{"id":1182,"date":"2021-11-15T21:37:56","date_gmt":"2021-11-15T20:37:56","guid":{"rendered":"https:\/\/pferdegruenland.de\/?p=1182"},"modified":"2021-11-25T12:37:48","modified_gmt":"2021-11-25T11:37:48","slug":"beobachtungen-zum-klimawandel-was-wir-heute-im-sommer-2021-ueber-das-extremwetter-in-deutschland-wissen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pferdegruenland.de\/?p=1182","title":{"rendered":"Beobachtungen zum Klimawandel: Was wir heute, im Sommer 2021, \u00fcber das Extremwetter in Deutschland wissen"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>STAND DER WISSENSCHAFT ZU EXTREMEN WETTERPH\u00c4NOMENEN IM KLIMAWANDEL IN DEUTSCHLAND<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Titelbild-1024x599.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1216\" width=\"608\" height=\"355\" srcset=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Titelbild-1024x599.png 1024w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Titelbild-300x176.png 300w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Titelbild-768x449.png 768w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Titelbild-1536x899.png 1536w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Titelbild-2048x1198.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 608px) 100vw, 608px\" \/><figcaption>Quelle aller Bilder dieses Beitrages: DWD<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>KERNINFOS ZUM EXTREMWETTER IN DEUTSCHLAND IN F\u00dcNF S\u00c4TZEN<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>DIE GLOBALE ERW\u00c4RMUNG ERH\u00d6HT GENERELL DIE WAHRSCHEINLICHKEIT F\u00dcR DAS AUFTRETEN BESTIMMTER EXTREME.<\/li><li>DIE ZUNAHME VON HITZEWELLEN IST ZWEIFELSFREI EINE FOLGE DER GLOBALEN ERW\u00c4RMUNG.<\/li><li>DIE H\u00c4UFIGKEIT VON TROCKENPHASEN IST GESTIEGEN.<\/li><li>KEINE SIGNIFIKANTE VER\u00c4NDERUNG DER WINDGESCHWINDIGKEIT AN DER NORDSEE.<\/li><li>NEUE DATENQUELLEN ERLAUBEN BESSERE BEWERTUNGEN VON SCHADENSRISIKEN DURCH STARKREGENEREIGNISSE.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Zusammenfassung<\/p>\n\n\n\n<p>Die Autoren und Herausgeber sehen in Folge der globalen Erw\u00e4rmung starke Ver\u00e4nderungen bei extremen Wetterereignissen. Dabei kommt es sowohl zu regionalen Verlagerungen, in deren Folge extreme Wetterereignisse in Gebieten auftreten, in denen diese bisher nicht aufgetreten sind. Ebenso kommt es innerhalb von Regionen &#8211; wie Deutschland &#8211; zu einer Zunahme von extremen Wetterereignissen wie Hitzewellen und eine Abnahme anderer extremer Wetter- ereignisse wie beispielweise strenge Fr\u00f6ste. Die Autoren und Herausgeber bewerten die Entwicklung im Bereich der Temperaturen \u00fcbereinstimmend als eindeutig und wissenschaftlich abgesichert sowie in den Folgen als sehr gravierend. Im Bereich der Niederschl\u00e4ge und der Winde sind die Aussagen differenzierter und weniger eindeutig. In Folge der rasch fortschreitenden Erw\u00e4rmung des Klimasystems gibt es inzwischen eine deutliche Zunahme extrem hoher Temperaturen, in einigen Gegenden Deutschlands sind langanhaltende Phasen mit Tagesh\u00f6chsttemperaturen von 30 Grad Celsius und dar\u00fcber ein neues Ph\u00e4nomen. Es ist davon auszugehen, dass sich die globale Erw\u00e4rmung mit den hier beschriebenen Auswirkungen in den kommenden Dekaden fortsetzen und damit versch\u00e4rfen wird. Dieses bewirkt eine zunehmende Neigung zu Tagen mit hohen Temperaturen bei gleichzeitiger Abnahme der Neigung zu Tagen mit niedrigen Temperaturen. Neue Temperaturrekorde werden wahrscheinlicher. Dabei ist zu ber\u00fccksichtigen, dass es im Rahmen der nat\u00fcrlichen Variabilit\u00e4t weiterhin auch kalte Winter, k\u00fchle Sommer und die Gefahr von Sp\u00e4tfr\u00f6sten geben wird. Die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr diese drei genannten Ereignisse nimmt jedoch in Folge der globalen Erw\u00e4rmung ab.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"509\" src=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/01-1024x509.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1213\" srcset=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/01-1024x509.png 1024w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/01-300x149.png 300w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/01-768x381.png 768w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/01-1536x763.png 1536w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/01-2048x1017.