{"id":1589,"date":"2022-12-31T13:03:38","date_gmt":"2022-12-31T12:03:38","guid":{"rendered":"https:\/\/pferdegruenland.de\/?p=1589"},"modified":"2023-05-30T21:25:03","modified_gmt":"2023-05-30T19:25:03","slug":"beobachtungen-zum-klimawandel-deutschlandwetter-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pferdegruenland.de\/?p=1589","title":{"rendered":"Beobachtungen zum Klimawandel: Deutschlandwetter 2022"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Deutschland erlebt eines der zwei w\u00e4rmsten Jahre und einen Sonnenscheinrekord<\/strong> <\/h2>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Schietwetter im Norden? Vorurteil! Die Jahresniederschl\u00e4ge der einzelnen Bundesl\u00e4nder geben eine eindeutige Antwort.<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/IMG_4364-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1591\" srcset=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/IMG_4364-768x1024.jpg 768w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/IMG_4364-225x300.jpg 225w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/IMG_4364-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/IMG_4364-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/IMG_4364-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 706px) 89vw, (max-width: 767px) 82vw, 740px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Urlaub super &#8211; Grasertrag miserabel<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Offenbach, 30. Dezember 2022<\/em>&nbsp;\u2013 Deutschland erlebte 2022 ein au\u00dfergew\u00f6hnliches Wetterjahr. Der Temperaturrekord des Jahres 2018 von 10,5 Grad Celsius wurde zumindest eingestellt. Erst die abschlie\u00dfende Auswertung aller Stationsdaten des nationalen Wetterdienstes Anfang Januar wird zeigen, ob 2022 das w\u00e4rmste Jahr seit Messbeginn war. Einen neuen Rekord gab es bei der Sonnenscheindauer. Mit einem Niederschlagsdefizit von etwa 15 Prozent waren die vergangenen zw\u00f6lf Monate hierzulande sehr trocken. Auch beim Trend der Jahresmitteltemperatur gab es mit dem warmen Jahr 2022 einen weiteren Anstieg: Seit 1881 ist es in Deutschland inzwischen 1,7 Grad w\u00e4rmer geworden. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 1,6 Grad. Tobias Fuchs, Vorstand Klima und Umwelt des Deutschen Wetterdienstes (DWD): \u201eDas rekordwarme Jahr 2022 sollte f\u00fcr uns alle ein erneuter Ansporn sein, beim Klimaschutz endlich vom Reden zum Handeln zu kommen. Wir haben es bisher nicht geschafft, wirkungsvoll auf die Treibhausgasbremse zu treten. Die Erderw\u00e4rmung schreitet nahezu ungebremst voran.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mehrere Hitzewellen im Juni und Juli<\/strong><br>Im Jahr 2022 waren alle Monate im Vergleich zum Mittel der Referenzperiode 1961-1990 zu warm. Der August war im vielj\u00e4hrigen Vergleich der Zweitw\u00e4rmste und der Oktober mit 2001 sogar der W\u00e4rmste entsprechende Monat. Insgesamt ergab sich nach&nbsp;DWD-Berechnungen eine Jahresmitteltemperatur von 10,5 Grad Celsius (\u00b0C). 