{"id":478,"date":"2020-12-30T14:07:44","date_gmt":"2020-12-30T13:07:44","guid":{"rendered":"https:\/\/pferdegruenland.de\/?p=478"},"modified":"2020-12-30T14:08:34","modified_gmt":"2020-12-30T13:08:34","slug":"beobachtungen-zum-klimawandel-2020-bestaetigt-als-zweitwaermstes-jahr-den-fortschreitenden-klimawandel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pferdegruenland.de\/?p=478","title":{"rendered":"Beobachtungen zum Klimawandel: 2020 best\u00e4tigt als zweitw\u00e4rmstes Jahr den fortschreitenden Klimawandel"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Offenbach, 30. Dezember 2020<\/em>&nbsp;&#8211; Das Jahr 2020 ist in Deutschland mit einer Jahresmitteltemperatur von 10, 4 Grad Celsius (\u00b0 C) das zweitw\u00e4rmste Jahr seit Beginn fl\u00e4chendeckender Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Geringf\u00fcgig w\u00e4rmer war nur das Jahr 2018 mit 10,5 \u00b0C gewesen. Auf den folgenden Pl\u00e4tzen liegen mit knappem Abstand 2019 und 2014 mit jeweils 10,3 \u00b0C. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen. Tobias Fuchs, Klima-Vorstand des DWD: \u201eDas sehr warme Jahr 2020 darf uns nicht kalt lassen. Die wissenschaftlichen Klimafakten des nationalen Wetterdienstes sind alarmierend. Klimaschutz ist das Gebot der Stunde. Wir m\u00fcssen jetzt handeln.&#8220; Dies unterstrichen auch weitere Klimadaten des DWD: So seien hierzulande neun der zehn w\u00e4rmsten Jahre im 21. Jahrhundert beobachtet worden, davon die vier w\u00e4rmsten Jahre in der zur\u00fcckliegenden Dekade 2011-2020. Diese Dekade war zugleich die w\u00e4rmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Kennzeichnend f\u00fcr das vergangene Jahr war zudem: 2020 war sehr sonnenscheinreich und das Dritte zu trockene Jahr in Folge.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/20201230_pm_jahr2020_abb1-1024x576.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-479\" srcset=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/20201230_pm_jahr2020_abb1-1024x576.png 1024w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/20201230_pm_jahr2020_abb1-300x169.png 300w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/20201230_pm_jahr2020_abb1-768x432.png 768w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/20201230_pm_jahr2020_abb1-1536x864.png 1536w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/20201230_pm_jahr2020_abb1.png 1860w\" sizes=\"auto, (max-width: 706px) 89vw, (max-width: 767px) 82vw, 740px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><br><strong>Milder Winter und langanhaltende Hitzewelle im August<\/strong><br>Der Temperaturdurchschnitt lag im Jahr 2020 mit 10,4 Grad Celsius (\u00b0C) um 2,2 Grad \u00fcber der international g\u00fcltigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegen\u00fcber der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung 1,5 Grad. Bis auf den Mai fielen alle Monate zu warm aus. Januar, Februar, April und August zeigten dabei mit einer Abweichung von \u00fcber 3 Grad die h\u00f6chsten positiven Temperaturanomalien. Auch wenn mit -15,0 \u00b0C die tiefste Jahrestemperatur in Oberstdorf am 27. Dezember gemessen