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 706px) 89vw, (max-width: 767px) 82vw, 740px\" \/><figcaption>Abbildung 01: Erw\u00e4rmung in Deutschland dargestellt als \u201eWarming Stripes\u201c f\u00fcr den Zeitraum 1881 &#8211; 2020 (Quelle: DWD, basierend auf j\u00e4hrlichen Gebietsmittelwerten der Temperatur)<br>Darstellungsidee von Ed Hawkins&nbsp;https:\/\/showyourstripes.info\/<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><em>1. LETZTES JAHRZEHNT BEREITS 2 GRAD CELSIUS W\u00c4RMER \u2013 DEUTLICH MEHR ALS DER WELTWEITE DURCHSCHNITT<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>In Deutschland hat sich seit Beginn der systematischen, fl\u00e4chendeckenden Wetterauf- zeichnungen 1881 die mittlere Temperatur bereits deutlich erh\u00f6ht. Laut Auswertungen des Deutschen Wetterdienstes ist die Temperatur in Deutschland seitdem um 1,6 Grad Celsius gestiegen (linearer Trend des Gebietsmittelwerts). Die Temperaturen in Deutschland sind damit deutlich st\u00e4rker gestiegen als im weltweiten Durchschnitt. Dies verwundert nicht, weil sich die Landregionen generell schneller erw\u00e4rmen als die Meeresregionen. Das T empo des Temperaturanstiegs hat in Deutschland (wie auch weltweit) in den vergangenen 50 Jahren deutlich zugenommen:<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Im Gesamtzeitraum 1881-2020 wurde es jedes Jahrzehnt 0,12 Grad Celsius w\u00e4rmer, f\u00fcr die letzten 50 Jahre (1971-2020) lag die Erw\u00e4rmungsrate mit 0,38 Grad Celsius pro Dekade mehr als dreimal so hoch<strong>2<\/strong>. Seit den 1960er Jahren war hierzulande jedes Jahrzehnt deutlich w\u00e4rmer als das vorangehende und das vergangene Jahrzehnt (2011-2020)2 Grad Celsius w\u00e4rmer als die ersten Jahrzehnte (1881-1910) der Aufzeichnungen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>2. BEISPIELLOSE H\u00c4UFUNG AN W\u00c4RMEREKORDJAHREN<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Neun der zehn w\u00e4rmsten Jahre seit 1881 traten seit 2000 auf (Abbildung 03 und Link&nbsp;https:\/\/www.dwd.de\/zeitreihen). In den letzten 20 Jahren waren bereits sieben Jahre um mehr als 2,0 Grad Celsius w\u00e4rmer als die Werte zwischen 1881 und 1910. Vier Jahre lagen sogar \u00fcber der 2,5 Grad Celsius Marke. Eine derart au\u00dfergew\u00f6hnliche H\u00e4ufung von Rekordjahren der Temperatur ist nur durch die menschengemachte globale Erw\u00e4rmung erkl\u00e4rbar. Zuf\u00e4llige Schwankungen oder nat\u00fcrliche Einfl\u00fcsse, wie Vulkane oder Schwankungen der Sonnen- strahlung, fallen als Erkl\u00e4rung f\u00fcr den weltweiten Temperaturanstieg aus. Aufgrund der weiter steigenden Treibhausgaskonzentration ist zu erwarten, dass die kommende Dekade ebenfalls w\u00e4rmer ausf\u00e4llt als die vorangegangene.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Die w\u00e4rmsten Jahre in Deutschland<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">-seit Beginn der Aufzeichnungen-<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/03.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1217\" width=\"452\" height=\"661\" srcset=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/03.png 598w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/03-205x300.png 205w\" sizes=\"auto, (max-width: 452px) 100vw, 452px\" \/><figcaption>Abbildung 03: Beispiellose H\u00e4ufung an W\u00e4rmerekordjahren w\u00e4hrend des letzten Jahrzehnts<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><em>3. MARKANTE ZUNAHME VON HITZEEREIGNISSEN<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Anzahl Hei\u00dfer Tage (Tagesmaximum der Lufttemperatur mindestens 30 Grad Celsius), \u00fcber ganz Deutschland gemittelt, hat sich seit den 1950er-Jahren von etwa drei Tagen pro Jahr auf derzeit durchschnittlich neun Tage pro Jahr verdreifacht. Im Sommer 2020 erreichten in Hamburg acht Tage in Folge Tagesh\u00f6chstwerte \u00fcber 30 Grad Celsius und waren damit die l\u00e4ngste Folge ununterbrochener Hei\u00dfer Tagen seit 1891. Die mittlere Anzahl der Eistage (Tagesmaximum der Lufttemperatur kleiner 0 Grad Celsius) hat im gleichen Zeitraum von 28 Tagen auf 19 Tage abgenommen. In Hamburg gab es beispielsweise im Winter 2019\/2020 erstmals seit 1891 keinen Eistag. 14-t\u00e4gige Hitzeperioden mit einem mittleren Tagesmaximum der Lufttemperatur von mindestens 30 Grad Celsius traten zum Beispiel in Hamburg vor 1994 nicht auf. Seitdem gab es dort solche Ereignisse allerdings schon sechs Mal. In vielen Regionen kommt es seit den 1990er Jahren zu einer massiven H\u00e4ufung von Hitzewellen. Dieser Effekt ist eine Folge der globalen Erw\u00e4rmung und des damit auch in Deutschland erfolgenden deutlichen T emperaturanstieges. Bei ungebremstem Treibhausgasaussto\u00df wird f\u00fcr den Zeitraum 2031-2060 eine weitere Zunahme um f\u00fcnf bis zehn hei\u00dfe Tage im Jahr in Norddeutschland und zehn bis zwanzig hei\u00dfe Tage in S\u00fcddeutschland erwartet.