2022 liegt damit um 2,3 Grad \u00fcber dem Wert der international g\u00fcltigen Referenzperiode 1961 &#8211; 1990. Im Vergleich zur aktuellen und w\u00e4rmeren Vergleichsperiode 1991 &#8211; 2020 betrug die Abweichung +1,2 Grad. Damit war 2022 neben 2018 vorl\u00e4ufig das w\u00e4rmste Jahr seit Messbeginn. Platz 1 ist laut&nbsp;DWD&nbsp;nach Auswertung aller Daten noch m\u00f6glich. Mehrere intensive Hitzewellen im Juni und Juli f\u00fchrten europaweit zu Temperaturrekorden. Die deutschlandweit h\u00f6chste Tagestemperatur stammt ungew\u00f6hnlicherweise aus dem Norden des Landes. Am 20. Juli wurde in Hamburg-Neuwiedenthal ein neuer Stationsrekord von 40,1&nbsp;\u00b0C&nbsp;festgehalten. Den Jahrestiefstwert meldete Heinersreuth-Vollhof, Landkreis Bayreuth, am 18. Dezember mit -19,3&nbsp;\u00b0C.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Februar und September ordentlich nass, Sommer hingegen erheblich zu trocken<\/strong><br>Das sommerliche Niederschlagsloch, das ein Minus von gut 40 Prozent im Vergleich zur Referenzperiode 1961 -1990 erreichte, f\u00fchrte zu der geringsten Bodenfeuchte unter Gras seit 1961. Flankiert wurde diese Trockenphase allerdings von den deutlich zu nassen Monaten Februar und September. Im Jahresverlauf fielen im Deutschlandmittel rund 670 Liter pro Quadratmeter (l\/m\u00b2). Das war ein Minus von etwa 15 Prozent verglichen mit der Referenzperiode 1961 &#8211; 1990 (789&nbsp;l\/m\u00b2). \u00c4hnlich fiel der Vergleich mit der Periode 1991 &#8211; 2020 (791&nbsp;l\/m\u00b2) aus. Die h\u00f6chste Tagessumme wurde in Babenhausen im Unterallg\u00e4u am 19. August mit 112,1&nbsp;l\/m\u00b2gemessen. An den Alpen prasselten in den vergangenen zw\u00f6lf Monaten 1500 bis 2000&nbsp;l\/m\u00b2nieder. Im Nordosten gingen gleichzeitig die Mengen auf unter 500&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/IMG_2120-768x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1592\" srcset=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/IMG_2120-768x1024.jpeg 768w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/IMG_2120-225x300.jpeg 225w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/IMG_2120-1152x1536.jpeg 1152w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/IMG_2120-1536x2048.jpeg 1536w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/IMG_2120-scaled.jpeg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 706px) 89vw, (max-width: 767px) 82vw, 740px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">D\u00fclmener Pferde im Fr\u00fchjahr 2022<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Mit etwa 2025 Sonnenstunden sonnigstes Jahr seit Messbeginn<\/strong><br>2022 schien die Sonne im bundesweiten Mittel rund 2025 Stunden und lag damit etwa 30 Prozent \u00fcber dem Referenzwert der Periode 1961 &#8211; 1990 (1544 Stunden). Im Vergleich zu 1991 &#8211; 2020 (1665 Stunden) betrug die positive Abweichung gut ein F\u00fcnftel. Im S\u00fcdwesten schien die Sonne sogar \u00fcber 2300 Stunden, in den \u00f6stlichen Mittelgebirgen zeigte sie sich mit unter 1800 Stunden vergleichsweise seltener.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das Wetter in den Bundesl\u00e4ndern im Jahr 2022<\/strong><br>(In Klammern finden Sie die vielj\u00e4hrigen Mittelwerte der internationalen Referenzperiode 1961-1990. Der Vergleich aktueller mit diesen vielj\u00e4hrigen Werten erm\u00f6glicht eine Einsch\u00e4tzung des l\u00e4ngerfristigen Klimawandels)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Baden-W\u00fcrttemberg:<\/strong>&nbsp;Das Jahr 2022 begann mit einem viel zu milden Winter, in dem sich K\u00e4lte und Schnee ins h\u00f6here Bergland zur\u00fcckzogen und dann vom sonnigsten M\u00e4rz seit Messbeginn abgebaut wurden. Am 12. April meldete Baden-W\u00fcrttemberg