{"id":397,"date":"2020-11-02T13:07:48","date_gmt":"2020-11-02T12:07:48","guid":{"rendered":"http:\/\/pferdegruenland.de\/?p=397"},"modified":"2020-11-02T13:23:39","modified_gmt":"2020-11-02T12:23:39","slug":"beobachtungen-zum-klimawandel-deutschlandwetter-oktober-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pferdegruenland.de\/?p=397","title":{"rendered":"Beobachtungen zum Klimawandel: Deutschlandwetter Oktober 2020"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ein sehr sonnenscheinarmer, niederschlagsreicher und zu warmer Oktober<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/IMG_0225-2-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-401\" width=\"393\" height=\"523\" srcset=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/IMG_0225-2-768x1024.jpg 768w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/IMG_0225-2-225x300.jpg 225w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/IMG_0225-2-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/IMG_0225-2-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/IMG_0225-2-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 393px) 100vw, 393px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><em>Offenbach, 30.10.2020<\/em>&nbsp;\u2013 Im Oktober 2020 standen die Zeichen auf Unbest\u00e4ndigkeit. Tiefdruckgebiete mit feuchten Luftmassen brachten neben sehr vielen Wolken wiederholte, teils auch kr\u00e4ftige Niederschl\u00e4ge, mit vereinzelten Gewittern, sowie einen Wechsel zwischen kurzen k\u00fchlen und milden Witterungsabschnitten. Aber auch eine Sturmflut an der Ostsee, sowie ein F\u00f6hnsturm in den Alpen, geh\u00f6rten mit zum Wetterprogramm. Im Ergebnis war der Oktober zu warm, zu nass und ungew\u00f6hnlich wolkenreich. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Oft mild, in der zweiten Monatsdekade l\u00e4nger k\u00fchl mit leichten Nachfr\u00f6sten<\/strong><br>Mit 10,2 Grad Celsius (\u00b0C) lag im Oktober der Temperaturdurchschnitt f\u00fcr Deutschland um 1,2 Grad \u00fcber dem Wert der international g\u00fcltigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Vergleich zur w\u00e4rmeren Periode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung 1,0 Grad. Der Monat startete mit Werten von \u00fcber 20&nbsp;\u00b0C&nbsp;recht mild. Unter F\u00f6hneinfluss wurde am 3. aus Kiefersfelden-Gach, im Landkreis Rosenheim, mit 24,6&nbsp;\u00b0C&nbsp;die deutschlandweit h\u00f6chste Temperatur gemessen. Ab der zweiten Monatsdekade drehte sich das Blatt und es stellte sich ein k\u00fchler Witterungsabschnitt ein. Bei H\u00f6chsttemperaturen von teils unter 10&nbsp;\u00b0C&nbsp;traten vor allem in den \u00f6stlichen und s\u00fcdlichen Regionen leichte Nachtfr\u00f6ste auf. Oberstdorf meldete mit -4,4&nbsp;\u00b0C&nbsp;am 14. den bundesweit tiefsten Wert. In der dritten Monatsdekade stieg das Quecksilber wieder an. Zeit- und gebietsweise gab es dann sogar noch einmal H\u00f6chsttemperaturen \u00fcber 20&nbsp;\u00b0C.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ein nasser Oktober mit besonders hohen Niederschlagsmengen in den Mittelgebirgen<\/strong><br>Aufgrund wiederholtem Tiefdruckeinfluss erreichte der Oktober 2020 mit \u00fcber 75 Litern pro Quadratmeter (l\/m\u00b2) 139 Prozent seines Klimawerts von 56&nbsp;l\/m\u00b2. Zu Beginn des Monats konzentrierten sich die Regenwolken vor allem auf die westlichen Landesteile. Zur Monatsmitte aber sandte das Tief GISELA von Polen und Tschechien her auch den \u00f6stlichen Bereichen kr\u00e4ftige Niederschl\u00e4ge. Dabei wurde am 14. die h\u00f6chste Tagessumme von 64,4&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;an der Station Wernigerode-Schierke, im Landkreis Harz, gemessen. Mehrere Starkregenereignisse f\u00fchrten in Sachsen und Sachsen-Anhalt in der Monatsbilanz zu doppelt so hohen Mengen als zu erwarten w\u00e4re. Die h\u00f6chsten Summen aber prasselten im Monatsverlauf mit \u00fcber 200&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;im S\u00fcdschwarzwald und Harz vom Himmel. Andererseits gab es im Lee von Hunsr\u00fcck, Eifel und Rh\u00f6n, sowie an der Ostseek\u00fcste, regional nur um 30&nbsp;l\/m\u00b2.