{"id":1155,"date":"2021-10-03T15:25:52","date_gmt":"2021-10-03T13:25:52","guid":{"rendered":"https:\/\/pferdegruenland.de\/?p=1155"},"modified":"2021-10-03T15:25:52","modified_gmt":"2021-10-03T13:25:52","slug":"beobachtungen-zum-klimawandel-deutschlandwetter-im-september-2021","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pferdegruenland.de\/?p=1155","title":{"rendered":"Beobachtungen zum Klimawandel: Deutschlandwetter im September 2021"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Sonniger, sehr trockener und phasenweise sp\u00e4tsommerlich warmer September<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/APC_0224-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1159\" width=\"481\" height=\"641\" srcset=\"https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/APC_0224-768x1024.jpg 768w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/APC_0224-225x300.jpg 225w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/APC_0224-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/APC_0224-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/pferdegruenland.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/APC_0224-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 481px) 100vw, 481px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Offenbach, 29. September 2021<\/em>\u00a0\u2013 Nach den tiefdruckgepr\u00e4gten Wetterlagen des Sommers \u00fcbernahmen im September vor allem Hochdruckgebiete die Wetterregie. Damit ebbte auch das Waschk\u00fcchenwetter mit Starkregenf\u00e4llen zunehmend ab. Entsprechend war der Regenschirm nur noch ein seltener Begleiter. Vielmehr wurden bei ruhiger sowie wolkenarmer Witterung Handschuhe und \u00dcbergangsjacke im Laufe des Tages da und dort durch T-Shirts und Shorts ersetzt. Turbulenter ging es dagegen im Norden zu, als nach dem astronomischen Herbstbeginn Tief \u201eTim\u201c die Sturmsaison einl\u00e4utete. Im Gro\u00dfen und Ganzen war der September zu warm, sehr trocken und sonnig. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sp\u00e4tsommerliche W\u00e4rme und immer wieder Fr\u00f6steln in den Morgenstunden&nbsp;<\/strong><br>Das Temperaturmittel lag im September 2021 mit 15,2 Grad Celsius (\u00b0C) um 1,9 Grad \u00fcber dem Wert der international g\u00fcltigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Vergleich zur aktuellen und w\u00e4rmeren Periode 1991 bis 2020 betrug die Abweichung +1,4 Grad. Mehrheitlich sp\u00e4tsommerlich pr\u00e4sentierte sich der erste Herbstmonat. Im S\u00fcdwesten wurden noch bis zu 13 Sommertage gez\u00e4hlt. Das W\u00e4rmemaximum erfolgte am 9.: Im Lee des Harzes gab es den letzten hei\u00dfen Tag in diesem Jahr. Huy-Pabstorf meldete 30,0&nbsp;\u00b0C. Manchmal lagen Schwitzen und Fr\u00f6steln im Tagesgang nah beieinander. Denn in klarer und trockener Luft gingen die Fr\u00fchtemperaturen in der dritten Septemberdekade verbreitet in den niedrigen einstelligen Bereich zur\u00fcck. In Merklingen, Baden-W\u00fcrttemberg, sowie in Oberstdorf gab es am 23. mit 0,9&nbsp;\u00b0C&nbsp;den bundesweit tiefsten Wert. In den Mittelgebirgen gr\u00fc\u00dfte sogar der Bodenfrost.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Trockenster September seit 15 Jahren<\/strong><br>Der September 2021 war mit rund 35 Litern pro Quadratmeter (l\/m\u00b2) der trockenste erste Herbstmonat seit 15 Jahren &#8211; nach 2006 mit nur 30&nbsp;l\/m\u00b2. Gemessen wurden vom&nbsp;DWD&nbsp;knapp 45 Prozent weniger Niederschlag als im Mittel der Referenzperiode 1961 bis 1990 (61&nbsp;l\/m\u00b2). Verglichen mit der Periode 1991 bis 2020 lag das Minus bei fast 50 Prozent. Im Zustrom tropischer Luft entluden sich in der zweiten Monatsdekade hier und da noch einmal Gewitter und Starkregen. Auch am 26. kam es zu Wolkenbr\u00fcchen zwischen Bayern und Sachsen-Anhalt. Das in den Voralpen gelegene Kreuth-Glash\u00fctte meldete dabei mit 74,9&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;den h\u00f6chsten Tagesniederschlag. Das Voralpenland war mit einer Monatssumme von \u00fcber 160&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;auch die niederschlagsreichste Region.