{"id":418,"date":"2020-11-23T18:04:12","date_gmt":"2020-11-23T17:04:12","guid":{"rendered":"https:\/\/pferdegruenland.de\/?p=418"},"modified":"2021-09-18T15:13:15","modified_gmt":"2021-09-18T13:13:15","slug":"strategien-gruenlandumbruch-no-go","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pferdegruenland.de\/?p=418","title":{"rendered":"Strategien: Gr\u00fcnlandumbruch &#8211; No-Go!"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Grundlagen zur nachhaltigen Gr\u00fcnlandpflege durch Nachsaat anstelle des klimasch\u00e4dlichen Narbenumbruchs<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Landwirtschaftlich genutzte B\u00f6den bestehen aus Humus (= Organische Masse) und Mineralboden (= Mineralische Masse). <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"819\" src=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Bruck0186-1024x819.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-419\" srcset=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Bruck0186-1024x819.jpg 1024w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Bruck0186-300x240.jpg 300w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Bruck0186-768x614.jpg 768w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Bruck0186.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 706px) 89vw, (max-width: 767px) 82vw, 740px\" \/><figcaption>Pferdeweiden m\u00fcssen gepflegt werden. Nur so bleiben sie f\u00fcr die Pferde und die Umwelt wertvolles Dauergr\u00fcnland. <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Zur Erinnerung:<\/em> Organische Masse (Bl\u00e4tter, Pflanzenleichen, Wurzeln, Mist, G\u00fclle, Stroh, usw.) ist nicht pflanzenverf\u00fcgbar. Die Wurzeln der lebenden Pflanzen k\u00f6nnen Humus nicht aufnehmen und die im Humus enthaltenen N\u00e4hrstoffe deshalb nicht verwerten. Erst wenn das Bodenleben (Bakterien, Viren, Pilze, Regenw\u00fcrmer, Tausendf\u00fcssler, usw.) die Organische Masse in Mineralische Masse umgewandelt hat, k\u00f6nnen die Pflanzen die N\u00e4hrstoffe aufnehmen und verwerten. Nat\u00fcrlich brauchen Lebewesen, also auch das Bodenleben, eine lebenswerte Umgebung mit Sauerstoff, Feuchtigkeit und W\u00e4rme. Je besser die Lebensbedingungen f\u00fcr das Bodenleben, und dazu geh\u00f6rt auch das ausreichende &#8222;Futterangebot&#8220; mit Humus, desto h\u00f6her ist die Umwandlung von Humus in Mineralische Masse. Einfach ausgedr\u00fcckt: Das Bodenleben ern\u00e4hrt sich vom Humus und scheidet mineralische N\u00e4hrstoffe aus. Je mehr Mineralisierung, desto besser werden die Pflanzen ern\u00e4hrt. Nehmen die auf der Fl\u00e4che wachsenden Pflanzen wegen \u00dcberversorgung die Mineralische Masse nicht auf, sackt diese mit dem Regenwasser in Richtung Grundwasser. Das gilt besonders f\u00fcr Stickstoff und Magnesium. Andere mineralischen N\u00e4hrstoffe sind nicht so stark auswaschungsgef\u00e4hrdet.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table is-style-stripes\"><table><tbody><tr><td>Organische Masse (nicht pflanzenverf\u00fcgbar)<\/td><td>\u2014-&gt;<br>Bodenleben ern\u00e4hrt sich und wandelt um <\/td><td class=\"has-text-align-center\" data-align=\"center\">Mineralische Masse (pflanzenverf\u00fcgbar)<\/td><\/tr><tr><td>z.B. Eiwei\u00df (Protein)<\/td><td>\u2014-&gt;<br>Bodenleben ern\u00e4hrt sich und wandelt um<\/td><td class=\"has-text-align-center\" data-align=\"center\">Stickstoff (Nitrat NO<sub>3<\/sub>, Ammonium NH<sub>4<\/sub>)<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption>Eiwei\u00dfreiche Pflanzenreste (Humus) werden vom Bodenleben &#8222;gefressen&#8220;. Ausgeschieden wird mineralisches Eiwei\u00df (Stickstoff in Form von Nitrat und Ammonium). Die Pflanze nutzt den mineralischen N\u00e4hrstoff Stickstoff z.B. f\u00fcr ihr Wachstum und bildet Bl\u00e4tter. Sie enthalten dann wieder organisches Eiwei\u00df. Der Kreislauf beginnt wieder bei den eiwei\u00dfreichen Pflanzenresten.