allen voran an den Küsten, ermittelte der DWD nur etwa 60 Stunden.

Das Wetter in den Bundesländern im Oktober 2023
(In Klammern finden Sie die vieljährigen Mittelwerte der internationalen Referenzperiode 1961-1990. Der Vergleich aktueller mit diesen vieljährigen Werten ermöglicht eine Einschätzung des längerfristigen Klimawandels)

Baden-Württemberg: Nach dem wärmsten Oktober seit Messbeginn im Jahr 2022 folgte in diesem Jahr mit 12,2 °C (8,7 °C) der drittwärmste Oktober seit 1881. Im Oberrheingraben wurden nochmals bis zu zehn Sommertage gezählt. Am Freitag, den 13. meldeten Rheinfelden und Müllheim mit je 30,1 °C die bundesweiten Oktoberspitzen. Diese gehen als die spätesten jemals in Deutschland verzeichneten Hitzetage in die Annalen ein. Zur Monatsmitte stürzten die Temperaturen vorübergehend in den Keller und stoppten in den Morgenstunden im leichten Frostbereich. Anschließend wurde es bei zunehmenden Niederschlägen wieder milder und bis zum Monatsende fielen nasse 85 l/m² (68 l/m²). Mit etwa 135 Stunden (117 Stunden) befand sich der Südwesten auf Platz 2 der sonnigsten Gebiete Deutschlands im Oktober 2023.

Bayern: Sehr warm, trocken und sonnig zeigten sich die ersten beiden Oktoberwochen. Am Tag der Deutschen Einheit stiegen die Höchstwerte auf annähernd 30 °C. So meldete Elsendorf-Horneck, 30 km östlich von Ingolstadt, 29,8 °C. Zur Monatsmitte stürzten die Temperaturen aber um etwa 15 Grad ab. Es folgten bis zu vier Frosttage. Anschließend wurde es wieder milder, aber auch nasser. Am Ende dürfte in der Bilanz mit 11,6 °C (8,1 °C) der mit 2001 zweitwärmste Oktober stehen. Nur 2022 war mit 11,9 °C wärmer. Es fielen 66 l/m² (61 l/m²) Niederschlag und die Sonne schien 140 Sonnenstunden (118 Stunden). Bayern war damit das trockenste und sonnenscheinreichste Bundesland. 

Berlin: In Berlin brachte der Oktober mit 12,1 °C (9,6 °C) und mit 105 l/m² (35 l/m²) eine sehr milde und auch auffällig niederschlagsreiche Witterung. Der Tag der Deutschen Einheit wurde sogar bei sommerlichen Temperaturen von über 25 °Cgefeiert. 85 Stunden (109 Stunden) schien die Oktobersonne über der Hauptstadt.

Brandenburg: Sehr mild war der Oktober 2023 mit einem Mittel von 11,7 °C (9,3 °C) auch in Brandenburg. Am 2. und 3. wurde es sogar nochmal sommerlich. Fast heiße 29,2 °C hatte Cottbus auf dem Zettel. Eine Temperaturdelle gab es lediglich in der dritten Monatswoche, die kurzzeitig auch mit leichten Nachtfrösten einherging. Extrem nasse 99 l/m² (37 l/m²) wurden bei 80 (110 Stunden) Sonnenstunden ermittelt. 

Bremen: In Bremen gehörte während der mit 12,1 °C (9,8 °C) milden Oktoberwitterung an 27 Tagen der Regenschirm zum täglichen Begleiter. Die Niederschlagsausbeute war erheblich: Bis zum Monatsende fielen 155 l/m² – deutlich mehr als das Doppelte der zu erwartenden Menge (58 l/m²). Die Oktobersonne schien nur knapp 65 Stunden (98 Stunden). Bremen war damit Schlusslicht im Länderranking.

Hamburg: Die Hansestadt war im ausgesprochen nassen Oktober 2023 die niederschlagsreichste Region. An 25 Tagen prasselten insgesamt 165 l/m² nieder. Das ist mehr als das Zweieinhalbfache des Referenzwertes von 60 l/m². Schlagzeilen machte auch eine Sturmebbe am 20. So zog sich das Wasser aus den Kanälen nahezu komplett zurück und die zunächst noch schwimmenden Schiffe versanken im Schlick. Dafür stieg die Monatsmitteltemperatur auf sehr milde 11,6 °C(9,8 °C). Die Sonne zeigte sich hingegen bedeckter und kam nur rund 80 Stunden (97 Stunden) hervor.

Hessen: In Hessen legte der Oktober einen spätsommerlichen Auftakt hin. Das höchste Tagesmittel – bedingt vor allem durch sehr milde Tiefsttemperaturen von etwa 15 °C – erfolgte am 13. Anschließend wurde vorübergehend um bis zu 15 Grad kälter. Bis zum Monatsende stiegen die Temperaturen dann wieder in einen zu milden Bereich. Durchschnittliche 11,9 °C (8,9 °C) wurden vom DWD ermittelt. Mit der regenreichen Phase in der zweiten Monatshälfte kamen nasse 85 l/m² (59 l/m²) zusammen. Die Sonnenscheindauer von 95 Stunden wich nur gering vom Sollwert (100 Stunden) ab.

Mecklenburg-Vorpommern: Mit 11,2 °C (9,3 °C) war der Oktober im Nordosten bemerkenswert mild. Dennoch war die Region das kühlste Bundesland. Auch war der zweite Herbstmonat war dort mit 100 l/m² (42 l/m²) sehr regenreich. Gut 70 Stunden (105 Stunden) zeigte sich die Sonne. In der Nacht vom 20. auf den 21. wurden die Küsten von einer schweren Sturmflut heimgesucht. Besonders betroffen war Sassnitz auf Rügen. Dort zerstörten die Wassermassen die Promenade. Arkona registrierte schwere Orkanböen von 133 km/h. 

Niedersachsen: Niedersachsen lag im Oktober 2023 auf der Regenseite des Landes. Im Mittel tröpfelte es an fast 25 Tagen. An der Nordsee war es nahezu durchweg nass. 140 l/m² (56 l/m²) musste der DWD bilanzieren. Dornum, Ostfriesland, meldete am 11. mit 50,7 l/m² den bundesweit höchsten Tagesniederschlag und im gesamten Oktober über 200 l/m². Mit dem reichlichen Niederschlag blieb es auch durchweg zu mild. 12,0 °C (9,6 °C) ergab das Temperaturmittel des vergangenen Monats. Mit 72 Stunden (99 Stunden) lag die Sonnenscheindauer fast ein Drittel unter dem Sollwert. 

Nordrhein-Westfalen: NRW war im Oktober 2023 mit einem Temperaturmittel von 12,8 °C (9,8 °C) das wärmstes Bundesland. Im DWD-Klimaarchiv finden sich dort nur drei wärmere Oktobermonate. Am 11. und 13. wurden Tiefsttemperaturen von über 17 °C gemessen, bisher einmalige Messwerte in einem Oktober. Beeindruckend war auch die Niederschlagsausbeute von 120 l/m², die den Klimawert von 62 l/m² um das Doppelte übertraf. Die Sonne schien nur 92 Stunden (107 Stunden). 

Die Zaunrübe, gefunden in NRW, trägt verlockend rote Früchte. Aber Achtung: +++ sehr stark giftig!!

Rheinland-Pfalz: Rheinland-Pfalz zählte mit ungewöhnlich hohen 12,1 °C (9,2 °C) zu den wärmsten Bundesländern. 100 l/m² (63 l/m²) brachten die 31 Tage des Monats. Trotz des Niederschlagsreichtums schien die Sonne noch rund 115 Stunden (105 Stunden). 

Saarland: Das Saarland gehörte 2023 mit einer außergewöhnlich hohen Oktobertemperatur von 12,1 °C (9,4 °C) zu den wärmsten Bundesländern. Auch beim Niederschlag spielte es in der Liga der Spitzenreiter mit. So brachte der 10. Monat 150 l/m² (77 l/m²). Weniger auffällig war hingegen die Sonnenscheindauer mit 117 Stunden (106 Stunden). 

Sachsen: Der Freistaat Sachsen erlebte trotz eines vorrübergehenden Kaltluftvorstoßes zur Monatsmitte einen sehr milden und niederschlagsreichen zehnten Monat. Neben 11,9 °C (9,0 °C) lag die Niederschlagsmenge bei 101 l/m² – eine sehr deutliches Plus gegenüber dem Soll von 47 l/m². Das war dort der nasseste Oktober seit 1981. 100 Stunden (118 Stunden) zeigte sich die Sonne. 

Sachsen-Anhalt: Ungewöhnlich mild präsentierte sich der Oktober 2023 mit 12,2 °C(9,4 °C) auch in Sachsen-Anhalt – trotz des temporäre kräftige Temperatursturz um die Monatsmitte. Am Morgen des 18. erlebte Oberharz am Brocken-Stiege mit -4,9 °C den nationalen Tiefpunkt. Diese überwiegend zu milde Witterung hatte auch große Niederschlagsmengen im Gepäck. So wurden in der Fläche 92 l/m² gemeldet, ein Plus von etwa 150 Prozent gegenüber dem Sollwert von 36 l/m². Zurückhaltender war entsprechend die Sonne mit 85 Stunden (104 Stunden). 

Schleswig-Holstein: Die nördlichste Region stand im 11,3 °C (9,5 °C) milden Oktober 2023 im „Dauerregen“ und erlebte an der Ostseeküste eine der schwersten Sturmfluten. Orkanartige Winde hoben den Pegel am 20. in Flensburg auf 2,27 Meter über Normal. Die höchste Sturmflut seit 1904 zerstörte Promenaden, Häfen und Strände. Dagegen gab es an der Nordsee nicht nur eine parallele Sturmebbe, sondern auch an 29 Tagen Niederschlag. Bis zum Monatsfinale meldete Schleswig-Holstein in der Fläche 160 l/m² (73 l/m²). Im Ländervergleich war im Oktober 2023 nur Hamburg noch nasser. Entsprechend rar machte sich die Sonne mit knapp 70 Stunden (98 Stunden).

Thüringen: In Thüringen bilanziert der DWD ein Flächenmittel von 11,7 °C (8,4 °C) und damit den drittwärmsten Oktobermonat seit Messbeginn. Unterbrochen wurde die zu milde Witterung nur vorrübergehend in der Monatsmitte. Im Thüringer Wald fielen dabei die Tiefsttemperaturen an vier Tagen auch mal in den Frostbereich. Ansonsten war die diesjährige außergewöhnlich milde Luft auch mit ordentlich Nass angereichert. So fielen in den vergangenen 31 Tagen 75 l/m² (48 l/m²). Mit 95 Stunden (107 Stunden) geriet die Sonnenscheindauer in den Rückstand. 

Quelle: Deutscher Wetterdienst DWD, Fotos: Dietbert Arnold

Beobachtungen zum Klimawandel: Deutschlandwetter im September 2023

Gefühlt Sommer, in Wirklichkeit Herbst. Diese Bilder zeigen sehr deutlich, dass Pflanzen und Tiere sich nicht an Temperaturen orientieren, sondern an derTageslichtlänge sicher die Jahreszeit erkennen. .

Rekord-Monat: Wärmster und zweitsonnigster September seit Messbeginn

Offenbach, 29. September 2023 – Eine Omega-Wetterlage brachte im September enorme meteorologische Anomalien in Deutschland. So stieg die Temperatur unter ständigem Hochdruckeinfluss auf einen bisher in den Annalen der Wetteraufzeichnungen unerreichten Wert. Auch die Sonne schien unermüdlich, während es gleichzeitig erheblich zu trocken war, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen meldete.

Sommerfortsetzung statt Herbstbeginn: September 2023 fast 4 Grad zu warm
Das Temperaturmittel lag im September 2023 mit 17,2 Grad Celsius (°C) um 3,9 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Vergleich zur aktuellen und wärmeren Vergleichsperiode 1991 bis 2020 betrug die Abweichung 3,4 Grad. Damit wurden die bisherigen Rekorde aus den Septembermonaten 2006 und 2016 (jeweils 16,9 °C) deutlich übertroffen. „Die außergewöhnlichen Temperaturen im diesjährigen Rekord-September in Deutschland sind ein weiterer Beleg dafür, dass wir uns mitten im Klimawandel befinden,“ so Tobias Fuchs, Leiter des Geschäftsbereichs Klima und Umwelt beim DWD.

Das Ende der Sonnenblumen ist gekommen. Sie orientieren sich nicht an den Temperaturen, sondern an der Tageslichtlänge.

Ausschlaggebend für den Rekord waren viele Sommertage (≥ 25 °C) und vor allem im Norddeutschen Tiefland auch eine bemerkenswert hohe Anzahl von heißen Tagen (≥ 30 °C). Am Nordrand der Mittelgebirge, wie in Barsinghausen-Hohenbostel (20 km südwestlich von Hannover) und in Huy-Pabstorf (ca. 45 km westlich von Magdeburg) wurde erstmals an sieben Tagen die 30-Grad-Marke gerissen. Der Oberrheingraben wartete, wie in Waghäusel-Kirrlach, sogar mit zehn heißen Tagen auf. Dort wurde es am 12. mit 33,3 °C auch am heißesten. Als erfrischendes Kontrastprogramm markierten am 25. Deutschneudorf-Brüderwiese (Erzgebirge) und Oberstdorf (Allgäu) mit jeweils 0,9 °C die bundesweiten Tiefpunkte. 

Außergewöhnlich trockener September mit regional schweren Unwettern
Im September fielen mit rund 32 Litern pro Quadratmeter (l/m²) nur etwas mehr als die Hälfte des Niederschlags der Referenzperiode 1961 bis 1990 (61 l/m²). Im Vergleich zu 1991 bis 2020 erreichte die Menge ebenfalls knapp die Hälfte des Solls von 65 l/m². Die stärksten Niederschläge wurden im Westen und entlang der Alpen beobachtet, wobei in einigen Gebieten sogar mehr als 100 l/m² verzeichnet wurden. Diese heftigen Niederschläge gingen teilweise mit Unwettern einher. Beckum-Vellern, südöstliches Münsterland, meldete am 12. mit 102,6 l/m² den höchsten Tagesniederschlag. 

Rekordverdächtiger Septembersonnenschein – nur 1959 war sonniger
Mit rund 246 Stunden übertraf der Sonnenschein im September sein Soll von 150 Stunden (Periode 1961 bis 1990) um fast 65 Prozent. Im Vergleich zu 1991 bis 2020 (157 Stunden) betrug das Plus etwa 57 Prozent. 
Es war nach 1959 (264 Stunden) der zweitsonnigste September. Bereits zur Monatsmitte meldeten zahlreiche Stationen das Erreichen des Klimasolls. Astronomisch bedingt gab es im Süden mit knapp 280 Stunden die größte und im äußersten Norden mit örtlich unter 200 Stunden die vergleichsweise geringste Sonnenscheindauer. Dafür wurden vor allem über der Nordhälfte in der Nacht zum 25. imposante Polarlichter beobachtet. 

Heideblüte läutet den Herbst ein

Das Wetter in den Bundesländern im September 2023
(In Klammern finden Sie die vieljährigen Mittelwerte der internationalen Referenzperiode 1961-1990. Der Vergleich aktueller mit diesen vieljährigen Werten ermöglicht eine Einschätzung des längerfristigen Klimawandels)

Baden-Württemberg: Der Südwesten meldete 2023 mit 17,7 °C (13,3 °C) den unangefochten wärmsten September seit Messbeginn. Im Oberrheingraben wurden bis zu 21 Sommertage beobachtet, die an bis zu zehn Tagen sogar die Schwelle von 30 °C überschritten. Der deutschlandweite Höhepunkt der Hitze trat am 12. in Waghäusel-Kirrlach mit 33,3 °C auf. Auf Rekordkurs befand sich auch die Sonnenscheindauer mit 255 Stunden (166 Stunden). Sonniger war nur der September 1959 mit 286 Stunden. Der Septemberniederschlag 2023 blieb hingegen mit 28 l/m² (70 l/m²) erheblich hinter seinem Soll zurück.

