{"id":180,"date":"2020-08-24T12:51:16","date_gmt":"2020-08-24T10:51:16","guid":{"rendered":"http:\/\/pferdegruenland.de\/?p=180"},"modified":"2021-05-18T16:12:19","modified_gmt":"2021-05-18T14:12:19","slug":"aus-extrem-wurde-normal-sommer-in-deutschland-der-schweiz-und-oesterreich-immer-heisser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pferdegruenland.de\/?p=180","title":{"rendered":"Beobachtungen zum Klimawandel: Aus extrem wurde normal: Sommer in Deutschland, der Schweiz und \u00d6sterreich immer hei\u00dfer"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Pressemitteilung des Deutschen Wetterdienstes, 02.07.2020<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eine der deutlichsten Auswirkungen des Klimawandels ist die stetige Erw\u00e4rmung. In den Sommern f\u00fchrt das zu einer deutlichen Zunahme von Hitzewellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auswertungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD), des Bundesamts f\u00fcr Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz und der Zentralanstalt f\u00fcr Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) zeigen, dass die Sommer in allen Regionen und in allen H\u00f6henlagen deutlich hei\u00dfer geworden sind. Was fr\u00fcher ein extrem hei\u00dfer Sommer war, ist heute ein durchschnittlicher Sommer. Selbst die k\u00fchlsten Sommer der letzten 25 Jahre blieben meist deutlich \u00fcber dem langj\u00e4hrigen Durchschnitt vor 1990.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDeutschland, die Schweiz und \u00d6sterreich stehen im Bereich Klimawandel vor \u00e4hnlichen Herausforderungen, daher arbeiten MeteoSchweiz, die Zentralanstalt f\u00fcr Meteorologie und der Deutsche Wetterdienst in vielen Bereichen eng zusammen\u201c, sagt Prof. Dr. Gerhard Adrian, Pr\u00e4sident des&nbsp;DWD. \u201eIn den Sommern sind vor allem die zunehmende Hitzebelastung, D\u00fcrre, Starkregen und Waldbrandgefahr ein Thema sowie die Gletscherschmelze und das Tauen des Permafrosts in den Alpen. Die Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels k\u00f6nnen wir nur effektiv bek\u00e4mpfen, wenn wir \u00fcber die Grenzen von Staaten und Fachgebieten hinweg zusammenarbeiten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>In den letzten Jahren zahlreiche Rekordsommer<\/strong><br>In den letzten 40 Jahren zeichnet sich ein Trend zunehmender Hitze-Extrema ab. Die j\u00fcngste Vergangenheit brachte in Deutschland, der Schweiz und \u00d6sterreich fast durchwegs Sommer im Rekordbereich. Die drei hei\u00dfesten Sommer der Messgeschichte waren alle in den 2000er-Jahren: In der Schweiz und in \u00d6sterreich sind das die Sommer 2003, 2015, 2019, in Deutschland die Sommer 2003, 2018 und 2019. F\u00fcr die Gesundheit besonders relevant sind die immer h\u00e4ufigeren und l\u00e4ngeren Hitzewellen sowie die immer geringere Abk\u00fchlung in den N\u00e4chten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><strong>Die w\u00e4rmsten Sommer der Messgeschichte<\/strong><\/td><\/tr><tr><td><strong>Platzierung<\/strong><\/td><td><strong>Deutschland<\/strong><br>(Messreihe seit 1881)<\/td><td><strong>Schweiz<\/strong><br>(Messreihe seit 1864)<\/td><td><strong>\u00d6sterreich<\/strong><br>(Messreihe seit 1767)<\/td><\/tr><tr><td><strong>1.<\/strong><\/td><td>2003<\/td><td>2003<\/td><td>2003<\/td><\/tr><tr><td><strong>2.<\/strong><\/td><td>2018<\/td><td>2015<\/td><td>2019<\/td><\/tr><tr><td><strong>3.<\/strong><\/td><td>2019<\/td><td>2019<\/td><td>2015<\/td><\/tr><tr><td><strong>4.