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gr\u00fcnlandb\u00f6den haben wesentlich mehr Humusanteile als Ackerb\u00f6den. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table is-style-regular\"><table><tbody><tr><td class=\"has-text-align-center\" data-align=\"center\">Gr\u00fcnlandboden<\/td><td class=\"has-text-align-center\" data-align=\"center\">Ackerboden<\/td><\/tr><tr><td class=\"has-text-align-center\" data-align=\"center\">30 &#8211; 80 dt\/ha\/p.a. Organische Trockenmasse<\/td><td class=\"has-text-align-center\" data-align=\"center\">5 &#8211; 30 dt\/ha\/p.a. Organische Trockenmasse<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption>1 dt = Dezitonne = 1\/10 Tonne = 100 kg ; 1 Hektar = 1 HektoAr = 100 Ar = 10.000 m<sup>2<\/sup><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Humusabbau beim Dauergr\u00fcnland durch Mineralisierung ist unter landwirtschaftlicher Nutzung, auch der Pferdehaltung, schneller (2 &#8211; 4 Jahre) als der Humusaufbau. Im Durchschnitt werden 1 &#8211; 5% der Organische Masse des Bodens im Jahr minimalisiert. Um den Humusgehalt konstant halten zu k\u00f6nnen, muss deshalb als Ausgleich ebenfalls 1 &#8211; 5% Organische Masse pro Jahr dem Boden wieder zugef\u00fchrt werden (Stroh, G\u00fclle, Mist, Mulch, Kompost, usw.). Durchschnittszahlen veranschaulichen die notwendigen Massen: 1 dt &#8211; 4 dt (100 kg &#8211; 400 kg) Organische Trockenmasse je Hektar (10.000 m<sup>2<\/sup>) m\u00fcssen dem Boden jedes Jahr zugef\u00fchrt werden, um den Anteil der Organischen Masse im Boden zu erhalten . Das entspricht etwa 100 dt Rindermist je Hektar. Gleichzeitig ist mit dieser Menge auch die durch die Pflanzen entzogene Stickstoffmenge dem Boden wieder zugef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum ist der N\u00e4hrstoffkreislauf Organische Masse -&gt; Mineralische Masse -&gt; Organische Masse defizit\u00e4r?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Daf\u00fcr gibt es mehrere Gr\u00fcnde: Zun\u00e4chst einmal fressen die Pferde Gras (Organische Masse). Einen Teil scheiden sie wieder mit den Pferde\u00e4pfeln aus, haben allerdings vorher N\u00e4hrstoffe f\u00fcr sich selber verbraucht, wie Eiwei\u00df zum Muskelaufbau und Zucker und St\u00e4rke zur Bewegung und Heizung. Wenn dann der Pferdeapfel in den Boden gelangt, nutzt zun\u00e4chst das Bodenleben die ausgeschiedenen, restlichen N\u00e4hrstoffe zur eigenen Ern\u00e4hrung, Bewegung und Heizung. Der Energiebedarf des aktiven Bodenleben ist deshalb nicht zu vernachl\u00e4ssigen, denn bei der Umwandlung von organischer zu mineralischer Masse entstehen z.T. hohe Temperaturen, die durchaus 70\u00b0C erreichen k\u00f6nnen und nicht selten zur  Selbstentz\u00fcndung f\u00fchren. Aschenester in Heuballen dokumentieren einen stattgefunden Schwelbrand in dem Ballen, dem aber gl\u00fccklicherweise der Sauerstoff ausging. W\u00e4re dieser Ballen w\u00e4hrend des Schwelbrandes ge\u00f6ffnet worden und Sauerstoff eingedrungen, h\u00e4tte der zugef\u00fchrte Sauerstoff ein Feuer entfacht. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcbrigens: Nach diesem Prinzip heizt ein Pferd seinen K\u00f6rper und \u00fcbersteht locker den harten Winter in der Steppe. Diese &#8222;Heizung&#8220; funktioniert allerdings nur ausk\u00f6mmlich, wenn gen\u00fcgend Grundfutter (Heu, Stroh, Gras, Silage) gef\u00fcttert wird ( <strong>2 -2,5 kg Raufutter\/ 100 kg Lebensmasse<\/strong>). Erst dann befindet sich gen\u00fcgend organische Masse (&#8222;Futter&#8220;) f\u00fcr die Verdauungsbakterien in den Dickd\u00e4rmen, um gen\u00fcgend W\u00e4rme zu produzieren und das Pferd ausreichend zu erw\u00e4rmen. Also: Heu statt Decke! <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dauergr\u00fcnland hat teilweise die selbe Menge Organische Masse unterirdisch als auch \u00fcberirdisch. Gr\u00e4ser, die besonders trocken- und k\u00e4lteunempfindlich sind, wie z.B. das Federgras, aber sogar mehr Organische Masse unterirdisch als \u00fcberirdisch. Etwa 80% &#8211; 90% der Pflanzenwurzeln werden j\u00e4hrlich im Gr\u00fcnland erneuert. Die abgestorbenen Wurzeln erh\u00f6hen den Humusgehalt des Bodens und ern\u00e4hren das Bodenleben. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Dauergr\u00fcnland tr\u00e4gt nicht unerheblich zur Kohlenstoffreduzierung in der Atmosph\u00e4re bei, denn der Gr\u00fcnlandboden h\u00e4lt hohe Kohlenstoffdioxidmengen (humifizierte Wurzeln) im Boden und verhindert die Abgabe des gasf\u00f6rmigen Kohlenstoffs (Kohlenstoffdioxid CO<sub>2<\/sub>) in die Atmosph\u00e4re. Da das gasf\u00f6rmige Kohlenstoffdixid (CO<sub>2<\/sub>) ganz wesentlich als Treibhausgas am Klimawandel beteiligt ist, kann das Dauergr\u00fcnland, ebenso wie der Wald, einen wesentlichen Beitrag zur Vermeidung klimasch\u00e4dlicher Gase in der Atmosph\u00e4re beitragen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weil Dauergr\u00fcnland  gro\u00dfe Mengen Kohlenstoff im Boden bindet (gebundenes CO<sub>2<\/sub>), sinkt der Kohlenstoffgasgehalt (CO<sub>2<\/sub>) der Atmosph\u00e4re, bzw. steigt nicht so stark an. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/?p=1072\">Mehr Infos zu dem komplexen Vorg\u00e4ngen findest Du hier<\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Dauergr\u00fcnland spielt eine wichtige Rolle bei der Bew\u00e4ltigung des menschengemachten Klimawandels.<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Immer wieder wird propagiert, das Gr\u00fcnland zur Sanierung umzupfl\u00fcgen (umzubrechen) und neu anzus\u00e4en. Teilweise wird der Umbruch des Dauergr\u00fcnlandes standardm\u00e4\u00dfig alle 7 &#8211; 10 Jahre vorgeschlagen. <strong>Vor dem Gr\u00fcnlandumbruch muss dringend gewarnt werden<\/strong>, denn mit dem Bel\u00fcften (Sauerstoffzuf\u00fchrung) und der Erw\u00e4rmung des umgebrochenen Bodens vermehrt sich das Bodenleben explosionsartig. Es findet reichlich die im Boden gebundenen Kohlenstoffe (humifizierte Wurzelreste), nimmt sie massenhaft auf und scheidet entsprechend gro\u00dfe Mengen mineralische Masse wieder aus. Die dabei entstehenden mineralischen Stickstoffmengen  sind \u00fcberm\u00e4\u00dfig hoch und k\u00f6nnen von den wenigen Pflanzen der zerst\u00f6rten Gr\u00fcnlandnarbe gar nicht restlos aufgenommen werden. Die \u00dcbersch\u00fcsse gehen mit dem Regen in Richtung Grundwasser und reichern dieses mit Nitrat an. <strong>Bei einem Gr\u00fcnlandumbruch versichern durchschnittlich 5 t Nitrat je Hektar in das Grundwasser<\/strong>. Die Bakterien atmen, wie alle Lebewesen, Sauerstoff ein und Kohlendioxid aus. Da sich die Bakterien derartig rasant vermehren konnten, werden ungew\u00f6hnlich gro\u00dfe Mengen klimasch\u00e4dliche Gase, wie Kohlenoxid-, Methan- und Lachgas, frei und gelangen in die Atmosph\u00e4re. Der Treibhauseffekt durch die Klimagase nimmt zu, der Klimawandel verst\u00e4rkt sich. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben der sch\u00e4dlichen Belastung des Grundwassers mit Nitrat und der Anreicherung der Atmosph\u00e4re mit dem klimasch\u00e4dlichem Lachgas (N<sub>2<\/sub>O) und Kohlendioxidgas (CO<sub>2<\/sub>), ist auch aus praktischer Sicht ein Gr\u00fcnlandumbruch nicht zielf\u00fchrend, denn die neu einges\u00e4te Fl\u00e4che ist erst nach fr\u00fchestens 3, meist aber erst nach 5 Jahren \u00fcberhaupt trittfest genug f\u00fcr die Pferdehaltung. In dieser \u00dcbergangszeit eignet sich die Fl\u00e4che lediglich zur Heuproduktion. Kurz und knapp: <strong>Das Gr\u00fcnland wird erst in etwa 5 Jahren zur Weide.<\/strong> Auch ist das Risiko relativ gro\u00df, dass ein teurer Umbruch und die Neuaussaat nicht zum gew\u00fcnschten Erfolg f\u00fchren. Verantwortlich f\u00fcr das nicht kalkulierbare, hohe Risiko sind unter anderem das Klima, die Saatgutwahl, die Saatgutqualit\u00e4t, die Saatgutzusammensetzung, Aussaatzeitpunkt, Fachkenntnis, Sorgfalt der ausgef\u00fchrten Arbeitsg\u00e4nge, usw.. Merke: Nicht jeder Gr\u00fcnlandsanierung durch Umbruch wird gelingen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Zerst\u00f6rung der alten Narbe durch einen Gr\u00fcnlandumbruch hat neben den sch\u00e4dlichen Auswirkungen auf das Klima und das Grundwasser viele ernstzunehmende Nachteile f\u00fcr die Qualit\u00e4t des Pferdegr\u00fcnlandes:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Direkt nach dem Umbruch zun\u00e4chst starke Bodenlockerung und Bodenbel\u00fcftung<\/li><li>extrem schneller Abbau der Organischen Masse durch das Bodenleben<\/li><li>Bodenleben steigt rasant, explosionsartig an<\/li><li>Anstieg des Bodenlebens f\u00fchrt zur erh\u00f6hten Reduzierung der Organischen Masse<\/li><li>Mit der Reduzierung der Organischen Masse nimmt das Bodenleben wieder deutlich ab<\/li><li>Bodenkr\u00fcmelung (Bodenkolloide) wird zerst\u00f6rt<\/li><li>Bodenporen werden kleiner<\/li><li>Stauwasser, Wasser verdunstet oberfl\u00e4chlich und steht den Pflanzen nicht zur Verf\u00fcgung<\/li><li>Erosion durch Wasser und Wind<\/li><li>Boden verdichtet sich<\/li><li>Unterboden bekommt weniger Wasser durchgeleitet<\/li><li>Bodenleben immer st\u00e4rker nimmt ab<\/li><li>Ausgebrachte Gr\u00fcnlandsaat wurzelt schlecht und weniger tief und findet schwer Wasseranschluss<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><span class=\"has-inline-color has-vivid-red-color\">Der Gr\u00fcnlandumbruch ist aus Sicht des Klimaschutzes und des Grundwasserschutzes eine wirkliche Katastrophe. Pferdehalter haben deshalb die Verpflichtung, das Pferdegr\u00fcnland so zu pflegen, dass es dauerhaft Dauergr\u00fcnland ist und bleibt.<\/span><span class=\"has-inline-color has-vivid-green-cyan-color\"> <\/span><span class=\"has-inline-color has-vivid-red-color\">Nur dann ist die Pferdehaltung weitgehend klimaneutral. Da auch das Bundesverfassungsgericht die rasche und verbindliche Entwicklung von Deutschland zur Klimaneutralit\u00e4t einfordert, werden sich Pferdehalter in gar nicht ferner Zeit fragen lassen m\u00fcssen, wie sie zur Klimaneutralit\u00e4t beitragen. Wenn diese Antworten nicht stichhaltig ausfallen, k\u00f6nnte die Akzeptanz der Bev\u00f6lkerung mit der