{"id":2012,"date":"2023-12-29T16:55:15","date_gmt":"2023-12-29T15:55:15","guid":{"rendered":"https:\/\/pferdegruenland.de\/?p=2012"},"modified":"2023-12-29T19:02:20","modified_gmt":"2023-12-29T18:02:20","slug":"beobachtungen-zum-klimawandel-deutschlandwetter-im-dezember-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pferdegruenland.de\/?p=2012","title":{"rendered":"Beobachtungen zum Klimawandel: Deutschlandwetter im Dezember 2023"},"content":{"rendered":"\n<p>Warm, Regen, Schnee, Hochwasser und kaum Sonne<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"679\" src=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IMG_4364-1024x679.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2013\" srcset=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IMG_4364-1024x679.jpeg 1024w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IMG_4364-300x199.jpeg 300w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IMG_4364-768x509.jpeg 768w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IMG_4364-1536x1019.jpeg 1536w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IMG_4364-2048x1359.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 706px) 89vw, (max-width: 767px) 82vw, 740px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Offenbach, 29. Dezember 2023<\/em>&nbsp;\u2013 Der Dezember 2023 war der 15. in Folge mit auffallend hohen Temperaturen und wird voraussichtlich zu den acht w\u00e4rmsten Weihnachtsmonaten seit 1881 geh\u00f6ren. Diese positive Abweichung konnten auch die winterlichen Bedingungen im ersten Monatsdrittel nicht ausgleichen. Durch bemerkenswert hohe Niederschlagsmengen wird der Dezember 2023 wohl zu den nassesten zehn Monaten seit 1881 geh\u00f6ren. In den feuchten Gebieten des Nordwestens war eine fast schon vollst\u00e4ndige Abwesenheit der Sonneneinstrahlung zu verzeichnen, w\u00e4hrend im \u00e4u\u00dfersten S\u00fcden eine \u00fcberdurchschnittlich hohe Stundensumme ermittelt werden konnte, so der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nach winterlichem Start deutlicher Temperaturanstieg mit sehr milden Festtagen<\/strong><br>Das Mittel der Lufttemperatur lag im Dezember 2023 mit 3,9 Grad Celsius (\u00b0C) um 3,1 Grad \u00fcber dem Wert der international g\u00fcltigen Referenzperiode 1961 bis 1990 (0,8&nbsp;\u00b0C). Im Vergleich zur aktuellen und w\u00e4rmeren Vergleichsperiode 1991 bis 2020 (1,8&nbsp;\u00b0C) betrug die Abweichung 2,1 Grad. Der Weihnachtsmonat begann winterlich mit landesweiten Nachtfr\u00f6sten und sogar sehr strengen Fr\u00f6sten im S\u00fcdosten. Gottfrieding, Niederbayern, meldete am 3. mit -18,9&nbsp;\u00b0C&nbsp;den bundesweiten Tiefstwert. Ab dem zweiten Adventswochenende setzte sich mildere Luft durch. An Weihnachten wurde es fast fr\u00fchlingshaft mild. Das im Berchtesgadener Land gelegene Piding verzeichnete zur sp\u00e4ten Stunde am Heiligen Abend mit F\u00f6hnunterst\u00fctzung sogar 16,9&nbsp;\u00b0C. Es war der H\u00f6chstwert im Dezember 2023.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Extrem nass mit Rekordmengen in der n\u00f6rdlichen Mitte und Weihnachtshochwasser<\/strong><br>Im Dezember fielen mit ungew\u00f6hnlich hohen 114 Litern pro Quadratmeter (l\/m\u00b2) knapp 63 Prozent mehr Niederschlag, als in der Referenzperiode 1961 bis 1990 (70&nbsp;l\/m\u00b2). Im Vergleich zu 1991 bis 2020 erreichte das Plus rund 60 Prozent des Solls (71&nbsp;l\/m\u00b2). Niedersachsen und Sachsen-Anhalt verzeichneten wohl den nassesten Weihnachtsmonat seit Messbeginn. Besonders in den zentralen Mittelgebirgen und im Schwarzwald gingen teils \u00fcber 300&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;nieder. Ab den Festtagen kam es vielerorts zu Hochwasserwellen mit gro\u00dfen \u00dcberflutungen insbesondere in Niedersachsen, Th\u00fcringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen. Vergleichsweise niederschlags\u00e4rmere Regionen waren im Dezember mitunter am Oberrhein mit Mengen um 50&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;zu finden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IMG_4383-1024x768.