{"id":1502,"date":"2022-08-13T12:32:39","date_gmt":"2022-08-13T10:32:39","guid":{"rendered":"https:\/\/pferdegruenland.de\/?p=1502"},"modified":"2023-05-30T21:26:40","modified_gmt":"2023-05-30T19:26:40","slug":"beobachtungen-zum-klimawandel-duerresommer-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pferdegruenland.de\/?p=1502","title":{"rendered":"Beobachtungen zum Klimawandel: D\u00fcrresommer 2022"},"content":{"rendered":"\n<p>Fehlende Niederschl\u00e4ge lassen B\u00f6den stark austrocknen<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/IMG_2337-768x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1506\" srcset=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/IMG_2337-768x1024.jpeg 768w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/IMG_2337-225x300.jpeg 225w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/IMG_2337-1152x1536.jpeg 1152w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/IMG_2337-1536x2048.jpeg 1536w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/IMG_2337-scaled.jpeg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 706px) 89vw, (max-width: 767px) 82vw, 740px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">D\u00fcrre im Sommer 2022: Der Boden speist viele B\u00e4che und Fl\u00fcsse nicht mehr<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Offenbach, 12. August 2022<\/em>&nbsp;&#8211; Seit Mai 2022 lie\u00df deutlich zu trockene Witterung in Verbindung mit \u00fcberdurchschnittlichen Temperaturen und Sonnenstunden die B\u00f6den stark austrocknen. Dabei nahm die Bodenfeuchte in Deutschland einen \u00e4hnlichen Verlauf wie im D\u00fcrrejahr 2018. Folglich verursachte die Trockenheit auch wieder zunehmende Auswirkungen auf die Landwirtschaft, wenngleich diese bisher noch nicht ganz so gravierend wie im Jahr 2018 sind. Au\u00dferdem herrschte h\u00e4ufig hohe Wald- und Graslandbrandgefahr. Das berichtet der Deutsche Wetterdienst (DWD) \u00fcber die Auswirkungen der Witterung im bisherigen Sommer 2022.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Austrocknung begann bereits im Fr\u00fchling<\/strong><br>Nach einem gro\u00dfteils \u00fcberdurchschnittlich nassen Winter waren die Startbedingungen in die Vegetationsperiode 2022 von der Bodenfeuchte her gut. Doch bereits der ungew\u00f6hnlich sonnige und niederschlagsarme M\u00e4rz sorgte f\u00fcr eine deutlich unter das Mittel sinkende Bodenfeuchte. Im anfangs nasskalten April entspannte sich die Situation vor\u00fcbergehend, ehe im trockenen und teils schon sommerlich warmen Mai eine zunehmend tieferreichende Austrocknung der B\u00f6den begann. Diese setzte sich \u00fcber den Sommer hinweg mit wenigen Unterbrechungen bis zum jetzigen Zeitpunkt fort. Dabei nahm die Bodenfeuchte der obersten 60&nbsp;cm&nbsp;im Deutschlandmittel schon seit Mitte April einen \u00e4hnlichen Verlauf wie 2018. Die negative Abweichung zum vielj\u00e4hrigen Mittel der Bodenfeuchte wurde in diesem Zeitraum immer gr\u00f6\u00dfer. Im Monatsmittel f\u00fcr Mai 2022 lag die Bodenfeuchte f\u00fcr sandigen Lehmboden noch bei 58 Prozent nutzbarer Feldkapazit\u00e4t (%&nbsp;nFK) bei einem vielj\u00e4hrigen Mittel von 74&nbsp;%&nbsp;nFK. Im Juli 2022 waren es nur noch 28&nbsp;%&nbsp;nFK, das Mittel liegt bei 51&nbsp;%&nbsp;nFK. Besonders stark trockneten die B\u00f6den im Osten und in den Beckenlagen des S\u00fcdwestens aus, im \u00e4u\u00dfersten Norden und S\u00fcden erreichte die Bodenfeuchte hingegen nicht ganz so niedrige Werte.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/IMG_2006-1024x768.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1507\" srcset=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/IMG_2006-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/IMG_2006-300x225.jpeg 300w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/IMG_2006-768x576.jpeg 768w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/IMG_2006-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/IMG_2006-2048x1536.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 706px) 89vw, (max-width: 767px) 82vw, 740px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Der Boden ist teils bis in tiefe Wurzelbereiche komplett ausgetrocknet: Steppenklima in Deutschland<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"640\" src=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/20020811_trockenheit_abb1-1024x640.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1505\" srcset=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/20020811_trockenheit_abb1-1024x640.png 1024w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/20020811_trockenheit_abb1-300x188.png 300w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/20020811_trockenheit_abb1-768x480.png 768w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/20020811_trockenheit_abb1-1536x960.png 1536w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/20020811_trockenheit_abb1.png 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 706px) 89vw, (max-width: 767px) 82vw, 740px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Auswirkungen auf die Pflanzen<\/strong><br>Bereits ab Mai machten sich zunehmend Auswirkungen auf die Landwirtschaft und allgemein auf