wurde, traten die in der Fl\u00e4che k\u00e4ltesten N\u00e4chte in der letzten M\u00e4rzdekade auf. Den ersten meteorologischen Sommertag gab es am 17. April in der Mitte und im S\u00fcden. Zwischen dem 5. und 22. August etablierte sich \u00fcber Deutschland eine teils sehr hei\u00dfe und feuchte Witterung. Dabei kletterten die H\u00f6chstwerte auf \u00fcber 35 \u00b0C. Am h\u00f6chsten stieg das Quecksilber am 9. August in Trier-Petrisberg mit 38,6 \u00b0C. Am Ende wurde 2020 nach 2018 das zweitw\u00e4rmste Jahr seit Messbeginn im Jahr 1881.<br><br><strong>Verbreitet zu trocken, insbesondere in der Westh\u00e4lfte<\/strong><br>Mit rund 710 Litern pro Quadratmeter (l\/m\u00b2) erreichte 2020 nur gut 90 Prozent seines Solls von 789 l\/m\u00b2. Damit waren von den letzten 10 Jahren 9 zu trocken, nur 2017 war feuchter als normal. D\u00fcrre und Regen, teilweise mit \u00dcberflutungen, lagen 2020 h\u00e4ufig nah beieinander. Am 3. August meldete Aschau-Innerkoy, s\u00fcd\u00f6stlich von Rosenheim, mit 154,4 l\/m\u00b2 die gr\u00f6\u00dfte Tagessumme. Die h\u00f6chsten Jahresmengen gingen mit bis zu 2000 l\/m\u00b2 im Schwarzwald und an den Alpen nieder. Am trockensten blieb es mit unter 500 l\/m\u00b2 in vielen Teilen Nordostdeutschlands. Beachtenswerte Schneef\u00e4lle waren eine Rarit\u00e4t und fokussierten sich vor allem auf das h\u00f6here Bergland. In der S\u00fcdh\u00e4lfte kamen Ende Februar und Anfang Dezember aber auch mal im Flachland die Schneefans auf ihre Kosten. Die m\u00e4chtigste Schneedecke des Jahres weitab der Gipfellagen gab es in Zinnwald-Georgenfeld, Osterzgebirge, am 5. Februar mit 37 cm.<br><br><strong>Deutschland erlebte das viertsonnigste Jahr seit Messbeginn<\/strong><br>Mit etwa 1901 Stunden \u00fcbertraf der Sonnenschein sein Soll von 1544 Stunden um gut 20 Prozent. Damit nahm 2020 den vierten Platz der sonnigsten Jahre seit Messbeginn 1951 ein. \u00dcber 2000 Stunden schien sie vor allem im S\u00fcden. Vergleichsweise sonnenscheinarm blieb es dagegen in der norddeutschen Tiefebene und in den zentralen Mittelgebirgen.<\/p>\n\n\n\n<p><br><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/20201230_pm_jahr2020_abb3-1024x576.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-480\" srcset=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/20201230_pm_jahr2020_abb3-1024x576.png 1024w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/20201230_pm_jahr2020_abb3-300x169.png 300w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/20201230_pm_jahr2020_abb3-768x432.png 768w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/20201230_pm_jahr2020_abb3-1536x864.png 1536w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/20201230_pm_jahr2020_abb3.png 1860w\" sizes=\"auto, (max-width: 706px) 89vw, (max-width: 767px) 82vw, 740px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><br><br><strong>Das Wetter in den Bundesl\u00e4ndern im Jahr 2020<\/strong><br>(In Klammern stehen jeweils die vielj\u00e4hrigen Mittelwerte der intern. Referenzperiode)<br><br><strong>Schleswig-Holstein und Hamburg:&nbsp;<\/strong>Im n\u00f6rdlichsten Bundesland betrug die Mitteltemperatur im