{"id":324,"date":"2020-10-08T21:41:06","date_gmt":"2020-10-08T19:41:06","guid":{"rendered":"http:\/\/pferdegruenland.de\/?p=324"},"modified":"2020-10-21T12:10:14","modified_gmt":"2020-10-21T10:10:14","slug":"beobachtungen-zum-klimawandel-deutschlandwetter-september-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pferdegruenland.de\/?p=324","title":{"rendered":"Beobachtungen zum Klimawandel: Deutschlandwetter September 2020"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Offenbach, 29. September 2020<\/em>\u00a0\u2013 Der September 2020 verw\u00f6hnte die Bundesb\u00fcrger wochenlang mit sonnigem und warmem Outdoor-Wetter. Erst zum Monatsende sorgte ein Gro\u00dfwetterlagenwechsel p\u00fcnktlich zum astronomischen Herbstanfang f\u00fcr k\u00fchle und nasse Witterung. Unter dem Strich war der erste klimatologische Herbstmonat zu warm, zu trocken und sehr sonnig &#8211; verglichen mit vielj\u00e4hrigen Mittelwerten. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"394\" height=\"526\" src=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Wetter-sep2020.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-328\" srcset=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Wetter-sep2020.png 394w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Wetter-sep2020-225x300.png 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 394px) 100vw, 394px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Ein \u00fcberwiegend sommerlich warmer September endet mit herbstlicher K\u00fchle<\/strong><br>Mit 14,8 Grad Celsius (\u00b0C) lag der Temperaturdurchschnitt im September um 1,5 Grad \u00fcber dem Wert der international g\u00fcltigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Vergleich zur w\u00e4rmeren Periode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung +1,3 Grad. Die ersten drei Wochen zeigten sich unter Hochdruckeinfluss meist sp\u00e4tsommerlich warm. Im S\u00fcdwesten gab es 10 bis 18 Sommertage mit 25 Grad und mehr. Mitte September drehte die Str\u00f6mung auf s\u00fcdliche Richtungen, wodurch die Temperaturen regional noch mal auf deutlich \u00fcber 30&nbsp;\u00b0C&nbsp;kletterten. Den h\u00f6chsten Wert erreichte Trier-Petrisberg am 15. mit 34,8&nbsp;\u00b0C. In den darauffolgenden N\u00e4chten wurde es aber empfindlich kalt. Im Nordosten Deutschlands sanken die Fr\u00fchwerte am 19. sogar in den leichten Frostbereich. Die deutschlandweit tiefste Temperatur trat am 28. in Messstetten, Zollernalbkreis, mit -2,0&nbsp;\u00b0C&nbsp;auf. (Nur auf der fast 3000&nbsp;m&nbsp;hohen und nicht repr\u00e4sentativen Zugspitze war es am 26. mit -10,9&nbsp;\u00b0C&nbsp;k\u00e4lter).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Erst nach drei Wochen Trockenheit reichlich Niederschl\u00e4ge<\/strong><br>Der September lag mit knapp 50 Litern pro Quadratmeter (l\/m\u00b2) etwa 20 Prozent unter dem vielj\u00e4hrigen Durchschnitt von 61&nbsp;l\/m\u00b2. Nachdem es unter Hochdruckeinfluss vielerorts wochenlang trocken blieb, sandten Tiefdruckgebiete in der letzten Septemberwoche fl\u00e4chendeckende und reichliche Niederschl\u00e4ge. Sie brachten in den Mittelgebirgen sogar den ersten Schnee der Saison. Am Alpenrand sowie im S\u00fcdschwarzwald fielen mit \u00fcber 150&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;die h\u00f6chsten Monatssummen. Auch der in den Vormonaten vom Regen ausgesparte Osten der Republik erhielt nun endlich signifikanten Regen. Die bundesweit h\u00f6chste Tagessumme wurde aber am 26. in Baiersbronn-Ruhestein, 20&nbsp;km&nbsp;s\u00fcdlich von Baden-Baden, mit 107&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;gemessen. Viel zu trocken blieb es dagegen in Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Hessen, wo in der Fl\u00e4che gerade einmal 50 Prozent der zu erwartenden Monatssummen eingesammelt wurden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der September 2020 war ein sehr sonniger Monat<\/strong><br>Mit 206 Sonnenstunden \u00fcbertraf der September 2020 sein Sonnenscheinsoll von 150 Stunden um gut ein Drittel. Dabei gab es in den ersten beiden Monatsdekaden verbreitet Sonnenschein von fr\u00fch bis sp\u00e4t. Am sonnigsten war es mit \u00fcber 230 Stunden in Mitteldeutschland. Im Nordseeumfeld zeigte sich die Sonne etwa 50 Stunden weniger.