Bayern: Der Freistaat Bayern verzeichnete – als vergleichsweise kühlstes Bundesland – mit 16,8 °C (12,8 °C) einen neuen Septemberrekord. U.a. in Kahl, Regensburg und München gab es neue Spitzenwerte bei den Sommertagen. Frisch wurde es am Morgen des 25. in Oberstdorf mit 0,9 °C. Mit Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge wurden dort die bundesweiten Tiefstwerte festgehalten. Auch in puncto Niederschlag und Sonnenscheindauer zeigen sich in Bayern Extreme. So war es in der Fläche mit 27 l/m² (72 l/m²) außergewöhnlich trocken. Lediglich entlang der Alpen wurden teilweise über 100 l/m² beobachtet. 255 Stunden (160 Stunden) und damit fast 60 Prozent häufiger zeigte sich die Sonne. Es war nach 1959 der zweitsonnigste September. 

Berlin: Die Bundeshauptstadt meldete in diesem Jahr eine rekordwarme, sonnige und trockene Septemberwitterung. So erreichte die Gebietsmitteltemperatur beachtliche 18,4 °C (14,1 °C) und damit Platz eins der Länder. Die Sonnenscheindauer lag mit 260 Stunden fast 65 Prozent über dem klimatologischen Mittelwert von 156 Stunden. Die Niederschlagsanomalie erreichte mit 20 l/m² eine negative Abweichung von rund 60 Prozent gegenüber dem Sollwert (46 l/m²). 

Brandenburg: Im ersten meteorologischen Herbstmonat kletterte das Quecksilber in Brandenburg mit 17,8 °C (13,8 °C) auf einen neuen Rekordwert. Extrem waren auch die Sonnenschein- und Niederschlagsbilanz. So lag das Sonnenscheinplus mit 255 Stunden (156 Stunde) bei rund 65 Prozent. Sonniger war nur der September 1959. Der Niederschlag blieb bei ungewöhnlich mageren 18 l/m² (45 l/m²). In den südlichen Regionen gab es örtlich nur um 5 l/m². Brandenburg war das zweitsonnigste und trockenste Bundesland im letzten Monat. 

Bremen: Bremen meldete im September 2023 zehn Sommertage und bemerkenswerte fünf heiße Tage. Als Fazit stiegen die Höchstwerte im September häufiger über 30 °C, als im vorangegangen meteorologischen Sommer (Juni, Juli, August) zusammen. Entsprechend wurde das Temperaturmittel auf sehr warme 17,9 °C (13,7 °C) gehoben. Der Septemberniederschlag erreichte hingegen mit 33 l/m²(61 l/m²) nur etwa 50 Prozent des Solls. Dafür zeigte sich die Sonne mit 215 Stunden (136 Stunden) fast 60 Prozent häufiger. 

Hamburg: Der mit 17,7 °C (13,7 °C) außergewöhnlich warme September 2023 brachte fünf heiße Tage, die in ihrer Anzahl mit der Summe der vorangegangenen Sommermonate (Juni, Juli, August) gleichzogen. Deutlich negativ zeigte sich die Niederschlagsbilanz mit gerade einmal 36 l/m² (68 l/m²). Die Sonne schien in der Hansestadt 230 Stunden (139 Stunden) – ein Plus von 65 Prozent. 

Hessen: Der September 2023 brachte bei der Lufttemperatur auch in Hessen einen neuen Rekord von 17,1 °C (13,2 °C). Frankfurt beispielsweise meldete mit 17 Sommertagen einen neuen Stationsspitzenwert für den neunten Monat. Begleitet wurde die sommerliche Witterung von Niederschlagsarmut, wie die Summe von 37 l/m² (57 l/m²) im Flächenmittel zeigt. Spektakulär war auch die Sonnenscheindauer von 245 Stunden. Das Plus betrug sagenhafte 73 Prozent gegenüber dem Klimawert von 142 Stunden. Bisher liegt nur der September 1959 an der Sonnenscheinspitze.

Mecklenburg-Vorpommern: Im Nordosten der Republik wurde erstmals in einem September eine Gebietsmitteltemperatur von 17,6 °C (13,3 °C) erfasst. Mit der sich überwiegend unter Hochdruckeinfluss befundenden Rekordwärme kam auch eine ungewöhnliche Trockenheit ins Land: 29 l/m² (51 l/m²) wurden bis zum Monatsende eingesammelt. Stolze 240 Stunden (154 Stunden) kam die Sonne zum Vorschein. Es war der zweithöchste Septemberwert seit 1959.  

Niedersachsen: Für Niedersachsen hatte der September mehr heiße Tage im Gepäck, als die die einzelne Sommermonate Juni, Juli und August zuvor. In Barsinghausen-Hohenbostel, am Höhenzug Deister, wurde an sieben Tagen die 30 °C-Marke überschritten. Bis zum Monatsende konnte eine außergewöhnlich warme Witterung von 17,3 °C (13,5 °C) ermittelt werden. Mit unterdurchschnittlichen 43 l/m²(60 l/m²) war Niedersachsen das zweitnasseste Bundesland. Die Septembersonne zeigte sich mit 220 Stunden (135 Stunden) extrem häufig. 

Nordrhein-Westfalen: In NRW wird sich der September 2023 mit 17,8 °C (13,6 °C) als Wärmster in den Büchern verewigen. Dieser Rekord wurde auch durch die hohe Anzahl an heißen Tagen (≥ 30 °C) erreicht. Am Niederrhein gab es davon sogar sieben. In der Fläche fielen 64 l/m² (67 l/m²). Damit war NRW das Bundesland mit dem höchsten Niederschlagsaufkommen. Beckum-Vellern, im südöstlichen Münsterland, registrierte am 12. mit 102,6 l/m² den höchsten Tagesniederschlag. Die Sonne zeigte sich im letzten Monat rund 230 Stunden, was ein Plus von 70 Prozent gegenüber dem Soll (135 Stunden) und den zweithöchsten Septemberwert bedeutet.

Rheinland-Pfalz: Auch in Rheinland-Pfalz zeigte sich der September 2023 mit 17,7 °C (13,5 °C) von seiner wärmsten Seite. Unterdurchschnittlich blieb die Niederschlagsausbeute mit 40 l/m² (60 l/m²) Am 21. wütete in Nusbaum (Eifel) ein Tornado. Die Windgeschwindigkeiten lagen nach vorläufigen Schätzungen zwischen 180 und 250 km/h (Intensitätsstufe: F2). 250 Stunden (151 Stunden) schien die Sonne. Übertreffen konnte dies bisher nur der September 1959. 

Saarland: Mit 18,1 °C (13,7 °C) schloss der September als Wärmster seit Messbeginn sein Kapitel. Das Saarland war nach Berlin das zweitwärmste Bundesland. Die Niederschlagsmenge blieb mit 34 l/m² deutlich unter dem Sollwert (70 l/m²). Schlagzeilen machte auch die Sonnenscheindauer von 255 Stunden (158 Stunden). Nur der September 1959 brachte noch mehr Stunden.

Sachsen: In Sachsen lag das Temperaturmittel im September bei außergewöhnlich warmen 17,1 °C (13,4 °C). Herbstlich frische Ausreißer aber gab es auch. Deutschneudorf-Brüderwiese meldete am 25. mit 0,9 °C den bundesweiten Tiefstwert, der sich nur mit Oberstdorf im Allgäu messen konnte. In den letzten 30 Tagen fielen 27 l/m² (55 l/m²). Die Sonne strahlte daneben unglaubliche 250 Stunden (148 Stunden). An der Spitze befindet sich nur noch der September 1959 mit 267 Stunden.

Sachsen-Anhalt: Mit 17,6 °C (13,7 °C) war der September 2023 sehr warm und mit 19 l/m² (42 l/m²) signifikant zu trocken. An der Station Huy-Pabstorf, zwischen den Höhenzügen Huy und Elm, wurden noch ungewöhnlich viele sieben heiße Tage gezählt. Rekordverdächtig hoch war auch die Sonnenscheindauer mit 245 Stunden (144 Stunden) – es war nach 1959 der zweithöchste Wert.

Apfelernte

Schleswig-Holstein: In Schleswig-Holstein ging der September 2023 mit einem Mittel von 17,1 °C (13,2 °C) neben 1999 als Wärmster in die Annalen ein. Am 6. und am 9. ging es in der Spitze, wie in Lübeck-Blankensee, sogar auf über 30° C. Magere 31 l/m² (75 l/m²) fielen während der sommerlichen Witterung und außergewöhnliche 210 Sonnenstunden (143 Stunden) wurden ermittelt. 

Thüringen: Mit 16,8 °C (12,8 °C) präsentierte sich Thüringen im Vergleich als zweitkühlstes Bundesland in diesem September. Damit war es dennoch der wärmste September seit Messbeginn. Jena (Sternwarte) zählte sogar noch sechs heiße Tage. Trockene 28 l/m² (51 l/m²) Flächenniederschlag brachte die sommerliche Witterung, in der die Sonne mit großzügigen 240 Stunden (143 Stunden) aufwartete. Mit diesem Sonnenscheinplus von rund 70 Prozent war der erste meteorologische Herbstmonat 2023 der Zweitsonnigste nach 1959. Text: DWD Deutscher Wetterdienst, Fotos: Dietbert Arnold

Beobachtungen zum Klimawandel: Deutschlandwetter im Juni 2023

Sehr warmer und zweitsonnigster Juni mit regionalem Starkregen, aber auch Trockenheit

Hochsommer im Juni, leider keine Ferien

Der diesjährige Juni war der zweitsonnigste seit Beginn der 
Aufzeichnungen. Zudem war es der 14. zu warme Junimonat in Folge. Die anhaltende Sommerhitze erreichte in der dritten Dekade des Monats ein drückend heißes Niveau. Es folgten mit Schwerpunkt über der nördlichen Mitte heftige Gewitter und Starkregenfälle mit enormen Niederschlagsmengen (klimatologische Einordnung). Gleichzeitig verschärfte sich die Trockenheit in bestimmten Gebieten, insbesondere im Südwesten, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen seiner rund 2 000 Messstationen zusammenfasst.

Außergewöhnliche Juniwärme im Südwesten des Landes
Das Temperaturmittel lag im Juni 2023 mit 18,5 Grad Celsius (°C) um 3,1 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Vergleich zur aktuellen und wärmeren Vergleichsperiode 1991 bis 2020 betrug die Abweichung 2,1 Grad. Im Südwesten war der Juni gegenüber 1961-1990 sogar mehr als 4 Grad zu warm. Aus dem Oberrheingraben wurden bis zu 29 Sommertage und lokal, wie in Waghäusel-Kirrlach, sogar 13 heiße Tage gemeldet. Den deutschlandweiten Höchstwert von 35,7 °C nannte aber Reit am Winkl in Oberbayern am 22. sein Eigen. Das bundesweite Monatsminimum lag hingegen im leichten Frostbereich und wurde am 3. in Sohland, Südostsachsen, mit -0,7 °C festgehalten.

Starkregen in der nördlichen Mitte versus extreme Trockenheit im Südwesten und Norden
Im Juni 2023 fielen mit rund 51 Litern pro Quadratmeter (l/m²) nur knapp 60 Prozent des Niederschlags der Referenzperiode 1961 bis 1990 (85 l/m²). Im Vergleich zu 1991 bis 2020 (76 l/m²) erreichte die Menge nur um 70 Prozent des Solls. In der nördlichen Mitte, etwa von NRW bis Berlin, war vom Niederschlagsdefizit nichts zu spüren. Vielmehr konzentrierten sich dort Gewitter und Starkregen mit regionalen Monatsmengen von über 120 l/m². Abseits der nassen Landstriche registrierte Bad Berneck im Fichtelgebirge während eines Unwetters am 22. mit 120,7 l/m² isoliert den höchsten Tagesniederschlag. Im äußersten Norden und allen voran in Rheinland-Pfalz und Saarland verstärkte sich die Trockenheit hingegen massiv. Die Monatsmengen lagen dort bei teils unter 10 l/m².

Zweitsonnigster Juni seit Messbeginn mit neuen Rekordwerten im Südwesten
Mit knapp 305 Stunden überragte die Sonnenscheindauer im Juni ihr Soll von 203 Stunden (Periode 1961 bis 1990) um rund 50 Prozent. Im Vergleich zu 1991 bis 2020 betrug die positive Abweichung etwa 40 Prozent. Ergebnis: nach 2019 zweitsonnigster Juni! Im Südwesten wurden sogar neue Rekordsonnenstunden beobachtet. Im Westen erreichte der Juni sein Soll bereits zur Monatsmitte.

Das Wetter in den Bundesländern im Juni 2023
(In Klammern finden Sie die vieljährigen Mittelwerte der internationalen Referenzperiode 1961-1990. Der Vergleich aktueller mit diesen vieljährigen Werten ermöglicht eine Einschätzung des längerfristigen Klimawandels)

Baden-Württemberg: Der Juni war im Südwesten mit 19,4 °C (15,1 °C) nach 2003 der zweitwärmste seit Messbeginn. Im Oberrheingraben wurden an nahezu allen Junitagen ≥ 25 °Cgemessen. Waghäusel-Kirrlach zählte sogar 13 heiße Tage (≥ 30 °C). Um mehr als die Hälfte zurück blieb die Niederschlagsmenge mit 39 l/m² (107 l/m²). Als zweitsonnigste Region meldete BaWü mit 340 Stunden (202 Stunden) sogar einen neuen Junirekord.

Der erste Schnitt sollte in vielen Ländern trocken eingefahren worden sein.


Bayern: Der Freistaat meldete mit 18,4 °C (14,9 °C) einen ungewöhnlich warmen Juni. Reit im Winkl, im oberbayerischen Landkreis Traunstein, verkündete am 22. mit 35,7 °C die bundesweit höchste Temperatur. In der tropisch-heißen Luft entluden sich ab dem Nachmittag des 22. teils schwere Unwetter. Besonders betroffen waren Oberfranken und Oberbayern. Bad Berneck im Fichtelgebirge registrierte dabei 120,7 l/m² und markierte den bundesweit höchsten Tagesniederschlag. In der Fläche blieb es aber erheblich zu trocken. So wurden gerade einmal 49 l/m² und demnach keine 50 Prozent des Solls (112 l/m²) gemessen. Auf Rekordkurs befand sich mit 305 Stunden (200 Stunden) die Sonnenscheindauer. Bisher liegt nur der Juni 2019 mit 311 Stunden noch vor dem Juni 2023.

Berlin: Nach dem außergewöhnlich trockenen Mai brachte der 19,4 °C (17,1 °C) warme Juni in der zweiten Monatshälfte der Hauptstadt den langersehnten Niederschlag. Insbesondere ab dem Abend des 22. und am 23. wurden hohe Summen ermittelt. Berlin-Tempelhof beispielsweise meldete dabei in weniger als 20 Stunden fast 56 l/m². Am 26. setzten weitere Starkregengewitter ganze Straßen im Stadtgebiet unter Wasser. Am Ende summierte sich die Monatsmenge in der Spreemetropole auf rund 108 l/m² (70 l/m²). Berlin rangierte damit auf Platz 1 der nassesten Regionen in Deutschland. Die Junisonne zeigte sich trotz allem mit 265 Stunden (226 Stunden) häufiger als üblich.