Jahr 2020 10,5 \u00b0C (8,3 \u00b0C) und die Niederschlagsmenge fast 733 l\/m\u00b2 (788 l\/m\u00b2). Die Sonnenscheindauer erreichte rund 1855 Stunden (1567 Stunden). In der Hansestadt lag die Temperatur bei 11,0 \u00b0C (8,8 \u00b0C), die Niederschlagssumme bei rund 687 l\/m\u00b2 (750 l\/m\u00b2) und die Sonnenscheindauer bei abgerundet 1851 Stunden (1507 Stunden). Im Februar sorgten mehrere Sturmfluten f\u00fcr schwere Sch\u00e4den an der Westk\u00fcste von Sylt. Hamburg registrierte den nassesten Februar seit Messbeginn. Im August meldete die Station Hamburg-Neuwiedenthal an elf Tagen H\u00f6chsttemperaturen von \u00fcber 30 \u00b0C und damit einen neuen Augustrekord f\u00fcr die Hansestadt.<br><br><strong>Niedersachsen und Bremen:&nbsp;<\/strong>Niedersachen erreichte im Mittel 10,8 \u00b0C (8,6 \u00b0C) sowie rund 689 l\/m\u00b2 (746 l\/m\u00b2). Mit gut 1771 Sonnenstunden (1456 Stunden) war es das sonnenschein\u00e4rmste Bundesland. Bremen war mit 11,2 \u00b0C (8,9 \u00b0C) die zweitw\u00e4rmste Region. Rund 625 l\/m\u00b2 (727 l\/m\u00b2) Niederschlag und rund 1831 Sonnenstunden (1474 Stunden) wurden gemessen. Niedersachsen und Bremen erlebten 2020 den nassesten Februar sowie insgesamt den zweitw\u00e4rmsten Winter seit Datenerfassung. Trockenheit im April beg\u00fcnstige einen Moorbrand bei Papenburg im Emsland, bei dem am 18. April etwa 32 ha in Flammen standen. Am 14. Juni sorgten Starkregenf\u00e4lle zu wetterbedingten Unf\u00e4llen und \u00dcberflutungen. In Damme, Landkreis Vechta, waren zahlreiche Gesch\u00e4fte und auch ein Krankenhaus betroffen. Im August gab es in Bremerhaven erstmals an acht Tagen H\u00f6chstwerte von \u00fcber 30 \u00b0C.<br><br><strong>Mecklenburg-Vorpommern:<\/strong>&nbsp;Im nord\u00f6stlichen Bundesland ermittelte der DWD 10,4 \u00b0C (8,2 \u00b0C), 551 l\/m\u00b2 (595 l\/m\u00b2) Niederschlag und 1893 Sonnenstunden (1648 Stunden). Am 15. Januar stiegen die Tagesh\u00f6chstwerte, wie in Anklam, auf ungew\u00f6hnlich milde 14,8 \u00b0C. An zahlreichen Stationen wurden neue Temperaturrekorde verzeichnet. Der Winter verabschiedete sich als w\u00e4rmster seit Messbeginn im Jahr 1881. Im letzten M\u00e4rzdrittel wurden die frostigsten N\u00e4chte des Winterhalbjahres beobachtet. Am 14. Oktober bewirkte ein Nordoststurm eine Sturmflut mit f\u00fcnf Meter hohen Wellen. Wie in Wismar stiegen die Pegel an manchen Orten auf 1,40 Meter.<br><br><strong>Brandenburg und Berlin:<\/strong>&nbsp;Brandenburg meldete 2020 eine Temperatur von 10,8 \u00b0C (8,7 \u00b0C). Berlin erreichte 11,4 \u00b0C (9,1 \u00b0C) und war das mit Abstand w\u00e4rmste Bundesland. Mit rund 492 l\/m\u00b2 war die Hauptstadt (573 l\/m\u00b2) die trockenste Region. In Brandenburg waren es rund 499 l\/m\u00b2 (557 l\/m\u00b2). Stellenweise, wie in Gr\u00fcnow in der Uckermark, gab es keine 400 l\/m\u00b2 Niederschlag. Die Sonne zeigte sich in Brandenburg gut 1925 Stunden (1634 Stunden). In Berlin waren es 1941 (1635) Stunden. Trotz des w\u00e4rmsten Winters seit Messbeginn musste wegen herabfallender Eiszapfen am 26. Januar das Gel\u00e4nde rund um den Berliner Fernsehturm gesperrt werden. In der letzten M\u00e4rzdekade wurden die frostigsten N\u00e4chte des Winterhalbjahres gemessen. Erstmals in einem August meldete Potsdam an 15 Tagen Temperaturen von \u00fcber 30 \u00b0C. Nach monatelanger Trockenheit schickte das Tief \u201eXyla\u201c am 26. September mit \u00fcberregionalen 15 bis 45 l\/m\u00b2 den langersehnten Landregen.