{"id":692,"date":"2021-03-18T12:11:45","date_gmt":"2021-03-18T11:11:45","guid":{"rendered":"https:\/\/pferdegruenland.de\/?p=692"},"modified":"2021-05-16T20:22:04","modified_gmt":"2021-05-16T18:22:04","slug":"pferdegruenland-und-klima","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pferdegruenland.de\/?p=692","title":{"rendered":"Pferdegr\u00fcnland und Klima"},"content":{"rendered":"\n<p><br>Das Dauergr\u00fcnland (Bioz\u00f6nose) ist von ihrem Standort (Biotop) stark abh\u00e4ngig. Auch hier<br>ist der Mensch wiederum eingreifender Faktor, wenn er die Wachstumsbedingungen durch den menschenverursachten Klimawandel ver\u00e4ndert.<br><br>Das Klima beeinflu\u00dft die Vegetation des Dauergr\u00fcnlandes nachweislich stark. Warmes und feuchtes Klima (humides Klima) f\u00f6rdert das Gr\u00e4ser- und Kra\u00fcterwachstum. Hierdurch entsteht mehr oberirdische Blattmasse, welche den Boden beschattet, also das Mikroklima des Gr\u00fcnlandes bestimmt. Wissenschaftler wissen, dass das Wachstum einer Pflanze auch von der Belaubungsdichte sowie der Blattform und dem Blattstellwinkel abh\u00e4ngt. Diese Faktoren beeinflussen das Mikroklima am und im Boden, es wirkt sich auf die Lebensbedingungen der Bodenfauna und -flora aus (Fauna = Tierleben; Flora = Pflanzenleben) . <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"620\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/IMG_0334-620x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-693\" srcset=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/IMG_0334-620x1024.jpg 620w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/IMG_0334-182x300.jpg 182w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/IMG_0334-768x1269.jpg 768w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/IMG_0334-930x1536.jpg 930w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/IMG_0334-1240x2048.jpg 1240w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/IMG_0334-scaled.jpg 1549w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><figcaption>Pflanzenwurzeln nutzen die Bohrg\u00e4nge der Regenw\u00fcrmer, um an N\u00e4hrstoffe und Wasser zu gelangen. Nach: Schmidt, Hubert: Die Wiese als \u00d6kosystem, K\u00f6ln 1979<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>So sind z. B. einige Regenwurmarten an der Bodenoberfl\u00e4che besonders aktiv, wenn sie bei ausreichender Feuchtigkeit Temperaturen von +2\u00b0C bis 10,5\u00b0C vorfinden. In diesem Temperaturbereich ziehen sie die meisten Bl\u00e4tter unter die Erde und sorgen f\u00fcr deren Mineralisierung. Steigen oder sinken die Umgebungstemperaturen, versuchen viele Tiere dies durch Wanderungen in unterschiedliche Bodentiefen auszugleichen. Die Bodentemperatur ist wiederum wichtig f\u00fcr die mikrobiologische Umsetzung (Mineralisierung) und hat somit einen gro\u00dfen Einflu\u00df auf die pflanzenverf\u00fcgbaren N\u00e4hrstoffe im Boden. <\/p>\n\n\n\n<p>Auch f\u00fcr den Boden gilt die van&#8217;t Hoffsche Regel der Chemie: Die chemische Reaktionsgeschwindigkeit verdoppelt sich bei der Erh\u00f6hung der Temperatur um jeweils 10\u00b0C. Der ideale Temperaturbereich f\u00fcr die mikrobielle Umsetzung liegt bei ca. 20 &#8211; 25\u00b0C. Hier schlie\u00dft sich dann ein m\u00f6glicher Kreislauf. Je gr\u00f6\u00dfer die mikrobiologischen Umsetzungsvorg\u00e4nge im Boden, desto gr\u00f6\u00dfer die N\u00e4hrstoffumwandlung  in pflanzenverf\u00fcgbare Minerale, desto ertragreicher das Pflanzenwachstum. Pferde k\u00f6nnen den o. g. Kreislauf erheblich mitbeeinflussen. Fressen Weidetiere das nachwachsende Gras zu kurz ab , k\u00fcrzer 8 cm, wird sich dies nachhaltig auf das Mikroklima des Bodens auswirken. Die Bodentemperatur wird steigen, der Boden st\u00e4rker austrocknen sowie der Temperaturabfall in der Nacht  h\u00f6her. Das beste Beispiel hierf\u00fcr ist die pflanzenlose W\u00fcste: Tags\u00fcber +50\u00b0C, nachts -5\u00b0C. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Aktivit\u00e4t der Bodentiere, z. B. der Regenw\u00fcrmer, wird wegen der hohen, f\u00fcr sie lebensbedrohende Temperaturen an der Bodenoberfl\u00e4che deutlich abnehmen, ebenso die mechanische Bel\u00fcftung der oberen Bodenschichten. Verst\u00e4rkt durch die Pferde wird sich der Boden zus\u00e4tzlich verdichten, Niederschl\u00e4ge k\u00f6nnen schlechter in tiefere Bodenschichten versickern, Wasservorr\u00e4te in tieferen Bodenschichten werden verhindert, das oberfl\u00e4chliche Stauwasser fliesst ab oder verdampft rasch, Verschl\u00e4mmungen und<br>Bodenerosionen (Bodenverlagerung) k\u00f6nnen die D\u00fcrre des Gr\u00fcnlandes verst\u00e4rken und zu einer N\u00e4hrstoffverarmung der Gr\u00fcnlandb\u00f6den beitragen.<br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Dauergr\u00fcnland (Bioz\u00f6nose) ist von ihrem Standort (Biotop) stark abh\u00e4ngig. Auch hierist der Mensch wiederum eingreifender Faktor, wenn er die Wachstumsbedingungen durch den menschenverursachten Klimawandel ver\u00e4ndert. Das Klima beeinflu\u00dft die Vegetation des Dauergr\u00fcnlandes nachweislich stark. Warmes und feuchtes Klima (humides Klima) f\u00f6rdert das Gr\u00e4ser- und Kra\u00fcterwachstum. 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