Brandenburg: Nach dem zweittrockensten Mai und dem mehr als 700 Hektar großen Landschaftsbrand bei Jüterbog kamen in der zweiten Junihälfte endlich die Trockenheit dämpfende Niederschläge. Allein der 22. und der 23. sorgten für reichlich Nass. Im Landkreis Potsdam-Mittelmark fielen innerhalb der 48 Stunden um 80 l/m². Wollin, etwa 15 km südwestlich von Brandenburg a. d. Havel, meldete 81,7 l/m². Am 26. kam es zu weiteren Starkregenfällen, sodass bis zum Monatsende in dem verhältnismäßig nassen Bundesland ein Flächenniederschlag von rund 82 l/m² (64 l/m²) bilanziert werden konnte. Auch standen zu warme 18,7 °C (16,5 °C) und sonnige 260 Stunden (225 Stunden) Sonnenschein im Monatsabschluss. Trotzdem war Brandenburg knapp vor Sachsen das sonnenscheinärmste Bundesland.

Bremen: Bremen meldete im Juni 2023 eine außergewöhnlich sonnige und auch warme Witterung. 320 Stunden (204 Stunden) zeigte sich die Sonne, was auf einen neuen Junirekord hinweist. Dazu gab es 20 Sommertage und eine finale Gebietsmitteltemperatur von 18,6 °C(15,5°C). Niederschläge, in Form von Starkregen, konzentrierten sich vor allem auf den 20. und 23. Beide Tage brachten nahezu den gesamten Monatsniederschlag mit 76 l/m² (73 l/m²).

Gewitterwolken kündigten teilweise Starkregenereignisse an

Hamburg: Der Juni 2023 gestaltete sich in der Hansestadt sehr warm und sonnig. So lag die Mitteltemperatur bei 18,8 °C (15,7 °C) und die Sonnenscheindauer bei 310 Stunden (216 Stunden). Der Monatsniederschlag erreichte 75 l/m² (70 l/m²), versammelte sich aber vor allem auf den 20. und 22. Juni.

Hessen: Der erste Sommermonat erwärmte Hessen in der Fläche mit 19,1 °C (15,2 °C). Es könnte der drittwärmste Juni seit Messbeginn werden. In Frankfurt wurden an zehn Tagen sogar ≥ 30 °C gemessen. Der 22. war der bis dato heißeste Tag des Jahres mit Höchstwerten von bis zu 34 °C in Mittel- und Südhessen (Darmstadt). Unwetter beendeten die Hitze. Dabei zog eine Superzelle über Kassel hinweg und sorgte für zahlreiche Schäden und Überflutungen. Heftige Gewitter wüteten auch in den anderen Kreisen. Tornadoverdachtsfälle wurden bisher nicht bestätigt. Vielmehr ist von sogenannten Downbursts auszugehen. Außerhalb des Starkregens verstärkte sich in Südhessen die Trockenheit. Erschlafftes Laub und vertrocknete Wiesen zeichneten dort zunehmend das Landschaftsbild. In der Fläche brachte der Juni 2023 mit 38 l/m²nicht einmal die Hälfte dessen, was zu erwarten wäre (80 l/m²). Ungewöhnlich oft schien die Junisonne mit 315 Stunden (192 Stunden), was auf einen neuen Junirekord hindeutet.

Mecklenburg-Vorpommern: Im Juni setzte sich die vorangegangene extreme Maitrockenheit fort. Zwar brachte der Rosenmonat hier und da mal Starkregengewitter, in der Fläche aber reichte es im Nordosten des Landes nur für magere 40 l/m² (63 l/m²). Die Gebietsmitteltemperatur erreichte warme 17,7 °C (15,4 °C) und die Sonnenscheindauer außergewöhnliche 325 Stunden (236 Stunden).

Niedersachsen: Der erste Sommermonat startete in Niedersachsen sehr warm. So wurde ein Mittel von 18,3 °C (15,4 °C) berechnet. Der 22. und der 23. waren die niederschlagsreichsten Tage. Südöstlich von Hannover fiel extremer Starkregen mit Mengen über 100 l/m² innerhalb 48 Stunden (z.B. Ottbergen mit 120,5 l/m²). Der Monatsniederschlag erreichte im zweitgrößten Bundesland unterdurchschnittliche 62 l/m² (76 l/m²). Niederschlagsarm blieb es vor allem an der Nordsee mit teils unter 20 l/m². Seltenheitswert hatte die Sonnenscheindauer mit fast 295 Stunden (200 Stunden). Nach vorläufigen Berechnungen könnte es der sonnigste Juni seit Messbeginn werden.

Nordrhein-Westfalen: 2023 brachte NRW einen 19,1 °C (15,4 °C) warmen Juni. Der Trend zeigt zum zweitwärmsten Rosenmonat nach 2019. Mit 69 l/m² (84 l/m²) war der Juniniederschlag in der Fläche defizitär, obwohl während einer Starkregenlage allein am 22. im Gebietsmittel etwa 45 l/m² fielen. Die Höchstmengen konzentrierten sich aber vom Niederrhein bis zum Sauerland. Die Station Sassendorf, Bad-Beusingsen im Kreis Soest, meldete sogar eine Tagessumme von 102,9 l/m². Mit fast 300 Stunden (184 Stunden) schien die Junisonne außergewöhnlich oft. Ob es sich hierbei um einen neuen Rekord handelt, bleibt abzuwarten.

Rheinland-Pfalz: Mit 19,7 °C war der Juni 2023 gegenüber 1961 bis 1990 (15,3 °C) außergewöhnlich warm. Nach vorläufigen Prognosen liegt er sogar auf Platz 2 nach 2003. Mit einer sehr geringen Niederschlagsmenge von 30 l/m² (76 l/m²) war es der trockenste Juni seit voraussichtlich 1993. In Sachen Sonnenscheindauer liegt sogar ein neuer Rekord vor. Erstmals brachte der sechste Monat des Jahres 330 Sonnenstunden (192 Stunden) hervor. RP war im ersten Sommermonat die zweitwärmste sowie eine vergleichsweise trockene und sonnige Region.

Saarland: Im Saarland brachte der Juni mit 20,4 °C eine außergewöhnliche Abweichung von fast 5 Grad vom Mittel (15,6 °C), was nach 2003 den zweitwärmsten Juni seit Messbeginn bedeuten würde. Erstaunlich gering fiel die Niederschlagsausbeute aus. 17 l/m² waren es final, was nur rund ein Fünftel des Klimasolls von 80 l/m² repräsentiert. Ein Blick in die Aufzeichnungen offenbart auch hier einen Extremwert. Mit 340 Rekordstunden schien die Junisonne fast 65 Prozent häufiger gegenüber dem Klimawert (204 Stunden). Unter dem Strich war das kleinste Flächenland im ersten Sommermonat die wärmste, sonnigste und zweittrockenste Region in Deutschland.

Sachsen: Das zweitkühlste Bundesland im Juni war Sachsen mit 17,5 °C (15,6 °C). Sohland an der Spree verkündete am 3. mit leicht frostigen -0,7 °C sogar das bundesweite absolute Minimum. Der Flächenniederschlag summierte sich auf 76 l/m² (76 l/m²). Carlsfeld im Erzgebirge meldete einen isolierten Extremwert von über 150 l/m². Ein Drittel häufiger als im Mittel (201 Stunden) schien die Sonne mit 265 Stunden. Mit diesem Wert befand sich Sachsen auf Platz 2 der sonnenscheinärmsten Gebiete.

Besonders im Osten und im Norden sind die Weiden schon gelb und verstroht

Sachsen-Anhalt: Nach dem trockensten Mai seit Messbeginn fielen im 18,5 °C (16,1 °C) warmen Juni 2023 nasse 88 l/m² (63 l/m²). Vom Harz über die Magdeburger Börde bis in die südliche Altmark wurden sogar über 100 l/m² gemessen. Der Löwenanteil ging dabei am 22. und 23. nieder. In Gröningen, Landkreis Börde, fielen innerhalb dieser 48 Stunden 108,1 Liter Regen pro Quadratmeter (Stationsrekord). Am Ende erhielt Sachsen-Anhalt knapp hinter Berlin den Zuschlag als zweitniederschlagsreichstes Bundesland. Die Sonne schien mit 265 Stunden (205 Stunden) etwa ein Drittel häufiger.

Schleswig-Holstein: Im äußersten Norden war der erste Sommermonat außergewöhnlich trocken. Mit knapp 17 l/m² fielen im vergleichsweisen trockensten Bundesland nur 25 Prozent des Solls (69 l/m²). Gebietsweise erreichten die Monatsmengen nicht mehr als 10 l/m². Auch in puncto Sonnenscheindauer war der Juni exotisch. So wurden fast 315 Stunden erfasst, ein Plus von 40 Prozent gegenüber dem Sollwert von 225 Stunden. Die Gebietsmitteltemperatur lag mit 17,3 °C (15,0 °C.) ebenfalls auf einem sehr hohen Niveau. Dennoch war Schleswig-Holstein das kühlste Bundesland.

Thüringen: Hier brachte der Juni warme 17,9 °C (14,9 °C) und einen Flächenniederschlag von 55 l/m² (78 l/m²). Die Sonne kam in den letzten 30 Tagen mit rund 285 Stunden (194 Stunden) um 45 Prozent öfter zum Vorschein. Damit war der Juni 2023 einer der sonnigsten in Thüringen.

Quelle: Deutscher Wetterdienst DWD

Beobachtungen zum Klimawandel: Deutschlandwetter im April 2023

Ziemlich nass, erstmals seit 15 Jahren

Offenbach, 28. April 2023 – Der April 2023 fiel in Deutschland, so die vorläufige Wetterbilanz des Deutschen Wetterdienstes (DWD), recht durchschnittlich aus. Der Ostermonat war verglichen mit den vieljährigen Mittelwerten etwas zu feucht und recht typisch bei Temperatur und Sonnenscheindauer. Ein Blick ins Klimaarchiv des nationalen Wetterdienstes sorgt dann aber doch für eine Überraschung: „Erstmals seit 15 Jahren war ein April in Deutschland wieder zu nass,“ betont DWD-Sprecher Uwe Kirsche. Dank der überdurchschnittlichen Niederschläge der vergangenen Monate färbte sich die Vegetation allmählich kräftig grün ein. Am Himmel gab es im April ein seltenes Farbenspiel zu bestaunen: In der Nacht zum 24. konnten bis zur Landesmitte intensive Polarlichter beobachtet werden. Das meldet der DWD nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen.

Milder Norden verfehlt ersten Sommertag des Jahres nur knapp
Das Temperaturmittel entsprach im April 2023 mit 7,5 Grad Celsius (°C) nahezu dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 von 7,4 °C. Im Vergleich zur aktuellen und wärmeren Vergleichsperiode 1991 bis 2020 ergab sich eine Abweichung von minus 1,5 Grad. Aufs und Abs formten die Temperaturkurve im zweiten Frühlingsmonat. Kühle Phasen bestimmten zeitweise die erste und letzte Aprilwoche – mit eisigen Nächten zum Monatsbeginn. Carlsfeld im Erzgebirge hatte am 5. mit -8,8 °C den deutschlandweiten Tiefstwert auf dem Zettel. Vom 21. bis 23. wurde es auch mal warm. Den Temperaturgipfel meldeten Nienburg in Niedersachsen und Jena in Thüringen am 22. mit jeweils 24,6 °C. Damit wurde im April in Deutschland erstmals seit 2008 kein einziger Sommertag mit mehr als 25 °Cbeobachtet.

Nasser Süden mit teils schweren Gewittern, Richtung Ostsee sehr trocken
Im April fielen nach vorläufigen Berechnungen des DWD mindestens 64 Litern pro Quadratmeter (l/m²). Das wären gut 10 Prozent mehr Niederschlag als in der Referenzperiode 1961 – 1990 (58 l/m²). Im Vergleich zu 1991 – 2020 (45 l/m²) erreichte die Menge sogar ein Plus von über 40 Prozent. Der Monatsstart und die Monatsmitte brachten reichlich Niederschläge. In der Südhälfte erfassten die Stationen an mindestens jedem zweiten Apriltag Niederschlag. Am Abend des 23. tobten in Bayern blitzintensive Gewitter. An den Alpen gab es die höchsten Monatsmengen (> 200 l/m²), an der Ostsee blieb es mit teils unter 20 l/m² sehr trocken. Unter dem Strich konnte der DWD landesweit eine weitere Erholung der Bodenfeuchte feststellen. Bis zum 24. lag sie im Vergleich zum Mittel des Zeitraums 1991-2020 in Teilen des Berglands und von der Ostsee bis in die nördliche Mitte im Bereich der jahreszeitlichen Durchschnittswerte, ansonsten verbreitet darüber. Dazu der aktuelle DWD-Bericht vom 24.4.2023.

Sonniges Küstenumfeld, in den östlichen Mittelgebirgen und an den Alpen wolkiger
Mit etwa 150 Stunden verpasste die Sonne im April ihren Sollwert von 154 Stunden (Periode 1961 bis 1990) nur geringfügig. Im Vergleich zu 1991 bis 2020 (183 Stunden) war das Minus von etwa einem Fünftel deutlicher. Das Küstenumfeld erlebte über 200 Sonnenstunden. In den östlichen Mittelgebirgen und an den Alpen halbierte sich die dort typische Anzahl.

Das Wetter in den Bundesländern im April 2023
(In Klammern finden Sie die vieljährigen Mittelwerte der internationalen Referenzperiode 1961-1990. Der Vergleich aktueller mit diesen vieljährigen Werten ermöglicht eine Einschätzung des längerfristigen Klimawandels)

Baden-Württemberg: Der sonst vergleichsweise sehr milde Südwesten lag im April 2023 mit 7,9 °C (7,4 °C) im Mittelfeld. Dafür war das Bundesland nach vorläufigen DWD-Abschätzungen mit mindestens 80 l/m² (78 l/m²) Flächenniederschlag eine der nassesten Regionen. Das Allgäu und der Schwarzwald erreichten Mengen über 160 l/m². Mit 130 Sonnenstunden (151 Stunden) war Baden-Württemberg ein vergleichsweise trübes Gebiet.

Bayern: Auch Bayern dürfte mit mindestens 82 l/m² (70 l/m²) zu den nassesten Bundesländern gehören. Die Alpenstationen registrieren örtlich über 200 l/m². Die Sonnenscheindauer lag bei rund 125 Stunden (154 Stunden). An den Alpen kam die Sonne sogar nur etwa 100 Stunden zum Vorschein. Die Apriltemperatur lag mit 7,1 °C (7,0 °C) in der Norm. Am späten Abend des 23. zogen teils schwere Gewitter über den Freistaat hinweg. Es kam zu mehreren Blitzeinschlägen. In Muhr am See, Kreis Weißenburg-Gunzenhausen, erlitten dabei drei Personen Verletzungen.

Berlin: In der Hauptstadt fiel der April 2023 recht typisch aus. Größere Niederschlagsmengen fielen in der Monatsmitte. Am Ende standen in der Monatsbilanz 8,3 °C (8,4 °C), 48 l/m² (40 l/m²) und 145 Sonnenstunden (161 Stunden). Berlin sicherte sich den Platz als zweitwärmste Region.

Brandenburg: Mit 7,7 °C (7,8 °C) und 51 l/m² (41 l/m²) war der zweite meteorologische Frühlingsmonat in Brandenburg fast 25 Prozent nasser als üblich. Die Sonne zeigt sich mit 140 Stunden (163 Stunden) selten. Am 24. flackerten intensive Polarlichter am Himmel.