<\/strong><\/td><td>1947<\/td><td>2018<\/td><td>2017<\/td><\/tr><tr><td><strong>5.<\/strong><\/td><td>1994<\/td><td>2017<\/td><td>2018<\/td><\/tr><tr><td><strong>6.<\/strong><\/td><td>2015<\/td><td>1994<\/td><td>1992<\/td><\/tr><tr><td><strong>7.<\/strong><\/td><td>1983<\/td><td>1947<\/td><td>1811<\/td><\/tr><tr><td><strong>8.<\/strong><\/td><td>1992<\/td><td>2012<\/td><td>2012<\/td><\/tr><tr><td><strong>9.<\/strong><\/td><td>2006<\/td><td>1983<\/td><td>1994<\/td><\/tr><tr><td><strong>10.<\/strong><\/td><td>2002<\/td><td>1950<\/td><td>2013<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Neues Sommerklima: aus extrem wird normal<\/strong><br>Der Sommer ist in der Schweiz, in Deutschland und \u00d6sterreich ab den 1990er-Jahren massiv w\u00e4rmer geworden. Dabei f\u00e4llt ein drastisches Ph\u00e4nomen auf: Die Temperatur der extremsten Sommer vor dem Jahr 1990 ist in den letzten 30 Jahren zum Durchschnitt eines Sommers geworden. Was fr\u00fcher ein extrem heisser Sommer war, ist heute ein normaler (durchschnittlicher) Sommer. Selbst die k\u00fchlsten Sommer der letzten 25 Jahre blieben meist deutlich \u00fcber dem langj\u00e4hrigen Durchschnitt vor 1990.<\/p>\n\n\n\n<p>In \u00d6sterreich war beispielsweise der Sommer 2014 ein f\u00fcr das aktuelle Klima durchschnittlicher Sommer. Vor 1990 w\u00e4re er einer der 15 w\u00e4rmsten Sommer der Messgeschichte gewesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Entwicklung setzt sich mit sehr gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit in den n\u00e4chsten Jahrzehnten fort. Bei weltweit unver\u00e4ndertem Aussto\u00df von Treibhausgasen werden Sommer, die heute f\u00fcr uns extrem hei\u00df sind, Ende des Jahrhunderts der Normalfall sein. Die \u201eAusrei\u00dfer\u201c einzelner Hitzesommer werden dann noch extremer sein als heute.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hei\u00dfe Tage immer h\u00e4ufiger, auch in h\u00f6heren Lagen<\/strong><br>Ein Indikator f\u00fcr die Zunahme von Hitze ist die Zahl der Tage mit mindestens 30&nbsp;\u00b0C&nbsp;(\u201eHei\u00dfe Tage\u201c oder \u201eHitzetage\u201c). Die Zahl der Hitzetage ist in Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegen, und hat sich zum Beispiel in Berlin und Wien in etwa verdoppelt. Selbst in Lagen oberhalb von 1000 Meter Seeh\u00f6he wurden Temperaturen \u00fcber 30&nbsp;\u00b0C&nbsp;immer h\u00e4ufiger.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Beispiele f\u00fcr die Zunahme der Tage mit mindestens 30&nbsp;\u00b0C<\/strong><br>Im Schweizer Mittelland waren Hitzetage in der Referenzperiode 1961-1990 noch eine seltene Erscheinung. Am Messstandort Bern-Zollikofen wurden im Mittel 3 Hitzetage pro Jahr registriert, im Zeitraum 1990-2019 lag der Durchschnitt bei 9 Tagen pro Jahr. Das Maximum mit 29 Hitzetagen wurde in Bern im Jahr 2003 erreicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf einer H\u00f6he von rund 1000 Meter Seeh\u00f6he gab es in der Schweiz fr\u00fcher nur vereinzelt Hitzetage. Zum Beispiel gab es im Zeitraum der 30 Jahre der Klimareferenzperiode 1961 bis 1990 in Chateau d\u2018Oex (1028&nbsp;m&nbsp;Seeh\u00f6he) nur zwei Jahre mit Temperaturen \u00fcber 30&nbsp;\u00b0C: 1983 (6 Hitzetage) und 1984 (1 Hitzetag). Der Zeitraum von 1990 bis 2019 brachte hingegen 19 Jahre mit Temperaturen \u00fcber 30&nbsp;\u00b0C, die meisten 2003 (11 Hitzetage) und 2015 (8 Hitzetage).