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2014\" srcset=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IMG_4383-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IMG_4383-300x225.jpeg 300w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IMG_4383-768x576.jpeg 768w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IMG_4383-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IMG_4383-2048x1536.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 706px) 89vw, (max-width: 767px) 82vw, 740px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Bis auf den S\u00fcden ein verbreitet sehr tr\u00fcber Dezembermonat<\/strong><br>Mit rund 33 Stunden verfehlte die Sonnenscheindauer im Dezember ihr Soll von 38 Stunden (Periode 1961 bis 1990) um rund 15 Prozent. Im Vergleich zu 1991 bis 2020 (42 Stunden) betrug die negative Abweichung fast 30 Prozent. Bis zu 80 Stunden schien die Sonne im Alpenvorland. Weite Teile Niedersachsens meldeten dagegen keine 10 Stunden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das Wetter in den Bundesl\u00e4ndern im Dezember 2023<\/strong><br>(In Klammern finden Sie die vielj\u00e4hrigen Mittelwerte der internationalen Referenzperiode 1961-1990. Der Vergleich aktueller mit diesen vielj\u00e4hrigen Werten erm\u00f6glicht eine Einsch\u00e4tzung des l\u00e4ngerfristigen Klimawandels)<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"623\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/4fc756b0-41ee-4e19-82a2-9f8d420984c6-623x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2031\" srcset=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/4fc756b0-41ee-4e19-82a2-9f8d420984c6-623x1024.jpg 623w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/4fc756b0-41ee-4e19-82a2-9f8d420984c6-182x300.jpg 182w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/4fc756b0-41ee-4e19-82a2-9f8d420984c6-768x1263.jpg 768w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/4fc756b0-41ee-4e19-82a2-9f8d420984c6.jpg 828w\" sizes=\"auto, (max-width: 623px) 100vw, 623px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Baden-W\u00fcrttemberg:<\/strong>&nbsp;In der ersten Dezemberdekade zeigten sich der Schwarzwald und die Schw\u00e4bische Alb tief winterlich. Nach dem zweiten Adventswochenende wurden aber am Rhein bereits wieder \u00fcber 14&nbsp;\u00b0C&nbsp;gemessen. Mild blieb es auch \u00fcber Weihnachten und zum Jahreswechsel. Der letzte Monat 2023 endete demnach mit extrem hohen 4,2&nbsp;\u00b0C&nbsp;(0,3&nbsp;\u00b0C) und nassen 110&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(82&nbsp;l\/m\u00b2). Im Schwarzwald fielen teils \u00fcber 300&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;Niederschlag. An bis zu 21 Tagen blieb dieser in den h\u00f6heren Lagen noch als Schnee liegen. Rund 50 Stunden (45 Stunden) schien die Dezembersonne im S\u00fcdwesten, der vergleichsweise sonnigsten Region.