&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das Wetter in den Bundesl\u00e4ndern im September 2020<\/strong><br><em>(In Klammern stehen jeweils die vielj\u00e4hrigen Mittelwerte der intern. Referenzperiode)&nbsp;&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Schleswig-Holstein und Hamburg<\/strong>: Schleswig-Holstein war im September 2020 mit einer Temperatur von 14,2 (13,2&nbsp;\u00b0C) und einer mageren Niederschlagsausbeute von gut 40&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(75&nbsp;l\/m\u00b2) nicht nur das k\u00fchlste, sondern auch ein trockenes Gebiet. In Kiel-Holtenau wurden mit knapp \u00fcber 10&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;noch nicht einmal 20 Prozent des Solls erreicht. Hamburg registrierte einen Mittelwert von 14,8&nbsp;\u00b0C&nbsp;(13,7&nbsp;\u00b0C). Auch hier blieb es mit einem Fl\u00e4chenniederschlag von rund 40&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(68&nbsp;l\/m\u00b2) deutlich zu trocken. Mit rund 190 Sonnenstunden z\u00e4hlten sowohl die Hansestadt (139 Stunden) als auch Schleswig-Holstein (143 Stunden) zu den sonnenschein\u00e4rmeren Regionen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Niedersachsen und Bremen:<\/strong>&nbsp;In Niedersachsen bestimmte der&nbsp;DWD&nbsp;eine Mitteltemperatur von 14,5&nbsp;\u00b0C&nbsp;(13,5&nbsp;\u00b0C). Bremen kam auf 14,8&nbsp;\u00b0C&nbsp;(13,7&nbsp;\u00b0C). Mit aufgerundeten 30&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;fiel in Bremen weniger als die H\u00e4lfte der zu erwartenden Niederschlagsmenge (61&nbsp;l\/m\u00b2). Damit war die Hansestadt die trockenste Region Deutschlands. Niedersachsen kam auf gut 45&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(60&nbsp;l\/m\u00b2). Nicht nur Niedersachsen (135 Stunden), sondern auch Bremen (136 Stunden) meldeten gut 195 Sonnenstunden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mecklenburg-Vorpommern<\/strong>: In Mecklenburg-Vorpommern betrug die Temperatur 14,8&nbsp;\u00b0C&nbsp;(13,4&nbsp;\u00b0C). Die Niederschlagsmenge erreichte rund 55&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(51&nbsp;l\/m\u00b2). Die Sonne zeigte sich 195 Stunden (154 Stunden). An der Station Barth, im Landkreis Vorpommern-R\u00fcgen, wurden am fr\u00fchen Morgen des 19. frostige -1,1&nbsp;\u00b0C&nbsp;gemessen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Berlin und Brandenburg<\/strong>: Die Hauptstadt war im September mit einer Temperatur von 15,9\u00b0C (14,1&nbsp;\u00b0C) die bundesweit w\u00e4rmste Region. Aus Brandenburg wurden 15,4&nbsp;\u00b0C&nbsp;(13,8&nbsp;\u00b0C) gemeldet. Nach monatelanger Trockenheit schickte das Tiefdruckgebiet Xyla am 26. mit \u00fcberregionalen 15 bis 40&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;den langersehnten Landregen. Im Landkreis M\u00e4rkisch-Oderland wurden sogar 40 bis knapp \u00fcber 50&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;beobachtet. In der Monatsbilanz sammelten die Niederschlagst\u00f6pfe in Berlin gut 55&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(46&nbsp;l\/m\u00b2) und in Brandenburg aufgerundete 60&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(45&nbsp;l\/m\u00b2) ein. Brandenburg geh\u00f6rte damit zu den nassen Regionen Deutschlands. Die Sonne schien in Berlin und Brandenburg rund 210 Stunden (156 Stunden).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sachsen-Anhalt:<\/strong>&nbsp;In Sachsen-Anhalt lag die Mitteltemperatur bei 15,4&nbsp;\u00b0C&nbsp;(13,7&nbsp;\u00b0C). Trotz eines \u00fcberdurchschnittlichen Fl\u00e4chenniederschlags von 50&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(42&nbsp;l\/m\u00b2) schien die Sonne mit rund 210 Stunden (144 Stunden) ungew\u00f6hnlich lang.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sachsen:<\/strong>&nbsp;Die Durchschnittstemperatur erreichte in Sachsen 15,0&nbsp;\u00b0C&nbsp;(13,4&nbsp;\u00b0C). Dazu fielen durchschnittliche 55&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(55&nbsp;l\/m\u00b2) Niederschlag. Mit einer auffallend hohen Sonnenscheindauer von rund 225 Stunden (148 Stunden) war der Freistaat das sonnenscheinreichste Bundesland.