{"id":429,"date":"2020-12-01T10:54:22","date_gmt":"2020-12-01T09:54:22","guid":{"rendered":"https:\/\/pferdegruenland.de\/?p=429"},"modified":"2020-12-01T10:56:39","modified_gmt":"2020-12-01T09:56:39","slug":"beobachtungen-zum-klimawandel-deutschlandwetter-november-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pferdegruenland.de\/?p=429","title":{"rendered":"Beobachtungen zum Klimawandel: Deutschlandwetter November 2020"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Drittsonnigster November seit 1951<\/h2>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/IMG_0238-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-430\" width=\"398\" height=\"531\" srcset=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/IMG_0238-768x1024.jpg 768w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/IMG_0238-225x300.jpg 225w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/IMG_0238-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/IMG_0238-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/IMG_0238-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 398px) 100vw, 398px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><em>Offenbach, 30. November 2020<\/em>&nbsp;\u2013 Anhaltender Hochdruckeinfluss \u00fcber S\u00fcdosteuropa hielt Tiefdruckgebiete weitgehend von Mitteleuropa fern und sorgte so mit gut 85 Stunden Sonnenschein f\u00fcr den drittsonnigsten November in Deutschland seit Messbeginn im Jahr 1951. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen. Da tiefer Luftdruck \u00fcber den britischen Inseln immer wieder milde Luftmassen aus S\u00fcdwesten nach Deutschland brachte, war der Monat auch deutlich zu warm. Zugleich fiel er viel zu trocken aus.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00dcberwiegend milde Temperaturen, erst zum Monatsende k\u00fchler<\/strong><br>Mit 6,0 Grad Celsius (\u00b0C) lag im November der Temperaturdurchschnitt um 2,0 Grad \u00fcber dem Wert der international g\u00fcltigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Vergleich zur w\u00e4rmeren Periode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung +1,6 Grad. Zum Monatsbeginn zeigte das Quecksilber besonders im S\u00fcdwesten ungew\u00f6hnlich hohe Tages- und Nachtwerte. In der Nacht auf den 2. sanken das Thermometer verbreitet nicht unter 15\u00a0\u00b0C. Tags\u00fcber wurden zahlreiche Temperaturrekorde \u00fcbertroffen: Spitzenreiter war Bad D\u00fcrkheim, am Rande des Pf\u00e4lzerwaldes, wo am 2. mit 24,0\u00b0C der bundesweit h\u00f6chste Wert verzeichnet wurde. Hoher Luftdruck sorgte besonders in den Flusst\u00e4lern f\u00fcr z\u00e4hen Nebel oder Hochnebel und f\u00fchrte im Vergleich zu anderen sonnigen Regionen zu gro\u00dfen Temperaturkontrasten. Zu Beginn der letzten Monatsdekade sorgte Ex-Hurrikan \u201eEta\u201c zu einer Umstellung der Gro\u00dfwetterlage und dem Ende der seit Wochen zu milden Temperaturen. Bad K\u00f6nigshofen, nordwestlich von Bamberg, registrierte am 30. mit frostigen -9,5\u00a0\u00b0Cden deutschlandweit tiefsten Novemberwert.