<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c4hnliches gilt f\u00fcr Deutschland und \u00d6sterreich:<br>In Berlin\/Brandenburg hat die Zahl der Hitzetage von fr\u00fcher durchschnittlich 6,5 pro Jahr (Klimaperiode 1961-1990) auf mittlerweile 11,5 Tage zugenommen (1990-2019).<\/p>\n\n\n\n<p>In \u00d6sterreich registrierte die ZAMG in Seefeld auf rund 1200 Meter Seeh\u00f6he im Zeitraum 1961 bis 1990 nur in f\u00fcnf Jahren H\u00f6chsttemperaturen mit mindestens 30&nbsp;\u00b0C&nbsp;(durchschnittlich 0,3 Hitzetage pro Jahr). Im Zeitraum 1990 bis 2019 gab es in Seefeld in 13 Jahren zumindest einen Hitzetag (durchschnittlich 0,6 pro Jahr).<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><strong>Entwicklung der hei\u00dfen Tage in der Vergangenheit<\/strong>(durchschnittliche Zahl der Tage mit mindestens 30&nbsp;\u00b0C pro Jahr)<\/td><\/tr><tr><td>&nbsp;<\/td><td><strong>Zeitraum 1961-1990<\/strong><\/td><td><strong>Zeitraum 1990-2019<\/strong><\/td><td><strong>Rekord<\/strong><\/td><\/tr><tr><td>Berlin\/Brandenburg (D)&nbsp;<\/td><td>6,5 Hitzetage pro Jahr<\/td><td>11,5 Hitzetage pro Jahr<\/td><td>28 Hitzetage (2018)<\/td><\/tr><tr><td>Frankfurt am Main(D, 112&nbsp;m)<\/td><td>8,7 Hitzetage pro Jahr<\/td><td>16,3 Hitzetage pro Jahr<\/td><td>43 Tage (2018)<\/td><\/tr><tr><td>Wien Hohe Warte (A)<\/td><td>10 Hitzetage pro Jahr<\/td><td>21 Hitzetage pro Jahr<\/td><td>42 Hitzetage im Jahr 2015<\/td><\/tr><tr><td>Seefeld<br>(A,&nbsp; 1198&nbsp;m)<\/td><td>0,3 Hitzetage pro Jahr<\/td><td>1 Hitzetag pro Jahr<\/td><td>8 Hitzetage im Jahr 2013<\/td><\/tr><tr><td>Bern-Zollikofen (CH)<\/td><td>3 Hitzetage pro Jahr<\/td><td>9 Hitzetage pro Jahr<\/td><td>29 Hitzetage im Jahr 2003<\/td><\/tr><tr><td>Chateau d\u2018Oex (CH, 1028&nbsp;m)<\/td><td>0,2 Hitzetage pro Jahr<\/td><td>2 Hitzetage pro Jahr<\/td><td>11 Hitzetage im Jahr 2003<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Konsequenter Klimaschutz wirkt deutlich<\/strong><br>In den n\u00e4chsten Jahrzehnten ist bei einem weltweit unver\u00e4nderten Aussto\u00df von Treibhausgasen (\u201eung\u00fcnstigstes\u201c oder \u201eworst-case-\u201c Szenario, RCP 8.5) eine weitere deutliche Zunahme der Hitzetage in Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz zu erwarten. Bei Einhaltung der Pariser Klimaziele (RCP 2.6) k\u00f6nnte sich die Entwicklung der Hitzetage in den n\u00e4chsten Jahrzehnten auf dem aktuell hohen Niveau stabilisieren. Die Bandbreite der Klimamodelle (von-bis) ist dabei ein Hinweis auf die Unsicherheit der Berechnungen.<\/p>\n\n\n\n<p>An der Messstation Bern-Zollikofen sind im worst-case-Szenario gegen Ende des Jahrhunderts&nbsp;ca.&nbsp;30 bis 60 Hitzetage pro Jahr zu erwarten. Konsequenter globaler Klimaschutz (Einhaltung der Pariser Klimaziele, RCP 2.6) w\u00fcrde die Zunahme auf etwa 10 bis 20 Hitzetage pro Jahr eingrenzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Gebiet von Berlin und Brandenburg sind beim Klimaschutz-Szenario (RCP 2.6) Ende des Jahrhunderts 10 bis 16 Hei\u00dfe Tage pro Jahr zu erwarten, im worst-case Szenario dagegen muss man mit 21 bis 35 Hitzetagen im Jahr rechnen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><strong>M\u00f6gliche Entwicklung der Hitzetage bis Ende des Jahrhunderts<\/strong><br>(durchschnittliche Zahl der Tage mit mindestens 30&nbsp;\u00b0C pro Jahr)<\/td><\/tr><tr><td>&nbsp;<\/td><td><strong>Unver\u00e4nderter Aussto\u00df von Treibhausgasen<\/strong><br><strong>(worst-case- Szenario, RCP 8.5)<\/strong><\/td><td><strong>Konsequenter Klimaschutz<\/strong><br><strong>(Einhaltung der Pariser Klimaziele, RCP 2.6)<\/strong><\/td><\/tr><tr><td>(Berlin, D)<\/td><td>ca.