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IMG_1582-768x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2015\" srcset=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IMG_1582-768x1024.jpeg 768w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IMG_1582-225x300.jpeg 225w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IMG_1582-1152x1536.jpeg 1152w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IMG_1582-1536x2048.jpeg 1536w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IMG_1582-scaled.jpeg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 706px) 89vw, (max-width: 767px) 82vw, 740px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Bayern:<\/strong>&nbsp;Der Dezember war im Freistaat mit 2,9 (-0,6&nbsp;\u00b0C) deutlich zu mild. Das im Berchtesgadener Land gelegene Piding meldete zur sp\u00e4ten Stunde am Heiligen Abend mit F\u00f6hnunterst\u00fctzung 16,9&nbsp;\u00b0C. Es war die bundesweit h\u00f6chste Dezembertemperatur. Bevor es aber \u00fcber Weihnachten fast fr\u00fchlingshaft wurde, herrschten in der ersten Dezemberdekade bayernweit winterliche Bedingungen. In den ersten Monatstagen hatte sich \u00fcber den S\u00fcdosten sogar eine teils \u00fcber 50&nbsp;cmm\u00e4chtige Schneedecke gelegt. Der Bahn- und Flugverkehr wurde lahmgelegt. Es kam zu zahlreichen Unf\u00e4llen. \u00dcber Schnee meldete Gottfrieding in Niederbayern am 3. mit -18,9&nbsp;\u00b0C&nbsp;den bundesweiten Tiefstwert. Baldiges Tauwetter und zeitweise ergiebiger Dauerregen, mit der h\u00f6chsten Tagessumme von 78,3&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;am 23. in Saldenburg-Entschenreuth im Bayerischen Wald, sorgte vor allem an und in den Regionen n\u00f6rdlich der Donau zu Hochwasserwellen. In Summe brachte der Dezember 2023 in der Fl\u00e4che 120&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(76&nbsp;l\/m\u00b2). Die Sonne zeigte sich in den letzten 31 Tagen leicht \u00fcberdurchschnittliche 50 Stunden (44 Stunden). Im Alpenvorland wurden sogar bis zu 80 Stunden gemessen. Damit war Bayern im Vergleich das zweitsonnigste und auch k\u00fchlste Bundesland.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Berlin:<\/strong>&nbsp;In der Hauptstadt endete der winterliche Dezemberauftakt in einem windigen, nassen und milden Witterungsverlauf. An Weihnachten wurden mit \u00fcber 12&nbsp;\u00b0C&nbsp;die h\u00f6chsten Temperaturen gemessen. Der Weihnachtsmonat verabschiedete sich mit einem sehr milden Durchschnitt von 3,9&nbsp;\u00b0C&nbsp;(1,2&nbsp;\u00b0C) und extrem nassen 121&nbsp;l\/m\u00b2, was mehr als dem Doppelten des Mittelwertes von 53&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;entsprach. Die Sonne kam rund 30 Stunden (35 Stunden) zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Brandenburg:<\/strong>&nbsp;Der sich zum Ende hin mit 3,6&nbsp;\u00b0C&nbsp;(0,9&nbsp;\u00b0C) als sehr milder Dezember entpuppende Weihnachtsmonat startete mit strengen Fr\u00f6sten von unter minus 10&nbsp;\u00b0Cund in der ersten Monatsdekade auch recht verschneit. Am 1. ging das Quecksilber in Heckelberg, M\u00e4rkisch-Oderland, auf -14,8&nbsp;\u00b0C&nbsp;zur\u00fcck. Mildere Luftmassen, gepaart mit Wind und Regen, dominierten aber den weiteren Witterungsverlauf. So kamen extrem nasse 95&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(50&nbsp;l\/m\u00b2) Niederschlag zusammen. Nur rund 25 Stunden (36 Stunden) schien die Sonne.