Bremen: Bremen thronte mit dem Saarland im April 2023 auf Platz 1 der wärmsten Regionen. Der DWD ermittelte milde 8,5 °C (7,6 °C). Die Sonnenscheindauer erreichte mit 185 Stunden ein Plus von knapp 20 Prozent im Vergleich zum vieljährigen Mittel (155 Stunden). Dazwischen wurden in den Witterungsverlauf gut 55 l/m² (48 l/m²) Niederschlag eingebaut.

Hamburg: Der 8,1 °C (7,5 °C) milde Ostermonat brachte der Hafenmetropole satte 180 Stunden (156 Stunden) Sonnenschein. Damit befand sich Hamburg auf der Frühlings- und Sonnenseite der Republik. Unterdurchschnittlich war der Niederschlag mit 43 l/m² (50 l/m²).

Hessen: Am ersten Aprilwochenende führten noch viele Flüsse und Bäche in Hessen die Märzregenfälle und den Dauerregen vom Aprilstart als Hochwasserwellen stromabwärts. Auch anschließend gab es immer wieder Niederschläge, so dass insgesamt im Flächenmittel 64 l/m² (59 l/m²) kalkuliert werden können. Am Spessart, Westerwald und im Vogelsberg wurde die 100 l/m²-Schwelle übertroffen. Die Monatstemperatur erreichte ein Mittel von 7,8 °C (7,5 °C) und die Sonnenscheindauer 143 Stunden (152 Stunden).

Mecklenburg-Vorpommern: Unter überwiegendem Hochdruckeinfluss verlor der Nordosten im Vergleich zu den anderen Bundesländern als trockenste Region deutlich den Anschluss. So fiel mit mageren 29 l/m² etwa ein Drittel weniger Niederschlag als im vieljährigen Mittel (42 l/m²). Direkt an der Küste war das Defizit mit teils unter 20 l/m² noch höher. Dafür schien die Sonne 180 Stunden (167 Stunden). In der Nacht zum 24. gab es wieder einmal Polarlichter zu bestaunen. Die Mitteltemperatur ergab bis zum Monatsende einen Wert von 7,0 °C (6,7 °C).

Niedersachsen: In Niedersachsen brachte der Ostermonat 8,0 °C (7,5 °C) und am 22. stellenweise frühsommerliche Wärme. Nienburg an der Weser, zwischen Hannover und Bremen, meldete 24,6 °C. Es war die bundesweit höchste Temperatur, die aber auch von Jena in Thüringen festgehalten wurde. Die Niederschlagsmenge lag nach vorläufigen DWD-Abschätzungen im zweitgrößten Flächenland bei 48 l/m² (52 l/m²). Die Sonne schien im Mittel mit 170 Stunden (151 Stunden. An der Küste wurden streckenweise über 200 Stunden gezählt. In der Nacht zum 24. ermöglichten Polarlichter vielerorts eine seltene Lichtershow.

Nordrhein-Westfalen: Hier ging der April mit einer Gebietsmitteltemperatur von 8,1 °C (7,9 °C) und einem Flächenniederschlag von 69 l/m² (62 l/m²) zu Ende. Das Bergische Land erfasste sogar über 100 l/m². Die Sonnenscheindauer tangierte mit 150 Stunden (148 Stunden) ihren Sollwert.

Rheinland-Pfalz: In Rheinland-Pfalz setzte der April 2023 mit 8,0 °C (7,8 °C), 61 l/m² (57 l/m²) und 150 Stunden (151 Stunden) sein typisches Gesicht auf. Schlagzeilen machten allenfalls die flackernden Polarlichter in der Nacht zum 24.

Saarland: Mit 8,5 °C (8,2 °C) positionierte sich das Saarland mit Bremen als wärmste Region. In der Fläche fielen 67 (64 l/m²) und die Sonne schien im April fast 150 Stunden (155 Stunden).

Sachsen: Mit 6,8 °C (7,3 °C) war Sachsen neben Thüringen die kühlste Region. In Carlsfeld im Erzgebirge wurde am 5. mit -8,8 °C sogar der deutschlandweite Tiefstwert gemessen. Mit 120 Stunden (150 Stunden) ordnete der DWD den Freistaat auch als sonnenscheinärmstes Bundesland ein. Im Erzgebirge kam sie teilweise sogar nur 100 Stunden zum Vorschein. Die Niederschlagsmenge von 56 l/m² lag nahe beim Sollwert von 57 l/m².

Sachsen-Anhalt: Für Sachsen-Anhalt ließen sich für den April 2023 folgende meteorologische Gebietsmittelwerte resümieren: 7,6 °C (7,8 °C), 52 l/m² (43 l/m²) und 150 Stunden (152 Stunden). Während der recht unspektakulären Witterung konnten zumindest in der Nacht zum 24. imposante Polarlichter Aufsehen erregen.

Schleswig-Holstein: Schleswig-Holstein strahlte im April 2023 als sonnigste Region. Das Gebietsmittel betrug 205 Stunden (164 Stunden). Hell wurde es gebietsweise auch in der Nacht zum 24., als Polarlichter den Himmel erleuchteten. Die meist sehr milde Witterung hatte zum Monatsende eine Mitteltemperatur von 7,4 °C (6,6 °C) zur Folge. Ausgeglichen war dagegen die Niederschlagssumme mit 48 l/m² (49 l/m²).

Thüringen: Thüringen war mit Sachsen die kühlste Region in Deutschland. In der Schlussrechnung standen 6,8 °C (6,8 °C). Im Lee des Thüringer Waldes konnte Jena (Sternwarte) am 22. mit 24,6 °C die höchste Temperatur im diesjährigen Ostermonat verkünden, teilte diesen Spitzenplatz aber mit Nienburg in Niedersachsen. Der Flächenniederschlag erreichte 61 l/m² (58 l/m²). Im Thüringer Wald fielen über 100 l/m². Die Aprilsonne schien 130 Stunden (147 Stunden).

Quelle: DWD Deutscher Wetterdienst, Fotos privat

Beobachtungen zum Klimawandel: Deutschlandwetter im März 2023

Nassester März in Deutschland seit gut 20 Jahren

Offenbach, 30. März 2023 – Der März 2023 war nach vorläufigen Berechnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) der nassteste März seit 2001 und etwas sonnenscheinarm. Er steht damit im deutlichen Gegensatz zum März des Vorjahres, der als vierttrockenster und sonnigster seit Messbeginn im Klimaarchiv des nationalen Wetterdienstes ausgewiesen wird. Der erste Frühlingsmonat 2023 war zugleich auch recht mild. So erfolgte bis Mitte des Monats verbreitet der Start der Vegetationsperiode. Das Blühen der Forsythie – ein Signal für den Beginn des phänologischen Erstfrühlings – fand im Flächenmittel bereits am 15. März statt und damit etwa zehn Tage früher als im historischen Vergleich. Das meldet der DWDnach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen.

Milder März mit Temperaturen zwischen Spätwinter und Frühsommer 
Das Temperaturmittel für Deutschland lag im März 2023 mit 5,7 Grad Celsius (°C) um 2,2 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Vergleich zur aktuellen und wärmeren Vergleichsperiode 1991 bis 2020 betrug die Abweichung +1,1 Grad. Geprägt wurde der Witterungsverlauf von großen Temperatursprüngen. Der Monatsauftakt erfolgte eisig, mit dem bundesweiten Tiefstwert von -14,2 °C am 1. in Deutschneudorf-Brüderwiese (Erzgebirge). Der Monatshöchstwert von 23,9 °C wurde vom DWD am 13. In Rheinfelden (Oberrheingraben) gemessen. 

Niederschläge an zwei von drei Tagen im März 2023  
Im März fielen mit über 90 Litern pro Quadratmeter (l/m²) fast 60 Prozent mehr Niederschlag als im Schnitt (56,5 l/m²) der Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Vergleich zu 1991 bis 2020 (57,1 l/m²) lag das Plus bei annähernd 58 Prozent. Damit dürfte der März 2023 mit Niederschlägen an 2/3 aller Tage der nasseste erste Frühlingsmonat seit 2001 sein. Damals wurden vom DWD 109 l/m² gemessen. Am 8. bescherte eine markante Luftmassengrenze der Mitte Deutschlands hohe Tagesniederschläge zwischen 25 und fast 60 l/m², wie der Station Saarbrücken-Ensheim mit 59 l/m². Das war der Spitzenwert. In den zentralen Mittelgebirgen rieselte der Niederschlag als Schnee, der zu Beginn der zweiten Monatsdekade auf Teile des Norddeutschen Tieflandes übergriff und dieses kurzzeitig in eine Winterlandschaft verwandelte. Vom Emsland über die Lüneburger Heide bis in die Mecklenburgische Seenplatte wurden am 11. gebietsweise 10 bis 20 cm gemessen. Die höchsten Monatsniederschläge fielen im Schwarzwald und in den zentralen Mittelgebirgen (teils > 200 l/m²). Am trockensten blieb es örtlich mit etwa 40 l/m² in Ober- und Niederbayern sowie im Nordosten.

Im Süden und an den Küsten am sonnigsten
Mit 100 Stunden verfehlte die Sonnenscheindauer im März ihr Soll von 111 Stunden (Periode 1961 bis 1990) um 11 Prozent. Im Vergleich zu 1991 bis 2020 (127 Stunden) betrug die negative Abweichung 27 Prozent. Vor allem auf der Schwäbischen Alb, im Alpenvorland und an den Küsten schien die Sonnen deutlich über 120 Stunden. 

Das Wetter in den Bundesländern im März 2023
(In Klammern finden Sie die vieljährigen Mittelwerte der internationalen Referenzperiode 1961-1990. Der Vergleich aktueller mit diesen vieljährigen Werten ermöglicht eine Einschätzung des längerfristigen Klimawandels)

Baden-Württemberg: Mit 6,6 °C (3,6 °C) war der Südwesten die zweitwärmste Region. Frühsommerlich warm wurde es am 13. im Oberrheingraben. Rheinfelden gab mit 23,9 °C die bundesweit höchste Temperatur bekannt. In der Fläche fielen 103 l/m² (70 l/m²), im Schwarzwald kamen örtlich über 250 l/m² zusammen. Mit etwa 115 Stunden (117 Stunden) ragte Baden-Württemberg als sonnigstes Bundesland heraus.

Bayern: Im Freistaat sorgte der März 2023 für ein Temperaturmittel von 5,6 °C (2,9 °C) und eine Niederschlagsmenge von 81 l/m² (62 l/m²). In Teilen Ober- und Niederbayerns blieb es mit Mengen örtlich unter 50 l/m² am trockensten. Mit knapp 115 Stunden (119 Stunden) landete das Bundesland auf Platz 2 der sonnigsten Gebiete. Besonders heiter waren die Regionen südlich der Schwäbischen und Fränkischen Alb. 

Berlin: Unbeständig, mild und außergewöhnlich nass zeigte sich der März 2023 auch in der Bundeshauptstadt. So ermittelte der DWD für Berlin mit 70 l/m² (37 l/m²) fast das Doppelte der typischen Niederschlagsmenge. Die Mitteltemperatur erreichte 5,9 °C (4,0 °C) und die Sonnenscheindauer 105 Stunden (121 Stunden).

Brandenburg: Brandenburg erlebte voraussichtlich den nassesten März seit dem Jahr 2000. Mit 63 l/m² (36 l/m²) lag das Niederschlagsplus bei rund 75 Prozent. Im Ländervergleich fiel die Region aber als zweitniederschlagsärmste Region zurück. Die Märztemperatur erzielte milde 5,5 °C (3,5 °C) bei einer unterdurchschnittlichen Sonnenscheindauer von rund 95 Stunden (120 Stunden).

Bremen: Der äußert launische März brachte Bremen neben überwiegend milden Luftmassen auch rund 80 Prozent mehr Niederschlag. 6,1 °C (3,9 °C) und 93 l/m²(51 l/m²) standen in der Bilanz. Entsprechend selten zeigte sich die Sonne mit fast 85 Stunden (102 Stunden). Bremen war das zweitsonnenscheinärmste Bundesland. 

Hamburg: Der sehr wechselhafte März führte im Mittel 6,0 °C (3,9 °C) und mit 89 l/m² (55 l/m²) sehr feuchte Luftmassen in die Hansestadt. An bis zu 24 Tagen wurde Niederschlag gemessen. Die Sonne kam dennoch gut 90 Stunden (101 Stunden) zum Vorschein.

Hessen: Der März 2023 war mit 105 l/m² und gemittelten 23 Niederschlagstagen der mit Abstand nasseste März seit 2001. Das Plus betrug im Vergleich zum vieljährigen Mittel (62 l/m²) fast 70 Prozent. Am 8. und 9. lag über dem Land eine markante Luftmassengrenze. Während der Wetterpark in Offenbach am 9. einen Höchstwert von 14,6 °C meldete, befand sich das Temperaturniveau an der Station Wesertal-Lippoldsberg zur gleichen Zeit bei 3,1 °C. Das Märzmittel lag schließlich bei milden 5,9 °C (3,8 °C). Dazu zeigte sich die Sonne gut 95 Stunden (107 Stunden). Am Nachmittag des 26. wütete ein Tornado in Fernwald-Annerod, östlich von Gießen, und deckte zahlreiche Dächer ab. Die geschätzten Windgeschwindigkeiten lagen zwischen 117 bis 180 km/h (F1-Tornado). Nach aktuellem Stand hat derselbe Wirbelsturm kurz zuvor auch bei Wetzlar gewütet.

Mecklenburg-Vorpommern: Der Nordosten war mit einer Mitteltemperatur von 5,0 °C (2,8 °C) die kühlste Region in Deutschland. Mit 55 l/m² (41 l/m²) brachte der Monat 35 Prozent mehr Niederschlag, sowohl in flüssiger als auch in fester Form. So legte sich vom 10. bis 12. über die südlichen Gebiete eine teils über 10 cm hohe Schneedecke. Trotz des Niederschlagreichtums war das Bundesland im Vergleich die trockenste Region. Die Sonnenscheindauer blieb mit 105 Stunden minimal unter ihrem Sollwert von 114 Stunden. 

Niedersachsen: In Niedersachsen endete der erste meteorologische Frühlingsmonat als nassester der vergangenen zwei Dekaden. In der Fläche wurden rund 93 l/m² und damit etwa 70 Prozent mehr Niederschlag als im klimatologischen Mittel (55 l/m²) eingesammelt. Zeitweise fiel dieser noch als Schnee. Vor allem vom 10. bis 12. lag zeit- und gebietsweise eine geschlossene Schneedecke. In der Lüneburger Heide wurden dabei am 11. bis zu 20 cm gemessen – es kam zu zahlreichen Glätteunfällen und Schneebruch in den Wäldern. Trotz Winterintermezzo verlief der März mit 5,8 °C (3,9 °C) milder als üblich. Die Sonne schien rund 90 Stunden (102 Stunden). 

Nordrhein-Westfalen: Der März 2023 zählte in NRW zu den zehn nassesten seit Aufzeichnungsbeginn. Fast 121 l/m² (71 l/m²) wurden vom DWD ermittelt – ein Plus von rund 70 Prozent. Im Sauerland fielen örtlich sogar über 200 l/m². Nach dem Saarland schloss sich NRW als zweitnasseste Region an. Am 9. war eine markante Luftmassengrenzen wetterbestimmend. Während auf der kalten Seite in Bad Salzuflen mittags 2,4 °C gemessen wurden, gab Weilerswist-Lommersum 13,2 °Cbekannt. Im Mittel lag die Märztemperatur bei milden 6,2 °C (4,5 °C). Dürftig blieb die Sonnenscheindauer mit 83 Stunden (103 Stunden). NRW war das sonnenscheinärmste Gebiet. 