&nbsp;20-35 Hitzetage pro Jahr<br>(Klimaperiode 2071-2100)<\/td><td>ca.&nbsp;10-16 Hitzetage pro Jahr<br>(Klimaperiode 2071-2100)<\/td><\/tr><tr><td>(Wien Hohe Warte, A)<\/td><td>ca.&nbsp; 30-73 Hitzetage pro Jahr<br>(Klimaperiode 2071-2100)<\/td><td>ca.&nbsp;12-25 Hitzetage pro Jahr<br>(Klimaperiode 2071-2100)<\/td><\/tr><tr><td>Bern-Zollikofen (CH)<\/td><td>ca.&nbsp;30-60 Hitzetage pro Jahr<br>(um das Jahr 2085)<\/td><td>ca.&nbsp;10-20 Hitzetage pro Jahr<br>(um das Jahr 2085)<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Hitzewellen werden h\u00e4ufiger<\/strong><br>Hitzewellen sind in Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz in den letzten Jahrzehnten h\u00e4ufiger und l\u00e4nger geworden.<br><br>Hitzewellen lassen sich unterschiedlich definieren. Eine M\u00f6glichkeit, um sehr extreme und lange Hitzewellen zu analysieren, ist folgende Definition: Eine Serie von mindestens 14 Tagen, an denen der Durchschnitt der t\u00e4glichen H\u00f6chsttemperatur mindestens 30&nbsp;\u00b0C&nbsp;betr\u00e4gt.<br><br>Nach dieser Definition waren markante lange Hitzewellen in Deutschland, der Schweiz und \u00d6sterreich vor dem Jahr 1990 relativ selten (siehe Grafik unten). In den letzten Jahren wurden sie immer h\u00e4ufiger und kommen in vielen gro\u00dfen St\u00e4dten mittlerweile ungef\u00e4hr alle zwei bis vier Jahre vor, zum Beispiel in Wien, Klagenfurt, Innsbruck, Genf, Lugano, Basel, M\u00fcnchen und Frankfurt\/Main. Selbst das relativ weit im Norden liegende Berlin erlebte seit der Jahrtausendwende bereits die vierte dieser markanten Hitzewellen.<br><br><strong>Belastung durch sehr warme N\u00e4chte<\/strong><br>Hitzewellen haben besonders in St\u00e4dten eine gro\u00dfe Auswirkung auf die Gesundheit der Bev\u00f6lkerung. Eine Ursache daf\u00fcr ist auch, dass es in den N\u00e4chten weniger abk\u00fchlt als auf dem Land und daher zum Beispiel die Belastung f\u00fcr das Herz-Kreislaufsystem sehr hoch ist.<br><br>Die Zahl der Tropenn\u00e4chte (Tiefstwert nicht unter 20&nbsp;\u00b0C) hat in den letzten Jahrzehnten in Deutschland, der Schweiz und \u00d6sterreich deutlich zugenommen. Dieser Trend d\u00fcrfte sich in den n\u00e4chsten Jahren fortsetzen.<br><br><strong>Tropenn\u00e4chte: Beispiel Schweiz<\/strong><br>Tropenn\u00e4chte wurden vor allem im S\u00fcden der Schweiz deutlich h\u00e4ufiger. Vor dem Jahr 2000 bewegte sich die maximale Zahl der Tropenn\u00e4chte meist bei 5 und nur selten bei 10 oder mehr. Seither liegt die Zahl meist zwischen 10 und 20. Die Tendenz ist in den letzten Jahren eindeutig steigend.&nbsp;<br><br>N\u00f6rdlich der Alpen traten in der Schweiz Tropenn\u00e4chte vor dem Jahr 2000 an den klassischen Messstandorten au\u00dferhalb der Stadtzentren nur vereinzelt auf. Seither gab es mehrere Sommer mit \u00fcber 3 Tropenn\u00e4chten. In den Extremsommern 2003 und 2015 lagen die Werte lokal auch zwischen 6 und 15.&nbsp;<br><br>Messungen im Stadtzentrum von Z\u00fcrich lieferten f\u00fcr die Extremsommer 2003 und 2015 20 bis 30 Tropenn\u00e4chte.<br><br><strong>Tropenn\u00e4chte: Beispiel Wien<\/strong><br>In Wien gab es im Zeitraum 1971-2000 durchschnittlich ein bis zwei Tropenn\u00e4chte pro Jahr, im Zeitraum 1981-2019 waren es durchschnittlich vier Tropenn\u00e4chte pro Jahr. Der Rekord an der Wetterstation Wien Hohe Warte liegt bei 23 Tropenn\u00e4chten im Jahr 2015, an der Wetterstation Wien Innere Stadt bei 41 Tropenn\u00e4chte in den Jahren 2018 und 2019.