die Pflanzenwelt bemerkbar: Trockenheit und W\u00e4rme beeintr\u00e4chtigten gebietsweise die Bl\u00fcte und Kornentwicklung bei Getreide. Die kurze, aber extreme Hitze im Juni f\u00fchrte besonders bei Winterweizen zu Sch\u00e4digungen. Hitze und Trockenheit bewirkten teils auch eine deutlich verfr\u00fchte Abreife des Getreides, die sogenannte Notreife. F\u00fcr die fr\u00fch reifende Wintergerste und den Raps mit seinem tiefreichenden Wurzelwerk reichte die aus dem Winter stammende Bodenfeuchte meist noch aus, so dass die Ernte teils sogar \u00fcberdurchschnittlich ausfiel. Sp\u00e4te Getreidesorten wie Winterweizen wurden hingegen gebietsweise stark in Mitleidenschaft gezogen, so dass der Ertrag regional deutlich unter dem mehrj\u00e4hrigen Durchschnitt liegen d\u00fcrfte. Die Ernte erfolgte rund eine Woche fr\u00fcher als \u00fcblich.<br>Ab Juli hatte die weiter zunehmende Trockenheit zwar kaum noch Auswirkungen auf Getreide, daf\u00fcr umso mehr auf Mais und Zuckerr\u00fcben, deren Wasserbedarf im Laufe des Sommers deutlich ansteigt. Bei diesen Pflanzen wurden in den letzten Wochen immer deutlicher teils irreversible Sch\u00e4den sichtbar. Inzwischen wird in einigen Regionen der erste K\u00f6rnermais als Silomais geh\u00e4ckselt, um wenigstens die Gr\u00fcnmasse noch retten zu k\u00f6nnen, denn der Kornertrag w\u00e4re erheblich zu niedrig. Auch Gr\u00fcnland verdorrte zusehends und wird seinem Namen vielerorts nicht mehr gerecht; gebietsweise fiel einer der \u00fcblichen Gr\u00fcnlandschnitte aus. Auch bei vielen B\u00e4umen und Str\u00e4uchern wurde der Trockenstress immer deutlicher sichtbar. Im Obstbau kamen teils Sch\u00e4den durch \u00dcberhitzung der Fr\u00fcchte bei gleichzeitigem Wassermangel hinzu \u2013 sogenannter Sonnenbrand. Mitunter zeigten aber auch die Bl\u00e4tter von Laubb\u00e4umen Sonnenbrandsch\u00e4den. \u201eWir haben aktuell einen sehr \u00e4hnlichen Verlauf der Bodenfeuchte wie im Jahr 2018\u201c, so Dr. Udo Busch, Leiter der Abteilung Agrarmeteorologie beim&nbsp;DWD. \u201eDie B\u00f6den zeigen in weiten Teilen Deutschlands eine extreme Trockenheit, die nicht nur der Landwirtschaft gro\u00dfe Probleme bereitet. Auch Verkehrstr\u00e4ger wie die Schifffahrt sind aufgrund von Niedrigwasser betroffen. Die Folgen, unter anderem f\u00fcr die W\u00e4lder, die eventuell ein viertes Trockenjahr innerhalb von f\u00fcnf Jahren \u00fcberstehen m\u00fcssen, k\u00f6nnen wir heute noch gar nicht absch\u00e4tzen.\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"500\" src=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/20020811_trockenheit_abb2.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1503\" srcset=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/20020811_trockenheit_abb2.png 800w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/20020811_trockenheit_abb2-300x188.png 300w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/20020811_trockenheit_abb2-768x480.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 706px) 89vw, (max-width: 767px) 82vw, 740px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Schon ab M\u00e4rz \u00fcberdurchschnittlich hohe Waldbrandgefahr<\/strong><br>W\u00e4hrend sich eine f\u00fcr die Pflanzenwelt relevante Trockenheit \u00fcber einige Wochen aufbaut, f\u00fchrt schon eine Reihe sonniger und warmer Tage zu hoher Waldbrandgefahr. Dies liegt daran, dass die auf dem Waldboden aufliegende Streuschicht, bestehend aus abgestorbenen Bl\u00e4ttern und Nadeln, innerhalb weniger Tage austrocknen kann und damit reichlich z\u00fcndf\u00e4higes Material vorhanden ist. So stieg der 5-stufige Waldbrandgefahrenindex des&nbsp;DWD&nbsp;bereits im anhaltend trockenen M\u00e4rz h\u00e4ufig auf die Stufe 4 (hohe Gefahr) \u2013 im Deutschlandmittel so oft wie in keinem M\u00e4rz der letzten Jahrzehnte. Ab Mai bestand regional und zeitweise wieder hohe (Stufe 4), gelegentlich auch sehr hohe Waldbrandgefahr (Stufe 5). Ab etwa Mitte Juli bis jetzt wurde geh\u00e4uft und teils f\u00fcr einige Tage am St\u00fcck sowie f\u00fcr weite Teile Deutschlands eine hohe bis sehr hohe Waldbrandgefahr berechnet. In diesem Zeitraum entstanden dann auch vermehrt Waldbr\u00e4nde, vor allem in den \u00f6stlichen Bundesl\u00e4ndern brannten sogar mehrere 100 Hektar Wald. Auch der Graslandfeuerindex, der die Brandgefahr von offenem Grasland mit einem abgestorbenen Grasanteil einsch\u00e4tzt, erreichte h\u00e4ufig gro\u00dffl\u00e4chig Stufe 4 (hoch) und an den besonders hei\u00dfen Tagen auch Stufe 5 (sehr hoch). Besonders bei der Getreideernte kam es durch Funkenflug zu einigen Br\u00e4nden reifer und damit trockener Getreide- oder Stoppelfelder.<\/p>\n\n\n\n<p>Quelle: Deutscher Wetterdienst DWD, Fotos privat<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fehlende Niederschl\u00e4ge lassen B\u00f6den stark austrocknen Offenbach, 12. August 2022&nbsp;&#8211; Seit Mai 2022 lie\u00df deutlich zu trockene Witterung in Verbindung mit \u00fcberdurchschnittlichen Temperaturen und Sonnenstunden die B\u00f6den stark austrocknen. Dabei nahm die Bodenfeuchte in Deutschland einen \u00e4hnlichen Verlauf wie im D\u00fcrrejahr 2018. 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