{"id":483,"date":"2020-12-30T14:12:19","date_gmt":"2020-12-30T13:12:19","guid":{"rendered":"https:\/\/pferdegruenland.de\/?p=483"},"modified":"2021-01-18T13:09:07","modified_gmt":"2021-01-18T12:09:07","slug":"beobachtungen-zum-klimawandel-deutschlandwetter-dezember-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pferdegruenland.de\/?p=483","title":{"rendered":"Beobachtungen zum Klimawandel: Deutschlandwetter Dezember 2020"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Offenbach, 30. Dezember 2020<\/em>&nbsp;\u2013 Nach dem sonnigen Vormonat gestaltete sich die Witterung im Dezember sehr wolkenreich und tr\u00fcb. Das charakteristische \u201eSchmuddelwetter\u201c wurde dabei mal von m\u00e4\u00dfig kalten, mal von ungew\u00f6hnlich milden Temperaturen begleitet. Ein landesweiter Temperatursturz von gut 10 Grad sorgte zum 1. Weihnachtsfeiertag in den Mittelgebirgen f\u00fcr ei-ne wei\u00dfe \u00dcberraschung. Am 27. brachte Tief \u201eHermine\u201c dem Westen Sturm und dem Bergland weiteren Schnee. Alles in allem verabschiedete sich das Jahr 2020 mit einem zu warmen, trockenen und sehr sonnenscheinarmen Dezember. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/100_3972-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-474\" srcset=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/100_3972-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/100_3972-300x225.jpg 300w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/100_3972-768x576.jpg 768w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/100_3972-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/100_3972-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 706px) 89vw, (max-width: 767px) 82vw, 740px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Vor Weihnachten ungew\u00f6hnlich mild, dann Temperatursturz<\/strong><br>Der Temperaturdurchschnitt lag im Dezember 2020 mit 3,0 Grad Celsius (\u00b0C) um 2,2 Grad \u00fcber der international g\u00fcltigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegen\u00fcber der w\u00e4rmeren Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung 1,8 Grad. Die erste Monatsdekade zeigte sich m\u00e4\u00dfig kalt mit frostigen N\u00e4chten. Dann wurde es zunehmend milder. Am 23. erreichte die Temperaturkurve ihren H\u00f6hepunkt. In der Westh\u00e4lfte Deutschlands wurde es mit \u00fcber 15 \u00b0C sogar ungew\u00f6hnlich mild. Die h\u00f6chste Temperatur erfasste M\u00fcllheim, s\u00fcdwestlich von Freiburg, mit 16,6 \u00b0C. Am Heiligen Abend drehte die Str\u00f6mung auf Nord und landesweit gingen bis zum 2. Weihnachtsfeiertag die Temperaturen nach und nach um gut 10 \u00b0C zur\u00fcck. Schlie\u00dflich kam die Kaltluft auch im S\u00fcden des Landes an: Am 27. wurde in Oberstdorf mit -15,0 \u00b0C der niedrigste Wert, abseits der Berggipfel, gemessen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Viel Niederschlag in den Weststaulagen, in der Osth\u00e4lfte h\u00e4ufig erheblich zu trocken&nbsp;<\/strong><br>Mit rund 55 Litern pro Quadratmeter (l\/m\u00b2) erreichte der Dezember 2020 nur 80 Prozent seines Solls von 70 l\/m\u00b2. Tiefs brachten immer wieder Niederschl\u00e4ge, die sich jedoch schwerpunktm\u00e4\u00dfig auf die Westh\u00e4lfte des Landes konzentrierten. Insbesondere in Staulagen der dortigen Mittelgebirge kamen im Monatsverlauf \u00fcber 150 l\/m\u00b2 zusammen. Spitzenreiter war Baiersbronn-Ruhestein, nordwestlich von Freudenstadt im Nordschwarzwald, mit \u00fcber 220 l\/m\u00b2. Die h\u00f6chste Tagessumme erfasste am 22. die Station Hoherodskopf im Vogelsberg mit 46,2 l\/m\u00b2. Deutlich trockener blieb es im Lee der zentralen Mittelgebirge sowie in den \u00f6stlichen Landesteilen. Hier und da fielen keine 15 l\/m\u00b2. Schneef\u00e4lle, die haupts\u00e4chlich im Bergland f\u00fcr Winterfeeling sorgten, gab es vor allem in der ersten Dekade und zum Monatsende. Besonders im S\u00fcdschwarzwald und Allg\u00e4u konnte man \u00fcber 20 Schneetage z\u00e4hlen. Lenzkirch-Ruhb\u00fchl im S\u00fcdschwarzwald meldete zum Jahresende mit gut 28 cm die h\u00f6chste Schneedecke abseits der Berggipfel.