&nbsp; &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Th\u00fcringen:<\/strong>&nbsp;Im L\u00e4ndervergleich war Th\u00fcringen mit 14,5&nbsp;\u00b0C&nbsp;(12,8&nbsp;\u00b0C) verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig k\u00fchl. Die Niederschlagsmenge betrug 45&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(51&nbsp;l\/m\u00b2). Mit 215 Stunden (143 Stunden) zeigte sich die Sonne im zweitsonnigsten Bundesland ungew\u00f6hnlich h\u00e4ufig.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nordrhein-Westfahlen:<\/strong>&nbsp;In NRW datierten die Meteorologen 14,9&nbsp;\u00b0C&nbsp;(13,6&nbsp;\u00b0C) und trockene 50&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(67&nbsp;l\/m\u00b2). Die Sonne schien sehr oft und zeigte sich in der Bilanz 200 Stunden (135 Stunden).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hessen<\/strong>: Hessen meldete eine Temperatur von 14,9&nbsp;\u00b0C&nbsp;(13,2&nbsp;\u00b0C) und rund 210 Sonnenstunden (142 Stunden). Damit d\u00fcrfte das Jahr 2020 nach 1959 f\u00fcr den zweitsonnigsten September in Hessen seit Messbeginn sorgen. Mit 30&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;Niederschlag fiel im zweittrockensten Bundesland die H\u00e4lfte des zu erwartenden Solls (57&nbsp;l\/m\u00b2).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Rheinland-Pfalz<\/strong>: Mit 15,8&nbsp;\u00b0C&nbsp;(13,5&nbsp;\u00b0C) war Rheinland-Pfalz eine warme Region. In Trier-Petrisberg wurde am 15. mit 34,8&nbsp;\u00b0C&nbsp;die deutschlandweit h\u00f6chste Temperatur im September 2020 gemessen. Mit rund 45 lm\/\u00b2 (60&nbsp;l\/m\u00b2) blieb es weiterhin zu trocken. Die Sonne schien 200 Stunden (151 Stunden).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Saarland<\/strong>: Hier, in der vergleichsweise zweitw\u00e4rmsten Region, ermittelte der&nbsp;DWD&nbsp;eine Temperatur von 15,9&nbsp;\u00b0C&nbsp;(13,7&nbsp;\u00b0C), gut 60&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(70&nbsp;l\/m\u00b2) Niederschlag und rund 190 Sonnenstunden (158 Stunden). Am 15. wurde es nochmal richtig hei\u00df. Saarbr\u00fccken-Burbach meldete mit 34,1&nbsp;\u00b0C&nbsp;einen neuen Monatsrekord f\u00fcr das kleinste Fl\u00e4chenland.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Baden-W\u00fcrttemberg:<\/strong>&nbsp;In Baden-W\u00fcrttemberg erfassten die Wetterstationen des&nbsp;DWD&nbsp;15,1&nbsp;\u00b0C(13,3&nbsp;\u00b0C). Entlang des Rheins wurden nochmal bis zu 18 Sommertage registriert. Die deutschlandweit tiefste Temperatur trat am 28. in Messstetten mit -2,0&nbsp;\u00b0C&nbsp;auf. Dazu blieb es mit rund 50&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(70&nbsp;l\/m\u00b2) verbreitet zu trocken. Nur der Schwarzwald stach mit deutlich h\u00f6heren Niederschlagsmengen von teils \u00fcber 100&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;hervor. Hier kam es zwischen dem 24. und 26. nicht nur zu st\u00e4rkeren Regenf\u00e4llen, auch winterlich wurde es kurzzeitig oberhalb von 1000 Metern. Die bundesweit h\u00f6chste Tagessumme wurde am 26. in Baiersbronn-Ruhestein, s\u00fcdlich von Baden-Baden, mit 107&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;erfasst. Die Sonne schien in Baden-W\u00fcrttemberg rund 205 Stunden (166 Stunden).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bayern<\/strong>: Der Freistaat war mit 14,3&nbsp;\u00b0C&nbsp;(12,8&nbsp;\u00b0C) das zweitk\u00fchlste und mit rund 65&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(72&nbsp;l\/m\u00b2) das nasseste Bundesland. Am niederschlagsreichsten waren die Alpen mit \u00fcber 150&nbsp;l\/m\u00b2. In Ruhpolding-Seehaus, Chiemgauer Alpen, wurden sogar \u00fcber 200&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;gemessen. Am 25. sank mit einsetzenden kr\u00e4ftigen Niederschl\u00e4gen und zur\u00fcckgehenden Temperaturen die Schneefallgrenze auf 1000 Meter. Auf der Zugspitze und dem Nebelhorn gab es am 26. sogar 70&nbsp;cm&nbsp;Neuschnee. Die Sonne schien in Bayern gut 205 Stunden (160 Stunden). Quelle DWD<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Offenbach, 29. September 2020\u00a0\u2013 Der September 2020 verw\u00f6hnte die Bundesb\u00fcrger wochenlang mit sonnigem und warmem Outdoor-Wetter. 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