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Landesweit viel zu trocken, im Norden und Westen kurzzeitig st\u00fcrmisch<\/strong><br>Bereits zum dritten Mal in Folge konnte der November seinen Klimawert von 66 Litern pro Quadratmeter (l\/m\u00b2) Niederschlag nicht erf\u00fcllen: Mit knapp 20&nbsp;l\/m\u00b2erreichte er 2020 nur 32 Prozent des Solls. Somit z\u00e4hlte der Monat zu den niederschlags\u00e4rmsten Novembern seit Messbeginn 1881. Im Th\u00fcringer Becken, dem Lee des Harzes sowie der Nieder- und der Oberlausitz fielen \u00f6rtlich weniger als 5&nbsp;l\/m\u00b2. Zur Monatsmitte brachten das Sturmtief \u201eRoswitha\u201c und der Ex-Hurrikan \u201eEta\u201c dem Norden und Westen Deutschlands schwere Sturm-, vereinzelt auch Orkanb\u00f6en. Zu Beginn der letzten Monatsdekade reichte es kurzzeitig bis ins Alpenvorland f\u00fcr eine d\u00fcnne Schneedecke. Den insgesamt meisten Niederschlag erhielt der Schwarzwald mit \u00f6rtlich bis zu 80&nbsp;l\/m\u00b2. Dort wurde mit 37,1&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;am 1. in Baiersbronn-Mitteltal vom&nbsp;DWD&nbsp;auch die bundesweit gr\u00f6\u00dfte Tagesmenge verzeichnet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Drittsonnenscheinreichster November seit 1951<\/strong><br>Der November lag mit gut 85 Stunden um 57 Prozent \u00fcber seinem Soll von 54 Stunden und war&nbsp;<br>damit nach 1989 (100) und 2011 (99) der drittsonnigste seit Messbeginn 1951. Am l\u00e4ngsten zeigte sich die Sonne im Allg\u00e4u sowie im S\u00fcdschwarzwald mit \u00f6rtlich rund 140 Stunden. Vorpommern verzeichnete dagegen teils nur knapp 45 Sonnenstunden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das Wetter in den Bundesl\u00e4ndern im November 2020<\/strong><br>(In Klammern stehen jeweils die vielj\u00e4hrigen Mittelwerte der intern. Referenzperiode)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Schleswig-Holstein und Hamburg:&nbsp;<\/strong>In Schleswig-Holstein betrug die Mitteltemperatur 7,5&nbsp;\u00b0C&nbsp;(5,0&nbsp;\u00b0C). Mit aufgerundet 35&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(83&nbsp;l\/m\u00b2) pr\u00e4sentierte es sich als die zweitniederschlagsreichste Region. Das n\u00f6rdlichste Bundesland z\u00e4hlte mit rund 65 Stunden (50 Stunden) zu den sonnenscheinarmen Gebieten. Hamburg war mit 7,8&nbsp;\u00b0C&nbsp;(5,2&nbsp;\u00b0C) das w\u00e4rmste und mit nahezu 65 Stunden (49 Stunden) das zweitsonnenschein\u00e4rmste Bundesland. Es fielen nur knapp 20&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(67&nbsp;l\/m\u00b2) Regen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Niedersachsen und Bremen:&nbsp;<\/strong>Der November kam in Niedersachsen auf 7,4&nbsp;\u00b0C&nbsp;(4,9&nbsp;\u00b0C), rund 25&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(66&nbsp;l\/m\u00b2) und gut 70 Sonnenstunden (49 Stunden). Das Sturmtief \u201eRoswitha\u201c f\u00fchrte am 15. in Bremerhaven zu Orkanb\u00f6en bis zu 122&nbsp;km\/h. Bremen war mit 7,7&nbsp;\u00b0C&nbsp;(5,2&nbsp;\u00b0C) die zweitw\u00e4rmste Region Deutschlands. Die Klimaexperten errechneten abgerundet 25&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(66&nbsp;l\/m\u00b2) und beinahe 75 Sonnenstunden (51 Stunden).