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sonniger S\u00fcden, wolkenverhangener Norden<\/strong><br>Mit 175 Stunden \u00fcbertraf die Sonnenscheindauer ihr September-Soll von 150 Stunden (Periode 1961 bis 1990) um rund 15 Prozent. Im Vergleich zu 1991 bis 2020 betrug die positive Abweichung gut 10 Prozent. \u00dcber 230 Stunden zeigte sich die Sonne im S\u00fcden und damit doppelt so lange wie im wolkenverhangenen Norden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das Wetter in den Bundesl\u00e4ndern im August 2021<\/strong><br>(In Klammern finden Sie die vielj\u00e4hrigen Mittelwerte der internationalen Referenzperiode 1961-1990. Der Vergleich aktueller mit diesen vielj\u00e4hrigen Werten erm\u00f6glicht eine Einsch\u00e4tzung des l\u00e4ngerfristigen Klimawandels)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Baden-W\u00fcrttemberg:&nbsp;<\/strong>15,2&nbsp;\u00b0C&nbsp;(13,3&nbsp;\u00b0C) errechnete der&nbsp;DWD&nbsp;f\u00fcr das s\u00fcdwestlichste Bundesland im September 2021. Im Rheingraben wurden nochmal bis zu 13 Sommertage gez\u00e4hlt. Jedoch blieb es, vom S\u00fcdschwarzwald abgesehen, landesweit mit 30&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(70&nbsp;l\/m\u00b2) ungew\u00f6hnlich trocken. Am 23. \u00fcbermittelte Merklingen, 20&nbsp;kmnordwestlich von Ulm, genauso wie Oberstdorf in Bayern, mit 0,9&nbsp;\u00b0C&nbsp;die deutschlandweit tiefste Temperatur. Fast 225 Stunden (166 Stunden) strahlte die Sonne im sonnigsten Bundesland.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bayern:<\/strong>&nbsp;Bayern erreichte 14,8&nbsp;\u00b0C&nbsp;(12,8&nbsp;\u00b0C). Am 23. meldete Oberstdorf (neben Merklingen in Baden-W\u00fcrttemberg) mit 0,9&nbsp;\u00b0C&nbsp;die tiefste Temperatur in Deutschland. In der Fl\u00e4che fielen 35&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(72&nbsp;l\/m\u00b2). Starkregenf\u00e4lle sorgten aber f\u00fcr eine unausgewogene Niederschlagsverteilung. W\u00e4hrend in Mittel- und Unterfranken gebietsweise nur einstellige Monatssummen zustande kamen, erlebte Kreuth-Glash\u00fctte, Landkreis Miesbach, mit 74,9&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;am 26. den h\u00f6chsten Tagesniederschlag. Hier fielen mit \u00fcber 160&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;auch die h\u00f6chsten Monatsmengen. Die Sonne schien im Freistaat 210 Stunden (160 Stunden).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Berlin:<\/strong>&nbsp;Die Hauptstadt war mit Bremen im September die w\u00e4rmste Region. Ermittelt wurden 15,9&nbsp;\u00b0C&nbsp;(14,1&nbsp;\u00b0C). Es fielen 30&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(46&nbsp;l\/m\u00b2), die Sonne schien 145 Stunden (156 Stunden).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Brandenburg:<\/strong>&nbsp;Brandenburg kam auf 15,5&nbsp;\u00b0C&nbsp;(13,8&nbsp;\u00b0C) und war mit knapp 25&nbsp;l\/m\u00b2(45&nbsp;l\/m\u00b2) das trockenste Bundesland. Der&nbsp;DWD&nbsp;ma\u00df 145 Stunden (156 Stunden) Sonnenschein.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bremen:<\/strong>&nbsp;Bremen war wie Berlin mit 15,9&nbsp;\u00b0C&nbsp;(13,7&nbsp;\u00b0C) die w\u00e4rmste und zugleich mit fast 60&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(61&nbsp;l\/m\u00b2) die nasseste Region. Fast 130 Stunden (136 Stunden) schien die Sonne.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hamburg:<\/strong>&nbsp;Die Hansestadt erzielte 15,7&nbsp;\u00b0C&nbsp;(13,7&nbsp;\u00b0C) und rund 55&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(68&nbsp;l\/m\u00b2). Mit etwa 120 Stunden (139 Stunden) war es die sonnenschein\u00e4rmste Region.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hessen:<\/strong>&nbsp;In Hessen endete der September im Mittel mit 15,1&nbsp;\u00b0C&nbsp;(13,2&nbsp;\u00b0C) und sehr trockenen gut 25&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(57&nbsp;l\/m\u00b2). Der Sonnenschein summierte sich auf 185 Stunden (142 Stunden).