<br><br><strong>Sachsen-Anhalt:&nbsp;<\/strong>Sachsen-Anhalt war voraussichtlich mit 10,8 \u00b0C (8,7 \u00b0C) eine vergleichsweise warme und mit rund 495 l\/m\u00b2 (548 l\/m\u00b2) eine der trockensten Regionen. Rund 1917 Stunden (1522 Stunden) schien die Sonne. Im letzten M\u00e4rzdrittel wurden die k\u00e4ltesten N\u00e4chte des Winterhalbjahres beobachtet. In Bottendorf\/Klein Germersleben, s\u00fcdwestlich von Magdeburg, wurden am 13. Juni bei schweren Gewittern enorme 133,4 l\/m\u00b2 gemessen. Das ist eine der h\u00f6chsten Tagesniederschl\u00e4ge seit Aufzeichnungsbeginn in Sachsen-Anhalt. Es folgten der w\u00e4rmste August, ein ungew\u00f6hnlich sonniger September und einer der trockensten Novembermonate.<br><br><strong>Sachsen:<\/strong>&nbsp;Der Freistaat kam 2020 zwar auf warme 10,3 \u00b0C (8,1 \u00b0C), geh\u00f6rte aber zu den k\u00fchleren Regionen. Fast 695 l\/m\u00b2 (699 l\/m\u00b2) prasselten vom Himmel &#8211; bei rund 1891 Sonnenstunden (1549 Stunden). Sachsen erlebte den zweitw\u00e4rmsten Februarmonat seit Messbeginn, meldete aber auch am 5. Februar mit 37 cm in Zinnwald-Georgenfeld, Osterzgebirge, die h\u00f6chste Schneedecke des Jahres abseits der Gipfel. Anschlie\u00dfend wurden Ende M\u00e4rz die frostigsten N\u00e4chte des Jahres beobachtet. Im April konnte man in Sohland an der Spree weitere 23 Frosttage z\u00e4hlen. Der Sommer brachte dann einen der w\u00e4rmsten Augustmonate. Der meteorologische Herbst startete mit dem drittw\u00e4rmsten September. Nach einem zu trockenen Sommerhalbjahr brachte Tief \u201eGisela\u201c am 14. Oktober verbreitet zwischen 20 und 40, \u00f6rtlich sogar bis 50 l\/m\u00b2. Daf\u00fcr verfehlten der November und Dezember ihre Niederschlagsziele erheblich.<br><br><strong>Th\u00fcringen:&nbsp;<\/strong>Th\u00fcringen war im Jahr 2020 mit 10,0 \u00b0C (7,6 \u00b0C) das zweitk\u00fchlste Gebiet. Dazu wurden rund 669 l\/m\u00b2 (700 l\/m\u00b2) Niederschlag und gut 1839 Sonnenstunden (1486 Stunden) gemeldet. Nach dem zweitw\u00e4rmsten Februar seit Messbeginn traten in den letzten M\u00e4rztagen die frostigsten N\u00e4chte des gesamten Winterhalbjahres auf. Dachwig, nordwestlich von Erfurt, meldete vom 23. bis zum 25. M\u00e4rz dreimal hintereinander -10 \u00b0C. Mit dem Sommer kamen Starkregen im Juni und ein ungew\u00f6hnlich warmer August. Der November verlief \u00e4u\u00dfert trocken und ging auch als Drittsonnigster in die Geschichtsb\u00fccher ein.<br><br><strong>Nordrhein-Westfalen:&nbsp;<\/strong>2020 geh\u00f6rte NRW mit 11,1 \u00b0C (9,0 \u00b0C) zu den w\u00e4rmsten Regionen. Die Niederschlagst\u00f6pfe sammelten abgerundet 746 l\/m\u00b2 (875 l\/m\u00b2) ein. Im L\u00e4ndervergleich belegte NRW mit gut 1756 Stunden (1440 Stunden) den vorletzten Platz der sonnenschein\u00e4rmsten Regionen. Am 9. Januar l\u00f6sten tiefh\u00e4ngende Wolken am K\u00f6lner Dom einen Gro\u00dfeinsatz der Feuerwehr aus. Grund: Sie wurden f\u00fcr Qualm eines Feuers gehalten. Am 10. 