als Vorreiter den ersten Sommertag der Republik, im Mai wurde dann auch die 30&nbsp;\u00b0C-Marke geknackt. Prompt schloss sich dann nach 2003 der zweitw\u00e4rmste Sommer und nach einem bereits ziemlich herbstlichen September der w\u00e4rmste Oktober an. Dieser katapultierte mit dem sehr milden November den diesj\u00e4hrigen Herbst auf Platz 2 der W\u00e4rmsten. Richtig eisig und winterlich wurde nur die erste Dezemberh\u00e4lfte. So erlebte Baden-W\u00fcrttemberg 2022 mit 10,9&nbsp;\u00b0C&nbsp;(8,1&nbsp;\u00b0C) das w\u00e4rmste Jahr seit Messbeginn. Auch die Sonnenscheindauer erreichte mit 2185 Stunden (1607 Stunden) einen neuen Rekordwert. Die Jahresniederschlagsmenge betrug 810&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(980&nbsp;l\/m\u00b2). Im L\u00e4ndervergleich war Baden-W\u00fcrttemberg 2022 das sonnigste Bundesland.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bayern:<\/strong>&nbsp;Auch der Freistaat blickt mit einem Temperaturmittel von 10,1&nbsp;\u00b0C&nbsp;(7,5&nbsp;\u00b0C) auf das w\u00e4rmste Jahr seit Messbeginn zur\u00fcck. Schon der Winter war sehr mild und Schneefall eher ein Berglandph\u00e4nomen. An den sonnigsten M\u00e4rz kn\u00fcpfte der zweitsonnigste und auch zweitw\u00e4rmste Sommer an. Rekordwarm wurde auch der Oktober und eisig die erste Dezemberh\u00e4lfte. In Heinersreuth-Vollhof, Landkreis Bayreuth, wurde infolge dessen am 18.12. mit -19,3&nbsp;\u00b0C&nbsp;der deutschlandweit tiefste Jahreswert ermittelt. Insgesamt fielen im abgelaufenen Jahr 778&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(941&nbsp;l\/m\u00b2) Fl\u00e4chenniederschlag. Die Alpen kamen sogar auf \u00fcber 1500&nbsp;l\/m\u00b2. Babenhausen im Unterallg\u00e4u erreichte am 19. August mit 112,1&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;den bundesweit h\u00f6chstes Tagesniederschlag. Bayern war im L\u00e4ndervergleich ein relativ nasses Bundesland, in dem die Sonne dennoch mit rund 2020 Stunden (1595 Stunden) au\u00dfergew\u00f6hnlich schien.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/IMG_2007-1024x768.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1593\" srcset=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/IMG_2007-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/IMG_2007-300x225.jpeg 300w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/IMG_2007-768x576.jpeg 768w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/IMG_2007-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/IMG_2007-2048x1536.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 706px) 89vw, (max-width: 767px) 82vw, 740px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Das Bodenwasser ist komplett verdunstet: der Boden rei\u00dft und zeigt die typischen Trockenrisse<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Berlin:<\/strong>&nbsp;In der Hauptstadt zeigte sich das Jahr 2022 mit 11,2&nbsp;\u00b0C&nbsp;(9,1&nbsp;\u00b0C) nicht nur ungew\u00f6hnlich warm, sondern mit 403&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(573&nbsp;l\/m\u00b2) auch viel zu trocken. So lie\u00df Berlin als niederschlags\u00e4rmste Region alle anderen Bundesl\u00e4nder weit hinter sich. Die Sonne schien in den 2045 Stunden (1635 Stunden). Der M\u00e4rz brachte sogar einen neuen Sonnenscheinrekord. Im November gab es einen Frostschock und im Dezember sogar 11 Tage Dauerfrost. \u00c4u\u00dfert mild ging es dann in das neue Jahr.