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mecklenburg-Vorpommern:<\/strong>&nbsp;Der Nordosten Deutschlands erlebte 15,4&nbsp;\u00b0C&nbsp;(13,3&nbsp;\u00b0C), 45&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(51&nbsp;l\/m\u00b2) und 130 Stunden (154 Stunden) Sonnenschein. Am 23. fegten schwere Sturm- und einzelne orkanartige B\u00f6en \u00fcber die K\u00fcsten hinweg.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Niedersachsen:<\/strong>&nbsp;Niedersachsen kam auf 15,4&nbsp;\u00b0C&nbsp;(13,5&nbsp;\u00b0C), 40&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(60&nbsp;l\/m\u00b2) und 140 Sonnenstunden (135 Stunden).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nordrhein-Westfalen:<\/strong>&nbsp;F\u00fcr NRW berechneten die MeteorologInnen im September eine Durchschnittstemperatur von 15,4&nbsp;\u00b0C&nbsp;(13,6&nbsp;\u00b0C). Es war mit 30 l\/m (67 l\/m) deutlich zu trocken. Die Sonne schien 170 Stunden (135 Stunden).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Rheinland-Pfalz:<\/strong>&nbsp;Hier wurden eine Septembertemperatur von 15,5&nbsp;\u00b0C&nbsp;(13,5&nbsp;\u00b0C) und im Fl\u00e4chenmittel deutlich zu trockene 30 l\/m (60&nbsp;l\/m\u00b2) gemessen. Die Sonne pr\u00e4sentierte sich 200 Stunden (151 Stunden) lang.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Saarland:<\/strong>&nbsp;Das Saarland meldete 15,8&nbsp;\u00b0C&nbsp;(13,7&nbsp;\u00b0C). Dazu wurden etwa 25&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(70&nbsp;l\/m\u00b2) Niederschlag neben 215 Sonnenstunden (158 Stunden) erfasst. Die&nbsp;DWD-Experten ordneten das kleinste Fl\u00e4chenland als zweitw\u00e4rmste, zweittrockenste und zweitsonnigste Region ein.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sachsen:<\/strong>&nbsp;Hier stieg die Mitteltemperatur auf 14,9&nbsp;\u00b0C&nbsp;(13,4&nbsp;\u00b0C). Dazu gab es magere 30&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(55&nbsp;l\/m\u00b2) Niederschlag. 155 Sonnenstunden (148 Stunden) wurden gez\u00e4hlt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sachsen-Anhalt:<\/strong>&nbsp;Sachsen-Anhalt erreichte 15,5&nbsp;\u00b0C&nbsp;(13,7&nbsp;\u00b0C), rund 155 Sonnenstunden (144 Stunden) und etwa 30&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(42&nbsp;l\/m\u00b2) Niederschlag. Im Lee des Harzes registrierte der&nbsp;DWD&nbsp;am 9. den deutschlandweit letzten hei\u00dfen Tag des Jahres: In Huy-Pabstorf, 25&nbsp;km&nbsp;nord\u00f6stlich von Wernigerode, kletterte das Quecksilber auf exakt 30,0&nbsp;\u00b0C. Starkregenf\u00e4lle beendeten am 26. die zuvor noch sehr trockenen Wochen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Schleswig-Holstein:<\/strong>&nbsp;Im n\u00f6rdlichsten Bundesland wurden 15,4&nbsp;\u00b0C&nbsp;(13,2&nbsp;\u00b0C) gemessen. Das Land war mit 55&nbsp;l\/m\u00b2&nbsp;(75&nbsp;l\/m\u00b2) Niederschlag und fast 125 Stunden (143 Stunden) Sonnenschein das zweitnassestes sowie zweitsonnenschein\u00e4rmstes Gebiet. Am 23. tobten teils schwere Sturm- und orkanartige B\u00f6en an den K\u00fcsten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Th\u00fcringen:<\/strong>\u00a0Th\u00fcringen war mit 14,7\u00a0\u00b0C\u00a0(12,8\u00a0\u00b0C) das k\u00fchlste Bundesland. Das zun\u00e4chst wochenlang andauernde Niederschlagsdefizit wurde mit Starkregenf\u00e4llen am 26. beendet. S\u00fcdlich von Jena fielen teilweise \u00fcber 50\u00a0l\/m\u00b2\u00a0innerhalb eines Tages. Als Folge blockierte dort ein Erdrutsch stundenlang die Autobahn A4. Im Fl\u00e4chenmittel summierte sich der Niederschlag jedoch nur auf trockene 30\u00a0l\/m\u00b2\u00a0(51\u00a0l\/m\u00b2). 165 Stunden (143 Stunden) schien die Sonne.<\/p>\n\n\n\n<p>Quelle: DWD<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sonniger, sehr trockener und phasenweise sp\u00e4tsommerlich warmer September Offenbach, 29. September 2021\u00a0\u2013 Nach den tiefdruckgepr\u00e4gten Wetterlagen des Sommers \u00fcbernahmen im September vor allem Hochdruckgebiete die Wetterregie. Damit ebbte auch das Waschk\u00fcchenwetter mit Starkregenf\u00e4llen zunehmend ab. Entsprechend war der Regenschirm nur noch ein seltener Begleiter. 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