Rheinland-Pfalz: Rheinland-Pfalz war im März mit 6,3 °C (4,2°C) eine vergleichsweise milde Region. Wie die vorläufige Niederschlagsanalyse zeigt, war der Monat mit 105 l/m² (64 l/m²) und einem Plus von knapp 70 Prozent einer der zehn niederschlagsreichsten Märzmonate seit 1881. Rund 100 Stunden (110 Stunden) konnte sich die Sonne dennoch zeigen.  

Saarland: Mit 6,7 °C (4,6 °C) war das Saarland das wärmste und mit 156 l/m² (79 l/m²) auch das niederschlagsreichste Bundesland im diesjährigen März. Mit dem nahezu Zweifachen der gewöhnlichen Niederschlagsmenge war es der nasseste März seit 2001 und der fünftnasseste seit Aufzeichnungsbeginn. Allein am 8. verbuchte Saarbrücken-Ensheim 59 l/m² und damit den höchsten Tagesniederschlag in Deutschland. Die Sonne blickte dennoch rund 105 Stunden (114 Stunden) zwischen den Wolken hervor. 

Sachsen: Mit 5,1 °C (3,2 °C) war es das zweitkühlste Bundesland. Deutschneudorf-Brüderwiese wurde am 1. mit -14,2 °C der bundesweit tiefste Wert im März 2023 gemessen. Im höheren Erzgebirge gab es noch an 20 Tagen Frost. Nasse 73 l/m²(47 l/m²) fielen in der Fläche, im Erzgebirge wurden stellenweise bis zu 150 l/m²gemessen. Unter dem Schnitt blieb hingegen die Sonnenscheindauer mit 95 Stunden (110 Stunden). 

Sachsen-Anhalt: Mit 65 l/m² (40 l/m²) war es hier der nasseste März seit 2001. Im Harz erreichten die Mengen bis 150 l/m². Auch war er es mit 5,7 °C (3,7 °C) zu mild. Die Sonne tauchte mit 95 Stunden (109 Stunden) etwas seltener auf. 

Schleswig-Holstein: Mild und nass verlief auch hier der erste meteorologische Frühlingsmonat mit 5,2 °C (3,1 °C) und 69 l/m² (53 l/m²). Im Schnitt fiel an 23 Tagen Niederschlag. Nahezu ausgeglichen lang schien die Sonne in den letzten 31 Tagen mit 100 Stunden (105 Stunden).

Thüringen: Trotz milder 5,2 °C (2,8 °C) war Thüringen das zweitkühlste Bundesland. Mit einer Niederschlagsmenge von 92 l/m² (52 l/m²) war es dort mit Abstand der nasseste März seit 2001. Im Thüringer Wald sammelten sich sogar über 200 l/m². Entsprechend selten schien die Sonne mit 90 Stunden (106 Stunden). 

Quelle: DWD Deutscher Wetterdienst, Fotos privat

Beobachtungen zum Klimawandel: Deutschlandwetter Februar 2023

Mild, trocken, sonnig

Offenbach, 27. Februar 2023 – Auch der letzte meteorologische Wintermonat verabschiedete sich mit einer deutlich positiven Temperaturabweichung. Kurze winterliche Phasen konzentrierten sich eher auf die erste Monatsdekade und auf das Monatsende. Dazwischen gesellten sich frühlingshafte Temperaturen mit lokalen Höchstwerten knapp über 20 °C. Aufwärts ging es auch mit der Sonnenscheindauer. Zurück blieb allerdings die monatliche Niederschlagsausbeute, insbesondere im Südwesten, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen mitteilte.

Februar 2023: Die Hasel blüht, Frühjahrsblüher in voller Pracht

Nur vorübergehend winterlich mit strengen Frösten
Mit dem winterlichen Temperaturrückgang in der ersten Monatsdekade fielen die nächtlichen Tiefstwerte vereinzelt auch in den sehr strengen Frostbereich. Das bundesweite Minimum wurde dabei am 7. an der Station Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge mit -17,5 Grad Celsius (°C) festgehalten. Bald aber wechselte der Februar in den Frühlingsmodus und pünktlich zu den Karnevalstagen gipfelten die Höchstwerte bei bis zu 18 °C. Herausragend war Garmisch-Partenkirchen, wo am 18. bei 8 Sonnenstunden ein Temperaturanstieg auf 20,1 °C erfolgte – dem höchsten Februarwert 2023. Das Deutschlandmittel der Lufttemperatur betrug im Februar 3,2 °C und lag damit 2,8 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Hinblick auf die aktuelle und wärmere Vergleichsperiode 1991 bis 2020 lag die Abweichung bei +1,7 Grad.

Februar mit erheblichem Niederschlagsdefizit im Südwesten des Landes
In der Fläche brachte der Februar rund 40 Liter pro Quadratmeter (l/m²), was etwa 23 Prozent weniger Niederschlag als in der Zeit von 1961 bis 1990 (Klimamittel: 49 l/m²) entspricht. Im Vergleich zu 1991 bis 2020 (53 l/m²) erreichte das Niederschlagsdefizit sogar rund 33 Prozent. Besonders groß war die Niederschlagsarmut im Südwesten. Am Oberrhein, in Rheinhessen sowie im Saarland fielen regional nur um 5 l/m². Im Sauerland, Erzgebirge, Bayerischen Wald und an den Alpen fielen teils über 100 l/m². Dort registrierte Ruhpolding-Seehaus am 2. mit 52,5 l/m² den bundesweit größten Tagesniederschlag.

Viele Sonnenstunden im Westen und Süden
Mit gut 90 Stunden übertraf die Februarsonne ihr Soll von 72 Stunden (Periode 1961 bis 1990) um 25 Prozent. Im Vergleich zu 1991 bis 2020 (76 Stunden) betrug die positive Abweichung rund 19 Prozent. An der Grenze zur Schweiz und im Allgäu wurden teilweise über 130 Stunden Sonnenschein erfasst. Besonders viel Sonne tanken ließ sich im Zeitraum vom 7. bis zum 9., als die Republik die sonnigsten Tage seit der ersten Oktoberdekade 2022 erlebte. Mit fast 8 bis 10 Stunden wurde die astronomisch maximal mögliche Strahlungsdauer vollständig ausgereizt.

Das Wetter in den Bundesländern im Februar 2023
(In Klammern finden Sie die vieljährigen Mittelwerte der internationalen Referenzperiode 1961-1990. Der Vergleich aktueller mit diesen vieljährigen Werten ermöglicht eine Einschätzung des längerfristigen Klimawandels)

Baden-Württemberg: Der Hochschwarzwald war im Februar 2023 die einzige Region in Baden-Württemberg mit Dauerwinter. Sonst machten sich Schnee und Frost rar, sodass der DWD in seiner Schlussrechnung mit 3,1 °C (0,5 °C) einen milden Februar bilanzieren musste. Dabei blieb es in der Fläche mit 23 l/m² – entspricht rund einem Drittel des Solls (68 l/m²) – beträchtlich zu trocken. Nur der Schwarzwald konnte vergleichsweise bedeutsamere Niederschläge abfangen. Etwa 50 Prozent häufiger zeigte sich die Sonne mit 115 Stunden (76 Stunden). Baden-Württemberg brillierte knapp vor dem Saarland als sonnigste Region.

Bayern: Anfang Februar sorgten Schnee- und Regenfälle noch für steigende Flusspegel in Mittel- und Unterfranken. Im Bayerischen Wald und in den Alpen sorgten ergiebige Schneefälle teilweise sogar für Lawinengefahr. Mit einsetzender Milderung in der zweiten Monatsdekade erfolgte zunächst ein deutlicher Schneerückgang. In Garmisch-Partenkirchen gipfelte der Temperaturanstieg am 18. bei 8 Stunden Sonnenschein und guter Durchmischung bei sehr milden 20,1 °C. Es war die bundesweit höchste Temperatur im Februar 2023. Zum Monatsfinale brachte Petrus den Winter zurück und besonders den Bayerischen Alpen eine ordentliche Schippe Neuschnee. Insgesamt lieferte der letzte Wintermonat dem Freistaat 46 l/m² (58 l/m²). Ruhpolding-Seehaus meldete am 2. mit 52,5 l/m² den bundesweit größten Tagesniederschlag. Die höchsten Monatsmengen erfassten der Bayerische Wald und die Alpen mit über 130 l/m². Fast 95 Stunden (78 Stunden) präsentierte sich die Sonne. Im Alpenvorland gab sie sich sogar über 130 Stunden zu erkennen. Bayern war mit 2,0 °C (-0,6 °C) das vergleichsweise kühlste Bundesland.

Berlin: In der Bundeshauptstadt erreichte das Februarmittel der Lufttemperatur 3,3 °C (0,6 °C). Viel Winterwetter war damit nicht zu beobachten. Dafür schien die Sonne mit 80 Stunden (71 Stunden) mehr als genug und auch die Niederschlagsmenge lag mit 47 l/m² (35 l/m²) gut ein Drittel über ihrem Sollwert.

Brandenburg: Im Schnitt lag in Brandenburg die Februartemperatur bei milden 2,8 °C (0,1 °C). Zu mild war dabei vor allem die dritte Februarwoche. Dagegen wirbelten in den letzten Tagen auch mal Flocken. Mit 43 l/m² (33 l/m²) war der letzte Wintermonat 30 Prozent zu nass. Etwas häufiger zeigte sich allerdings die Sonne mit 75 Stunden (70 Stunden).

Bremen: Bremen platzierte sich im letzten Wintermonat mit sehr milden 4,8 °C (1,4 °C) als wärmstes Bundesland. Die Niederschlagsmenge erreichte mit 39 l/m² ihren Sollwert (40 l/m²). Besonders die erste Monatshälfte glänzte mit häufigerem Sonnenschein. Bis zum Februarfinale zeigte sie sich insgesamt mit rund 90 Stunden etwa ein Drittel häufiger als im Mittel (68 Stunden).

Hamburg: Hier brachte der Februar 2023 sehr milde 4,4 °C (1,2 °C). Winterwetter wurde zu einer Randerscheinung deklariert und fokussierte sich mit Müh und Not auf die erste Monatsdekade sowie das Monatsende. Die Niederschlagsmenge lag mit 57 l/m² (42 l/m²) 35 Prozent über dem Klimawert. Hamburg schaffte es damit auf Platz 2 der nassesten und gehörte mit fast 75 Stunden (64 Stunden) auch zu den sonnenscheinarmen Regionen.

Hessen: Auch in Hessen dominierten im Februar milde Luftmassen. In der dritten Monatswoche stiegen die Höchstwerte sogar auf regional über 15 °C. Die mäßigen Nachtfröste vom 8. und 9. erschienen dagegen nur noch als Nebensächlichkeit. Besonders war eine Inversionslage, bei der am 14. auf der Wasserkuppe milde 13,4 °C und andererseits die Station Geisenheim im Rheingau bei Nebel nur 1,9 °C registrierte. Der Februar endete mit 3,5 °C (0,6 °C) deutlich zu mild, aber auch mit 34 l/m² (52 l/m²) fast 35 Prozent zu trocken. Die Sonne schien mit 90 Stunden (69 Stunden) ausgesprochen oft.

Mecklenburg-Vorpommern: Der Nordosten erlebte im Februar mehr Frühling als Winter. Am 17. zeigten die Thermometer verbreitet sogar sehr milde 10°C. Dazu wehte ein stürmischer Wind mit Orkanböen bis 120 km/h auf Rügen. Wer verbreitet mäßige Fröste von unter -5 °Csuchte, fand sie höchstens noch in der ersten Monatsdekade. In der Gesamtheit wurde ein Februarmittel von 3,0 °C (0,0 °C) verbucht. Dazu fiel mit 41 l/m² (31 l/m²) etwa ein Drittel mehr Niederschlag. Die Sonnenscheinausbeute lag bei 75 Stunden (67 Stunden).

Niedersachsen: In Niedersachsen erreichte das Februarmittel milde 4,2 °C (1,1 °C). Zum Ende der ersten Monatsdekade gab es mit mäßigen Nachtfrösten von unter – 5°C zumindest mal einen Hauch von tiefem Winter. In der zweiten Monatsdekade wurden dagegen öfter Höchstwerte von über 10 °C erfasst. Der Flächenniederschlag erreichte im Mittel 47 l/m² (44 l/m²). Höhere Mengen wurden in der Lüneburger Heide und im Harz (Braunlage mit über 115 l/m²) beobachtet. Die Sonnenscheindauer übertraf mit fast 90 Stunden ihr Soll von 66 Stunden um rund 36 Prozent.

Nordrhein-Westfalen: Der DWD entlarvte die Karnevalshochburg im Februar 2023 als zweitwärmste Region in Deutschland. Sehr milde 4,6 °C (1,8 °C) brachte der letzte meteorologische Wintermonat. In der Fläche blieb die Niederschlagsmenge mit 52 l/m² (58 l/m²) etwas zurück. Eine Ausnahme bildete das Sauerland, wo sich die Monatsmengen auf teils über 115 l/m² summierten. Nach dem trüben Januar schien die Sonne im Februar mit 90 Stunden (72 Stunden) 25 Prozent häufiger.

Rheinland-Pfalz: Der letzte meteorologische Wintermonat verabschiedete sich in Rheinland-Pfalz mit milden 4,0 °C (1,1 °C). Besonders mild waren die närrischen Tage. Auf teils über 16 °Ckletterten die Höchsttemperaturen. Ungewöhnlich mager blieben die monatlichen Niederschlagsmengen: 18 l/m² wurden gerade einmal eingesammelt, was nur etwa einem Drittel des Monatssolls (57 l/m²) entspricht. Nach dem Saarland war das Rheinland die zweittrockenste Region. Die Sonnenscheindauer hatte mit 105 Stunden (73 Stunden) ein Plus von fast 45 Prozent.

Saarland: Der Februar 2023 war im Saarland mit 4,3 °C (1,6 °C) wenig winterlich, dafür aber außergewöhnlich niederschlagsarm und deutlich zu sonnig. Mit 10 l/m² wurden nicht einmal 15 Prozent des Solls (72 l/m²) erreicht und die Sonnenscheindauer lag mit 115 Stunden etwa 50 Prozent über dem Klimawert von 76 Stunden. Wie die Daten offenbarten, war das kleinste Flächenland die trockenste und sonnigste Region in Deutschland.

Sachsen: Sachsen war mit 2,1 °C (-0,3 °C) das zweitkälteste Bundesland im Februar 2023. In klarer und trockener Winterluft ging die Temperatur in Deutschneudorf-Brüderwiese am 7. auf einen Tiefpunkt von -17,5 °C zurück, der den bundesweit niedrigsten Februarwert kennzeichnete. Nach frühlingshaften Temperaturen in der dritten Februarwoche lebte der Winter zum Monatsende noch einmal auf und brachte dem Erzgebirge neuen Schnee. Sachsen führte mit 60 l/m² (43 l/m²) im Ranking der nassesten Bundesländer. Mit gerundet 75 Stunden (70 Stunden) war es ein sonnenscheinarmes Bundesland.

Sachsen-Anhalt: Auch in Sachsen-Anhalt beobachtete der Deutsche Wetterdienst mit 3,3 °C(0,4 °C) einen viel zu milden Februar. Alles andere als winterlich war vor allem die dritte Februarwoche mit Höchstwerten bis zu 15 °C. In der Monatsbilanz standen auch 35 l/m² (33 l/m²) und fast 80 Sonnenstunden (68 Stunden).