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Brandenburg:<\/strong>&nbsp;Nach einem sehr milden Winter und dem sonnigsten M\u00e4rz machte besonders der diesj\u00e4hrige Sommer Schlagzeilen. Trockenheit, Hitze und Waldbr\u00e4nde waren die pr\u00e4gendsten Ereignisse. Am 19. Juni befand sich der S\u00fcden in den H\u00e4nden sengender Hei\u00dfluft. Cottbus meldete extreme 39,2&nbsp;\u00b0C&nbsp;und damit einen neuen Junirekord f\u00fcr Brandenburg. Eisig wurde es dann kurz im November und f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit im Dezember, wo im Mittel an 10 Tagen Dauerfrost beobachtet wurde. In der Jahresbilanz war 2022 mit 10,6&nbsp;\u00b0C&nbsp;(8,7&nbsp;\u00b0C) in Brandenburg ungew\u00f6hnlich warm. Deutlich zur\u00fcck blieb die Niederschlagsausbeute mit 430&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(557&nbsp;l\/m\u00b2). Brandenburg war die zweittrockenste Region in Deutschland. Die Sonnenscheindauer lag bei 2017 Stunden (1634 Stunden).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bremen:<\/strong>&nbsp;Der viel zu milde Winter hatte Mitte Februar brachte eine Serie von Sturm- und Orkantiefs: Bremerhaven meldete am 18.2. B\u00f6en bis zu 126,0&nbsp;km\/h. Darauf folgte der sonnigste M\u00e4rz und am 20. Juli trat in Bremerhaven mit 35,9&nbsp;\u00b0C&nbsp;sogar ein neuer Temperaturrekord auf. Frostig wurde es im Dezember. Am 17.12. sackte das Quecksilber auf unter -10&nbsp;\u00b0C. Im Ergebnis sorgte das Jahr 2022 f\u00fcr eine Mitteltemperatur von 11,0&nbsp;\u00b0C&nbsp;(8,9&nbsp;\u00b0C), 674&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(726&nbsp;l\/m\u00b2) Niederschlag und 1985 Stunden (1474 Stunden) Sonnenschein.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hamburg:<\/strong>&nbsp;Die Hafenmetropole meldete im Wetterjahr 2022 den sonnigsten M\u00e4rz und am 20. Juli in Hamburg-Neuwiedenthal mit 40,1&nbsp;\u00b0C&nbsp;einen neuen Altzeitrekord. Erstaunlich daran ist, dass dieser so weit im Norden gleichzeitig den deutschlandweit h\u00f6chsten Jahreswert markiert. An den sehr warmen Sommer schloss ein \u00e4u\u00dferst milder und sonniger Herbst an. In der zweiten Dezemberdekade wurde es auch mal richtig eisig. Teilweise ging es auf knapp minus 10&nbsp;\u00b0Czur\u00fcck. Am Ende standen f\u00fcr das Jahr 2022 viel zu warme 11,0&nbsp;\u00b0C&nbsp;(8,8&nbsp;\u00b0C), 675&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(750&nbsp;l\/m\u00b2) und sonnige 1985 Stunden (1507 Stunden) auf dem Zettel.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hessen:<\/strong>&nbsp;Das mit 10,7&nbsp;\u00b0C&nbsp;(8,2&nbsp;\u00b0C) w\u00e4rmste Jahr seit Messbeginn enthielt in Hessen auch den sonnigsten M\u00e4rz und an einigen Orten Rekordschneef\u00e4lle im April. Die Monate Juni, Juli und August entfachten einen Dauersommer, der vertrocknete Landschaften sowie verbrannte W\u00e4lder und Felder zur\u00fccklie\u00df. Nach dem sonnigsten und trockensten Sommer seit 1881 brachte der September den langersehnten Niederschlag. Der Oktober 2022 wurde neben 2001 zum W\u00e4rmsten gek\u00fcrt. Erst in der zweiten Dezemberdekade fielen die Temperaturen massiv in den Keller. Ergebnis: eine Woche Dauerfrost. Im Bergland blieb die Temperatur teils zwei Wochen unter Null Grad. Die kleine Eiszeit endete mit einer markanten Glatteisregenlage und der Jahreswechsel erfolgte rekordmild. Unter dem Strich waren die vergangenen zw\u00f6lf Monate mit 655&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(793&nbsp;l\/m\u00b2) deutlich zu trocken. Die Sonnenscheindauer stellte mit 2025 Stunden (1459 Stunden) einen neuen Rekord auf.