{"id":340,"date":"2020-10-16T14:38:52","date_gmt":"2020-10-16T12:38:52","guid":{"rendered":"http:\/\/pferdegruenland.de\/?p=340"},"modified":"2020-10-21T12:09:46","modified_gmt":"2020-10-21T10:09:46","slug":"strategien-stickstoffduengung-reduzieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pferdegruenland.de\/?p=340","title":{"rendered":"Strategien: Stickstoffd\u00fcngung reduzieren"},"content":{"rendered":"\n<p>Aus dem mineralischen Stickstoff im Boden bildet die Pflanze organisches Eiwei\u00df. Das ist der Baustoff der Pflanzenzellen. Eine Erh\u00f6hung der Stickstoffversorgung steigert den Ertrag beim Gr\u00fcnland erheblich, das Gras hat eine wesentlich gr\u00f6\u00dfere Blattmasse. Damit die Pflanze schneller w\u00e4chst, entwickelt sie gr\u00f6\u00dfere Pflanzenzellen und gleicht die abnehmende Stabilit\u00e4t durch einen h\u00f6heren Wassergehalt der Zelle aus.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Federgras-Details-00001-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-347\" srcset=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Federgras-Details-00001-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Federgras-Details-00001-300x225.jpg 300w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Federgras-Details-00001-768x576.jpg 768w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Federgras-Details-00001-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Federgras-Details-00001-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 706px) 89vw, (max-width: 767px) 82vw, 740px\" \/><figcaption>Federgras trotzt der Trockenheit durch eine reduzierte oberirdische Blattmasse und verhindert \u00fcberm\u00e4\u00dfige Verdunstung. &#8222;Bezahlt&#8220; wird diese Strategie durch einen niedrigeren Ertrag. <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Gro\u00dfz\u00fcgig mit Stickstoff versorgte Pflanzen haben einen wesentlich h\u00f6heren Wassergehalt als Pflanzen auf stickstoff\u00e4rmeren Fl\u00e4chen. Der h\u00f6here Ertrag mit dem einhergehenden h\u00f6herem Wassergehalt hat aber auch Nachteile: <\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Schadinsekten, Viren und Pilze bevorzugen wasserhaltige Pflanzen > Erh\u00f6hter Schadbefall (1. Beispiel Rosen: Hohe N- D\u00fcngung provoziert Mehltau und Lausbefall. 2. Beispiel: Hohe N- Eintr\u00e4ge aus der Luft lassen den Wald schneller wachsen, das Holz ist aber feuchter und weniger stabil sowie vermehrt von Sch\u00e4dlingen befallen. Stickstoffeintr\u00e4ge aus der Luft (NO<sub>x<\/sub>) aus den Autoabgasen tr\u00e4gt zum Waldsterben bei)<\/li><li>Verminderte Halmstabilit\u00e4t > Kultur liegt nach Regen und Wind leicht am Boden >Schimmel, Verschmutzung und F\u00e4ulnisbildung<\/li><li>Deutlich verringerte Trockenresistenz > Pflanze verbraucht und verdunstet viel Wasser<\/li><li>Weniger Strukturstoffe, weicher Griff<\/li><li>Hoher Eiwei\u00dfgehalt der Pflanze > vielfach \u00dcberversorgung der Pferde > Abbau \u00fcber die Nieren > erh\u00f6hte Nierenbelastung > reduzierte Energie f\u00fcr Arbeitsleistung <\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Merke: Eiwei\u00df = Baustoff , Energie = Treibstoff<\/p>\n\n\n\n<p>Wegen des bereits einsetzenden Klimawandels sind die bisherigen D\u00fcngeempfehlungen f\u00fcr Stickstoff beim Pferdegr\u00fcnland nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df, weil zu hoch! <\/p>\n\n\n\n<p>Warum die Stickstoffd\u00fcngung reduzieren?