{"id":433,"date":"2020-12-01T11:05:31","date_gmt":"2020-12-01T10:05:31","guid":{"rendered":"https:\/\/pferdegruenland.de\/?p=433"},"modified":"2020-12-01T11:10:36","modified_gmt":"2020-12-01T10:10:36","slug":"beobachtungen-zum-klimawandel-deutschlandwetter-im-herbst-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pferdegruenland.de\/?p=433","title":{"rendered":"Beobachtungen zum Klimawandel: Deutschlandwetter im Herbst 2020"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Einer der w\u00e4rmsten, ein zu trockener und sonnenreicher Herbst<\/h2>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/APC_0222-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-434\" width=\"363\" height=\"483\" srcset=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/APC_0222-768x1024.jpg 768w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/APC_0222-225x300.jpg 225w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/APC_0222-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/APC_0222-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/APC_0222-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 363px) 100vw, 363px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><em>Offenbach, 30. November 2020<\/em>&nbsp;\u2013 Im Herbst 2020 f\u00fchrten reichlich Hochdruckgebiete oft milde oder m\u00e4\u00dfig warme Luftmassen nach Deutschland. Nur im Oktober zeigte sich das Wetter unbest\u00e4ndig. Tiefdruckgebiete brachten wenig Sonnenschein, viele Niederschl\u00e4ge sowie abwechselnd milde und k\u00fchle Witterung. Erst Ende November l\u00e4uteten dann Temperaturen um den Gefrierpunkt und verbreitet Nachtfrost den nahenden Winter ein. Unter dem Strich war der Herbst 2020 in Deutschland mit 10,3 Grad Celsius (\u00b0C) im Mittel der viertw\u00e4rmste seit 1881 &#8211; hinter 2006 (12,0\u00b0C), 2012 (11,1&nbsp;\u00b0C) und 1982 (10,4&nbsp;\u00b0C). Die Jahreszeit war zudem zu trocken und recht sonnig. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Warm bis in den November, erst zum Ende dieses Monats k\u00fchler<\/strong><br>Mit 10,3 Grad Celsius (\u00b0C) lag im Herbst der Temperaturdurchschnitt um 1,5 Grad \u00fcber dem Wert der international g\u00fcltigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Vergleich zur w\u00e4rmeren Periode 1981 bis 2010 betrug das Plus 1,3 Grad. Die erste Septemberh\u00e4lfte fiel meist sp\u00e4tsommerlich warm aus, zur Monatsmitte gab es noch einmal H\u00f6chstwerte von deutlich \u00fcber 30&nbsp;\u00b0C. Trier-Petrisberg meldete am 15. September hochsommerliche 34,8&nbsp;\u00b0C. Erst zur zweiten Monatsdekade stellte sich im Oktober ein recht k\u00fchler Witterungsabschnitt mit \u00f6rtlich leichten Nachtfr\u00f6sten ein. Der Beginn des Novembers brachte besonders im S\u00fcdwesten ungew\u00f6hnlich hohe Tages- und Nachtwerte. Im letzten Novemberdrittel sorgte Ex-Hurrikan \u201eEta\u201c f\u00fcr ein Ende der zu milden Temperaturen. Den bundesweit tiefsten Herbstwert registrierte Bad K\u00f6nigshofen am 30. mit -9,5&nbsp;\u00b0C.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Meist deutlich zu trocken, nur im Oktober \u00fcberdurchschnittlich nass<\/strong><br>Mit rund 150 Litern pro Quadratmeter (l\/m\u00b2) unterschritt der Herbst seinen Klimawert von 183&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;mit nur 82 Prozent recht deutlich. Nachdem es im September unter Hochdruckeinfluss meist trocken blieb, brachten Tiefdruckgebiete zum Monatsende fl\u00e4chendeckende Niederschl\u00e4ge, die in den Mittelgebirgen f\u00fcr die erste Schneedecke sorgten. Die gr\u00f6\u00dfte Tagessumme meldete Baiersbronn-Ruhestein, nordwestlich von Freudenstadt, am 26. September mit 107,0&nbsp;l\/m\u00b2. Die Ausl\u00e4ufer von Tief \u201eGisela\u201c sorgten Mitte Oktober auch in den \u00f6stlichen Landesteilen f\u00fcr die lang ersehnten kr\u00e4ftigen Niederschl\u00e4ge. Anhaltender Hochdruckeinfluss f\u00fchrte zum f\u00fcnfttrockensten November seit Messbeginn 1881. Der meiste Niederschlag im gesamten Herbst mit bis zu 480&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;fiel im Schwarzwald sowie am unmittelbaren Alpenrand. Die Gebiete mit dem geringsten Niederschlag lagen in der Mitte Deutschlands.