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mecklenburg-Vorpommern:<\/strong>&nbsp;Im Nordosten war das Jahr 2022 mit 10,1&nbsp;\u00b0C&nbsp;(8,2&nbsp;\u00b0C) au\u00dfergew\u00f6hnlich warm und mit 2015 Stunden (1648 Stunden) ausgesprochen sonnig. Rekordsonnenschein spendierte der M\u00e4rz. Der 20. Juli war ein Tag mit neuen landesweiten Hitzerekorden. Boizenburg, 50&nbsp;km&nbsp;s\u00fcdwestlich von Schwerin, stand mit 39,4&nbsp;\u00b0C&nbsp;ganz oben auf<br>dem Hitzetreppchen und selbst an der K\u00fcste gab es teils \u00fcber 38&nbsp;\u00b0C. Neben 2006 folgte der w\u00e4rmste Oktober. In der zweiten Dezemberdekade gab es Dauerfrost mit strengen Nachtfr\u00f6sten. An Weihnachten und zum Jahreswechsel geh\u00f6rte die kurze Winterepisode aber der Vergangenheit an. In der sehr trockenen Region fielen im Jahresverlauf 481&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(595&nbsp;l\/m\u00b2).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Niedersachsen:<\/strong>&nbsp;Im zweitgr\u00f6\u00dften Fl\u00e4chenland erreichte die Jahresmitteltemperatur ungew\u00f6hnliche 10,7&nbsp;\u00b0C&nbsp;(8,6&nbsp;\u00b0C). Dazu fielen 635&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(746&nbsp;l\/m\u00b2). Mitte Februar fegten St\u00fcrme \u00fcber die Region und produzierten teils schwere Orkanb\u00f6en an den K\u00fcsten. Ruhe und Rekordsonnenschein schenkte der M\u00e4rz. Hei\u00df wurde es im Juli, als am 20.7. in Barsinghausen-Hohenbostel, 20&nbsp;km&nbsp;westlich von Hannover, mit 40,0&nbsp;\u00b0C&nbsp;sogar ein neuer Bundeslandrekord aufgestellt wurde. Anschlie\u00dfend setzte der drittw\u00e4rmste Herbst nach, ehe in der zweiten Dezemberdekade V\u00e4terchen Frost die Muskeln spielen lie\u00df. Im ganzen Jahr kam die Sonne rund 1940 Stunden (1456 Stunden) zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nordrhein-Westfalen:<\/strong>&nbsp;In NRW verabschiedete sich das Wetterjahr 2022 mit 11,2&nbsp;\u00b0C&nbsp;(9,0&nbsp;\u00b0C) rekordwarm. Auch die Sonnenscheindauer stand mit 1984 Stunden (1440 Stunden) an der Spitze. Besonders der sonnige M\u00e4rz stellte alles bisher Bekannte in den Schatten. Ende der zweiten Maidekade wurden die ersten hei\u00dfen Tage des Jahres gemessen. Der darauffolgende Sommer war erschreckend trocken und der Herbst ungew\u00f6hnlich warm. In der zweiten Dezemberdekade gab es strenge Fr\u00f6ste, die mit gef\u00e4hrlichem Glatteisregen verbunden waren. In Nordrhein-Westfalen fiel ein Jahresniederschlag von 737&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(875&nbsp;l\/m\u00b2).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Rheinland-Pfalz:<\/strong>&nbsp;2022 war mit 11,2&nbsp;\u00b0C&nbsp;(8,6&nbsp;\u00b0C) vor Ort das w\u00e4rmste Jahr. Die Sonne schien 2095 Stunden (1507 Stunden). Der M\u00e4rz gl\u00e4nzte mit einer Rekordsonnenscheindauer und der Sommer war der zweitw\u00e4rmste und trockenste. Der September bescherte der Flora und Fauna wohltuenden Niederschlag und sorgte so f\u00fcr eine deutliche Entspannung in der vorangegangenen D\u00fcrre. An den w\u00e4rmsten Oktober seit Messbeginn h\u00e4ngte sich ein viel zu milder November. Die Niederschlagsmenge betrug 2022 rund 685&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(807&nbsp;l\/m\u00b2).