Schleswig-Holstein: In der nördlichsten Region Deutschlands legte der Februar 2023 folgende Zahlen vor: 4,1 °C (0,7 °C) Mitteltemperatur, 38 l/m² (42 l/m²) Niederschlag und als sonnenscheinarmes Gebiet 75 Stunden (65 Stunden). Anfang Februar und zum Ende der zweiten Monatsdekade brachten stürmische Winde etwas mehr Bewegung in die Wetterküche. An der Küste erreichte die eine oder andere Böe auch mal 115 km/h.

Thüringen: Für Thüringen wurde im Februar eine Temperatur von 2,5 °C (-0,4 °C) ermittelt. Zwar gab es zum Ende der ersten Monatsdekade und zum Monatsausklang auch mal strenge Nachtfröste, mehrheitlich blieb es aber deutlich zu mild und am 22. wurde nördlich des Thüringer Waldes, wie unter anderem entlang der Saale, sogar die 15 °C-Marke überschritten. In der Fläche brachte der letzte Wintermonat 42 l/m² (44 l/m²) Niederschlag und sonnige 81 Stunden (69 Stunden).

Quelle: DWD, Fotos privat

Beobachtungen zum Klimawandel: Deutschlandwetter im Winter 2022/2023

Zu warm! Zwölfter zu warme Winter in Folge

Offenbach, 27. Februar 2023 – In Deutschland war auch der Winter 2022/2023 wieder deutlich zu warm – verglichen mit den Referenzperioden. Uwe Kirsche, Pressesprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD): „Deutschland erlebte damit den zwölften zu warmen Winter in Folge. Der Klimawandel lässt nicht locker“. Es gab kaum Flachlandwinter und der Jahreswechsel brachte sogar positive Rekordtemperaturen. Damit verbunden nahm auch die Pollenbelastung durch Hasel und Erle schon früh stark zu. Winterfreunde kamen lediglich im höheren Bergland auf ihre Kosten. Insgesamt waren die vergangenen drei Monaten leicht zu trocken. Die Sonne schien recht durchschnittlich. Das teilt der DWD nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen mit.

Die Eiszeit im Dezember

Zu milder Winter mit kurzer Eiszeit im Dezember und rekordwarmem Jahreswechsel
Das Gebietsmittel der Wintertemperatur 2022/2023 lag unter dem Strich bei 2,9 Grad Celsius (°C) und damit 2,7 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Vergleich zur aktuellen und wärmeren Vergleichsperiode 1991 bis 2020 betrug die positive Abweichung 1,5 Grad. Die kälteste, ja eisige Phase des Winters erlebte Deutschland in der zweiten Dezemberdekade. Hier wurde in Heinersreuth-Vollhof, Landkreis Bayreuth, am 18.12. mit -19,3 °C der bundesweit tiefste Winterwert gemessen. Zum Jahreswechsel traten dann Rekordtemperaturen auf, die am 31.12. in der Spitze über 20 °C erreichten. Am wärmsten war es an der oberbayerischen Station Wielenbach mit 20,8 °C.

Wintermonate insgesamt leicht zu trocken
Der Winter brachte dem Bundesgebiet im Mittel rund 170 l/m² Liter pro Quadratmeter (l/m²). Im Vergleich zu den Perioden 1961 bis 1990 mit 181 l/m² und 1991 bis 2020 mit 190 l/m² ermittelte der DWD ein Minus beim Niederschlag von etwa 6 und rund 10 Prozent. Im Schwarzwald, Harz und Sauerland fielen örtlich über 500 l/m². Im westlichen Sauerland erreichte Wipperfürth-Gardeweg am 12.1. mit 71,9 l/m² den bundesweit höchsten Tagesniederschlag des Winters. Zum Vergleich: In der Oberrheinischen Tiefebene wurden lokal im gesamten Winter keine 70 l/m² erfasst.

Der Süden erlebte im Winter die mit Abstand meisten Sonnenstunden
Mit rund 160 Stunden lag die Sonnenscheindauer im Winter etwa 5 Prozent über dem Sollwert von 153 Stunden des Zeitraums 1961 bis 1990. Im Vergleich zur Periode 1991 bis 2020 (170 Stunden) gab es ein Minus von rund 6 Prozent. Das Alpenvorland war mit über 240 Stunden das sonnigste Gebiet. In den Mittelgebirgen und im Nordosten zeigte sie sich die Sonne gebietsweise seltener als 120 Stunden.

Das Wetter in den Bundesländern im Winter 2022/2023
(In Klammern finden Sie die vieljährigen Mittelwerte der internationalen Referenzperiode 1961-1990. Der Vergleich aktueller mit diesen vieljährigen Werten ermöglicht eine Einschätzung des längerfristigen Klimawandels)

Baden-Württemberg: Im Südwesten endete der Winter mit milden 2,8 °C (0,0 °C) und niederschlagsarmen 137 l/m² (224 l/m²). Am Oberrhein erreichten die Niederschlagsmengen gebietsweise nicht einmal die Hälfte des Solls. Weiter oben, in den Hochlagen des Schwarzwaldes, herrschte ab Mitte Januar auch mal Dauerwinter. Die Sonne zeigte sich landesweit mit fast 195 Stunden (169 Stunden) mehr als üblich. So platzierte sich Baden-Württemberg als trockenstes und sonnigstes Bundesland im Winter 2022/2023.

Bayern: Im Freistaat erreiche die Wintertemperatur milde 1,9 °C (-1,0 °C). Es war das kühlste Bundesland. Am 18.12. fielen die Temperaturen in Heinersreuth-Vollhof, Landkreis Bayreuth, auf -19,3 °C, dem tiefsten bundesweit Winterwert. Am 31.12. wurde an der Station Wielenbach in Oberbayern die höchste Temperatur dieses Winters mit 20,8 °C gemessen. Das Gebietsmittel der Niederschläge ergab 147 l/m² (200 l/m²). Über 300 l/m² wurden im Fichtelgebirge, im Bayerischen Wald und an den Alpen gemessen. In den Hochlagen der Gebirge gab es über 50 Tage mit einer geschlossenen Schneedecke. Die Sonne schien in den vergangenen drei Monaten fast 185 Stunden (171 Stunden). Nach Baden-Württemberg war Bayern das zweitsonnigste Bundesland.

Berlin: Für Berlin ergab die Mittelwertbildung des DWD für den Winter 2022/2023 eine Temperatur von milden 3,2 °C (0,5 °C). Die Niederschlagsmenge erreichte für dort nasse 158 l/m² (131 l/m²). Dazu schien die Sonne gut 135 Stunden (147 Stunden).

Brandenburg: Aus Brandenburg meldeten die DWD-Stationen für den Winter ein Mittel von 2,7 °C (0,1 °C). Neben nassen 155 l/m² (123 l/m²) schien die Sonne etwa 135 Stunden (150 Stunden). Brandenburg war eine sonnenscheinarme Region.

Bremen: Die Hansestadt führte im Winter 2022/2023 mit 4,2 °C (1,5 °C) im Ranking der mildesten Regionen. Es fielen 195 l/m² (165 l/m²) Niederschlag. Die Sonne zeigte sich mit rund 170 Stunden (140 Stunden) verhältnismäßig oft.

Hamburg: Mit 4,0 °C (1,2 °C) war Hamburg neben Nordrhein-Westfalen die zweitmildeste Region. Mit 228 l/m² (174 l/m²) positionierte sich die Hansestadt ebenfalls auf Platz 2. Die Sonne kam im Winter 2022/2023 rund 155 Stunden (134 Stunden) zum Vorschein.

Hessen: Hessen erlebte mit 3,0 °C (0,3 °C) einen milden, mit 173 l/m² (193 l/m²) einen etwas trockenen und mit 145 Stunden (136 Stunden) einen leicht zu sonnigen Winter.
Mecklenburg-Vorpommern: Im Nordosten hatte der Winter ein mildes Mittel von 2,8 °C (0,2 °C) auf dem Zettel. Die Niederschlagsmenge lag mit 160 l/m² knapp 25 Prozent über dem Klimawert von 130 l/m². Unterdurchschnittlich war mit aufgerundet 135 Stunden (144 Stunden) die Sonnenscheinausbeute. Mecklenburg-Vorpommern war die sonnenscheinärmste Region.

Niedersachsen: In Niedersachsen registrierte der DWD eine Wintermitteltemperatur von 3,7 °C(1,2 °C). Die Niederschlagsmenge lag mit 222 l/m² (177 l/m²) 25 Prozent über dem Sollwert. Im Harz wurden die höchsten Mengen eingesammelt. Dort befand sich Braunlage mit über 525 l/m²an der Spitze. Die Sonne präsentierte sich in der Fläche 165 Stunden (135 Stunden).

Nordrhein-Westfalen: In NRW brachte der mit 4,0 °C (1,7 °C) milde Winter gebietsweise auch ordentlich Niederschlag. Im Sauerland akkumulierten sich die Mengen in der Spitze auf über 500 l/m². Im westlichen Sauerland registrierte Wipperfürth-Gardeweg am 12.1. mit 71,9 l/m² den bundesweit höchsten Tagesniederschlag. Über die Landesfläche gemittelt fielen in den letzten drei Monaten 242 l/m² (223 l/m²). Dazwischen schien die Sonne 155 Stunden (151 Stunden). NRW war neben Hamburg das zweitmildeste Bundesland und war im Winter 2022/23 die nasseste Region.

Rheinland-Pfalz: In Rheinland-Pfalz lag das Temperaturmittel im Winter 2022/2023 bei 3,4 °C(0,9 °C). Vergleichsweise sehr gering fiel dort die Niederschlagsausbeute mit 160 l/m² (200 l/m²) aus. Besonders trocken war der Februar. Die Sonnenscheindauer lag über dem vieljährigen Mittel und erreichte 175 Stunden (152 Stunden).

Saarland: Die DWD-Auswertungen ergaben für das Saarland eine Wintertemperatur von 3,8 °C(1,2 °C). Lediglich 212 l/m² (255 l/m²) zeigten die Niederschlagsmessungen an. Außergewöhnlich trocken war der Februar, der nur knapp 15 Prozent des zu erwartenden Monatsniederschlages erreichte. Im Sonnenscheinranking befand sich das kleinste Flächenland mit 185 Stunden (155 Stunden) dagegen auf den vorderen Plätzen.

Sachsen: Sachsen war im Winter 2022/2023 neben Thüringen mit 2,1 °C (-0,4 °C) das zweitkühlste Bundesland. 150 l/m² (152 l/m²) zeigte die Niederschlagsbilanz. In den höheren Lagen des Erzgebirges konnte an mindestens 50 Prozent aller Wintertage eine geschlossene Schneedecke beobachtet werden. Rund 140 Stunden (161 Stunden) schien die Wintersonne.

Sachsen-Anhalt: Hier nahm der Winter einen recht milden Verlauf. 2,9 °C (0,4 °C) zeigten die Thermometer im Gebietsmittel. Mit den milden Luftmassen zogen größere Niederschlagsmengen heran. Knapp 500 l/m² meldete der Harz. An mindestens 50 Tagen fiel dieser dort als Schnee. In der Ebene kamen überdurchschnittliche 148 l/m² (119 l/m²) zusammen. Ausgewogen lang schien die Sonne mit rund 150 Stunden (145 Stunden) in den vergangenen drei Monaten.

Schleswig-Holstein: Der äußerste Norden erreichte im Winter ein Mittel von 3,7 °C (0,9 °C). Das Niederschlagsplus lag mit 228 l/m² (180 l/m²) bei gut 25 Prozent. Auch die Sonnenscheindauer befand sich mit 145 Stunden (138 Stunden) über dem dort typischen Mittel.

Thüringen: Neben Sachsen erreichte auch Thüringen als zweitkühlste Region eine Temperatur von 2,1 °C (-0,6 °C). Mit 147 l/m² (159 l/m²) gehörte es zu den trockenen Gebieten. An über 50 Schneetagen kamen Winterfreunde im höheren Thüringer Wald auf ihre Kosten. Die Sonne präsentierte sich fast 150 Stunden (148 Stunden).

Quelle: Deutscher Wetterdienst DWD, Fotos privat

Beobachtungen zum Klimawandel: Deutschlandwetter im Januar 2023

Einer der wärmsten Januarmonate seit 1881 – Ein Januar, der eigentlich für den März typisch gewesen wäre

Offenbach, 30. Januar 2023 – Die Häufung viel zu milder Januarmonate hält unterunterbrochen an, wie auch das Jahr 2023 bestätigt. Der ursprüngliche Eismonat hat seinen Ruf als solcher verloren und erreichte auch in diesem Jahr wieder einen Platz auf der Liste der zehn wärmsten Januarmonate seit 1881. Den dafür entscheidenden Anstoß lieferten die frühlingshaften Rekordtemperaturen am Neujahrstag sowie die teils rekordmilde und auch niederschlagsreiche erste Monatshälfte. Eine Temperaturanpassung auf das typische Januarniveau sowie damit einhergehende regionale Schneefälle sorgten in den letzten beiden Wochen für ein wenig Winterfeeling, das schwerpunktmäßig im Bergland verspürt werden konnte. Der Winter legte im Januar 2023 somit nur ein kraftloses Gastspiel an den Tag, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen konstatierte.

Schneeglöckchenblüte in der ersten Januarwoche


Temperatur im Januar 2023 so hoch wie in einem typischen März
Der Temperaturdurchschnitt lag im Januar deutschlandweit bei 3,5 Grad Celsius (°C) und damit 4,0 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Hinblick auf die aktuelle und wärmere Vergleichsperiode 1991 bis 2020 betrug die Abweichung 2,6 Grad. Entsprechend lag das diesjährige Januar-Temperaturmittel auf dem Niveau eines typischen Monats März (Periode 1961 bis 1990). Außergewöhnlich waren auch die landesweiten frühlingshaften Rekordtemperaturen am Neujahrstag. Den Spitzenwert präsentierte dabei Freiburg am Oberrhein mit 19,5 °C. Am 19. wurde in Meßstetten auf der Schwäbischen Alb mit -16,8 °C die kälteste Temperatur im Januar erreicht.

Nasse Westhälfte mit hohen Niederschlägen in den Staulagen der Mittelgebirge
Die milden und feuchten atlantischen Winde bescherten vor allem dem Westen eine regenreiche erste Monatshälfte. Am 12. registrierte Wipperfürth-Gardeweg im westlichen Sauerland mit 71,9 Litern pro Quadratmeter (l/m²) die bundesweit höchste Tagessumme. Insbesondere im Stau der Mittelgebirge erreichten die Januarmengen lokal über 200 l/m². Erst in der zweiten Januarhälfte verwandelten sich die Niederschläge gebietsweise in Schnee, der dem Bergland auch bis Monatsende erhalten blieb. In der Fläche brachte der Januar mit rund 67 l/m² knapp zehn Prozent mehr Niederschlag (Referenzperiode 1961 bis 1990: 61 l/m²). Im Vergleich zu 1991 bis 2020 war die Niederschlagsmenge in etwa ausgeglichen (65 l/m²).

Sonniges Nordseeumfeld und Bergland, in der breiten Mitte oftmals trüb
Mit etwa 35 Stunden verfehlte die Sonnenscheindauer im Januar ihr Soll von 44 Stunden (Periode 1961 bis 1990) um fast 20 Prozent. Im Vergleich zu 1991 bis 2020 (52 Stunden) betrug die negative Abweichung rund 35 Prozent. Mit dem Nordseeumfeld und dem Bergland waren es die exponierten Lagen der Republik, die mit örtlich teils über 60 Stunden den meisten Sonnenschein verbuchen konnten.