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ein vielerorts sehr wolkenverhangener Dezembermonat<\/strong><br>Mit etwa 35 Stunden verfehlte der Sonnenschein sein Soll von 38 Stunden um 10 Prozent. Am h\u00e4ufigsten lachte die Sonne mit \u00fcber 70 Stunden Richtung Allg\u00e4u, in Sachsen sowie in der Nie-derlausitz. Der Norden Bayerns und die mittleren Landesteile kamen teilweise nur auf gut 15 Sonnenstunden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das Wetter in den Bundesl\u00e4ndern im Dezember 2020<\/strong><br>(In Klammern stehen jeweils die vielj\u00e4hrigen Mittelwerte der intern. Referenzperiode)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Schleswig-Holstein und Hamburg:&nbsp;<\/strong>Schleswig-Holstein kam im Dezember auf 4,3 \u00b0C (1,8 \u00b0C) sowie rund 64 l\/m\u00b2 (73 l\/m\u00b2) Niederschlag. Hamburg erreichte 4,3 \u00b0C (2,0 \u00b0C) und erfasste abgerundet 62 l\/m\u00b2 (70 l\/m\u00b2). Im n\u00f6rdlichsten Bundesland schien die Sonne 22 Stunden (35 Stunden), in der Hansestadt waren es knapp 25 Stunden (31 Stunden). Am 27. brachte Tief \u201eHermine\u201c den K\u00fcsten schweren Sturm und in der Nacht zum 29. den s\u00fcdlichen Regionen gebietsweise den ersten Schnee.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Niedersachsen und Bremen:<\/strong>&nbsp;Niedersachen erreichte 4,3 \u00b0C (1,9 \u00b0C), etwa 60 l\/m\u00b2 (70 l\/m\u00b2) und gut 30 Sonnenstunden (32 Stunden). Bremen war mit 4,7 \u00b0C (2,2 \u00b0C) die w\u00e4rmste und mit rund 74 l\/m\u00b2 (64 l\/m\u00b2) eine nasse Region. Die Sonne zeigte sich 32 Stunden (33 Stunden).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mecklenburg-Vorpommern:&nbsp;<\/strong>Hier meldete der DWD eine Temperatur von 3,1 \u00b0C (1,1 \u00b0C), knapp 48 l\/m\u00b2 (52 l\/m\u00b2) Niederschlag und 26 Sonnenstunden (37 Stunden). Am Morgen des 29. gab es zeit- und gebietsweise die erste d\u00fcnne Schneedecke des Winters.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Brandenburg und Berlin:&nbsp;<\/strong>Brandenburg erzielte 3,0 \u00b0C (0,9 \u00b0C) und trockene 25 l\/m\u00b2 (50 l\/m\u00b2). Berlin erreichte 3,3 \u00b0C (1,2 \u00b0C) und als niederschlags\u00e4rmstes Bundesland sp\u00e4rliche 21 l\/m (53 l\/m\u00b2). Besonders trocken war es auch in der Niederlausitz. Cottbus meldete im gesamten Monat keine 15 l\/m\u00b2. Die Sonne zeigte sich in Berlin mit knapp 50 Stunden (35 Stunden) und in Bran-denburg mit etwa 54 Stunden (36 Stunden) recht h\u00e4ufig. Nach Sachsen waren diese L\u00e4nder die sonnigsten Gebiete.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sachsen-Anhalt:&nbsp;<\/strong>Sachsen-Anhalt registrierte 3,3 \u00b0C (1,2 \u00b0C). Mit etwa 25 l\/m\u00b2 (47 l\/m\u00b2) war es ein sehr trockenes Bundesland. Bad Lauchst\u00e4dt (Saalekreis) erfasste gerade einmal 13 l\/m\u00b2. Knapp 48 Stunden (36 Stunden) schien die Sonne.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sachsen:<\/strong>&nbsp;Sachsen erfasste 2,5 \u00b0C (0,3 \u00b0C). Mit mageren 25 l\/m\u00b2 (60 l\/m\u00b2) und fast 64 Stunden (41 Stunden) war der Freistaat ein niederschlagsarmes und das sonnenscheinreichste Gebiet. Um den 21. verzauberten Eisnebelschleier die W\u00e4lder im Erzgebirge in eine Winterlandschaft.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Th\u00fcringen:&nbsp;<\/strong>Th\u00fcringen war im Dezember mit 2,2 \u00b0C (0,0 \u00b0C) ein vergleichsweises k\u00fchles Gebiet und mit rund 37 l\/m\u00b2 (64 l\/m\u00b2) in der Fl\u00e4che deutlich zu trocken. Stauniederschl\u00e4ge brachten le-diglich im Th\u00fcringer Wald viel Nass. In Neuhaus-Steinheid gab es dabei \u00fcber 120 l\/m\u00b2. Die Sonne schien im Mittel knapp 37 Stunden (36 Stunden).