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IMG_1603-768x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2016\" srcset=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IMG_1603-768x1024.jpeg 768w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IMG_1603-225x300.jpeg 225w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IMG_1603-1152x1536.jpeg 1152w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IMG_1603-1536x2048.jpeg 1536w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IMG_1603-scaled.jpeg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 706px) 89vw, (max-width: 767px) 82vw, 740px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Bremen:<\/strong>&nbsp;Am ersten Adventswochenende pr\u00e4gten noch winterliche Bedingungen das Wetter, Weihnachten wurde dann bei milden und nassen 13&nbsp;\u00b0C&nbsp;gefeiert. Der Dezember endete mit einem deutlich zu hohem Dezembermittel von 5,1&nbsp;\u00b0C&nbsp;(2,2&nbsp;\u00b0C) und niederschlagsreichen 130&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(64&nbsp;l\/m\u00b2). Im Gegensatz dazu kam die Sonnenscheindauer nur auf magere 13 Stunden (33 Stunden). Bremen war damit das zweitmildeste und sonnenschein\u00e4rmste Bundesland.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hamburg:<\/strong>&nbsp;Trotz winterlichem Start mit Schnee und Frost wurde der letzte Monat 2023 in Hamburg mit 4,7&nbsp;\u00b0C&nbsp;(2,0&nbsp;\u00b0C) sp\u00fcrbar zu mild. An Weihnachten stiegen die H\u00f6chstwerte sogar auf \u00fcber 12&nbsp;\u00b0C. Zuvor, am 22., brachte Tief \u201eZoltan\u201c eine schwere Sturmflut in die Hafenmetropole. Auff\u00e4llig auch war die Niederschlagsbilanz mit der doppelten Menge von 140&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;gegen\u00fcber dem Mittel (70&nbsp;l\/m\u00b2). Nur rund 15 Stunden (31 Stunden) schien die Sonne.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hessen:<\/strong>&nbsp;Hessen meldete im Dezember 2023 sehr milde 4,2&nbsp;\u00b0C&nbsp;(0,8&nbsp;\u00b0C) und eine magere Sonnenscheinausbeute von 20 Stunden (32 Stunden). Am Abend des 21. behinderten Sturmb\u00f6en von Tief \u201eZoltan\u201c und umgeworfene B\u00e4ume den Luft- und Schienenverkehr. Die festliche Stimmung \u00fcber Weihnachten wurde vor allem in Mittel- und Nordhessen durch eine angespannte Hochwassersituation getr\u00fcbt: Kaum \u00fcberraschend bei den sehr hohen Niederschlagsmengen von 100&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(77&nbsp;l\/m\u00b2).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mecklenburg-Vorpommern:<\/strong>\u00a0Tiefverschneit mit anf\u00e4nglichen strengen Fr\u00f6sten, vor allem in der Mecklenburgischen Seenplatte, zeigte sich die erste Dezemberdekade. Der winterlichen Witterung wurde jedoch mit rascher Milderung, begleitet von Regen und Wind, ein schnelles Ende gesetzt. Am 21.\/22. wehten Sturm- und an den K\u00fcsten auch Orkanb\u00f6en. Das Weihnachtsfest gestaltete sich beinahe fr\u00fchlingshaft mit teils \u00fcber 12\u00a0\u00b0C. Bis zum Monatsfinale erreichte die Dezembertemperatur im Mittel dann milde 3,5\u00a0\u00b0C\u00a0(1,1\u00a0\u00b0C). Die Niederschlagsmenge betrug 75\u00a0l\/m\u00b2\u00a0(52\u00a0l\/m\u00b2), womit der Nordosten auf Platz eins der \u201etrockensten\u201c Bundesl\u00e4nder landen d\u00fcrfte. Zur\u00fcckhaltend schien die Sonne mit 20 Stunden (37 Stunden).<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IMG_2733.heic\" alt=\"\" class=\"wp-image-2033\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Niedersachsen:<\/strong>&nbsp;In Niedersachsen begann der 4,9&nbsp;\u00b0C&nbsp;(1,9&nbsp;\u00b0C) milde Weihnachtsmonat mit einem Wintereinbruch, welcher bereits Ende November seinen Anlauf nahm. Im Weserbergland, Harz, aber auch k\u00fcstennah, lagen zweitweise 10 bis \u00fcber 20&nbsp;cm&nbsp;Schnee. Mit dem zweiten Adventswochenende stiegen die Temperaturen: Tauwetter und ergiebige Regenf\u00e4lle f\u00fchrten in der Folge zu immer weiter steigenden Flusspegeln. Am 21.