<br><br><strong>Tropenn\u00e4chte: Beispiel Frankfurt<\/strong><br>In Deutschland waren Tropenn\u00e4chte bis in die 1990er Jahre ausgesprochen seltene Ereignisse. Zum Beispiel wurde im Bundesland Hessen im Zeitraum 1961-1990&nbsp;ca.&nbsp;alle f\u00fcnf Jahre eine Tropennacht registriert. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts werden immer h\u00e4ufiger Tiefsttemperaturen nicht unter 20&nbsp;\u00b0C&nbsp;gemessen. In Frankfurt am Main etwa, wo durch die dichte st\u00e4dtische Bebauung eine Abk\u00fchlung in der Nacht zus\u00e4tzliche gest\u00f6rt wird, wurden im Jahr 2015 acht, im Jahr 2018 sechs und im Jahr 2019 vier Tropenn\u00e4chte gez\u00e4hlt.<br><br><strong>Erw\u00e4rmung verst\u00e4rkt D\u00fcrreperioden<\/strong><br>Bei der Entstehung von D\u00fcrreperioden spielt neben dem Niederschlag auch die Temperatur eine gro\u00dfe Rolle. Je w\u00e4rmer es ist, desto mehr Feuchtigkeit verdunstet aus dem Boden. Au\u00dferdem verl\u00e4ngern h\u00f6here Temperaturen die Vegetationszeit und somit die Zeit, in der Pflanzen dem Boden Wasser entnehmen.<br><br>Untersuchungen f\u00fcr Deutschland zeigen eine Abnahme der Bodenfeuchte im Fr\u00fchling und im Sommer. In \u00d6sterreich hat sich die klimatische Wasserbilanz im Sommerhalbjahr besonders im Osten und Norden des Landes zu trockeneren Verh\u00e4ltnissen verschoben.<br><br>In der Schweiz zeigen Messungen in Bern, dass die letzten 12 Jahre w\u00e4hrend der Vegetationsperiode allesamt trockener waren als im langj\u00e4hrigen Durchschnitt. Das ist einzigartig in dieser Messreihe seit 1864. Die anhaltende und oft ausgepr\u00e4gte Sommertrockenheit der letzten Jahre ist offenbar eine typische Folge der zunehmend hei\u00dferen und verdunstungsintensiveren Sommer in der Schweiz.<br><br><strong>Gletscher schmelzen, Nullgradgrenze steigt<\/strong><br>Die stetige Erw\u00e4rmung wirkt sich auch deutlich im Gebirge aus. Zwei Beispiele:<br>\u00d6sterreichs Gletscher haben seit dem letzten Maximalstand der Alpengletscher im Jahr 1850 (letzter H\u00f6hepunkt der sogenannten \u201ekleinen Eiszeit\u201c) knapp 60 Prozent an Fl\u00e4che verloren.<br><br>In der Schweiz betrug die mittlere H\u00f6he der Nullgradgrenze im Sommer (JJA) in der Referenzperiode 1961-1990 noch knapp 3350 Meter. Im Zeitraum 1959-2019 stieg sie um durchschnittlich 93 Meter pro 10 Jahre und erreicht heute regelm\u00e4\u00dfig Werte um 3800 Meter Seeh\u00f6he.<br><br><strong>Waldbrandgefahr steigt<\/strong><br>Durch die Klimaerw\u00e4rmung steigt die Gefahr von Wald- und Flurbr\u00e4nden. In Deutschland hat die von Waldbrand betroffene Fl\u00e4che im Zeitraum 1991 bis 2017 signifikant zugenommen (DAS Monitoringbericht, 2019). Bei einem weiter fortschreitenden Klimawandel ist zu erwarten, dass sich die Zahl der Tage mit hoher bis sehr hoher Waldbrandgefahr weiter erh\u00f6hen wird.<br><br><strong>Seen und Fl\u00fcsse werden w\u00e4rmer<\/strong><br>Auch die Seen und Fl\u00fcsse werden immer w\u00e4rmer und die Zusammensetzung der darin lebenden Tiere und Pflanzen \u00e4ndert sich. Eine Studie der ZAMG f\u00fcr zw\u00f6lf Seen in \u00d6sterreich zeigt, dass die Wassertemperaturen seit 1880 gestiegen sind, am st\u00e4rksten seit den 1980er-Jahren im Fr\u00fchling und im Sommer (bis zu 2 Grad Erw\u00e4rmung).