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"304\" height=\"275\" src=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/04.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1218\" srcset=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/04.png 304w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/04-300x271.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 304px) 100vw, 304px\" \/><figcaption>Abbildung 04: Entwicklung der Hei\u00dfen Tage in Deutschland mit Tagesh\u00f6chstwerten \u2265 30 \u00b0C Quelle: DWD, Link:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.dwd.de\/zeitreihen\">https:\/\/www.dwd.de\/zeitreihen<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Entwicklung der mittleren j\u00e4hrlichen Anzahl von Hei\u00dfen Tagen mit H\u00f6chstwerten von mindestens 30 Grad Celsius<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"344\" height=\"267\" src=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/05.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1219\" srcset=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/05.png 344w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/05-300x233.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 344px) 100vw, 344px\" \/><figcaption>Abbildung 05: Mittlere j\u00e4hrliche Anzahl der Hei\u00dfen Tage (d.h. Tage mit einer H\u00f6chsttemperatur von mindestens 30 \u00b0C \/ Quelle: DWD<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"294\" height=\"257\" src=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/06.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1220\"\/><figcaption>Abbildung 06: Entwicklung der Sommertage in Deutschland mit Tagesh\u00f6chstwerten \u2265 25 \u00b0C Quelle: DWD, Link:\u00a0https:\/\/www.dwd.de\/zeitreihen<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"331\" height=\"579\" src=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/07.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1221\" srcset=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/07.png 331w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/07-172x300.png 172w\" sizes=\"auto, (max-width: 331px) 100vw, 331px\" \/><figcaption>Abbildung 07: Markante Hitzewellen in Deutschland von 1951 bis einschlie\u00dflich 2020 Quelle: DWD<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><em>4. DIE WALDBRANDGEFAHR NIMMT ZU<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4rmere Sommer und l\u00e4ngere Trockenphasen verst\u00e4rken das Risiko von Waldbr\u00e4nden, besonders stark in bereits durch Trockensch\u00e4den belasteten W\u00e4ldern. In den vergangenen Jahrzehnten ist die Zahl der Tage mit hohem bis sehr hohem Waldbrandrisiko bereits gestiegen: Deutschlandweit gemittelt gab es im Zeitraum 1961 bis 1990 rund 27 Tage im Jahr mit hohem oder sehr hohem Waldbrandrisiko. Im Zeitraum 1981 bis 2010 waren es schon rund 33 Tage, im Zeitraum 1991 bis 2020 sogar rund 38 Tage. (Informationen zur Entwicklung des&nbsp;<em>Wald- brandindex&nbsp;<\/em>findet sich auch im&nbsp;https:\/\/www.deutscher-klimaatlas.de)<\/p>\n\n\n\n<p><em>5. L\u00c4NGERE TROCKENZEITEN<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Zahl aufeinanderfolgender Trockentage nimmt vor allem im Sommer zu. Dies hat zur Folge, dass sich die H\u00e4ufigkeit von Trockenphasen erh\u00f6ht \u2013 ein Trend, der auch f\u00fcr die Zukunft prognostiziert wird. Laut Daten des Deutschen Wetterdienstes hat die Zahl von Tagen mit niedriger Bodenfeuchte seit 1961 bereits deutlich zugenommen und es treten in den letzten Jahren vermehrt sogenannte \u201ecarry-over-Effekte\u201c auf.<\/p>\n\n\n\n<p>So blieb nach dem sehr trockenen und hei\u00dfen Sommer 2018 und dem darauffolgenden, nur durchschnittlich feuchten Winter im Fr\u00fchjahr 2019 ein Wasserdefizit in den tieferen Boden- schichten bestehen. Dadurch trockneten die B\u00f6den im Sommer 2019 mancherorts noch st\u00e4rker aus als im Jahr zuvor, obwohl es mehr regnete. Dieser Effekt zog sich sogar noch bis ins Jahr 2020 hinein und hatte nicht nur einen erh\u00f6hten Bew\u00e4sserungsbedarf in der Landwirtschaft, sondern auch gro\u00dffl\u00e4chige Trockensch\u00e4den in den W\u00e4ldern zur Folge.