{"id":278,"date":"2020-09-14T12:31:14","date_gmt":"2020-09-14T10:31:14","guid":{"rendered":"http:\/\/pferdegruenland.de\/?p=278"},"modified":"2021-05-18T16:04:06","modified_gmt":"2021-05-18T14:04:06","slug":"strategien-osmoregulation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pferdegruenland.de\/?p=278","title":{"rendered":"Strategien: Osmoregulation"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Mongolei-7050324-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-281\" srcset=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Mongolei-7050324-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Mongolei-7050324-300x225.jpg 300w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Mongolei-7050324-768x576.jpg 768w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Mongolei-7050324-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Mongolei-7050324-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 706px) 89vw, (max-width: 767px) 82vw, 740px\" \/><figcaption>In der Mongolischen Steppe regnet es oft monatelang nicht. Wasser finden die Pferde nur an Grundwasserquellen. Durch eine hohe Kalium- und Calciumversorgung sind die Steppengr\u00e4ser trockenresistenter als bei uns in Mitteleuropa.  <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Osmoregulation ist die F\u00e4higkeit einer Zelle, die Konzentration an Wirkstoffen und Wasser zu regeln und zu kontrollieren. Normalerweise gleichen sich Konzentrationen in einem Fl\u00fcssigkeitsraum immer aus. Folglich kann eigentlich weder der N\u00e4hrstoffgehalt als auch der Wassergehalt einer Pflanzenzelle h\u00f6her oder niedriger als der im Boden sein, denn die Pflanze ist mit ihren Zellen \u00fcber die Wurzeln direkt mit dem Boden verbunden. Pflanzenzelle und Boden ist ein Fl\u00fcssigkeitsraum. Wenn Pflanzen nicht in der Lage w\u00e4ren, ihren N\u00e4hrstoff- und Wassergehalt ihn ihren Zellen entgegen der Bodenkonzentration zu steuern, dann w\u00e4ren sie v\u00f6llig vom vorhandenen Boden abh\u00e4ngig. Dem ist nicht so, denn durch eine hohe Konzentration von Kalium und Calcium sind Pflanzen in der Lage, mehr N\u00e4hrstoffe und mehr Wasser als im Boden in ihren Zellen zu speichern. Die Steuerung der Konzentration erfolgt in beide Richtungen. Bei einem \u00dcberangebot an N\u00e4hrstoffen und Wasser verhindert die Osmoregulation  zu hohen N\u00e4hrstoffenkonzentrationen und Wassergehalte in der Zelle. Deshalb wird die Pflanze nicht nur trockenresistenter, sondern auch frostfester, weil die Pflanzenzellen nicht durch Frostsprengung gesch\u00e4digt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch eine ausreichende Ionenkonzentration, besonders von K<sup>+<\/sup>, Ca<sup>2+<\/sup> und H<sup>+<\/sup> (Proton) in ihren Zellen, ist eine Pflanze gegen\u00fcber Trockenstress resistenter, da sie bei Trockenheit des Bodens ihr Zellwasser samt N\u00e4hrstoffen besser h\u00e4lt und nicht an den trockeneren Boden abgeben muss. <\/p>\n\n\n\n<p>Eine Bodenprobe in der Mongolischen Steppe ergab, dass die B\u00f6den besonders reich an Calcium und Kalium sind, weil hier wenig Niederschl\u00e4ge f\u00fcr nur geringe Auswaschungen f\u00fchren. Somit sind die Steppengr\u00e4ser in der Lage, aktiv im Austausch von H<sup>+<\/sup> und HCO<sub>3<\/sub><sup>&#8211;<\/sup> , gewonnen aus der Photosynthese, reichlich K<sup>+<\/sup> und Ca<sup>2+<\/sup> entgegen der N\u00e4hrstoffkonzentration im Boden aufzunehmen. Eine D\u00fcngung dieser N\u00e4hrstoffe ist nicht notwendig. Durch die optimalen Wasser- und N\u00e4hrstoffgehalte in der Zelle sind die Pflanzen der Steppe trocken- und frostresistenter. Eigenschaften, die in der Steppe lebensnotwendig sind. In der Steppe nutzen die Pflanzen auch noch andere Mechanismen, den Trockenstress zu minimieren, wie Verh\u00e4ltnis Wurzelmasse zu Bl\u00e4ttern, wenig Blattmasse, Drehen der Spalt\u00f6ffnunfen aus Sonne und Wind, usw.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die m\u00f6gliche Strategie<\/strong>: Da wir in Deutschland in vielen Regionen immer \u00f6fter ein Steppenklima durch den Klimawandel registrieren, <strong>k\u00f6nnte<\/strong> eine ausreichende oder erh\u00f6hte Kalium- und Calciumversorgung der Gr\u00fcnlandb\u00f6den die Gr\u00e4ser besser gegen Trockenstress zu sch\u00fctzen. Das w\u00fcrde bedeuten, die derzeitigen D\u00fcngeempfehlungen der Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalten (LUFA) einzuhalten oder sogar um eine Stufe (+20%) zu erh\u00f6hen. Die LUFA registriert derzeit eher geringere als \u00fcberh\u00f6hte Versorgungsstufen beider N\u00e4hrstoffe beim Pferdegr\u00fcnland. Betriebe mit vergleichbaren Gr\u00fcnlandfl\u00e4chen k\u00f6nnten einmal versuchen, eine Parzelle entsprechend den derzeitigen Empfehlungen der LUFA mit Calcium und Kalium zu d\u00fcngen und die Vergleichsfl\u00e4che mit 20% zu &#8222;\u00fcberd\u00fcngen&#8220;. Nur so kann die Frage beantwortet werden, ob f\u00fcr diesen Standort eine Erh\u00f6hung der Calcium- und Kaliumd\u00fcngung das Gr\u00fcnland trockenresistenter machen kann. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Osmoregulation ist die F\u00e4higkeit einer Zelle, die Konzentration an Wirkstoffen und Wasser zu regeln und zu kontrollieren. 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