{"id":975,"date":"2021-06-05T13:27:32","date_gmt":"2021-06-05T11:27:32","guid":{"rendered":"https:\/\/pferdegruenland.de\/?p=975"},"modified":"2021-06-05T16:45:10","modified_gmt":"2021-06-05T14:45:10","slug":"strategien-ampfer-dominiert-die-wiese","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pferdegruenland.de\/?p=975","title":{"rendered":"Strategien: Ampfer dominiert die Wiese"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"576\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/20210523_155106-576x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-976\" srcset=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/20210523_155106-576x1024.jpg 576w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/20210523_155106-169x300.jpg 169w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/20210523_155106-768x1365.jpg 768w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/20210523_155106-864x1536.jpg 864w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/20210523_155106-1152x2048.jpg 1152w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/20210523_155106-scaled.jpg 1440w\" sizes=\"auto, (max-width: 576px) 100vw, 576px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Birgit  01.06.2021<\/strong><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-style-default is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Wir sind als Freizeitreiter mit eigenen Pferden und Hof im Landkreis Cuxhaven zu Hause. Wir ben\u00f6tigen in Sachen Pferdeweide bzw. M\u00e4hweide fachkundigen Rat. Und zwar haben wir mit Schrecken festgestellt, dass auf 2\/3 unserer 2 ha-Weide, woraus wir Heu machen, sehr viel Sauerampfer w\u00e4chst. Wir hatten im Sommer 2020 eine Bodenprobe machen lassen, die einen Kalium- und Magnesiummangel ergeben hat. Der pH-Wert mit 4 soll hier wegen der anmoorigen B\u00f6den gew\u00fcnscht sein, aber wir haben trotzdem gekalkt dieses Fr\u00fchjahr. Und auch Patentkali gestreut f\u00fcr Mg und K und zus\u00e4tzlich einmal Volld\u00fcnger.&nbsp;<\/p><p>Jetzt machen wir uns Sorgen: <\/p><p><em>Sauerampfer soll doch in h\u00f6heren Mengen giftig sein f\u00fcr Pferde, oder? Da liest man auch alles m\u00f6gliche.&nbsp;<\/em><\/p><p><em>K\u00f6nnen wir daraus Heu machen?<\/em><\/p><p><em>Wenn ja, dann die n\u00e4chste Sorge, dass der Ampfer dann schon aussamt oder ausgesamt hat und wir im kommenden Jahr noch mehr Ampfer haben.<\/em><\/p><p><em>Wenn wir ihn jetzt noch wegspritzen lassen, um das Aussamen zu verhindern, m\u00fcssen wir sicher das komplette Gras dieser Fl\u00e4che verwerfen? Also abm\u00e4hen und entsorgen?<\/em><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dietbert Arnold, 05.06.2021<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Ampfer ist ein sog. Stickstoffzeiger und profitiert besonders von n\u00e4hrstoffreichen, l\u00fcckigen Gr\u00fcnlandbest\u00e4nden. Gro\u00dffl\u00e4chige Ampferverkrautungen sind in letzter Zeit durch \u00fcberm\u00e4\u00dfige, hofnahe G\u00fclle&#8220;D\u00fcngung&#8220;, besser gesagt N\u00e4hrstoffentsorgung aus der Massentierhaltung, aufgetreten. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es k\u00f6nnte also sein, dass in Eurem Fall die Kalkung sowie die Stickstoffd\u00fcngung den Ampfer \u201ebevorzugt\u201c hat und er sich massenhaftausbreiten konnte. Gerade beim Moorboden ist es wichtig, dass der pH- Wert niedrig, also bodenlebenunfreundlich bleibt. Da Moor ja aus einer riesigen Menge Organischer Masse (Humus) besteht, w\u00fcrde ein aktives Bodenleben, das neutrale Bedingungen liebt, so viel Organische Masse auf einmal mineralisieren, dass gro\u00dfe Mengen Nitrat (Stickstoff) pflanzenwirksam werden. Und dann habt Ihr ja noch einen Volld\u00fcnger, also auch Stickstoff, ged\u00fcngt. Da lacht sich der Ampfer eins und w\u00e4chst wie teufel.\u00a0Die Ampferpflanze kommt mit ihren sehr langen Wurzeln auch noch an den tiefer ausgewaschenen Stickstoff heran, an den die Gr\u00e4ser schon nicht mehr gelangen. Und schon dominiert der Ampfer die Gr\u00e4ser.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nun ist der Ampfer also da. Er enth\u00e4lt 1 -10% Oxals\u00e4ure. Oxals\u00e4ure kann bei der Futteraufnahme Probleme machen, bei Pferden mehr als bei Rindern. Leider bleibt die Oxals\u00e4ure auch im Heu wirksam.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dummerweise gibt es keine Grenzwerte f\u00fcr die Oxals\u00e4ure beim Pferd. Die Datenbanken der seri\u00f6sen Unis gehen davon aus, dass Ampfer, alle Sorten, schwach giftig (+) sind. Das bedeutet, erst nach Aufnahme massiver Mengen gibt es Vergiftungserscheinungen. Das <strong>k\u00f6nnte vielleicht<\/strong> 50 \u2013 100 kg Ampfer bei einem ausgewachsenen Gro\u00dfpferd sein. K\u00f6nnte! Viele Tiere meiden die Ampferpflanze, weil wenig schmackhaft. Ob das auch so ist, wenn Futterknappheit herrscht oder wenn unerfahrene Pferde auf der Weide stehen bzw. das Heu aus der Raufe fressen, ist schwer  zu sagen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt also keinen seri\u00f6sen Rat bez\u00fcglich des Risikos durch die Ampferaufnahme. Deshalb kann ich Euch keinen Rat geben, ob Ihr das Heu f\u00fcttern d\u00fcrft, oder nicht. Wenn Ihr ganz sicher gehen wollt, dann nicht.\u00a0Allerdings k\u00f6nnt Ihr das schon ausprobieren. Wenn Ihr Ampferheu aus der Weide vorlegt, dann k\u00f6nnt Ihr schon sehen, ob die Pferde das Heu fressen und den Ampfer zur\u00fccklassen. Bei 2 &#8211; 5 kg Ampferheu kann dem Pferd bei einer Probef\u00fctterung nichts passieren. Macht einen Probeschnitt und legt das Ampfer-Gras- Gemisch frisch und getrocknet vor. Beobachtet die Futteraufnahme und entscheidet, ob Eure Pferde den Ampfer auslassen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu einem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln rate ich nicht. Ich werbe immer dazu, durch rechtzeitiges M\u00e4hen den Ampfer an der Aussaat zu hindern und gleichzeitig die Stickstoffversorgung deutlich herunterzufahren. Ganz besonders auf Moorboden. Bei der zunehmenden Trockenheit der letzten Jahre durch den Klimawandel wird ohnehin das Moor st\u00e4rker bel\u00fcftet (Bodenwasserstand sinkt) und das Bodenleben kann wegen der Anwesenheit von Sauerstoff die sonst im Wasser konservierten Organischen Massen umwandeln und mineralisieren. Wahrscheinlich darf der Moorboden \u00fcberhaupt nicht mit Stickstoff ged\u00fcngt werden. Dann geht der Ampfer zur\u00fcck, da er ja stickstoffliebend ist.