2. sorgte Sturmtief \u201eSabine\u201c verbreitet f\u00fcr schwere Sturmb\u00f6en. Am 23. Februar wurden vor Ankunft des Sturmtiefs \u201eYulia\u201c viele Karnevalsumz\u00fcge abgesagt. Wegen gro\u00dfer Trockenheit brachen im April zahlreiche Br\u00e4nde aus. So wurden am 20. April bei Gummersbach 75 und bei einem mehreren Tage w\u00fctenden Feuer bei Niederkr\u00fcchten an der niederl\u00e4ndischen Grenze 10 ha Wald und Heide zerst\u00f6rt. Auch im Mai gab es vereinzelte gro\u00dffl\u00e4chige Waldbr\u00e4nde. Der Wonnemonat war der zweittrockenste seit Messbeginn. Der Sommer brachte den neben 2003 den w\u00e4rmsten August. An bis zu 14 Tagen stieg das Quecksilber auf \u00fcber 30 \u00b0C. T\u00f6nisvorst meldete mit 14 Hitzetagen sogar einen neuen Augustrekord. Auf einen ungew\u00f6hnlich sonnigen September folgte mit vielen Regenf\u00e4llen ein extrem sonnenscheinarmer Oktobermonat.<br><br><strong>Hessen:<\/strong>&nbsp;Hier betrug die Jahresmitteltemperatur 10,4 \u00b0C (8,2 \u00b0C). Mit fast 644 l\/m\u00b2 (793 l\/m\u00b2) und rund 1860 Stunden (1459 Stunden) Sonnenschein war es deutlich zu trocken und sonnenscheinreich. Am 9. Februar warfen schwere Sturmb\u00f6en des Sturmtiefs \u201eSabine\u201c einen Baukran auf das Dach des Frankfurter Doms. Am 17. Februar zeigte das Quecksilber um 0 Uhr in Schaafheim-Schlierbach, s\u00fcdwestlich von Aschaffenburg, warme 18 \u00b0C. In trockener und klarer Luft ging die Temperatur am Morgen des 1. April in Fulda auf -7,7 \u00b0C zur\u00fcck. Dies ist dort ein neuer Aprilrekord in der bis 1949 zur\u00fcckreichenden Reihe. Im Anschluss erlebte Hessen bei deutlichem Niederschlagsdefizit das zweitsonnigste Fr\u00fchjahr. Bald wurde die Trockenheit vielerorts zum Problem. Signifikante Niederschl\u00e4ge und damit eine leichte Entspannung der D\u00fcrrelage brachten nur der Juni und August. Am 9. August wurden in Frankfurt sehr hei\u00dfe 37,5 \u00b0C gemessen. Insgesamt brachte der Hochsommermonat dem Rhein-Main-Gebiet bis zu 12 Hitzetage. Der Sommer verabschiedete sich mit dem zweitw\u00e4rmsten Augustmonat. Auf den extrem sonnigen September folgte dann ein ungew\u00f6hnlich sonnenscheinarmer Oktober. Erst im November lachte die Sonne wieder h\u00e4ufiger. Der Herbst endete deutlich zu trocken auch zu warm. Eine oft niederschlagsreiche Witterung stellte sich dann im Dezember ein.<br><br><strong>Rheinland-Pfalz:<\/strong>&nbsp;Das Jahr 2020 brachte eine Temperatur von 10,9 \u00b0C (8,6 \u00b0C). Die Niederschlagsmenge erreichte fast 650 l\/m\u00b2 (807 l\/m\u00b2) und die Sonne zeigte sich gut 1892 Stunden (1507 Stunden). Auf sehr niederschlagsreiche Wintermonate, die am 28. Februar auch mal eine Schneedecke zauberten, folgte ein sehr trockenes Sommerhalbjahr. Dieses umfasste sogar das sonnigste Fr\u00fchjahr seit Messbeginn. Trockenheit wurde mehr und mehr zum Problem. Obwohl Juni und August h\u00e4ufiger Niederschl\u00e4ge brachten, versch\u00e4rfte sich die D\u00fcrrelage weiter. In der Region Rheinhessen war sogar ein erhebliches Niederschlagsdefizit zu beobachten. Mit dem August kam dann der Hitzepeak. Am 9. August meldete Trier-Petrisberg mit 38,6 \u00b0C die h\u00f6chste Jahrestemperatur. In der Bilanz wurde es der zweitw\u00e4rmste August, auf den der sonnenschein\u00e4rmste Oktober seit 1998 und der zweitsonnigste November folgten. 