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mecklenburg-Vorpommern:&nbsp;<\/strong>Mecklenburg-Vorpommern war im November 2020 mit nahezu 55 Stunden das sonnenschein\u00e4rmste Bundesland und lag trotzdem noch knapp \u00fcber seinem Monatssoll (52 Stunden). In Vorpommern zeigte sich die Sonne mit teils nur ann\u00e4hernd 45 Stunden bundesweit am wenigsten. Die Durchschnittstemperatur betrug 7,2&nbsp;\u00b0C&nbsp;(4,5&nbsp;\u00b0C). Es fielen ann\u00e4hernd 15&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(52&nbsp;l\/m\u00b2) Regen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Brandenburg und Berlin:&nbsp;<\/strong>Laut&nbsp;DWD&nbsp;z\u00e4hlte Brandenburg mit etwa 10&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(45&nbsp;l\/m\u00b2) zu den niederschlagarmen Regionen. Die Mitteltemperatur betrug 6,8&nbsp;\u00b0C&nbsp;(4,4&nbsp;\u00b0C) und die Sonne schien gut 70 Stunden (50 Stunden). F\u00fcr Berlin verbuchten die Meteorologen durchschnittlich 7,1&nbsp;\u00b0C&nbsp;(4,7&nbsp;\u00b0C), eine Niederschlagsmenge von aufgerundet 20&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(48&nbsp;l\/m\u00b2) und eine Sonnenscheindauer von ann\u00e4hernd 70 Stunden (50 Stunden).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sachsen-Anhalt:<\/strong>&nbsp;Bei einer Durchschnittstemperatur von 6,9&nbsp;\u00b0C&nbsp;(4,5&nbsp;\u00b0C) meldete Sachsen-Anhalt im November eine Sonnenscheindauer von beinahe 80 Stunden (51 Stunden). Mit einer Niederschlagssumme von knapp 10&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(43&nbsp;l\/m\u00b2) war es das zweitniederschlag\u00e4rmste Bundesland.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sachsen:<\/strong>&nbsp;F\u00fcr Sachsen ermittelten die Wetterfachleute des&nbsp;DWD&nbsp;eine Mitteltemperatur von 5,6&nbsp;\u00b0C&nbsp;(3,8&nbsp;\u00b0C) und eine Sonnenscheindauer von nahezu 100 Stunden (54 Stunden). Der Freistaat zeigte sich mit aufgerundet 10&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(52&nbsp;l\/m\u00b2) als das niederschlags\u00e4rmste Bundesland. Das waren nur 17 Prozent seines Monatssolls.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Th\u00fcringen:<\/strong>&nbsp;Th\u00fcringen pr\u00e4sentierte sich mit einer mittleren Temperatur von 5,4&nbsp;\u00b0C(3,3&nbsp;\u00b0C) als eine vergleichsweise k\u00fchle Region. Der Niederschlag akkumulierte sich auf aufgerundet 15&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(56&nbsp;l\/m\u00b2), was nur 22 Prozent des Monatssolls entsprach. Deshalb geh\u00f6rte der November 2020 auch in Th\u00fcringen zu den trockensten seit Messbeginn 1881. Die Sonne schien \u00fcber 90 Stunden (49 Stunden). Das war dort nach 2011 und 1989 der drittsonnigste November seit Aufzeichnungsbeginn 1951.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nordrhein-Westfalen:&nbsp;<\/strong>Nordrhein-Westfalen zeigte sich im November 2020 mit 7,6&nbsp;\u00b0C&nbsp;(5,1&nbsp;\u00b0C) als ein warmes und mit rund 30&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(78&nbsp;l\/m\u00b2) als ein niederschlagsreiches Bundesland. Mit \u00fcber 100 Stunden und fast der doppelten Summe seines Klimawertes (53 Stunden) war es das zweitsonnigste Gebiet Deutschlands.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hessen:&nbsp;<\/strong>Im L\u00e4ndervergleich verbuchten die Klimaexperten f\u00fcr Hessen eine Durchschnittstemperatur von 5,7&nbsp;\u00b0C&nbsp;(3,8&nbsp;\u00b0C), eine Niederschlagssumme von knapp 20&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(71&nbsp;l\/m\u00b2) sowie eine Sonnenscheindauer von \u00fcber 75 Stunden (43 Stunden).