<br><br>Nach einer Studie aus Deutschland (KLIWAS, 2015), an der der&nbsp;DWD&nbsp;beteiligt war, ist es wahrscheinlich, dass bis zum Ende des 21. Jahrhunderts die Flusswassertemperaturen um 1 bis 2&nbsp;\u00b0C&nbsp;steigen werden. In Kombination mit h\u00e4ufigeren Niedrigwasserst\u00e4nden in den Sommermonaten hat dies vielfache Auswirkungen auf die Fluss\u00f6kologie, Binnenschifffahrt und Energiewirtschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Abbildung: Markante Hitzewellen, mit einer Serie von mindestens 14 Tagen, an denen der Durchschnitt der t\u00e4glichen H\u00f6chsttemperatur mindestens 30&nbsp;\u00b0C&nbsp;betr\u00e4gt, wurden in Deutschland, der Schweiz und \u00d6sterreich seit den 1990er-Jahren deutlich h\u00e4ufiger. Quelle:&nbsp;DWD<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"480\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Hitzeperioden-480x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-181\" srcset=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Hitzeperioden-480x1024.png 480w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Hitzeperioden-141x300.png 141w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Hitzeperioden.png 670w\" sizes=\"auto, (max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><figcaption>Abbildung: Markante Hitzewellen, mit einer Serie von mindestens 14 Tagen, an denen der Durchschnitt der t\u00e4glichen H\u00f6chsttemperatur mindestens 30&nbsp;\u00b0C&nbsp;betr\u00e4gt, wurden in Deutschland, der Schweiz und \u00d6sterreich seit den 1990er-Jahren deutlich h\u00e4ufiger. 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Auswertungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD), des Bundesamts f\u00fcr Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz und der Zentralanstalt f\u00fcr Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) zeigen, dass die Sommer in allen Regionen und in &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/?p=180\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eBeobachtungen zum Klimawandel: Aus extrem wurde normal: Sommer in Deutschland, der Schweiz und \u00d6sterreich immer hei\u00dfer\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[115],"tags":[441,7,442,437,438,440,439],"class_list":["post-180","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-beobachtungen-zum-klimawandel","tag-auswirkungen-des-klimawandels","tag-beobachtungen-zum-klimawandel","tag-rekordsommer","tag-sommer-2020","tag-sommer-deutschland","tag-sommer-oesterreich","tag-sommer-schweiz"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/pferdegruenland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/180","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/pferdegruenland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/pferdegruenland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/pferdegruenland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/pferdegruenland.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=180"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/pferdegruenland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/180\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":953,"href":"https:\/\/pferdegruenland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/180\/revisions\/953"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/pferdegruenland.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=180"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/pferdegruenland.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=180"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/pferdegruenland.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=180"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}