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/20210523_155048-576x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-978\" width=\"345\" height=\"613\" srcset=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/20210523_155048-576x1024.jpg 576w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/20210523_155048-169x300.jpg 169w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/20210523_155048-768x1365.jpg 768w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/20210523_155048-864x1536.jpg 864w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/20210523_155048-1152x2048.jpg 1152w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/20210523_155048-scaled.jpg 1440w\" sizes=\"auto, (max-width: 345px) 100vw, 345px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Folgende Grunds\u00e4tze zur Vermeidung des unerw\u00fcnschten Ampferbefalles solltet Ihr grunds\u00e4tzlich beherzigen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>L\u00fcckige Stellen auf jeden Fall vermeiden und sofort mit Grassaat sanieren (\u00dcber- und Zwischensaat)<\/li><li>Gr\u00e4ser k\u00f6nnen den Ampfer verdr\u00e4ngen. Dabei sind Wiesenrispe, Wiesenfuchsschwanz und Weidelgras besonders konkurrenzstark. Ampfer ist ein Lichtkeimer, dichte Grasbest\u00e4nde verhindern das massenhafte Auskeimen. Eine Ampferpflanze setzt ca. 60.000 Samen pro Jahr aus. <\/li><li>Keine Stickstoffd\u00fcngung, da Ampfer besonders von hohen N\u00e4hrstoffgaben (Minerald\u00fcnge- und Wirtschaftsd\u00fcngemittel) profitiert. <\/li><li>Ampfer auf keinen Fall in Saatreife kommen lassen. Ampfersamen ist viele Jahre keimf\u00e4hig, nur die Kompostierung mit Temperaturen von mindestens 60\u00b0C zerst\u00f6rt den Samen. Fr\u00fchzeitiges M\u00e4hen oder Mulchen kann hilfreich sein. <\/li><li>Pflanzen mit der Ampfergabel bei feuchtem Boden mindestens 15 cm tief ausstechen.<\/li><li>Ampfer mit der Sense ausm\u00e4hen<\/li><li>Eine Zwischensaat konkurrenzstarker Gr\u00e4ser im Herbst ist zielf\u00fchrend. Allerdings ist der Erfolg nicht sicher, da die Grassaat mindestens 2 &#8211; 3 Wochen feuchten und frostfreien Boden ben\u00f6tigt. September bis Oktober k\u00f6nnte, je nach Ortslage, der passende Zeitpunkt sein, um dann im Fr\u00fchjahr einen m\u00f6glichst dichten Grasbestand zu haben. Die sp\u00e4tsommerliche\/ herbstliche Zwischensaat darf nicht mit Stickstoff versorgt werden, da sonst die Keimlinge nicht gen\u00fcgend Wurzelmasse bilden. Mit Fehlschl\u00e4gen (Trockenheit, Frost) muss gerechnet und folglich erduldet werden.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit: <\/h2>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Gr\u00e4ser f\u00f6rdern<\/li><li>Gr\u00fcnlandnarbensch\u00e4den unbedingt vermeiden. Narbensch\u00e4den sofort sanieren, auf Weiden eventuell erst abtrennen.<\/li><li>Saatreife des Ampfers verhindern<\/li><li>Zwischensaat konkurrenzstarker Gr\u00e4sersorten im Sp\u00e4tsommer\/ Fr\u00fchherbst<\/li><li>Mechanische Bek\u00e4mpfung <\/li><li>D\u00fcngung nur nach Bodenprobe und erwiesenem Bedarf (Angabe Labor: Dauergr\u00fcnland, Pferde, extensive Bewirtschaftung). Keine D\u00fcngung mit Kl\u00e4rschlamm, G\u00fclle oder G\u00e4rsubstraten aus Biogasanlagen.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich hoffe sehr, Euch ein wenig weitergeholfen zu haben und Ihr braucht jetzt ein wenig Geduld, biologische Prozesse beim Gr\u00fcnland k\u00f6nnen nicht mit einem Rutsch erreicht werden. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Birgit 01.06.2021 Wir sind als Freizeitreiter mit eigenen Pferden und Hof im Landkreis Cuxhaven zu Hause. Wir ben\u00f6tigen in Sachen Pferdeweide bzw. M\u00e4hweide fachkundigen Rat. 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