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Saarland:<\/strong>&nbsp;Auch die Saarl\u00e4nder erlebten mit 11,6&nbsp;\u00b0C&nbsp;(8,9&nbsp;\u00b0C) das w\u00e4rmste Jahr seit Aufzeichnungsbeginn und konnten 2140 Stunden (1571 Stunden) Sonnenschein messen. Verantwortlich daf\u00fcr waren der sonnigste M\u00e4rz sowie der zweitw\u00e4rmste und gleichzeitig sonnigste Sommer. Dieser ging auch als historisch trocken in die Geschichtsb\u00fccher ein. Auffallend nass wurde dann der September, an den sich der w\u00e4rmste Oktober nahtlos anschloss. Im November wurde es turbulent und gef\u00e4hrlich, als am Nachmittag des 17. November ein Tornado unter anderem in Remmesweiler, Urexweiler und Dirmingen schwere Sch\u00e4den anrichtete. Sch\u00e4tzungen zufolge wurden Windgeschwindigkeiten um 180&nbsp;km\/h&nbsp;erreicht. In der zweiten Dezemberdekade etablierte sich eine markante Dauerfrostlage mit finalem Glatteisregen. Das Jahr 2022 brachte insgesamt 850&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(944&nbsp;l\/m\u00b2). Alles eingerechnet war das kleinste Fl\u00e4chenland die w\u00e4rmste und nasseste Region.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sachsen:<\/strong>&nbsp;Ungew\u00f6hnlich warm und sonnig verlief hier das Jahr 2022, wie das Jahresmittel von 9,9&nbsp;\u00b0C&nbsp;(8,1&nbsp;\u00b0C) und die Sonnenscheindauer von 2015 Stunden (1549 Stunden) untermauern. Der dritte Monat des Jahres lag bez\u00fcglich Sonnenscheindauer sogar an der Spitze aller M\u00e4rzmonate. Der Sommer und November befanden sich auf Platz 3 der Sonnigsten. Dazwischen gesellte sich der w\u00e4rmste Oktober (mit 2001) seit Beginn der Datenerfassung. In der zweiten Dezemberdekade zeigte dann auch mal die K\u00e4lte ihre Krallen. Hinzukamen in den vergangenen 52 Kalenderwochen 580&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(699&nbsp;l\/m\u00b2).<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/IMG_1578-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1594\" srcset=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/IMG_1578-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/IMG_1578-300x225.jpg 300w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/IMG_1578-768x576.jpg 768w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/IMG_1578-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/IMG_1578-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 706px) 89vw, (max-width: 767px) 82vw, 740px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Klimawandel: Steppengras w\u00e4chst in Deutschland<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Sachsen-Anhalt:<\/strong>&nbsp;Letzte Berechnungen zeigen: 2022 war dort mit 10,6&nbsp;\u00b0C&nbsp;(8,7&nbsp;\u00b0C) eines der w\u00e4rmsten und mit 2040 Stunden (1522 Stunden) das zweitsonnigste Jahr. Dazu geh\u00f6rte 2022 auch den sonnigsten M\u00e4rz und den zweitsonnigsten Sommer, in dem erstmals die 40,0&nbsp;\u00b0C&nbsp;am 20. Juli in Huy-Pabsdorf, Landkreis Harz, gemessen wurden. Der Oktober lie\u00df sich als W\u00e4rmster erkennen, auf den dann der drittsonnigste (eigentliche) \u201eNebelmonat\u201c folgte. Die zweite Dezemberdekade zeigte sich von ihrer eisigen Seite und der Jahreswechsel \u00e4u\u00dfert mild. Mit 446&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(548&nbsp;l\/m\u00b2) z\u00e4hlte das