Das Wetter in den Bundesländern im Januar 2023
(In Klammern finden Sie die vieljährigen Mittelwerte der internationalen Referenzperiode 1961-1990. Der Vergleich aktueller mit diesen vieljährigen Werten ermöglicht eine Einschätzung des längerfristigen Klimawandels)

Vorführung im Januar, die ersten Haselpollen quälen die Allergiker


Baden-Württemberg: Der Jahresauftakt erfolgte mit Höchstwerten von zum Teil über 19 °C mit Temperaturrekorden. Bundesweiter Spitzenreiter war am Neujahrstag Freiburg mit 19,5 °C. Und auch in der ersten Monatshälfte behauptete sich die Frühlingsluft mit Tagesmittelwerten, die eher ins Bild eines Aprils passten. Eine Normalisierung des Temperaturniveaus erfolgte in den letzten beiden Januarwochen. Wahrlich winterlich mit reif- und schneebedeckten Landschaften wurde es dabei vorzugsweise nur im Bergland. Dort fielen die Tiefstwerte auch mal in den sehr strengen Frostbereich. Meßstetten, Schwäbische Alb, erreichte am 19. mit -16,8 °C den tiefsten Wert in Deutschland. Die Januartemperatur lag im Flächenmittel bei viel zu milden 3,1 °C (-0,7 °C). Deutlich unterdurchschnittlich war hingegen die Niederschlagsmenge mit 50 l/m² (75 l/m²) sowie die Sonnenscheindauer mit 35 Stunden (49 Stunden). Der Südwesten war mit Sachsen die zweittrockenste Region.

Bayern: Der sonst so winterliche Freistaat erlebte in der ersten Monatshälfte eher frühlingshaftes Wetter. Am Neujahrestag erreichten die Temperaturen vielerorts neue Januarrekorde. Im Alpenvorland stoppte das Quecksilber vereinzelt erst bei knapp über 18 °C. In den letzten beiden Wochen wurde es merklich kälter und damit verbunden im Bergland sowie im Alpenvorland auch schneereicher. Mit einer Mitteltemperatur von 2,3 °C (-1,9 °C) und einem Flächenniederschlag von 42 l/m² (66 l/m²) war Bayern im Januar 2023 das kälteste und trockenste Bundesland. Umgekehrt war es mit 41 Stunden (50 Stunden) die sonnigste Region.

Berlin: Nach den Rekordtemperaturen von bis zu 16,2 °C am Neujahrstag präsentierte sich der Januar in der Spreemetropole auch weiterhin viel zu mild, niederschlagsreich und sonnenscheinarm. Es wurden 4,4 °C (-0,4 °C), 66 l/m² (42 l/m²) und 28 Stunden (43 Stunden) Sonnenschein erfasst.

Brandenburg: Das Jahr 2023 startete landesweit mit neuen Rekorden. In Cottbus wurden am 1. sogar 17,8 °C festgehalten. Beachtenswert dabei war, dass die Temperaturmaxima teilweise nachts ermittelt wurden. Zwar gingen in der zweiten Monatshälfte die Werte auf ein januartypisches Niveau zurück, von leichten bis mäßigen Nachtfrösten abgesehen wurde es aber auch dann nicht wirklich winterlich. Ungewöhnlich milde 4,0 °C (-0,8 °C) wurden bis zum Monatsende ermittelt. Dazu war es mit 61 l/m² (40 l/m²) deutlich zu nass und mit 30 Stunden (44 Stunden) sonnenscheinarm.

Bremen: Frühlings- und wechselhaft war die erste Januarhälfte auch in Bremen. Gekrönt wurde die ungewöhnlich milde Witterung mit einem neuen Rekordwert am Jahresbeginn. 16,1 °Cwurden (in der Nacht!) gemessen. In der Bilanz blieb es im Januar durchweg zu mild und am Ende wurde ein Mittel von 5,1 °C (0,9 °C) erreicht. Mit Hamburg war Bremen die wärmste Region. Bei nassen 81 l/m² (59 l/m²) schien die Sonne im vergleichsweise zweitsonnigsten Bundesland 40 Stunden (39 Stunden).

Hamburg: Der Jahreswechsel erfolgte in der Hansestadt mit Rekordtemperaturen. In den Frühstunden des 1. zeigten die Thermometer bis zu 16,2 °C. Auch in den zwei Wochen danach blieb es frühlingshaft mild, gepaart mit immer wiederkehrenden Regenfällen. Zwar gingen in den letzten beiden Wochen die Temperaturen deutlich zurück, bis auf leichten Nachtfrost fehlte vom Winter aber jede Spur. In der Schlussrechnung betrug die Monatsmitteltemperatur sehr milde 5,1 °C (0,5 °C) und die Niederschlagsmenge nasse 85 l/m² (61 l/m²). Nahezu ausgeglichen war dagegen die Sonnenscheinbilanz mit 37 Stunden (39 Stunden). Hamburg positionierte sich mit Bremen als wärmstes Bundesland.

Hessen: Der Januar verabschiedete sich hier mit sehr milden 3,6 °C (- 0,4 °C). So sorgte statt Winterwetter auftretender Haselpollenflug für laufende Nasen. Kaum verwunderlich bei dauerhaften Höchsttemperaturen um 10 °C in den ersten beiden Januarwochen. Solche Höchstwerte gehören klimatologisch gesehen eher in einen März. Erst in der zweiten Monatshälfte passte der Temperaturverlauf wieder zunehmend ins Januarformat. Klassisches Winterwetter blieb aber eher ein Berglandphänomen. Weiterhin meldeten die hiesigen Wetterstationen in der Fläche nasse 78 l/m² (63 l/m²) und magere 26 Sonnenstunden (36 Stunden). Hessen war das zweitsonnenscheinärmste Bundesland.

Mecklenburg-Vorpommern: Der Nordosten startete mit flächigen Rekordtemperaturen von 14 bis 16 °C ins neue Jahr. Auch in den beiden darauffolgenden Wochen blieb es mit einer Abweichung von etwa 6 bis 8 Kelvin viel zu warm. Zwar gingen die Temperaturen in der zweiten Monatshälfte deutlich zurück, von Januarwinter aber konnte auch dann keine Rede sein. So verabschiedete sich der erste Monat des Jahres 2023 mit 4,1 °C (- 0,6 °C) als Fünftwärmster seit 1881. In die Monatsabschlussrechnung gehören aber auch nasse 63 l/m² (45 l/m²) sowie trübe 27 Sonnenstunden (41 Stunden).

An der Küste ist es stürmisch, meist aber sonnig


Niedersachsen: Niedersachsen war im Januar mit 4,7 °C (0,6 °C) ein vergleichsweises mildes Bundesland. Mit Werten zwischen 14 und 17 °C gab es in der Neujahrsnacht verbreitet neue Januarrekorde. Anschließend blieb es sowohl zu warm als auch nass. Lediglich in der letzten Monatsdekade kamen Winterfreunde im Harz auf ihre Kosten. Stürmische Winde finalisierten den mit 94 l/m² (62 l/m²) nassen Januar, in dem sich trotzdem noch die Sonne 35 Stunden (38 Stunden) zeigen konnte.

Nordrhein-Westfalen: NRW feierte den Jahreswechsel in rekordwarmer Januarluft. In den Niederrungen ging es auf über 17 °C. Im weiteren Verlauf blieb es frühlingshaft, aber auch sehr niederschlagsreich. Am 12. registrierte Wipperfürth-Gardeweg im westlichen Sauerland mit 71,9 l/m² den bundesweit höchsten Tagesniederschlag. Für den ganzen Monat meldete jene Station sogar knapp 250 l/m². Im gesamten Bundesland brachte der Januar 105 l/m² (77 l/m²) Niederschlag. In der letzten Monatsdekade sorgte dieser in der Eifel und im Sauerland sogar für eine dauerhafte Schneedecke. Nichtdestotrotz blieb der Januar mit 4,3 °C (1,1 °C) erheblich zu mild. Die Sonne zeigte sich mit 27 Stunden (42 Stunden) eher selten.

Rheinland-Pfalz: Der Januar war in Rheinland-Pfalz mit 3,6 °C (0,3 °C) sehr mild und mit 80 l/m² (69 l/m²) niederschlagsreich. Am 20. brachte ein Schneetief innerhalb weniger Stunden eine verbreitet 15 cm mächtige Schneedecke. Bis zum Monatsende blieb davon aber nur noch im höheren Bergland was liegen. 30 Stunden (40 Stunden) präsentierte sich die Januarsonne.

Saarland: Im Saarland bot der Januar eine rekordmilde Auftaktveranstaltung. So kratzte das Quecksilber am 1. in Saarbrücken an der 16-Grad-Marke. Erheblich zu mild ging es mit zahlreichen Niederschlägen auch in den folgenden Tagen weiter. Erst in der zweiten Monatshälfte kehrte der Winter langsam ein und am 20. kam es nach kräftigen Schneefällen zu zahlreichen Unfällen. Im Vergleich zu allen anderen Bundesländern fiel im Saarland der meiste Niederschlag. 119 l/m² (86 l/m²) betrug das Flächenmittel. Die Januartemperatur erreichte 3,9 °C(0,5 °C) und mit rund 22 Stunden (40 Stunden) war das kleinste Bundesland auch die sonnenscheinärmste Region.

Sachsen: Mit dem neuen Wetterjahr kam in Sachsen auch der Frühling ins Land. Mit bis zu 18,5 °C, gemessen in Dresden-Hosterwitz, kletterte das Quecksilber am 1. auf einen neuen Januarrekord! Es dauerte gut zwei Wochen, bis die sehr milde Witterung zu Ende ging und der Winter sein diesjähriges Debüt feiern konnte. So kam im letzten Monatsdrittel verbreitet Winterfreude auf. Besonderen Ski- und Rodelspaß gab es auf den Höhen des reif- und schneebedeckten Erzgebirges, mit zeitweiligem Blick auf ein wellendes Nebelmeer. Am Ende konstatierte der DWD einen 3,0 °C (-1,2 °C) milden Januar, der neben 50 l/m² (49 l/m²) gut 32 Sonnenstunden (50 Stunden) brachte. Sachsen war mit Baden-Württemberg die zweittrockenste Region in Deutschland.

Sachsen-Anhalt: Auch in diesem Bundesland startete der Januar frühlingshaft und in der ersten Monatshälfte lagen die gemittelten Höchstwerte auf einem Niveau wie Ende März. In der zweiten Monatshälfte wurde es zwar kälter, eine Einwinterung erfolgte aber nur im Harz. Mit 3,9 °C (- 0,3 °C) war der Januar deutlich zu mild und mit 55 l/m² (39 l/m²) auch zu nass. Die Sonne zeigte sich 36 Stunden (43 Stunden).

Schleswig-Holstein: In der extrem milden Neujahrsnacht erreichten die Temperaturen im äußersten Norden verbreitet 13 bis 16 °C und repräsentierten damit neue Januarrekorde. Auch die darauffolgenden zwei Wochen erreichten eine außergewöhnlich hohe Temperatur-abweichung von 6 bis 8 Kelvin. Damit verbunden gab es immer wieder Niederschläge. Deutlich kühler und niederschlagsärmer zeigte sich die zweite Monatshälfte. Alles in allem war der Norden mit 4,7 °C (0,3 °C) eine verhältnismäßig milde, mit 108 l/m² (64 l/m²) die zweitnasseste und mit 39 Stunden (39 Stunden) eine sonnenscheinreiche Region.

Thüringen: Der Jahresstart kam in diesem Jahr einem Frühlingsbeginn gleich. Die am 1. gemessenen Höchstwerte von teils über 15 °C erzielten da und dort auch einen neuen Januarrekord. Winterlich wurde allenfalls die zweite Monatshälfte und besonders im Thüringer Wald hielt sich auch bis zum Januarende eine um 20 cm mächtige Schneedecke. Dennoch, mit einem Mittelwert von 2,9 °C (-1,3 °C) lag der Januar 2023 auf Augenhöhe mit einem typischen März (Mittel: 2,8 °C). Der Niederschlag entsprach mit 55 l/m² (51 l/m²) etwa dem Soll, während die Sonnenscheindauer mit 32 Stunden dem Klimawert von 43 Stunden hinterherhinkte. Thüringen war das zweitkühlste Bundesland.

Quelle: DWD, Deutscher Wetterdienst

Beobachtungen zum Klimawandel: Deutschlandwetter 2022

Deutschland erlebt eines der zwei wärmsten Jahre und einen Sonnenscheinrekord

Schietwetter im Norden? Vorurteil! Die Jahresniederschläge der einzelnen Bundesländer geben eine eindeutige Antwort.

Urlaub super – Grasertrag miserabel

Offenbach, 30. Dezember 2022 – Deutschland erlebte 2022 ein außergewöhnliches Wetterjahr. Der Temperaturrekord des Jahres 2018 von 10,5 Grad Celsius wurde zumindest eingestellt. Erst die abschließende Auswertung aller Stationsdaten des nationalen Wetterdienstes Anfang Januar wird zeigen, ob 2022 das wärmste Jahr seit Messbeginn war. Einen neuen Rekord gab es bei der Sonnenscheindauer. Mit einem Niederschlagsdefizit von etwa 15 Prozent waren die vergangenen zwölf Monate hierzulande sehr trocken. Auch beim Trend der Jahresmitteltemperatur gab es mit dem warmen Jahr 2022 einen weiteren Anstieg: Seit 1881 ist es in Deutschland inzwischen 1,7 Grad wärmer geworden. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 1,6 Grad. Tobias Fuchs, Vorstand Klima und Umwelt des Deutschen Wetterdienstes (DWD): „Das rekordwarme Jahr 2022 sollte für uns alle ein erneuter Ansporn sein, beim Klimaschutz endlich vom Reden zum Handeln zu kommen. Wir haben es bisher nicht geschafft, wirkungsvoll auf die Treibhausgasbremse zu treten. Die Erderwärmung schreitet nahezu ungebremst voran.“

Mehrere Hitzewellen im Juni und Juli
Im Jahr 2022 waren alle Monate im Vergleich zum Mittel der Referenzperiode 1961-1990 zu warm. Der August war im vieljährigen Vergleich der Zweitwärmste und der Oktober mit 2001 sogar der Wärmste entsprechende Monat. Insgesamt ergab sich nach DWD-Berechnungen eine Jahresmitteltemperatur von 10,5 Grad Celsius (°C). 2022 liegt damit um 2,3 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 – 1990. Im Vergleich zur aktuellen und wärmeren Vergleichsperiode 1991 – 2020 betrug die Abweichung +1,2 Grad. Damit war 2022 neben 2018 vorläufig das wärmste Jahr seit Messbeginn. Platz 1 ist laut DWD nach Auswertung aller Daten noch möglich. Mehrere intensive Hitzewellen im Juni und Juli führten europaweit zu Temperaturrekorden. Die deutschlandweit höchste Tagestemperatur stammt ungewöhnlicherweise aus dem Norden des Landes. Am 20. Juli wurde in Hamburg-Neuwiedenthal ein neuer Stationsrekord von 40,1 °C festgehalten. Den Jahrestiefstwert meldete Heinersreuth-Vollhof, Landkreis Bayreuth, am 18. Dezember mit -19,3 °C.