\/22. tobten an der K\u00fcste auch Orkanb\u00f6en. 140&nbsp;km\/h&nbsp;wurden auf der ostfriesischen Insel Spiekeroog festgehalten. \u00dcber Weihnachten versch\u00e4rfte sich dann die Hochwasserlage an der Weser und im s\u00fcdlichen Niedersachsen weiter. Verbreitet wurde die Meldestufe 3 erreicht. An den vollgelaufenen Talsperren mussten die \u00dcberlastungs\u00fcberl\u00e4ufe ge\u00f6ffnet werden. In der Fl\u00e4che fielen im letzten Monat des Jahres rund 155&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(70&nbsp;l\/m\u00b2). In Braunlage erreichten die Mengen \u00fcber 385&nbsp;l\/m\u00b2. Niedersachsen war im Vergleich das zweitnasseste und mit nur 15 Sonnenstunden (32 Stunden) auch ein sehr tr\u00fcbes Bundesland.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nordrhein-Westfalen:<\/strong>&nbsp;Im Weihnachtsmonat platzierte sich NRW mit 5,5&nbsp;\u00b0C&nbsp;(2,3&nbsp;\u00b0C) als mildestes und mit extrem hohen Mengen von 165&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(88&nbsp;l\/m\u00b2) auch als nassestes Bundesland. Im Sauerland, aber auch am Teutoburger Wald, fielen im Dezemberverlauf sogar \u00f6rtlich \u00fcber 300&nbsp;l\/m\u00b2. An Weihnachten und danach herrschte vor allem im M\u00fcnsterland, Ostwestfalen und im n\u00f6rdlichen Ruhrgebiet eine angespannte Hochwassersituation. Nur 25 Stunden (37 Stunden) schien die Sonne.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Rheinland-Pfalz:<\/strong>&nbsp;In Rheinland-Pfalz verlief der Dezember 2023 mit 4,6&nbsp;\u00b0C&nbsp;(1,3&nbsp;\u00b0C) deutlich zu mild und mit 90&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(76&nbsp;l\/m\u00b2) auch zu nass. Dennoch z\u00e4hlte das Bundesland zu den \u201etrockeneren\u201c Regionen. Am Abend des 21. sorgte Sturmtief \u201eZoltan\u201c f\u00fcr Stromausf\u00e4lle und entwurzelte B\u00e4ume. Die Sonne brachte es im letzten Monat auf nur 28 Stunden (38 Stunden).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Saarland:<\/strong>&nbsp;Das kleinste Fl\u00e4chenland erfasste im Dezember 2023 sehr milde 4,9&nbsp;\u00b0C(1,5&nbsp;\u00b0C) und nasse 127&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(98&nbsp;l\/m\u00b2). W\u00e4hrend demnach 30 Prozent mehr Niederschlag fiel, kam die Sonne mit 24 Stunden (40 Stunden) etwa 40 Prozent weniger zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sachsen:<\/strong>&nbsp;Nach verbreitet winterlichem Beginn, zogen sich Schnee und Frost im Verlauf der ersten Dezemberwoche rasch ins Bergland zur\u00fcck. Am Heiligen Abend lagen auf dem Fichtelberg vor\u00fcbergehend sogar \u00fcber 100&nbsp;cm&nbsp;Schnee. An Weihnachten selbst setzte aber auch gleichzeitig massives Tauwetter ein mit einer nachfolgenden angespannten Hochwasserlage vor allem an der Elbe. Die Niederschlagsbilanz des Monats endete mit extrem nassen 110&nbsp;l\/m\u00b2, was einem Plus von etwa 85 Prozent gegen\u00fcber dem Klimawert (60&nbsp;l\/m\u00b2) entsprach. Die Sonne zeigte sich im 3,4&nbsp;\u00b0C&nbsp;(0,3&nbsp;\u00b0C) milden Dezember mit 30 Stunden (41 Stunden) etwa ein Drittel seltener.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sachsen-Anhalt:<\/strong>&nbsp;Im 4,2&nbsp;\u00b0C&nbsp;(1,2&nbsp;\u00b0C) milden Dezember 2023 f\u00fchrte Sturm \u201eZoltan\u201c am Abend des 21. n\u00f6rdlich von Magdeburg zu Stromausf\u00e4llen. Auch kam es verbreitet wegen umgest\u00fcrzter B\u00e4um zu Behinderungen im Zugverkehr. Neben Sturm sorgten vor allem aber auch die Niederschl\u00e4ge f\u00fcr Aufsehen. So fielen im Monatsverlauf mit 105&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;mehr als das Doppelte des Dezembersolls (47&nbsp;l\/m\u00b2). Im Harz wurden \u00fcber 300&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;registriert. Es war wohl der landesweit niederschlagsreichste Dezember seit Messbeginn. In Kombination mit Tauwetter kam es vor allem an und nach Weihnachten zu deutlich steigenden Flusspegeln. Um das Hochwasser im Raum Magdeburg abzumildern, wurde mittels \u00d6ffnung des Pretziener Wehrs etwa ein Drittel des Elbwassers um die Landeshauptstadt herumgeleitet. 