<\/p>\n\n\n\n<p>Zahlreiche Wirtschaftssektoren bekommen die Auswirkungen von D\u00fcrren zu sp\u00fcren, wie die Energiewirtschaft und Teile der Industrie. In Folge l\u00e4nger andauernder Trockenheit k\u00f6nnen beispielsweise die Wasserst\u00e4nde der Fl\u00fcsse so stark absinken, dass Binnenschiffe nur eingeschr\u00e4nkt oder gar nicht fahren k\u00f6nnen. Diese Verkehrseinschr\u00e4nkungen k\u00f6nnen unter Umst\u00e4nden dazu f\u00fchren, dass Raffinerien und Chemiewerke ihre Produktion einschr\u00e4nken m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"455\" height=\"294\" src=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/08.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1222\" srcset=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/08.png 455w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/08-300x194.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 455px) 100vw, 455px\" \/><figcaption>Abbildung 08: Berechnete Bodenfeuchte von 0 bis 60 cm Tiefe unter Wintergetreide f\u00fcr die Monate April bis Juni, die entscheidend f\u00fcr den Ertrag sind. Bei Werten &lt; 50 % kommt es zu leichtem, bei &lt; 30 %, zu starkem Trockenstress mit entsprechenden Ertragseinbu\u00dfen. Diese Situationen traten in den letzten 10 Jahren deutlich h\u00e4ufiger auf, als in den Jahrzehnten zuvor.<br>Quelle: DWD, Link:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.dwd.de\/bodenfeuchteviewer\">https:\/\/www.dwd.de\/bodenfeuchteviewer<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Geht der Klimawandel ungebremst weiter, wird mit einer starken Zunahme von Trockenheit gerechnet. Denn obwohl die meisten Klimaprojektionen eine etwa gleichbleibende j\u00e4hrliche Niederschlagssumme voraussagen, geht man von einer sich \u00e4ndernden jahreszeitlichen Verteilung der Niederschl\u00e4ge aus, mit einer Zunahme in Winter und einer Abnahme in den aufgrund der Erderw\u00e4rmung immer verdunstungsintensiveren Sommermonaten. Land- und Forstwirtschaft werden sich hierzulande unter anderem durch effiziente Bew\u00e4sserungs- verfahren und durch \u00c4nderungen bei Fruchtfolgen beziehungsweise der Baumartenwahl an die geringere sommerliche Wasserverf\u00fcgbarkeit anpassen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>6. DIFFERENZIERTE BETRACHTUNG DER STARKNIEDERSCHL\u00c4GE WICHTIG<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Bei der Verteilung und H\u00e4ufigkeit von Starkregenereignissen zeigen sich gro\u00dfe Unterschiede. Der Zusammenhang Klimawandel \u2013 Starkniederschlag ist komplex und Gegenstand intensiver Forschung. Im Gebietsmittel f\u00fcr Deutschland hat sich im Zeitraum 1951-2020 die Anzahl von Tagen mit Niederschl\u00e4gen \u2265 20 mm nur unwesentlich ver\u00e4ndert. F\u00fcr die in Mitteleuropa vorwiegend im&nbsp;Sommerhalbjahr relevanten Starkniederschl\u00e4ge kurzer Dauerstufen (k\u00fcrzer als 24 Stunden) gibt es ebenfalls noch verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig wenige Erkenntnisse. Es existieren zwar einige Anhaltspunkte f\u00fcr eine Zunahme der Intensit\u00e4t sogenannter konvektiver Ereignisse mit steigender Temperatur. Hier besteht aber noch Forschungsbedarf. Neben den Stations- messungen existieren f\u00fcr die vergangenen 20 Jahre zus\u00e4tzlich auch fl\u00e4chendeckende Radardaten. F\u00fcr einige Regionen deuten diese auf eine Zunahme der H\u00e4ufigkeit von Starkniederschlagsereignissen hin, jedoch lassen sich daraus aufgrund der hohen Variabilit\u00e4t von Jahr zu Jahr sowie der kurzen Zeitreihe noch keine R\u00fcckschl\u00fcsse auf eine Zunahme von Extremereignissen im Zusammenhang mit dem Klimawandel ziehen. Der beobachtete leichte Anstieg k\u00f6nnte auch durch kurz- und mittelfristige Schwankungen bedingt sein.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"333\" height=\"281\" src=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/09.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1223\" srcset=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/09.png 333w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/09-300x253.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 333px) 100vw, 333px\" \/><figcaption>Abbildung 09: Entwicklung der Anzahl der Tage mit Niederschlag von mindestens 20 l\/qm im Fl\u00e4chenmittel von Deutschland in den Jahren 1951 bis 2020<br>Quelle: DWD, Link:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.dwd.de\/zeitreihen\">https:\/\/www.dwd.de\/zeitreihen<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"455\" height=\"343\" src=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/10.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1224\" srcset=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/10.png 455w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/10-300x226.