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Rheinland-Pfalz:&nbsp;<\/strong>F\u00fcr Rheinland-Pfalz notierten die Meteorologen 6,3&nbsp;\u00b0C&nbsp;(4,1&nbsp;\u00b0C), nur knapp 25&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(75&nbsp;l\/m\u00b2) und gut 95 Sonnenstunden (53 Stunden). Zu Beginn des Monats sorgte eine s\u00fcdwestliche Str\u00f6mung besonders im S\u00fcdwesten f\u00fcr sp\u00e4tsommerliche W\u00e4rme: Bad D\u00fcrkheim, am Rande des Pf\u00e4lzerwaldes, registrierte am 2. mit 24,0\u00b0C den bundesweit h\u00f6chste Novemberwert. An einigen&nbsp;DWD-Station wurden hierbei neue Temperaturrekorde f\u00fcr den November verzeichnet. Nach 1989 war der Monat der zweitsonnigste seit Messbeginn 1951.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Saarland:&nbsp;<\/strong>Im Saarland lag die mittlere Temperatur im November 2020 bei 6,4\u00b0C (4,3&nbsp;\u00b0C). Mit \u00fcber 35&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(95&nbsp;l\/m\u00b2), die nur 37 Prozent des Monatssolls entsprachen, pr\u00e4sentierte es sich als das niederschlagsreichste Bundesland. In der Gegen\u00fcberstellung der L\u00e4nder war es mit \u00fcber 100 Stunden (53 Stunden) eine sonnenscheinreiche Region. Der Monat war nach 1989 der zweitsonnigste November seit Messbeginn 1951.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Baden-W\u00fcrttemberg:&nbsp;<\/strong>Im November war Baden-W\u00fcrttemberg mit durchschnittlich 5,3&nbsp;\u00b0C&nbsp;(3,5&nbsp;\u00b0C) das zweitk\u00fchlste und mit nahezu 105 Stunden (62 Stunden) das sonnigste Bundesland. In der Nacht auf den 2. sank das Quecksilber am Oberrhein und in den mittleren Landesteilen verbreitet nicht unter 15&nbsp;\u00b0C. In M\u00fcllheim, s\u00fcdwestlich von Freiburg, sogar nicht unter 17,7&nbsp;\u00b0C. Der Monat war nach 2011 der zweitsonnigste November. Im S\u00fcdschwarzwald schien die Sonne bis zu 140 Stunden mit am meisten. Es fielen etwa 25&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(82&nbsp;l\/m\u00b2) Niederschlag. Der Schwarzwald war mit \u00f6rtlich bis zu 80&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;die niederschlagsreichste Region Deutschlands. Hier wurde mit 37,1&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;am 1. in Baiersbronn-Mitteltal, auch die bundesweit gr\u00f6\u00dfte Tagessumme verzeichnet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bayern:<\/strong>&nbsp;Bayern war im November deutschlandweit mit 4,3&nbsp;\u00b0C&nbsp;(2,8&nbsp;\u00b0C) das k\u00fchlste Bundesland. Am Morgen des 30. meldete Bad K\u00f6nigshofen, nordwestlich von Bamberg, mit -9,5&nbsp;\u00b0C&nbsp;den bundesweiten Tiefstwert. Die Niederschlagsmenge betrug ann\u00e4hernd 20&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(70&nbsp;l\/m\u00b2), die Sonnenscheindauer lag bei knapp 85 Stunden (57 Stunden). Am 21. sank die Schneefallgrenze im Alpenvorland kurzzeitig bis auf rund 700 Meter: Holzkirchen, s\u00fcdlich von M\u00fcnchen, meldete eine Schneeh\u00f6he von 2&nbsp;cm.&nbsp;(Quelle: DWD)<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Drittsonnigster November seit 1951 Offenbach, 30. November 2020&nbsp;\u2013 Anhaltender Hochdruckeinfluss \u00fcber S\u00fcdosteuropa hielt Tiefdruckgebiete weitgehend von Mitteleuropa fern und sorgte so mit gut 85 Stunden Sonnenschein f\u00fcr den drittsonnigsten November in Deutschland seit Messbeginn im Jahr 1951. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen. 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