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nordrhein-Westfalen:&nbsp;<\/strong>Im Dezember war NRW mit 4,6 \u00b0C (2,3 \u00b0C) nach Bremen das zweitw\u00e4rmste Bundesland. Die Niederschlagst\u00f6pfe sammelten aufgerundet 70 l\/m\u00b2 (88 l\/m\u00b2) ein. Zudem schien die Sonne knapp 35 Stunden (37 Stunden). Am 27. brachte Tief \u201eHermine\u201c vielerorts st\u00fcrmischen Wind. B\u00f6en erreichten 75 bis 90 km\/h. Aachen-Orsbach erfasste sogar 91,4 km\/h.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hessen:<\/strong>&nbsp;Hier betrug die Mitteltemperatur 3,1 \u00b0C (0,8 \u00b0C). Dazu brachten viele Wolken etwa 72 l\/m\u00b2 (77 l\/m\u00b2). Bis auf den \u00e4u\u00dfersten Norden wurden am 1. verbreitet um 5 cm Schnee gemessen. In Oberzent-Beerfelden (Odenwaldkreis) fielen sogar 10 cm. Zur Wintersonnenwende setze Dauerregen ein, der allein am 22. in Mittel- und S\u00fcdhessen \u00f6rtlich mehr als 40 l\/m\u00b2 brachte. Die deutschlandweit h\u00f6chste Tagessumme meldete dabei der Hoherodskopf im Vogelsberg mit 46,2 l\/m\u00b2. Hessen war mit rund 23 Stunden (32 Stunden) das sonnenschein\u00e4rmste Bundesland.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Rheinland-Pfalz:&nbsp;<\/strong>Der Dezember brachte eine Temperatur von 3,7 \u00b0C (1,3 \u00b0C) und niederschlagsreiche 87 l\/m\u00b2 (76 l\/m\u00b2). Damit war Rheinland-Pfalz die zweitnasseste Region. In der Vulkaneifel, wie in Densborn, fielen sogar \u00fcber 150 l\/m\u00b2. Die Sonne zeigte sich in Rheinland-Pfalz gut 27 Stunden (38 Stunden).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Saarland:<\/strong>&nbsp;Hier verbuchte der DWD eine Temperatur von 4,3 \u00b0C (1,5 \u00b0C). Mit einer Niederschlagssumme von rund 130 l\/m\u00b2 (98 l\/m\u00b2) war das kleinste Fl\u00e4chenland die mit Abstand nasseste und mit aufgerundet 25 Stunden (40 Stunden) eine der sonnenschein\u00e4rmsten Regionen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Baden-W\u00fcrttemberg:<\/strong>&nbsp;Mit 2,6 \u00b0C (0,3 \u00b0C) war Baden-W\u00fcrttemberg im Dezember das zweitk\u00fchlste Bundesland. Dazu wurden 70 l\/m\u00b2 (82 l\/m\u00b2) Niederschlag und 35 Sonnenstunden (45 Stunden) gemessen. Am 22. und 23. stiegen die H\u00f6chstwerte am Oberrhein auf ungew\u00f6hnlich milde 14 bis 17 \u00b0C. M\u00fcllheim, s\u00fcdlich von Freiburg, registrierte dabei mit 16,6 \u00b0C die bundesweit h\u00f6chste Temperatur. Oberhalb von 700 m lag dagegen an \u00fcber 20 Tagen Schnee. Lenzkirch-Ruhb\u00fchl (S\u00fcdschwarzwald) meldete zum Jahresende mit gut 28 cm Schnee die h\u00f6chste Schneedecke abseits der Berggipfel. Baiersbronn-Ruhestein, nordwestlich von Freudenstadt, \u00fcbermittelte mit knapp \u00fcber 220 l\/m\u00b2 den bundesweit h\u00f6chsten Dezemberniederschlag.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bayern:<\/strong>&nbsp;Der Freistaat war mit 1,2 \u00b0C (-0,6 \u00b0C) die k\u00fchlste Region. Oberstdorf meldete am 27. mit -15,0 \u00b0C nicht nur die deutschlandweit niedrigste Dezembertemperatur, sondern auch gleichzeitig den tiefsten Wert im gesamten Jahr 2020. Gerundete 48 l\/m\u00b2 (76 l\/m\u00b2) Niederschlag fielen in Bayern vom Himmel. Im Allg\u00e4u gab es mit \u00fcber 120 l\/m\u00b2 nicht nur h\u00f6here Mengen, sondern auch die meisten Tage mit Schnee. Hier sticht Oberstdorf hervor und meldete 27 Tage mit der wei\u00dfen Pracht. Daneben zeigte sich die Sonne in Bayern rund 39 Stunden (44 Stunden). In Franken und der Oberpfalz schien sie mit unter 15 Stunden ungew\u00f6hnlich selten. Im Unterschied dazu pr\u00e4sentierte sich die Sonne im Alpenvorland 50 bis 70 Stunden.<\/p>\n\n\n\n<p>(Text: DWD)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Offenbach, 30. Dezember 2020&nbsp;\u2013 Nach dem sonnigen Vormonat gestaltete sich die Witterung im Dezember sehr wolkenreich und tr\u00fcb. Das charakteristische \u201eSchmuddelwetter\u201c wurde dabei mal von m\u00e4\u00dfig kalten, mal von ungew\u00f6hnlich milden Temperaturen begleitet. Ein landesweiter Temperatursturz von gut 10 Grad sorgte zum 1. Weihnachtsfeiertag in den Mittelgebirgen f\u00fcr ei-ne wei\u00dfe \u00dcberraschung. 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