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 455px) 100vw, 455px\" \/><figcaption>Abbildung 10: Anzahl mittels Radars erfasster Starkregenereignisse pro Jahr seit dem Jahr 2001 aus klimatologisch aufbereiteten Radardaten. Als Schwellenwert wurden die Warnkriterien Level 3 (Unwetter) f\u00fcr Stark- beziehungsweise Dauerregen des Deutschen Wetterdienstes genutzt. \/ Quelle: DWD\u00a0<strong>3<\/strong><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><em>7. DIE HOCHWASSEREREIGNISSE IM JULI 2021<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahr 2021 waren insbesondere Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz von schadens- reichen Hochwasserereignissen betroffen. Vom 12. bis 15. Juli 2021 war es in verschiedenen Teilen Westeuropas zu extremen Regenf\u00e4llen gekommen. So fielen zum Beispiel in der Region um die Fl\u00fcsse Ahr und Erft in Deutschland an einem einzigen Tag mehr als 90 Liter Regen pro Quadratmeter. Durch \u00dcberschwemmungen als Folge des Starkregens kamen in Belgien und Deutschland mindestens 220 Menschen ums Leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Um den Einfluss des Klimawandels bei der Entwicklung der extremen Regenf\u00e4lle und der durch sie hervorgerufenen \u00dcberschwemmungen zu bewerten, wurde im Nachgang eine Attributionsstudie durch ein internationales T eam von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern durchgef\u00fchrt, die im Rahmen des \u201eWorld Weather Attribution Teams\u201c zusammenarbeiten.&nbsp;<strong>4<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dabei wird berechnet, in welchem Ausma\u00df ein Extremwetterereignis eines nat\u00fcrlichen Ursprungs ist oder durch den anthropogenen Klimawandel verst\u00e4rkt wurde. Gearbeitet wird dabei mit Messdaten und mit Modelll\u00e4ufen, die das Klima von heute und parallel in einer Welt vor der Industrialisierung simulieren. Aus diesen Daten werden die unterschiedlichen Eintritts- wahrscheinlichkeiten f\u00fcr ein bestimmtes Ereignis abgeleitet. Die Hauptschwerpunkte der Studie lagen dabei auf den zwei besonders von den extremen Regenf\u00e4llen betroffenen Gebieten in Deutschland, den Regionen um die Fl\u00fcsse Ahr und Erft, sowie der Region um den Fluss Maas in Belgien.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Studie kam zu der Schlussfolgerung, dass die Wahrscheinlichkeit, dass es zu extremen Regenf\u00e4llen kommt wie denen, die zu \u00dcberschwemmungen in Deutschland, Belgien, den Niederlanden und Luxemburg gef\u00fchrt haben, sich durch den Klimawandel um das 1,2- bis 9-Fache erh\u00f6ht hat. Weiterhin ergab die Analyse, dass sich die Intensit\u00e4t dieser extremen Niederschl\u00e4ge aufgrund der durch den Menschen verursachten globalen Erw\u00e4rmung in der Region zwischen 3 und 19 Prozent erh\u00f6ht hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Aufgrund derartiger Extremereignisse ist die Attributionsforschung (in Deutschland teilweise auch als \u201eZuordnungsforschung\u201c bezeichnet) ein Forschungsfeld, an dem aktuell starkes Interesse besteht und das sich daher sowohl international wie auch national weiterentwickelt. In Deutschland wird auch im Rahmen des BMBF-Forschungsverbunds ClimXtreme&nbsp;<strong>5&nbsp;<\/strong>an der Thematik geforscht und der DWD strebt eine Operationalisierung von Attributionsstudien an, um zeitnah Aussagen bei zuk\u00fcnftigen Ereignissen liefern zu k\u00f6nnen. ClimXtreme und der DWD waren an den aktuellen Auswertungen des World Weather Attribution Teams beteiligt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"455\" height=\"251\" src=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/11.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1225\" srcset=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/11.png 455w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/11-300x165.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 455px) 100vw, 455px\" \/><figcaption>Abbildung 11: Niederschlagsanalyse auf Basis von RADOLAN f\u00fcr die Dauerstufe 24 Stunden beziehungsweise 72 Stunden bis zum 15.07.2021 05:50 UTC (07:50 Uhr MESZ)\u00a0<strong>6<\/strong><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><em>8. HOHE SCH\u00c4DEN DURCH GEWITTER<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Schadenssummen von Versicherungen f\u00fcr Sch\u00e4den durch schwere Gewitter zeigen f\u00fcr Deutschland und Europa seit ca. 1980 einen deutlichen Trend nach oben.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"455\" height=\"195\" src=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/12.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1226\" srcset=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/12.png 455w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/12-300x129.