2020 verabschiedete sich mit einem niederschlagsreichen Dezember.<br><br><strong>Saarland:<\/strong>&nbsp;Hier erfasste der DWD eine Temperatur von 11,4 \u00b0C (8,9 \u00b0C). Damit geh\u00f6rte das Saarland zu den w\u00e4rmsten Regionen im Jahr 2020. Es fielen rund 881 l\/m\u00b2 (945 l\/m\u00b2) im Jahresverlauf. Der April schenkte den Saarl\u00e4ndern mit im Schnitt fast 10 Stunden am Tag au\u00dfergew\u00f6hnlich viel Sonnenschein und der Sommer lie\u00df den zweitw\u00e4rmsten August zur\u00fcck. Der Hochsommermonat brachte, wie in Saarbr\u00fccken-Burbach, bis zu 23 Sommer- und bis zu 13 Hitzetage. Oktober und Dezember flankierten als wolken- und niederschlagsreiche Monate den zweitsonnigsten November. Insgesamt schien die Sonne 2020 im Fl\u00e4chenmittel rund 1959 Stunden (1571 Stunden).<br><br><strong>Baden-W\u00fcrttemberg:<\/strong>&nbsp;Die Wetterstationen erfassten 2020 im Schnitt 10,4 \u00b0C (8,1 \u00b0C) und knapp 781 l\/m\u00b2 (980 l\/m\u00b2) Niederschlag. Damit war Baden-W\u00fcrttemberg eine vergleichsweise k\u00fchle und nasse, aber mit fast 2053 Stunden (1607 Stunden) auch die sonnigste Region. So begann das Jahr mit dem drittsonnigsten Januar seit Messbeginn 1951. Statt Winterwetter herrschte in der Nacht zum 9. Februar mit Temperaturen um 15 \u00b0C am ganzen Oberrhein eine fr\u00fchlingshafte W\u00e4rme. Am 10. Februar verursachte Sturmtief \u201eSabine\u201c schwere Sturm- und Orkanb\u00f6en. Am 16. Februar zog das Quecksilber noch einmal an und kletterte im Rheingraben tags\u00fcber auf fr\u00fchsommerliche 20 \u00b0C und mehr. M\u00fcllheim, s\u00fcdwestlich von Freiburg, meldete dabei 21,5 \u00b0C. Am 17. April gab es mit Tagesh\u00f6chstwerten von \u00fcber 25 \u00b0C den ersten Sommertag. Ende Juli brachte eine Hitzewelle Temperaturen von \u00fcber 35 \u00b0C. Rheinfelden erlebte dabei am 31. Juli extrem hei\u00dfe 38,5 \u00b0C. Sp\u00e4tsommerlich verlief auch noch der September. Entlang des Rheins wurden sogar noch einmal bis zu 18 Sommertage registriert. Auf den sonnenschein\u00e4rmsten Oktober der vergangenen 20 Jahre folgte dann der zweitsonnigste November seit Messbeginn.<br><br><strong>Bayern:<\/strong>&nbsp;Bayern war mit 9,5 \u00b0C (7,5 \u00b0C) das mit Abstand k\u00fchlste und mit rund 849 l\/m\u00b2 (941 l\/m\u00b2) das zweitnasseste Bundesland. Im Sonnenscheinranking nahm der Freistaat mit fast 1965 Stunden (1595 Stunden) den zweiten Platz ein. Wiederholte sehr milde Witterungsabschnitte machten Schneef\u00e4lle und strenge Fr\u00f6ste in den diesj\u00e4hrigen Wintermonaten zur Seltenheit. Am 10. Februar verursachte Sturmtief \u201eSabine\u201c verbreitet schwere Sturm- und Orkanb\u00f6en. In F\u00fcrstenzell bei Passau wurden sogar 154 km\/h gemessen. Am 20. M\u00e4rz sorgte eine markante Kaltfront zu gro\u00dfen