Mit landwirtschaftlichen Dürren müssen wir immer öfter rechnen und uns entsprechend darauf einstellen. Das gilt auch für das Grünland und die Pferdehaltung in Deutschland. Nur resilient wirtschaftende Betriebe werden in naher Zukunft ihre Pferde noch mit genügend bzw. bezahlbarem Grundfutter versorgen können.
Resillienz in diesem Zusammenhang bedeutet, dass es Betrieben gelingt, sich auf die zunehmenden Dürreperioden in Deutschland anzupassen. Hierzu bedarf es durchaus größere Veränderungen in der bisher betriebenen Bewirtschaftung. Bisher gültige Faustzahlen, wie z.B. die Anzahl der Pferde pro Fläche des Grünlandes werden nicht mehr herangezogen werden können.
Die Anpassungsfähigkeit der Pferdehalter an den Klimawandel ist wichtiger als das sture Leugnen des Klimawandels. Die seriöse Wissenschaft in Europa ist sich sehr sicher, dass die Jahrhunderthitze in Europa kein seltener Ausreißer der Klimastatistik ist, sondern belegt, dass der Klimawandel nicht droht, sondern schon schon begonnen hat.
Sehr aufschlussreich ist hier eine Pressemitteilung des Deutschen Wetterdienstes (DWD):
„Attributionsstudie zur Trockenheit in Europa Die internationale Expertinnen- und Expertengruppe World Weather Attribution (WWA) hat unter Beteiligung des DWD die Dürre der letzten 3 Monate im westlichen Teil Europas bzw. der letzten 6 bis 12 Monate im östlichen Teil Europas untersucht. Dabei werden die Extremereignisse mit Hilfe von Klimamodellen für eine Welt mit und eine Welt ohne menschengemachten Klimawandel simuliert und die Ergebnisse verglichen.
Ein zentrales Ergebnis der aktuellen Studie ist, dass die landwirtschaftlichen Dürren in Westeuropa etwa fünfmal, in Osteuropa sogar elfmal wahrscheinlicher sind als ohne Klimawandel. Mehr Details dazu „
Noch nie waren die Meere so warm in einem Frühsommer wie in diesem Jahr 2026. Bereits im Juni wurden Wassertemperaturen im Mittelmeer gemessen, wie sie üblicherweise erst zum Ende des Sommers vorherrschen.
Die globalen Meerestemperaturen erreichten im Juni 2026 laut EU- Klimaprogramm Copernikus Rekordtemperaturen von fast 21°C. Damit wurden die bisherigen Rekordtemperaturen von 2023 und 2024 überschritten. Dokumentiert werden die Daten bereits seit 1880.
Warum ist die Beachtung der Meerwassertemperaturen für alle Menschen von entscheidender Bedeutung?
Die Temperatur der Meere, ganz korrekt als Meeresoberflächentemperatur (SST) bezeichnet, ist eine der wichtigsten Klimavariablen (ECVs) des Globalen Klimabeobachtungssystems (GCOS) und Klimaindikator der Weltorganisation für Meteorologie (WMO).
Ozeane nehmen Wärme aus der Atmosphäre auf und speichern sie. Anders ausgedrückt: Die Ozeane nehmen einen Teil der Energie der Atmosphäre auf und speichern sie. Je wärmer das Meerwasser desto energiereicher ist es. Mehr Energie bedeutet vermehrte und stärkere Extremwetterereignisse. Die Wärme in den Meeren ist die Energiequelle für Stürme, Hurrikane, Taifune, Starkregenereignisse und schwere Gewittern.
Trotz dieser Extremwetterereignissen sind die zunehmenden Temperatursteigerungen durch den Klimawandel für langanhaltende Trockenzeiten verantwortlich. Fazit: Uns erwarten vermehrte und immer stärker werdende Hitzeperioden mit Trockenzeiten, Wassermangel und Niedrigwasser bei gleichzeitigen Extremwetterereignissen, wie z.B. Starkregenereignissen.
Sorgen müssen wir uns alle machen, weil die Meeresoberflächentemperaturen (SST) in den letzten 30 Jahren stark gestiegen sind. Basis bilden die Aufzeichnungen seit 1880. Die regelmäßigen Messungen haben auch ergeben, dass sich der globale Ozean erwärmt. Spitzenreiter und Ausreißer sind das schneller aufheizende Mittelmeer, die Ostsee und das Schwarze Meer. Besonders das Mittelmeer (Wassertemperatur im August 2026 heiße 28° – 30°C !) mit seinem teilweise um +6°C aufgeheizten Wassermassen ist für unser Klima besonders dominant. Gerade deshalb müssen wir in Mitteleuropa durch die großen, gespeicherten Energiegehalte des Mittelmeeres mit immer stärkeren und häufiger auftretenden maritimen Hitzewellen rechnen. Maritime Hitzewellen heißt kurz zusammengefasst: Hitze – Energie (Sturmintensität) – Feuchtigkeit (Starkregen).
Update August: Meerwassertemperatur im Balearenmeer 33 Grad Celsius.
Damit ist es mit den Problemen der Meerwassertemperaturerhöhung nicht getan: Veränderte Meereszirkulationen, Anstieg des Meeresspiegels, veränderte maritime Nahrungsmittelsysteme, drastische Verringerung der maritimen Artenvielfalt, veränderte Ökosysteme, reduzierter Fischfang mit Verlust der Ernährungsgrundlage, lebensbedrohende Entwicklung von Krankheitskeimen wie Vibrationen, … . So steigt z.B. die Gefahr von Vibrio- Infektionen beim Baden in der Ostsee, wenn sich das Wasser auf 20°C und höher erwärmt. Vibrio- Infektionen (Vireninfektionen) führen z.B. zu Magen- Darm- Infektionen oder Wundinfektionen schlimmstenfalls bis zur lebensbedrohenden Sepsis. Todesfälle durch Vibrationen sind beim Menschen bereits dokumentiert, auch im Sommer 2026. Anfang August 2026 hat das Wasser der Ostsee im Bereich Fehmarn, Boltenhagen, Danzig, Usedom und Riga die kritische Temperaturgrenze von 20°C erreicht.
Da sich Meereswassertemperaturen nur sehr langsam erhöhen, kühlen sie sich auch sehr langsam wieder ab. Ein träges System. Deshalb gehen die Forscher vom Copernicus Marine Service davon aus, dass wir uns auf kommende und wahrscheinlich immer stärker werdende Extremwetterlagen einstellen müssen, selbst wenn wir alle klimaneutral ab sofort handeln würden.
Resillienz gegenüber Starkregen, Stürme und Hitzewellen, Dürreperioden und Ernteeinbußen ist das Gebot der Stunde.
Ein Resllienzplan zum bereits in großer Wucht zu beobachtenden Folgen des Klimawandels ist Aufgabe jedes einzelnen Betriebes und sollte möglichst rasch sehr sorgfältig aufgestellt und regelmäßig evaluiert und angepasst werden.
Update am 22.08.2026: Am heutigen Tag hat die globale Meereswasseroberflächentemperatur (SST) laut den Wissenschaftlern des Klimawandeldienstes beim EU- Programms Copernicus den Rekordwert von 21,1°C erreicht. Damit steigert sich das Risiko extremer Wetterereignisse noch mehr. Es gilt: Je höher die Meerwassertemperatur, desto wahrscheinlicher werden bedrohliche Extremwettersituationen.