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Viel Sonnenschein, vor allem im November<\/strong><br>Im Herbst lag die Sonnenscheindauer mit rund 365 Stunden um 15 Prozent \u00fcber ihrem Soll von 311 Stunden. Am l\u00e4ngsten zeigte sich die Sonne im \u00e4u\u00dfersten S\u00fcden sowie in der Leipziger Tieflandbucht mit \u00f6rtlich \u00fcber 450 Stunden. Relativ wenig Sonnenschein erhielt der \u00e4u\u00dferste Norden Deutschlands mit teils unter 270 Stunden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das Wetter in den Bundesl\u00e4ndern im Herbst 2020<\/strong><br>(In Klammern stehen jeweils die vielj\u00e4hrigen Mittelwerte der intern. Referenzperiode)&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Schleswig-Holstein und Hamburg:<\/strong>&nbsp;Im Herbst 2020 registrierte der&nbsp;DWD&nbsp;f\u00fcr Schleswig-Holstein 10,9&nbsp;\u00b0C&nbsp;(9,2&nbsp;\u00b0C), gut 150&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(232&nbsp;l\/m\u00b2) und knapp 345 Sonnenstunden (292 Stunden). Am 19. November sorgte Ex-Hurrikan \u201eEta\u201c in List auf Sylt f\u00fcr orkanartige B\u00f6en bis zu 114&nbsp;km\/h. Im L\u00e4ndervergleich z\u00e4hlte Hamburg mit knapp 11,3&nbsp;\u00b0C&nbsp;(9,6&nbsp;\u00b0C) zu den w\u00e4rmsten Bundesl\u00e4ndern. Der Niederschlag akkumulierte sich auf rund 135&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(195&nbsp;l\/m\u00b2). Mit ann\u00e4hernd 330 Stunden lag der Stadtstaat deutlich \u00fcber seinem Klimawert (285 Stunden). Dennoch war es die sonnenschein\u00e4rmste Region.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Niedersachsen und Bremen:&nbsp;<\/strong>F\u00fcr Niedersachsen errechneten die Klimaexperten 10,9&nbsp;\u00b0C&nbsp;(9,3&nbsp;\u00b0C) und nahezu 145&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(182&nbsp;l\/m\u00b2). Das nordwestlichste Bundesland z\u00e4hlte mit knapp 335 Sonnenstunden (284 Stunden) zu den sonnenscheinarmen Gebieten. Sturmtief \u201eRoswitha\u201c f\u00fchrte am 15. November in Bremerhaven zu Orkanb\u00f6en mit bis zu 122&nbsp;km\/h. Mit 11,3&nbsp;\u00b0C&nbsp;(9,6&nbsp;\u00b0C) war Bremen im Herbst 2020 die zweitw\u00e4rmste und mit knapp 120&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(186&nbsp;l\/m\u00b2) die niederschlags\u00e4rmste Region. Diese Niederschlagssumme entsprach nur 64 Prozent des dortigen Solls. In dem Staat an der Weser schien die Sonne gut 340 Stunden (282 Stunden).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mecklenburg-Vorpommern:<\/strong>&nbsp;Mecklenburg-Vorpommern erreichte eine Durchschnittstemperatur von 11,0&nbsp;\u00b0C&nbsp;(9,0&nbsp;\u00b0C). Mit einer Niederschlagsmenge von aufgerundet 125&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(145&nbsp;l\/m\u00b2) war es das zweittrockenste und mit \u00fcber 330 Sonnenstunden (312 Stunden) auch das zweitsonnenschein\u00e4rmste Bundesland.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Brandenburg und Berlin:&nbsp;<\/strong>Der&nbsp;DWD&nbsp;errechnete f\u00fcr Brandenburg durchschnittlich 11,1&nbsp;\u00b0C&nbsp;(9,2&nbsp;\u00b0C), abgerundet 135&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(127&nbsp;l\/m\u00b2) und beinahe 360 Sonnenstunden (316 Stunden). Berlin war im Herbst 2020 vor Bremen und Hamburg mit einer Mitteltemperatur von 11,5&nbsp;\u00b0C&nbsp;(9,5&nbsp;\u00b0C) die w\u00e4rmste Region Deutschlands. In der Hauptstadt fielen rund 140&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(128&nbsp;l\/m\u00b2) und die Sonne schien ann\u00e4hernd 355 Stunden (315 Stunden). Die Ausl\u00e4ufer von Tiefdruckgebiet \u201eXyla\u201c brachten am 26. nach monatelanger Trockenheit mit \u00fcberregionalen 15 bis 40&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;den lang erwarteten Landregen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sachsen-Anhalt:<\/strong>&nbsp;In Sachsen-Anhalt lag die Mitteltemperatur bei 11,1&nbsp;\u00b0C&nbsp;(9,2&nbsp;\u00b0C). Der Niederschlag lag mit knapp 130&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(120&nbsp;l\/m\u00b2) leicht \u00fcber seinem Klimawert. Mit abgerundet 370 Stunden (299 Stunden) gab es ein Sonnenscheinplus von 24 Prozent.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sachsen:<\/strong>&nbsp;Sachsen pr\u00e4sentierte sich im Ranking der Bundesl\u00e4nder mit beinahe 395 Stunden (319 Stunden) als das sonnenscheinreichste Gebiet Deutschlands. Hier lag die durchschnittliche Temperatur bei 10,3&nbsp;\u00b0C&nbsp;(8,8&nbsp;\u00b0C) und die Niederschlagssumme bei aufgerundet 165&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(155&nbsp;l\/m\u00b2).