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Durch l\u00e4ngere D\u00fcrreperioden findet im Hochsommer kaum noch Graswachstum statt. Folglich ben\u00f6tigt die Pflanze im Einfluss des Klimawandels wesentlich weniger Stickstoff, also Wachstumsd\u00fcnger. Da vielerorts es keinen zweiten Aufwuchs mehr gibt (Hitze und Wassermangel) ben\u00f6tigt das Gr\u00fcnland oftmals ca. 30% weniger Stickstoff. <\/li><li>Da Stickstoff stark auswaschungsgef\u00e4hrdet ist und ins Grundwasser gelangt (Nitratbelastung!), muss zielgenau der Wachstumsd\u00fcnger ausgebracht werden. Wird z.B. in eine D\u00fcrreperiode herein ged\u00fcngt, wird die Stickstoffmenge nicht von der Pflanze aufgenommen und kann bereits bei einem heftigen Gewitterregen in Oberfl\u00e4chengew\u00e4sser oder ins Grundwasser gesp\u00fclt werden. <\/li><li>Durch hohe Stickstoffeintr\u00e4ge aus der Luft (z.B. Stra\u00dfenverkehr (NOx)) wird heute wesentlich mehr Wachstumsd\u00fcnger wirksam und muss von dem D\u00fcngebedarf abgezogen werden.<br><br>Merke: Was wegen Hitze und Trockenheit nicht w\u00e4chst, darf auch nicht mit Stickstoff ged\u00fcngt werden! Pferde profitieren \u00fcbrigens von dem stickstoffreduzierten Grundfutter.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Exakte D\u00fcngeempfehlungen des Wachstumsd\u00fcngers Stickstoff sind nicht m\u00f6glich, da stark abh\u00e4ngig vom Klima, dem Boden, der Jahreszeit, dem Tierbesatz, dem \u00d6kosystem, usw.)<\/p>\n\n\n\n<p>Folgende D\u00fcngemengen f\u00fcr das N\u00e4hrelement Stickstoff (N) k\u00f6nnen aber beispielhaft f\u00fcr das Pferdegr\u00fcnland empfohlen werden:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table is-style-stripes\"><table><thead><tr><th><\/th><th><strong>1. Teilgabe<\/strong><\/th><th><strong>2. Teilgabe<\/strong><\/th><\/tr><tr><th>D\u00fcngeempfehlung (Reinn\u00e4hrstoff) <br>pro Jahr und Hektar* <strong>(kg\/a\/ha)<\/strong><br><\/th><th>Wachstumsbeginn<\/th><th>2. Aufwuchs bzw. 2. Schnitt<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>40 kg N<\/td><td>30 kg N<\/td><td>10 kg N<\/td><\/tr><tr><td>* <strong>1 Hektar = 10.000 m<sup>2<\/sup><\/strong><\/td><td><\/td><td>nur, wenn noch Wachstum stattfindet!<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p>Eines muss aber jedem Pferdehalter*in klar sein: Durch den Klimawandel und die notwendige D\u00fcngerreduzierung wird es weniger Ertrag geben und somit wird der Fl\u00e4chenbedarf zur Sicherstellung des Grundfutters mindestens auf durchschnittlich 1 Hektar je Pferd (10.000 m<sup>2<\/sup>) steigen. <\/p>\n\n\n\n<p>Merke: Dauergr\u00fcnland ist in Mitteleuropa fast immer anthropogen beeinflusst und \u00fcberwiegend auf eine nachhaltige Stickstoff- D\u00fcngung angewiesen. Das kann durch mineralischen Stickstoff (z.B. NH<sub>4<\/sub> oder NO<sub>3<\/sub>) bzw. durch organischen Stickstoff (Mist, G\u00fclle, Humus, Mulch, usw.) vorgenommen werden. Ohne Stickstoffversorgung wird es, bis auf wenige Ausnahmen, bei uns in Deutschland kein Dauergr\u00fcnland geben k\u00f6nnen. Es geh\u00f6rt mittlerweile zu den gef\u00e4hrdeten Kulturfl\u00e4chen in Deutschland.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus dem mineralischen Stickstoff im Boden bildet die Pflanze organisches Eiwei\u00df. Das ist der Baustoff der Pflanzenzellen. Eine Erh\u00f6hung der Stickstoffversorgung steigert den Ertrag beim Gr\u00fcnland erheblich, das Gras hat eine wesentlich gr\u00f6\u00dfere Blattmasse. 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