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 455px) 100vw, 455px\" \/><figcaption>Abbildung 12: Die Entwicklung der Originalschadenh\u00f6hen im Vergleich zu den normalisierten und inflationsbereinigten Werten f\u00fcr Europa. \/ Quelle: \u00a9 M\u00fcnchener R\u00fcckversicherungs-Gesellschaft Aktiengesellschaft in M\u00fcnchen\u00a0<strong>7<\/strong><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Im Zusammenhang mit Gewittern gehen auch von Blitzen Schadensrisiken aus. F\u00fcr die letzten Jahrzehnte stehen Blitz-Beobachtungen aus Blitzortungssystemen zur Verf\u00fcgung, die eine ortsgenaue Erfassung in einer Genauigkeit von besser als 100 Metern erm\u00f6glichen. Die Zeitreihen der Daten sind allerdings noch zu kurz, um daraus zuverl\u00e4ssige Aussagen \u00fcber klimabedingte Trends abzuleiten.<\/p>\n\n\n\n<p><em>9. DIFFERENZIERTE BETRACHTUNG BEI WIND UND STURM<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>In den letzten Jahrzehnten ist an der Nordsee in Folge der globalen Erw\u00e4rmung keine \u00c4nderung der mittleren Windgeschwindigkeit und der Spitzenb\u00f6en festzustellen. Die Zeitreihen der Jahresmittel des geostrophischen Windes zeigt ab 1950 eine leichte Abnahme, die allerdings von deutlichen Unterschieden von Jahr zu Jahr gekennzeichnet ist. Deutlich erkennbar sind windreiche Zeiten Anfang der 1950er, und in den 1980er und 1990er Jahren. Es gibt Hinweise darauf, dass die Zahl der Sturmtage im Binnenland in den letzten 30 Jahren abgenommen haben k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1019\" height=\"665\" src=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/13.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1227\" srcset=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/13.png 1019w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/13-300x196.png 300w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/13-768x501.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 706px) 89vw, (max-width: 767px) 82vw, 740px\" \/><figcaption>Abbildung 13: Jahresmittel des geostrophischen Windes, berechnet aus den bodennahen Luftdruckdaten der Stationen Hamburg, Emden und List. Dargestellt ist der Zeitraum 1950 bis 2020. Die gestrichelte Linie zeigt den linearen Trend \/ Quelle: DWD\u00a0<strong>8<\/strong><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><em>10. ZAHL DER BEOBACHTETEN TORNADOS<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Zahl der beobachteten und verifizierten Tornados lag in Deutschland zwischen 1986 und 1995 im Mittel bei neun pro Jahr und stieg in den Jahren 1996 bis 2005 auf ein Mittel von rund 40 Tornadobeobachtungen pro Jahr an. In den zehn Jahren von 2006 bis 2020 wurden in Deutschland im Mittel rund 50 Tornados pro Jahr nachgewiesen. Die Ursache liegt zu einem gro\u00dfen Teil in der Zunahme und heutigen Verbreitung mobiler Endger\u00e4te mit Foto- und Videofunktion und damit in der Abnahme der Dunkelziffer. Die Zahl der Mobilfunkteilnehmer lag bis 1995 unter 5 Millionen, von 1996 bis 2005 im Mittel bei 43 Millionen und 2006 bis 2015 im Mittel bei 96 Millionen. Die Beobachtungsdaten lassen daher noch keinen Schluss auf eine Ver\u00e4nderung der Zahl der Tornados in Folge des Klimawandels zu.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"734\" src=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/14-1024x734.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1228\" srcset=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/14-1024x734.png 1024w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/14-300x215.png 300w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/14-768x550.png 768w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/14.png 1486w\" sizes=\"auto, (max-width: 706px) 89vw, (max-width: 767px) 82vw, 740px\" \/><figcaption>Abbildung 14: Tornados im Zeitraum 1.1.2011 bis 31.12.2020 gem\u00e4\u00df European Severe Weather Database (ESWD, Link:\u00a0www.eswd.eu). Enthalten sind alle Tornados mit Qualit\u00e4tsstufe \u201eQC0+\u201c oder besser (das hei\u00dft plausible oder best\u00e4tigte F\u00e4lle)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><em>11. GEFAHR H\u00d6HERER STURMFLUTEN STEIGT<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Eine Folge des anthropogenen Klimawandels sind auch steigende Meeresspiegel. Ursache ist neben dem weltweiten Abschmelzen der Gletscher und Eisschilde die thermische Ausdehnung der sich erw\u00e4rmenden Meere und Ozeane. Diese Entwicklung ist weltweit zu beobachten, allerdings mit regionalen Unterschieden. Unterschiedlich starker Anstieg der Wasser- temperaturen und des Salzgehalts sowie Landhebungs- beziehungsweise Senkungsprozesse k\u00f6nnen sich auf die regionalen und lokalen Meeresspiegel\u00e4nderungen auswirken. Die langfristige Entwicklung des Meeresspiegels unterliegt zudem einer erheblichen dekadischen Variabilit\u00e4t st\u00e4rkeren und schw\u00e4cheren Anstiegs.