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Th\u00fcringen:&nbsp;<\/strong>Th\u00fcringen pr\u00e4sentierte sich im Herbst 2020 mit knapp 10,0&nbsp;\u00b0C&nbsp;und einer Abweichung von 1,8 Grad gegen\u00fcber dem 30-j\u00e4hrigen Mittel (8,2&nbsp;\u00b0C) als das zweitk\u00fchlste Bundesland. Die Niederschlagsmenge summierte sich auf rund 140&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(155&nbsp;l\/m\u00b2) und die Sonnenscheindauer auf gut 365 Stunden (299 Stunden).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nordrhein-Westfalen:&nbsp;<\/strong>Im Herbst 2020 geh\u00f6rte Nordrhein-Westfalen mit 165&nbsp;l\/m\u00b2(208&nbsp;l\/m\u00b2) zu den niederschlagsreichen Bundesl\u00e4ndern. Die&nbsp;DWD-Klimaexperten errechneten eine Durchschnittstemperatur von 11,1&nbsp;\u00b0C&nbsp;(9,5&nbsp;\u00b0C) und eine Sonnenscheindauer von beinahe 350 Stunden (294 Stunden).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hessen:<\/strong>&nbsp;Hier lag die Mitteltemperatur im Herbst bei 10,3&nbsp;\u00b0C&nbsp;(8,6&nbsp;\u00b0C). Mit fast 125&nbsp;l\/m\u00b2, dies waren 67 Prozent des Solls (188&nbsp;l\/m\u00b2), z\u00e4hlte Hessen zu den niederschlagsarmen Regionen. Die Sonne schien rund 345 Stunden (285 Stunden).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Rheinland-Pfalz:&nbsp;<\/strong>F\u00fcr Rheinland-Pfalz registrierte der&nbsp;DWD&nbsp;durchschnittlich 10,8&nbsp;\u00b0C(8,9&nbsp;\u00b0C), gut 140&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(199&nbsp;l\/m\u00b2) und gut 350 Sonnenstunden (308 Stunden). Die bundesweit h\u00f6chste Temperatur im Herbst registrierte Trier-Petrisberg am 15. September mit hochsommerlichen 34,8&nbsp;\u00b0C.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Saarland:&nbsp;<\/strong>Im L\u00e4ndervergleich war das Saarland mit nahezu 220&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(241&nbsp;l\/m\u00b2) und damit deutlichem Abstand zu Baden-W\u00fcrttemberg das niederschlagsreichste Bundesland. Hier lag die Mitteltemperatur bei 10,8&nbsp;\u00b0C&nbsp;(9,2&nbsp;\u00b0C) und die Sonnenscheindauer summierte sich auf \u00fcber 345 Stunden (317 Stunden).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Baden-W\u00fcrttemberg:&nbsp;<\/strong>Baden-W\u00fcrttemberg pr\u00e4sentierte sich mit 10,0&nbsp;\u00b0C&nbsp;(8,5&nbsp;\u00b0C) als ein k\u00fchles und mit gut 390 Stunden (344 Stunden) als das zweitsonnenscheinreichste Bundesland. Der Niederschlag erreichte rund 160&nbsp;l\/m\u00b2(220&nbsp;l\/m\u00b2). Die deutschlandweit gr\u00f6\u00dfte 24-st\u00fcndige Niederschlagsmenge im Herbst fiel am 26. September mit 107,0&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;in Baiersbronn-Ruhestein, nordwestlich von Freudenstadt. Der Schwarzwald geh\u00f6rte mit gebietsweise bis zu 480&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;zu den niederschlagsreichsten Regionen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bayern:<\/strong>&nbsp;Der Freistaat war im Herbst 2020 mit 9,2&nbsp;\u00b0C&nbsp;(7,9&nbsp;\u00b0C) die k\u00fchlste Region Deutschlands. Am k\u00fchlsten war es bundesweit am Morgen des 30. November in Bad K\u00f6nigshofen, nordwestlich von Bamberg, mit -9,5&nbsp;\u00b0C. Bayern war mit gut 165&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(204&nbsp;l\/m\u00b2) die zweitniederschlagsreichste Region. Mit einer Sonnenscheindauer von beinahe 380 Stunden (335 Stunden) geh\u00f6rte es zu den sonnenreichen Bundesl\u00e4ndern. Der Alpenrand z\u00e4hlte mit \u00f6rtlich bis zu 480&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;zu den niederschlagsreichsten Gebieten. (Quelle: DWD)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einer der w\u00e4rmsten, ein zu trockener und sonnenreicher Herbst Offenbach, 30. November 2020&nbsp;\u2013 Im Herbst 2020 f\u00fchrten reichlich Hochdruckgebiete oft milde oder m\u00e4\u00dfig warme Luftmassen nach Deutschland. Nur im Oktober zeigte sich das Wetter unbest\u00e4ndig. Tiefdruckgebiete brachten wenig Sonnenschein, viele Niederschl\u00e4ge sowie abwechselnd milde und k\u00fchle Witterung. 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