Pferdehaltung, \u00e4hnlich wie derzeit mit der Massentierhaltung, verloren gehen. <\/span><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Methode der Wahl ist die Vermeidung des Gr\u00fcnlandumbruches durch geschickte Gr\u00fcnlandverbesserung: <\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bodenprobe &#8211; N\u00e4hrstoffbalancierung &#8211; Humuseintrag -oberfl\u00e4chliche Bodenbearbeitung und Einbringung von Saatgut (Schlitzsaat bzw. Striegelsaat) erw\u00fcnschter Gr\u00e4ser und Kr\u00e4uter in die alte Narbe: <strong>Anstelle eines Umbruches wird die Narbe nur bearbeitet<\/strong>. Bei der Auswahl des Saatgutes sollten sich Pferdehalter gut informieren und die ortstypischen Gr\u00e4ser und Kr\u00e4uter bestimmen. Das gelingt besonders gut auf Randstreifen und wenig intensivierten Gr\u00fcnlandfl\u00e4chen. Nichtregionales Saatgut, das nicht an einen bestimmten Standort (Boden, Klima, H\u00f6henlage, usw.) angepasst ist, stellt sich nach kurzer Zeit schon als absolute Fehlinvestition dar. Bei der Reparatursaat sollten besonders trockenheitstolerante, lokale Sorte ausgew\u00e4hlt werden. <a href=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/?p=258\">Mehr erfahrt Ihr hier<\/a>. Auf Weidelgras sollte im Regelfall komplett verzichtet werden. Hilfreich vor der Saat ist ein scharfes Striegeln der Fl\u00e4che zur Entfernung des Grasfilzes und danach die anschlie\u00dfende Saat im Strichabstand von ca. 4 &#8211; 7 cm und einer Tiefe von 2 cm. Zum Einsatz bei der Reparatursaat kommt die Technik Schlitzsaat ( Schlitze (Saatrillen) oder Perforationen (ca. 500 Saatl\u00f6cher je Quadratmeter) oder die Striegelsaat mit der Zinkensaattechnik. Bei der Reparatursaat sind ca. 12 kg Saatgut je Hektar (10.000m<sup>2<\/sup>) einzuplanen und preislich zu kalkulieren. Gro\u00dfz\u00fcgige Kalkulation sollte vermieden werden, denn Saatgut ist relativ teuer. Eine Stickstoffd\u00fcngung zur Aussaat ist in aller Regel nicht notwendig und auch kontraindiziert, denn dann wurzeln die keimenden Gr\u00e4ser nicht tief genug und finden nur schwer Wasser- und N\u00e4hrstoffanschluss. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei muss allen Pferdehaltern klar sein, dass das biologisch so wertvolle Dauergr\u00fcnland, bis auf wenige Ausnahmen, in Deutschland immer anthropogen beeinflusst ist und einer st\u00e4ndigen Pflege bedarf: Die Weidepflege. Ohne diese gibt es kein Dauergr\u00fcnland in Deutschland, auch nicht f\u00fcr unsere Pferde. Laissez faire beim Gr\u00fcnland wird weder unserer Landschaft, unseren Pferden noch der Umwelt gerecht. Umso mehr in Zeiten des fortschreitenden Klimawandels.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tipp zur Jahreszeit der Reparatursaat<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der g\u00fcnstigste Zeitpunkt f\u00fcr eine notwendige Reparatursaat ist der Sp\u00e4tsommer, Mitte August bis Mitte September. <span style=\"font-size: revert;\">Das sind Gr\u00fcnde f\u00fcr eine Gr\u00fcnlandsanierung im Fr\u00fchherbst: <\/span><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>g\u00fcnstige Feuchtigkeitsgehalte des Bodens, <\/li><li>Tauwasser verhindert Trockensch\u00e4den, <\/li><li>gem\u00e4\u00dfigte Temperaturen sowie<\/li><li>relativ wenig Konkurrenzdruck durch die Altnarbe und Verminderung des Verkrautungsproblem . <\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><span style=\"font-size: revert;\">Diese g\u00fcnstigen Faktoren erh\u00f6hen die Chance einer erfolgreichen Gr\u00fcnlandsanierung. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Achtung:<\/span> Ein Gr\u00fcnlandumbruch ist  mittlerweile (auch f\u00fcr private Pferdehalter!) verboten und nur noch erlaubt, wenn die Untere Naturschutzbeh\u00f6rde dazu die Erlaubnis erteilt. Erst dann (!) darf die vorhandene Gr\u00fcnlandnarbe zerst\u00f6rt werden. Einige Bundesl\u00e4nder, so z.B. Niedersachsen, haben noch sch\u00e4rfere Auflagen, die auch von den Pferdehaltern einzuhalten sind. In Niedersachsen ist der Narbenumbruch erosionsgef\u00e4hrdeter H\u00e4nge, \u00dcberschwemmungsgebiete und Moore >30% Organische Masse ausnahmslos verboten. Liegt keine Genehmigung f\u00fcr einen Gr\u00fcnlandumbruch vor, drohen hohe Bu\u00dfgelder.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wer nachhaltig Pferde halten will, muss sich auch mit dem Gr\u00fcnlandmanagement auseinandersetzen.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Grundlagen zur nachhaltigen Gr\u00fcnlandpflege durch Nachsaat anstelle des klimasch\u00e4dlichen Narbenumbruchs Landwirtschaftlich genutzte B\u00f6den bestehen aus Humus (= Organische Masse) und Mineralboden (= Mineralische Masse). Zur Erinnerung: Organische Masse (Bl\u00e4tter, Pflanzenleichen, Wurzeln, Mist, G\u00fclle, Stroh, usw.) ist nicht pflanzenverf\u00fcgbar. Die Wurzeln der lebenden Pflanzen k\u00f6nnen Humus nicht aufnehmen und die im Humus enthaltenen N\u00e4hrstoffe deshalb nicht &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/?p=418\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eStrategien: Gr\u00fcnlandumbruch &#8211; No-Go!\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[116],"tags":[134,128,520,129,135,524,130,523,133,415,413,132,519,416,131,530,525,526,529,528,522,521,527],"class_list":["post-418","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-strategien","tag-bodenleben","tag-dauergruenland","tag-gebundenes-co2","tag-gruenland","tag-gruenlandboden","tag-gruenlandnarbe","tag-gruenlandumbruch","tag-gruenlandverbesserung","tag-humus","tag-klimaneutrlitaet","tag-klimaschutz","tag-mineralische-masse","tag-naehrstoffkreislauf","tag-narbenverbesserung","tag-organische-masse","tag-perforationssaat","tag-saatgut","tag-saatgutbedarf","tag-schlitzsaat","tag-striegelsaat","tag-treibhauseffekt","tag-treibhausgas","tag-zeitpunkt-reparatursaat"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/pferdegruenland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/418","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/pferdegruenland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/pferdegruenland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/pferdegruenland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/pferdegruenland.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=418"}],"version-history":[{"count":15,"href":"https:\/\/pferdegruenland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/418\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1129,"href":"https:\/\/pferdegruenland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/418\/revisions\/1129"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/pferdegruenland.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=418"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/pferdegruenland.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=418"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/pferdegruenland.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=418"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}