<\/p>\n\n\n\n<p>In Cuxhaven zum Beispiel ist der relative Meeresspiegel seit Mitte des 19. Jahrhunderts bereits um gut 40 Zentimeter gestiegen&nbsp;<strong>9&nbsp;<\/strong>(bei einem lokalen Absinken der deutschen Nordseek\u00fcste um etwa 0,1 cm pro Jahr als Nachwirkung der letzten Eiszeit), am Pegel Travem\u00fcnde um rund 25 Zentimeter&nbsp;<strong>10<\/strong>. Folgen sind unter anderem h\u00f6her auflaufende Sturmfluten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"424\" height=\"299\" src=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/15.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1229\" srcset=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/15.png 424w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/15-300x212.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 424px) 100vw, 424px\" \/><figcaption>Abbildung 15: Ver\u00e4nderung des Meeresspiegels in Cuxhaven. Quelle: BSH<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>\u00dcber den Beobachtungszeitraum 1843-2019 stieg in Cuxhaven sowohl das Tiedehochwasser (Flut), als auch das Tiedeniedrigwasser (Ebbe) im Jahresmittel an. Aufgrund des st\u00e4rker ansteigenden Tiedehochwassers nahm der Tidehub in 177 Jahren um rund 15 cm zu. In dem Zeitraum seit 1993, f\u00fcr den Satellitenaltimetriedaten zur Verf\u00fcgung stehen, zeigen diese Daten eine Beschleunigung des weltweiten Meeresspielanstiegs.<strong>11<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Literatur und weiterf\u00fchrende Informationen<\/p>\n\n\n\n<p>_________________________________________________________________________________<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1&nbsp;<\/strong>ImberyF.,KasparF.,FriedrichK.,Pl\u00fcckhahnB.(2021):<em>KlimatologischerR\u00fcckblickauf2020:Einesderw\u00e4rmstenJahrein Deutschland und Ende des bisher w\u00e4rmsten Jahrzehnts.<br><\/em>Bericht des Deutschen Wetterdienstes, Offenbach am Mainhttps:\/\/www.dwd.de\/DE\/leistungen\/besondereereignisse\/temperatur\/20210106_rueckblick_jahr_2020.pdf<\/p>\n\n\n\n<p><strong>2&nbsp;<\/strong>KasparF.,FriedrichK.,ImberyF.(2020):<em>2019globalzweitw\u00e4rmstesJahr:TemperaturentwicklunginDeutschlandimglobalen Kontext.<br><\/em>Bericht des Deutschen Wetterdienstes, Offenbach am Mainhttps:\/\/www.dwd.de\/DE\/leistungen\/besondereereignisse\/temperatur\/20200128_vergleich_de_global.pdf<\/p>\n\n\n\n<p><strong>3&nbsp;<\/strong>LengfeldK.,WalawenderE.,WinterrathT.,Becker,A.:<em>CatRaRE:ACatalogueofRadar-basedHeavyRainfallEventsin Germany Derived from 20 Years of Data.<br><\/em>Meterologische Zeitschrift. 2021,<br>https:\/\/doi.org\/10.1127\/metz\/2021\/1088<\/p>\n\n\n\n<p><strong>4&nbsp;<\/strong>KreienkampF.und38Ko-Autoren(2021):<em>RapidattributionofheavyrainfalleventsleadingtotheseverefloodinginWestern Europe during July 2021.<br><\/em>World Weather Attribution (WWA) initiative.&nbsp;https:\/\/www.worldweatherattribution.org\/heavy-rainfall-which-led-to-severe-flooding-in-western-europe-made-more- likely-by-climate-change\/<\/p>\n\n\n\n<p><strong>5&nbsp;<\/strong>https:\/\/www.climxtreme.net<\/p>\n\n\n\n<p><strong>6&nbsp;<\/strong>Jungh\u00e4nelT.,BissolliP.,Da\u00dflerJ.,FleckensteinR.,ImberyF.,JanssenW.,KasparF.,LengfeldK.,LeppeltT.,RautheM., Rauthe-Sch\u00f6ch A., Rocek M., Walawender E., Weigl E. (2021):<br><em>Hydroklimatologische Einordnung der Stark- und Dauerniederschl\u00e4ge in Teilen Deutschlands im Zusammenhang mit dem Tiefdruckgebiet \u201eBernd\u201c vom 12. bis 19. Juli 2021.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Deutscher Wetterdienst, Offenbach am Main.<\/p>\n\n\n\n<p>https:\/\/www.dwd.de\/DE\/leistungen\/besondereereignisse\/niederschlag\/20210721_bericht_starkniederschlaege_tief_ bernd.html<\/p>\n\n\n\n<p><strong>7&nbsp;<\/strong>https:\/\/www.munichre.com\/de\/risiken\/naturkatastrophen-schaeden-nehmen-tendenziell-zu\/gewitter-hagel- tornados-lokal-begrenzt-hohe-schaeden.html<\/p>\n\n\n\n<p><strong>8&nbsp;<\/strong>DeutscherWetterdienst(2021):<em>KlimareportHamburg<\/em>;OffenbachamMain,56Seiten&nbsp;<strong>9&nbsp;<\/strong>https:\/\/meeresspiegel-monitor.de\/cuxhaven\/sla\/index.php.de<br><strong>10&nbsp;<\/strong>https:\/\/meeresspiegel-monitor.de\/travemuende\/sla\/index.php.de<\/p>\n\n\n\n<p><strong>11&nbsp;<\/strong>Nerem R. S., Beckley B. D., Fasullo J. T., Hamlington B. D., Masters D., Mitchum G. T. (2018).