mitteldeutsche Bundesland zu den trockensten Regionen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Schleswig-Holstein:<\/strong>&nbsp;Das ungew\u00f6hnlich warme Jahr brachte Mitte Februar eine Abfolge von Sturm- und Orkantiefs mit regional immense Sch\u00e4den: B\u00fcsum in Dithmarschen verzeichnete am 18. Februar Orkanb\u00f6en von bis zu 143,8&nbsp;km\/h. Aber auch die Sonne machte Schlagzeilen. Stichwort: Sonnigster M\u00e4rz. Im Juli folgten Hitzerekorde. So wurde zum Beispiel in Grambek, 30&nbsp;km&nbsp;s\u00fcdlich von L\u00fcbeck, am 20.7. mit 39,1&nbsp;\u00b0C&nbsp;ein neuer Bundeslandrekord aufgestellt. Der Herbst ging als Drittw\u00e4rmster in die Annalen ein. Nur in der zweiten Dezemberdekade wehte mal ein ganz anderer Wind, als Dauerfrost die Runde machte. In Zahlen zeigt sich das f\u00fcrs Jahr 2022 eine Mitteltemperatur von 10,2&nbsp;\u00b0C&nbsp;(8,3&nbsp;\u00b0C), Niederschlagsmenge von 732&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(788&nbsp;l\/m\u00b2) und Sonnenscheindauer von 1910 Stunden (1567 Stunden). Schleswig-Holstein war das sonnenschein\u00e4rmste Bundesland.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Th\u00fcringen:<\/strong>&nbsp;2022 brach mit 10,0&nbsp;\u00b0C&nbsp;(7,6&nbsp;\u00b0C) und 1970 Stunden (1486 Stunden) Sonnenschein neue Rekorde. Der Winter fiel praktisch ins Wasser und war lediglich im Bergland erkennbar. Der M\u00e4rz strahlte als Sonnigster und an dieser Strahlkraft nahm sich auch der Sommer als Zweitsonnigster ein Beispiel. Der Oktober kr\u00f6nte als W\u00e4rmster und der eigentliche Nebelmonat November zeigte als 4.sonnigster, wie ungew\u00f6hnlich viel Helligkeit in ihm stecken kann. Th\u00fcringen war 2022 ein k\u00fchles und ein \u201esonnenscheinarmes\u201c Bundesland. In den letzten 365 Tagen fielen dar\u00fcber hinaus 562&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(700&nbsp;l\/m\u00b2).<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"538\" src=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Jahresniederschlag-2022-1024x538.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1600\" srcset=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Jahresniederschlag-2022-1024x538.jpg 1024w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Jahresniederschlag-2022-300x158.jpg 300w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Jahresniederschlag-2022-768x403.jpg 768w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Jahresniederschlag-2022-1536x806.jpg 1536w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Jahresniederschlag-2022-2048x1075.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 706px) 89vw, (max-width: 767px) 82vw, 740px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Steppenvegetation beginnt mit ca. 500 l\/m<sup>2<\/sup>\/a und weniger<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Text: Deutscher Wetterdienst DWD, Fotos privat<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutschland erlebt eines der zwei w\u00e4rmsten Jahre und einen Sonnenscheinrekord Schietwetter im Norden? Vorurteil! Die Jahresniederschl\u00e4ge der einzelnen Bundesl\u00e4nder geben eine eindeutige Antwort. Offenbach, 30. Dezember 2022&nbsp;\u2013 Deutschland erlebte 2022 ein au\u00dfergew\u00f6hnliches Wetterjahr. Der Temperaturrekord des Jahres 2018 von 10,5 Grad Celsius wurde zumindest eingestellt. 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