30 Stunden (36 Stunden) gl\u00e4nzte die Dezembersonne \u00fcber Sachsen-Anhalt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IMG_4223-1024x768.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2017\" srcset=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IMG_4223-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IMG_4223-300x225.jpeg 300w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IMG_4223-768x576.jpeg 768w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IMG_4223-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IMG_4223-2048x1536.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 706px) 89vw, (max-width: 767px) 82vw, 740px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Schleswig-Holstein:<\/strong>&nbsp;Der Weihnachtsmonat, der im \u00e4u\u00dfersten Norden mit einem Mittel von 4,1&nbsp;\u00b0C&nbsp;(1,8&nbsp;\u00b0C) zu mild ausfiel, hatte in der ersten Dekade noch Schnee und Eis mit im Gep\u00e4ck. Vielerorts lag eine \u00fcber 10 bis streckenweise mehr als 20&nbsp;cmhohe Decke der wei\u00dfen Pracht. \u00dcber dem Schnee traten anfangs sogar noch strenge Fr\u00f6ste von unter -10&nbsp;\u00b0C&nbsp;auf. Leck, Nordfriesland, hatte am 2. einen Tiefstwert von -13,5&nbsp;\u00b0C&nbsp;dokumentiert. Anschlie\u00dfend wurde es wieder milder, nasser und windiger. Am 21.\/22. erreichten B\u00f6en vor allem an den K\u00fcsten schwere Sturm- und Orkanst\u00e4rke. In den letzten 31 Tagen fielen in der Fl\u00e4che nasse 110&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(73&nbsp;l\/m\u00b2). Die Sonne schien im \u00e4u\u00dfersten Norden nur 20 Stunden (35 Stunden).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Th\u00fcringen:<\/strong>&nbsp;Im Dezember 2023 schlug der winterliche Auftakt mit Schnee und m\u00e4\u00dfigen Fr\u00f6sten schnell in eine milde und nasse Witterung um. An Weihnachten stiegen die Temperaturen auf \u00f6rtlich \u00fcber 12&nbsp;\u00b0C&nbsp;(z.B.&nbsp;Jena mit 12,9&nbsp;\u00b0C&nbsp;am 24.). Die Festtage wurden auch von ergiebigen Niederschl\u00e4gen und Tauwetter begleitet, was zu erh\u00f6hten Wasserst\u00e4nden und Hochwasser f\u00fchrte. Bis zum Monatsfinale fielen in Th\u00fcringen 95&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(64&nbsp;l\/m\u00b2), ein Plus von rund 55 Prozent. Im Th\u00fcringer Wald wurden \u00f6rtlich bis zu 300&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;verzeichnet. Bundeslandweit wurden bei im Mittel ungew\u00f6hnlich milden 3,7&nbsp;\u00b0C&nbsp;(0,0&nbsp;\u00b0C) rund 28 Sonnenstunden (36 Stunden) gez\u00e4hlt.<\/p>\n\n\n\n<p>Quelle: Deutscher Wetterdienst DWD, Fotos: Privat<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warm, Regen, Schnee, Hochwasser und kaum Sonne Offenbach, 29. Dezember 2023&nbsp;\u2013 Der Dezember 2023 war der 15. in Folge mit auffallend hohen Temperaturen und wird voraussichtlich zu den acht w\u00e4rmsten Weihnachtsmonaten seit 1881 geh\u00f6ren. Diese positive Abweichung konnten auch die winterlichen Bedingungen im ersten Monatsdrittel nicht ausgleichen. 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