Temperaturunterschieden. W\u00e4hrend die Temperatur in Hof um 15 Uhr 6 \u00b0C anzeigte, waren es in Regensburg noch ungew\u00f6hnlich milde 20\u00b0C. Am 14. Juni mussten in Grainau, Landkreis Garmisch-Partenkirchen, hunderte Menschen von der Feuerwehr evakuiert werden, nach dem wegen heftiger Starkregengewitter der Hammersbach \u00fcber die Ufer getreten war. Anfang und Ende August verursachten im S\u00fcden Bayerns Dauerniederschl\u00e4ge \u00dcberflutungen und Hochwasser. Am 3. August meldete Aschau-Innerkoy, s\u00fcd\u00f6stlich von Rosenheim, mit 152,4 l\/m\u00b2 den deutschlandweit h\u00f6chsten Tagesniederschlag im Jahr 2020. Mit fast 2200 l\/m\u00b2 Jahresniederschlag waren die Chiemgauer Alpen die nasseste Region. Ein F\u00f6hnsturm brachte am 3. Oktober nochmals sehr milde Temperaturen. In Kiefersfelden-Gach, Landkreis Rosenheim, wurden 24,6 \u00b0C erreicht. Die bundesweit tiefste Jahrestemperatur betrug -15,0 \u00b0C und wurde am 27. Dezember aus Oberstdorf gemeldet.<br>(Text und Bilder: DWD)<br><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Offenbach, 30. Dezember 2020&nbsp;&#8211; Das Jahr 2020 ist in Deutschland mit einer Jahresmitteltemperatur von 10, 4 Grad Celsius (\u00b0 C) das zweitw\u00e4rmste Jahr seit Beginn fl\u00e4chendeckender Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Geringf\u00fcgig w\u00e4rmer war nur das Jahr 2018 mit 10,5 \u00b0C gewesen. Auf den folgenden Pl\u00e4tzen liegen mit knappem Abstand 2019 und 2014 mit jeweils 10,3 &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/?p=478\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eBeobachtungen zum Klimawandel: 2020 best\u00e4tigt als zweitw\u00e4rmstes Jahr den fortschreitenden Klimawandel\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[115],"tags":[164,163],"class_list":["post-478","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-beobachtungen-zum-klimawandel","tag-jahreswetter-2020","tag-wetter-2020"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/pferdegruenland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/478","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/pferdegruenland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/pferdegruenland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/pferdegruenland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/pferdegruenland.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=478"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/pferdegruenland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/478\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":482,"href":"https:\/\/pferdegruenland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/478\/revisions\/482"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/pferdegruenland.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=478"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/pferdegruenland.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=478"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/pferdegruenland.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=478"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}