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ein ungew\u00f6hnlich wolkenreicher Oktober<\/strong><br>Im Oktober lag die Sonnenscheindauer mit fast 70 Stunden deutlich unter ihrem Soll von 109 Stunden. Damit war es der f\u00fcnftsonnenschein\u00e4rmste Oktober seit 1951. Besonders in den westlichen Gebieten schien die Sonne so selten wie seit 1998 nicht mehr. In den dortigen Mittelgebirgen gab es \u00f6rtlich im gesamten Monat keine 40 Sonnenstunden. Aber auch sonst blieb die Sonne sehr zur\u00fcckhaltend. Nur an den K\u00fcsten sowie im Alpenvorland zeigte sie sich mit rund 100 Stunden h\u00e4ufiger zwischen den Wolken.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das Wetter in den Bundesl\u00e4ndern im Oktober 2020<\/strong><br><em>(In Klammern stehen jeweils die vielj\u00e4hrigen Mittelwerte der intern. Referenzperiode)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Schleswig-Holstein und Hamburg:<\/strong>&nbsp;Im Oktober meldete das n\u00f6rdlichste Bundesland eine Temperatur von 10,9&nbsp;\u00b0C&nbsp;(9,5&nbsp;\u00b0C), eine Niederschlagsmenge von gut 80&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(73&nbsp;l\/m\u00b2) und als sonnigstes Gebiet fast 90 Sonnenstunden (98 Stunden). Hamburg war mit 11,2&nbsp;\u00b0C&nbsp;(9,8&nbsp;\u00b0C) nach Berlin die zweitw\u00e4rmste Region. Neben rund 75&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(60&nbsp;l\/m\u00b2) Niederschlag zeigte sich in der Hansestadt die Sonne aufgerundet 70 Stunden (97 Stunden).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Niedersachsen und Bremen:<\/strong>&nbsp;Niedersachsen registrierte im Oktober 11,0&nbsp;\u00b0C&nbsp;(9,6&nbsp;\u00b0C), rund 75&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(56&nbsp;l\/m\u00b2) und etwa 70 Sonnenstunden (99 Stunden). Bremen erreichte 11,1&nbsp;\u00b0C&nbsp;(9,8&nbsp;\u00b0C). Mit einer Niederschlagsmenge von rund 65&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(58&nbsp;l\/m\u00b2) und einer Sonnenscheindauer von etwa 80 Stunden (98 Stunden) war die Hansestadt die zweitsonnigste Region.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mecklenburg-Vorpommern:&nbsp;<\/strong>In Mecklenburg-Vorpommern ermittelte der&nbsp;DWD&nbsp;eine Temperatur von 11,1&nbsp;\u00b0C&nbsp;(9,3&nbsp;\u00b0C). Mit 55&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(42&nbsp;l\/m\u00b2) Niederschlag landete es als trockenstes Bundesland auf dem letzten Platz im Niederschlagsranking. Die Sonne zeigte sich 75 Sunden (105 Stunden). Am 14. bewirkte ein Nordoststurm mit B\u00f6en bis 100&nbsp;km\/h&nbsp;eine Sturmflut mit 5 Meter hohen Wellen. Wie in Wismar stiegen die Pegel an manchen Orten auf 1,40 Meter.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Brandenburg und Berlin:&nbsp;<\/strong>Brandenburg erreichte eine Mitteltemperatur von 11,0&nbsp;\u00b0C(9,3&nbsp;\u00b0C). Die Hauptstadt meldete 11,3&nbsp;\u00b0C&nbsp;(9,6&nbsp;\u00b0C) und war die w\u00e4rmste Region in Deutschland. Brandenburg mit knapp 65&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(37&nbsp;l\/m\u00b2) und Berlin mit etwa 55&nbsp;l\/m\u00b2(35&nbsp;l\/m\u00b2) erlebten 2020 einen recht nassen Oktober. Die Sonne zeigte sich sowohl in Brandenburg (110 Stunden) als auch in Berlin (109 Stunden) fast 70 Stunden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sachsen-Anhalt:&nbsp;<\/strong>Der Oktober 2020 erwies sich in Sachsen-Anhalt mit einer Temperatur von 11,1&nbsp;\u00b0C&nbsp;(9,4&nbsp;\u00b0C) als zu warm und mit einer Niederschlagsausbeute von etwa 75&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(36&nbsp;l\/m\u00b2) als deutlich zu nass. Am 14. meldete Wernigerode-Schierke, im Landkreis Harz, mit 64,4&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;die h\u00f6chste Tagessumme. Im gesamten Monat fielen dort fast 250&nbsp;l\/m\u00b2. Der Brocken kam sogar auf \u00fcber 350&nbsp;l\/m\u00b2. Die Sonne schien in Sachsen-Anhalt rund 70 Stunden (104 Stunden).