Februar und September ordentlich nass, Sommer hingegen erheblich zu trocken
Das sommerliche Niederschlagsloch, das ein Minus von gut 40 Prozent im Vergleich zur Referenzperiode 1961 -1990 erreichte, führte zu der geringsten Bodenfeuchte unter Gras seit 1961. Flankiert wurde diese Trockenphase allerdings von den deutlich zu nassen Monaten Februar und September. Im Jahresverlauf fielen im Deutschlandmittel rund 670 Liter pro Quadratmeter (l/m²). Das war ein Minus von etwa 15 Prozent verglichen mit der Referenzperiode 1961 – 1990 (789 l/m²). Ähnlich fiel der Vergleich mit der Periode 1991 – 2020 (791 l/m²) aus. Die höchste Tagessumme wurde in Babenhausen im Unterallgäu am 19. August mit 112,1 l/m²gemessen. An den Alpen prasselten in den vergangenen zwölf Monaten 1500 bis 2000 l/m²nieder. Im Nordosten gingen gleichzeitig die Mengen auf unter 500 l/m² zurück.

Dülmener Pferde im Frühjahr 2022

Mit etwa 2025 Sonnenstunden sonnigstes Jahr seit Messbeginn
2022 schien die Sonne im bundesweiten Mittel rund 2025 Stunden und lag damit etwa 30 Prozent über dem Referenzwert der Periode 1961 – 1990 (1544 Stunden). Im Vergleich zu 1991 – 2020 (1665 Stunden) betrug die positive Abweichung gut ein Fünftel. Im Südwesten schien die Sonne sogar über 2300 Stunden, in den östlichen Mittelgebirgen zeigte sie sich mit unter 1800 Stunden vergleichsweise seltener.

Das Wetter in den Bundesländern im Jahr 2022
(In Klammern finden Sie die vieljährigen Mittelwerte der internationalen Referenzperiode 1961-1990. Der Vergleich aktueller mit diesen vieljährigen Werten ermöglicht eine Einschätzung des längerfristigen Klimawandels)

Baden-Württemberg: Das Jahr 2022 begann mit einem viel zu milden Winter, in dem sich Kälte und Schnee ins höhere Bergland zurückzogen und dann vom sonnigsten März seit Messbeginn abgebaut wurden. Am 12. April meldete Baden-Württemberg als Vorreiter den ersten Sommertag der Republik, im Mai wurde dann auch die 30 °C-Marke geknackt. Prompt schloss sich dann nach 2003 der zweitwärmste Sommer und nach einem bereits ziemlich herbstlichen September der wärmste Oktober an. Dieser katapultierte mit dem sehr milden November den diesjährigen Herbst auf Platz 2 der Wärmsten. Richtig eisig und winterlich wurde nur die erste Dezemberhälfte. So erlebte Baden-Württemberg 2022 mit 10,9 °C (8,1 °C) das wärmste Jahr seit Messbeginn. Auch die Sonnenscheindauer erreichte mit 2185 Stunden (1607 Stunden) einen neuen Rekordwert. Die Jahresniederschlagsmenge betrug 810 l/m² (980 l/m²). Im Ländervergleich war Baden-Württemberg 2022 das sonnigste Bundesland.

Bayern: Auch der Freistaat blickt mit einem Temperaturmittel von 10,1 °C (7,5 °C) auf das wärmste Jahr seit Messbeginn zurück. Schon der Winter war sehr mild und Schneefall eher ein Berglandphänomen. An den sonnigsten März knüpfte der zweitsonnigste und auch zweitwärmste Sommer an. Rekordwarm wurde auch der Oktober und eisig die erste Dezemberhälfte. In Heinersreuth-Vollhof, Landkreis Bayreuth, wurde infolge dessen am 18.12. mit -19,3 °C der deutschlandweit tiefste Jahreswert ermittelt. Insgesamt fielen im abgelaufenen Jahr 778 l/m² (941 l/m²) Flächenniederschlag. Die Alpen kamen sogar auf über 1500 l/m². Babenhausen im Unterallgäu erreichte am 19. August mit 112,1 l/m² den bundesweit höchstes Tagesniederschlag. Bayern war im Ländervergleich ein relativ nasses Bundesland, in dem die Sonne dennoch mit rund 2020 Stunden (1595 Stunden) außergewöhnlich schien.

Das Bodenwasser ist komplett verdunstet: der Boden reißt und zeigt die typischen Trockenrisse

Berlin: In der Hauptstadt zeigte sich das Jahr 2022 mit 11,2 °C (9,1 °C) nicht nur ungewöhnlich warm, sondern mit 403 l/m² (573 l/m²) auch viel zu trocken. So ließ Berlin als niederschlagsärmste Region alle anderen Bundesländer weit hinter sich. Die Sonne schien in den 2045 Stunden (1635 Stunden). Der März brachte sogar einen neuen Sonnenscheinrekord. Im November gab es einen Frostschock und im Dezember sogar 11 Tage Dauerfrost. Äußert mild ging es dann in das neue Jahr.

Brandenburg: Nach einem sehr milden Winter und dem sonnigsten März machte besonders der diesjährige Sommer Schlagzeilen. Trockenheit, Hitze und Waldbrände waren die prägendsten Ereignisse. Am 19. Juni befand sich der Süden in den Händen sengender Heißluft. Cottbus meldete extreme 39,2 °C und damit einen neuen Junirekord für Brandenburg. Eisig wurde es dann kurz im November und für längere Zeit im Dezember, wo im Mittel an 10 Tagen Dauerfrost beobachtet wurde. In der Jahresbilanz war 2022 mit 10,6 °C (8,7 °C) in Brandenburg ungewöhnlich warm. Deutlich zurück blieb die Niederschlagsausbeute mit 430 l/m² (557 l/m²). Brandenburg war die zweittrockenste Region in Deutschland. Die Sonnenscheindauer lag bei 2017 Stunden (1634 Stunden).

Bremen: Der viel zu milde Winter hatte Mitte Februar brachte eine Serie von Sturm- und Orkantiefs: Bremerhaven meldete am 18.2. Böen bis zu 126,0 km/h. Darauf folgte der sonnigste März und am 20. Juli trat in Bremerhaven mit 35,9 °C sogar ein neuer Temperaturrekord auf. Frostig wurde es im Dezember. Am 17.12. sackte das Quecksilber auf unter -10 °C. Im Ergebnis sorgte das Jahr 2022 für eine Mitteltemperatur von 11,0 °C (8,9 °C), 674 l/m² (726 l/m²) Niederschlag und 1985 Stunden (1474 Stunden) Sonnenschein.

Hamburg: Die Hafenmetropole meldete im Wetterjahr 2022 den sonnigsten März und am 20. Juli in Hamburg-Neuwiedenthal mit 40,1 °C einen neuen Altzeitrekord. Erstaunlich daran ist, dass dieser so weit im Norden gleichzeitig den deutschlandweit höchsten Jahreswert markiert. An den sehr warmen Sommer schloss ein äußerst milder und sonniger Herbst an. In der zweiten Dezemberdekade wurde es auch mal richtig eisig. Teilweise ging es auf knapp minus 10 °Czurück. Am Ende standen für das Jahr 2022 viel zu warme 11,0 °C (8,8 °C), 675 l/m² (750 l/m²) und sonnige 1985 Stunden (1507 Stunden) auf dem Zettel.

Hessen: Das mit 10,7 °C (8,2 °C) wärmste Jahr seit Messbeginn enthielt in Hessen auch den sonnigsten März und an einigen Orten Rekordschneefälle im April. Die Monate Juni, Juli und August entfachten einen Dauersommer, der vertrocknete Landschaften sowie verbrannte Wälder und Felder zurückließ. Nach dem sonnigsten und trockensten Sommer seit 1881 brachte der September den langersehnten Niederschlag. Der Oktober 2022 wurde neben 2001 zum Wärmsten gekürt. Erst in der zweiten Dezemberdekade fielen die Temperaturen massiv in den Keller. Ergebnis: eine Woche Dauerfrost. Im Bergland blieb die Temperatur teils zwei Wochen unter Null Grad. Die kleine Eiszeit endete mit einer markanten Glatteisregenlage und der Jahreswechsel erfolgte rekordmild. Unter dem Strich waren die vergangenen zwölf Monate mit 655 l/m² (793 l/m²) deutlich zu trocken. Die Sonnenscheindauer stellte mit 2025 Stunden (1459 Stunden) einen neuen Rekord auf.

Mecklenburg-Vorpommern: Im Nordosten war das Jahr 2022 mit 10,1 °C (8,2 °C) außergewöhnlich warm und mit 2015 Stunden (1648 Stunden) ausgesprochen sonnig. Rekordsonnenschein spendierte der März. Der 20. Juli war ein Tag mit neuen landesweiten Hitzerekorden. Boizenburg, 50 km südwestlich von Schwerin, stand mit 39,4 °C ganz oben auf
dem Hitzetreppchen und selbst an der Küste gab es teils über 38 °C. Neben 2006 folgte der wärmste Oktober. In der zweiten Dezemberdekade gab es Dauerfrost mit strengen Nachtfrösten. An Weihnachten und zum Jahreswechsel gehörte die kurze Winterepisode aber der Vergangenheit an. In der sehr trockenen Region fielen im Jahresverlauf 481 l/m² (595 l/m²).

Niedersachsen: Im zweitgrößten Flächenland erreichte die Jahresmitteltemperatur ungewöhnliche 10,7 °C (8,6 °C). Dazu fielen 635 l/m² (746 l/m²). Mitte Februar fegten Stürme über die Region und produzierten teils schwere Orkanböen an den Küsten. Ruhe und Rekordsonnenschein schenkte der März. Heiß wurde es im Juli, als am 20.7. in Barsinghausen-Hohenbostel, 20 km westlich von Hannover, mit 40,0 °C sogar ein neuer Bundeslandrekord aufgestellt wurde. Anschließend setzte der drittwärmste Herbst nach, ehe in der zweiten Dezemberdekade Väterchen Frost die Muskeln spielen ließ. Im ganzen Jahr kam die Sonne rund 1940 Stunden (1456 Stunden) zum Vorschein.

Nordrhein-Westfalen: In NRW verabschiedete sich das Wetterjahr 2022 mit 11,2 °C (9,0 °C) rekordwarm. Auch die Sonnenscheindauer stand mit 1984 Stunden (1440 Stunden) an der Spitze. Besonders der sonnige März stellte alles bisher Bekannte in den Schatten. Ende der zweiten Maidekade wurden die ersten heißen Tage des Jahres gemessen. Der darauffolgende Sommer war erschreckend trocken und der Herbst ungewöhnlich warm. In der zweiten Dezemberdekade gab es strenge Fröste, die mit gefährlichem Glatteisregen verbunden waren. In Nordrhein-Westfalen fiel ein Jahresniederschlag von 737 l/m² (875 l/m²).

Rheinland-Pfalz: 2022 war mit 11,2 °C (8,6 °C) vor Ort das wärmste Jahr. Die Sonne schien 2095 Stunden (1507 Stunden). Der März glänzte mit einer Rekordsonnenscheindauer und der Sommer war der zweitwärmste und trockenste. Der September bescherte der Flora und Fauna wohltuenden Niederschlag und sorgte so für eine deutliche Entspannung in der vorangegangenen Dürre. An den wärmsten Oktober seit Messbeginn hängte sich ein viel zu milder November. Die Niederschlagsmenge betrug 2022 rund 685 l/m² (807 l/m²).

Saarland: Auch die Saarländer erlebten mit 11,6 °C (8,9 °C) das wärmste Jahr seit Aufzeichnungsbeginn und konnten 2140 Stunden (1571 Stunden) Sonnenschein messen. Verantwortlich dafür waren der sonnigste März sowie der zweitwärmste und gleichzeitig sonnigste Sommer. Dieser ging auch als historisch trocken in die Geschichtsbücher ein. Auffallend nass wurde dann der September, an den sich der wärmste Oktober nahtlos anschloss. Im November wurde es turbulent und gefährlich, als am Nachmittag des 17. November ein Tornado unter anderem in Remmesweiler, Urexweiler und Dirmingen schwere Schäden anrichtete. Schätzungen zufolge wurden Windgeschwindigkeiten um 180 km/h erreicht. In der zweiten Dezemberdekade etablierte sich eine markante Dauerfrostlage mit finalem Glatteisregen. Das Jahr 2022 brachte insgesamt 850 l/m² (944 l/m²). Alles eingerechnet war das kleinste Flächenland die wärmste und nasseste Region.

Sachsen: Ungewöhnlich warm und sonnig verlief hier das Jahr 2022, wie das Jahresmittel von 9,9 °C (8,1 °C) und die Sonnenscheindauer von 2015 Stunden (1549 Stunden) untermauern. Der dritte Monat des Jahres lag bezüglich Sonnenscheindauer sogar an der Spitze aller Märzmonate. Der Sommer und November befanden sich auf Platz 3 der Sonnigsten. Dazwischen gesellte sich der wärmste Oktober (mit 2001) seit Beginn der Datenerfassung. In der zweiten Dezemberdekade zeigte dann auch mal die Kälte ihre Krallen. Hinzukamen in den vergangenen 52 Kalenderwochen 580 l/m² (699 l/m²).

Klimawandel: Steppengras wächst in Deutschland

Sachsen-Anhalt: Letzte Berechnungen zeigen: 2022 war dort mit 10,6 °C (8,7 °C) eines der wärmsten und mit 2040 Stunden (1522 Stunden) das zweitsonnigste Jahr. Dazu gehörte 2022 auch den sonnigsten März und den zweitsonnigsten Sommer, in dem erstmals die 40,0 °C am 20. Juli in Huy-Pabsdorf, Landkreis Harz, gemessen wurden. Der Oktober ließ sich als Wärmster erkennen, auf den dann der drittsonnigste (eigentliche) „Nebelmonat“ folgte. Die zweite Dezemberdekade zeigte sich von ihrer eisigen Seite und der Jahreswechsel äußert mild. Mit 446 l/m² (548 l/m²) zählte das mitteldeutsche Bundesland zu den trockensten Regionen.

Schleswig-Holstein: Das ungewöhnlich warme Jahr brachte Mitte Februar eine Abfolge von Sturm- und Orkantiefs mit regional immense Schäden: Büsum in Dithmarschen verzeichnete am 18. Februar Orkanböen von bis zu 143,8 km/h. Aber auch die Sonne machte Schlagzeilen. Stichwort: Sonnigster März. Im Juli folgten Hitzerekorde. So wurde zum Beispiel in Grambek, 30 km südlich von Lübeck, am 20.7. mit 39,1 °C ein neuer Bundeslandrekord aufgestellt. Der Herbst ging als Drittwärmster in die Annalen ein. Nur in der zweiten Dezemberdekade wehte mal ein ganz anderer Wind, als Dauerfrost die Runde machte. In Zahlen zeigt sich das fürs Jahr 2022 eine Mitteltemperatur von 10,2 °C (8,3 °C), Niederschlagsmenge von 732 l/m² (788 l/m²) und Sonnenscheindauer von 1910 Stunden (1567 Stunden). Schleswig-Holstein war das sonnenscheinärmste Bundesland.

Thüringen: 2022 brach mit 10,0 °C (7,6 °C) und 1970 Stunden (1486 Stunden) Sonnenschein neue Rekorde. Der Winter fiel praktisch ins Wasser und war lediglich im Bergland erkennbar. Der März strahlte als Sonnigster und an dieser Strahlkraft nahm sich auch der Sommer als Zweitsonnigster ein Beispiel. Der Oktober krönte als Wärmster und der eigentliche Nebelmonat November zeigte als 4.sonnigster, wie ungewöhnlich viel Helligkeit in ihm stecken kann. Thüringen war 2022 ein kühles und ein „sonnenscheinarmes“ Bundesland. In den letzten 365 Tagen fielen darüber hinaus 562 l/m² (700 l/m²).

Steppenvegetation beginnt mit ca. 500 l/m2/a und weniger

Text: Deutscher Wetterdienst DWD, Fotos privat