&nbsp;<em>Climate-change\u2013driven accelerated sea-level rise detected in the altimeter era.&nbsp;<\/em>Proceedings of the national academy of sciences, 115(9), 2022-2025.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"blob:https:\/\/pferdegruenland.de\/b45778c5-e436-433d-8330-4cae6e16e782\" alt=\"page21image1581462128\"\/><figcaption><strong><em>IMPRESSUM<\/em><\/strong><br><strong>Autoren<\/strong><br>F. Kaspar (DWD), F. Imbery (DWD), K. Friedrich (DWD), F. B\u00f6ttcher (EWK), M. Herbst (DWD), T. Deutschl\u00e4nder (DWD), A. Friedrich (DWD), B. Tinz (DWD)<br><strong>Redaktion<\/strong><br>F. Kaspar (DWD), F. Imbery (DWD), F. B\u00f6ttcher (EWK)<br><strong>Gestaltung und Satz<\/strong><br>U. Klasen (DWD)<br><strong>Abbildungsnachweis<\/strong><br>DWD (wenn nicht anders gekennzeichnet);<br>Titelseite: \u00a9 Pixabay: Tobias H\u00e4mmer;<br>Abbildung 12: \u00a9 M\u00fcnchener R\u00fcckversicherungs-Gesellschaft Aktiengesellschaft in M\u00fcnchen, Link:&nbsp;https:\/\/www.munichre.com\/de\/allgemein\/rechtliche-hinweise.html<br>Abbildung 14: \u00a9 Pieter Groenemeijer \/ European Severe Storms Laboratory (ESSL)<br><strong>Kontakt<\/strong><br>Email:&nbsp;klimaanalyse@dwd.de&nbsp;<strong>Zitiervorschlag<\/strong><br>Deutscher Wetterdienst \/ Extremwetterkongress (2021):&nbsp;<em>Was wir heute \u00fcber das Extremwetter in Deutschland wissen<\/em>. Offenbach am Main, Deutschland<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Diesen und weitere Berichte zu diesem Kongress findet Ihr hier: <a href=\"https:\/\/www.dwd.de\/DE\/presse\/pressekonferenzen\/DE\/2021\/EWK_Hamburg_PK_22_09_2021\/pressekonferenz_ewk2021.html?nn=509470\">https:\/\/www.dwd.de\/DE\/presse\/pressekonferenzen\/DE\/2021\/EWK_Hamburg_PK_22_09_2021\/pressekonferenz_ewk2021.html?nn=509470<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>STAND DER WISSENSCHAFT ZU EXTREMEN WETTERPH\u00c4NOMENEN IM KLIMAWANDEL IN DEUTSCHLAND KERNINFOS ZUM EXTREMWETTER IN DEUTSCHLAND IN F\u00dcNF S\u00c4TZEN DIE GLOBALE ERW\u00c4RMUNG ERH\u00d6HT GENERELL DIE WAHRSCHEINLICHKEIT F\u00dcR DAS AUFTRETEN BESTIMMTER EXTREME. DIE ZUNAHME VON HITZEWELLEN IST ZWEIFELSFREI EINE FOLGE DER GLOBALEN ERW\u00c4RMUNG. DIE H\u00c4UFIGKEIT VON TROCKENPHASEN IST GESTIEGEN. KEINE SIGNIFIKANTE VER\u00c4NDERUNG DER WINDGESCHWINDIGKEIT AN DER NORDSEE. &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/?p=1182\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eBeobachtungen zum Klimawandel: Was wir heute, im Sommer 2021, \u00fcber das Extremwetter in Deutschland wissen\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[115],"tags":[553,570,565,556,560,563,564,555,569,559,557,566,568,266,567,562,561,558,552,554],"class_list":["post-1182","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-beobachtungen-zum-klimawandel","tag-extremwetter","tag-extremwetterkongress","tag-gewitter","tag-globale-erwaermung","tag-hitzeereignisse","tag-hochwasser","tag-hochwasserereignisse","tag-klimaentwicklung","tag-meerwasserspiegel","tag-menschgemachte","tag-starkregenereignisse","tag-sturm","tag-sturmflut","tag-temperaturanomalie","tag-tornados","tag-trockenzeitenstarkniederschlaege","tag-waldbrandgefahr","tag-waermerekorde","tag-wetterphaenomene","tag-wtterereignisse"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/pferdegruenland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1182","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/pferdegruenland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/pferdegruenland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/pferdegruenland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/pferdegruenland.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1182"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/pferdegruenland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1182\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1230,"href":"https:\/\/pferdegruenland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1182\/revisions\/1230"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/pferdegruenland.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1182"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/pferdegruenland.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1182"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/pferdegruenland.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1182"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}