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sachsen:&nbsp;<\/strong>Sachsen erreichte eine Durchschnittstemperatur von 10,3&nbsp;\u00b0C&nbsp;(9,0&nbsp;\u00b0C). Mitte des Monats brachte das Tief GISELA ordentlich Regen. Dabei fielen alleine am 14. verbreitet zwischen 20 und 40, \u00f6rtlich sogar bis 50&nbsp;l\/m\u00b2. Insgesamt konnten bis zum Monatsende in der Fl\u00e4che fast 100&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(47&nbsp;l\/m\u00b2) gemessen werden und damit das Doppelte der zu erwartenden Niederschlagsmenge. Sachsen war die zweitnasseste, aber mit etwa 75 Stunden (118 Stunden) auch eine der sonnigen Regionen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Th\u00fcringen:<\/strong>&nbsp;Hier betrug die Temperatur im Oktober 9,9&nbsp;\u00b0C&nbsp;(8,4&nbsp;\u00b0C). Damit geh\u00f6rt Th\u00fcringen zu den k\u00fchleren Gebieten. Hinzu kamen im Fl\u00e4chenmittel nasse 80&nbsp;l\/m\u00b2(48&nbsp;l\/m\u00b2). Im Th\u00fcringer Wald fielen sogar \u00fcber 150&nbsp;l\/m\u00b2. Die Sonne zeigte sich rund 65 Stunden (107 Stunden).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nordrhein-Westfalen:<\/strong>&nbsp;Im einwohnerreichsten Bundesland ermittelte der&nbsp;DWD&nbsp;eine Durchschnittstemperatur von 10,7&nbsp;\u00b0C&nbsp;(9,8&nbsp;\u00b0C). Dazu fielen abgerundet 80&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(62&nbsp;l\/m\u00b2) Niederschlag. Mit nur etwa 50 Stunden (107 Stunden) schien die Sonne so selten wie seit 1998 nicht mehr.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hessen:&nbsp;<\/strong>In Hessen betrug die Temperatur im Oktober 10,2&nbsp;\u00b0C&nbsp;(8,9&nbsp;\u00b0C) und die Niederschlagsmenge rund 70&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(59&nbsp;l\/m\u00b2). Nach dem zweitsonnigsten September zeigte sich der Oktober mit mageren 50 Stunden (100 Stunden) ungew\u00f6hnlich sonnenscheinarm.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Rheinland-Pfalz:&nbsp;<\/strong>Hier erreichte die Oktobertemperatur im Mittel 10,1&nbsp;\u00b0C&nbsp;(9,2&nbsp;\u00b0C) und mit rund 75&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(63&nbsp;l\/m\u00b2) war es etwas zu nass. Mit 55 Stunden (105 Stunden) wurde der sonnenschein\u00e4rmste Oktober seit 1998 registriert.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Saarland:&nbsp;<\/strong>Das kleinste Fl\u00e4chenland meldete im Oktober durchschnittlich 10,0&nbsp;\u00b0C(9,4&nbsp;\u00b0C) und etwa 125&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(77&nbsp;l\/m\u00b2). Dazu zeigte sich die Sonne ungew\u00f6hnlich selten. Lediglich 45 Stunden (106 Stunden) wurden erreicht und damit so wenig wie seit 1998 nicht mehr. Im L\u00e4ndervergleich war das Saarland so das nasseste und sonnenschein\u00e4rmste Bundesland.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Baden-W\u00fcrttemberg:<\/strong>&nbsp;Hier wurde eine Temperatur von 9,4&nbsp;\u00b0C&nbsp;(8,7&nbsp;\u00b0C) gemeldet. Damit war Baden-W\u00fcrttemberg das zweitk\u00fchlste Bundesland. Im Fl\u00e4chenmittel fielen rund 85&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(68&nbsp;l\/m\u00b2) Niederschlag. Der S\u00fcdschwarzwald erreichte \u00fcber 200&nbsp;l\/m\u00b2. Die Sonne schien etwa 75 Stunden (117 Stunden). Es war der sonnenschein\u00e4rmste Oktober der letzten 20 Jahre.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bayern:<\/strong>&nbsp;Im gr\u00f6\u00dften Bundesland wurde im Oktober eine Temperatur von 8,9&nbsp;\u00b0C&nbsp;(8,1&nbsp;\u00b0C) ermittelt. Somit war der Freistaat die k\u00fchlste Region in Deutschland. Ein F\u00f6hnsturm brachte am 3. sehr milde Temperaturen. Dabei erreichte Kiefersfelden-Gach, im Landkreis Rosenheim, mit 24,6&nbsp;\u00b0C&nbsp;die bundesweit h\u00f6chste Temperatur. Auch der tiefste Wert stammt aus Bayern und wurde am Morgen des 14. mit frostigen -4,4&nbsp;\u00b0C&nbsp;in Oberstdorf gemessen. Bei einer Niederschlagsmenge von rund 80&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(61&nbsp;l\/m\u00b2), schien die Sonne in Bayern etwa 75 Stunden (118 Stunden). Quelle: DWD<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein sehr sonnenscheinarmer, niederschlagsreicher und zu warmer Oktober Offenbach, 30.10.2020&nbsp;\u2013 Im Oktober 2020 standen die Zeichen auf Unbest\u00e4ndigkeit. Tiefdruckgebiete mit feuchten Luftmassen brachten neben sehr vielen Wolken wiederholte, teils auch kr\u00e4ftige Niederschl\u00e4ge, mit vereinzelten Gewittern, sowie einen Wechsel zwischen kurzen k\u00fchlen und milden Witterungsabschnitten. 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